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Chronik: 17. Jahrhundert – 1605

1605: Papst Leo XI. (Lebensdaten: 1535-1605), Papst vom 1. bis zum 27. April (26 Tage)

1605: Calvinismus in Lippe und der Röhrentruper Rezess
Bereits gegen Ende des 16. Jahrhunderts entschied sich Graf Simon von Lippe (1554-1618) für den Calvinismus, traf allerdings z.T. auf erbitterten Widerstand der Lutheraner. Fast überall setzte sich Graf Simon durch, lediglich Lemgo blieb lutherisch. Nach jahrelangen Streitigkeiten wurde erst 1617 ein Übereinkommen zwischen Simon und Lemgo geschlossen (der sogenannte Röhrentruper Rezess), nach dem die Stadt lutherisch bleiben durfte.

1605: Madrigalbuch von Claudio Monteverdi
Monteverdi hatte bereits vier Bücher mit Madrigalen veröffentlicht, als er sich mit seinem fünften im Jahre 1605 gegen die bis dahin übliche Kompositionsform der „prima pratica“ auflehnte. Diese stellte die Komposition, die musikalischen Elemente vor den Text, der sich nach der Musik richten sollte. Monteverdi vertrat hingegen die Auffassung, dass sich die Musik nach dem Text zu richten habe, dass der Text der „Ausgangspunkt der Musik“ (Das Reclam Buch der Musik, 2001, S. 89) sein sollte. Dafür steht der Begriff „seconda pratica“.

1605-1621: Papst Paul V. (Lebensdaten: 1552-1621)

Chronik: 16. Jahrhundert – 1557

1557: Wormser Kolloquium
König Ferdinand I. hatte dieses Kolloquium eigentlich dazu nutzen wollen, eine Verständigung der katholischen mit der protestantischen Seite herbeizuführen. Allerdings brachen hier die schon länger schwelenden Streitigkeiten unter den Lutheranern (zwischen Philippisten und Gnosiolutheranern) noch einmal offen aus. Das Kolloquium musste als gescheitert angesehen werden.

1557: Edikt von Compiègne
Das Edikt sah die Todesstrafe für Personen vor, die sich zur reformierten Lehre bekannten.

Chronik: 16. Jahrhundert – 1595

1595: „Emder Revolution“
Der Begriff „Emder Revolution“ umschreibt einen Konflikt zwischen Edzard II. (1532-1599), Graf von Ostfriesland, und den Bürgern von Emden, der sich an der Steuerpolitik des Grafen entzündete. Vorangegangen waren allerdings auch Konfessionsdifferenzen: Edzards Bruder, Graf Johann, war, aufgrund einer Erbschaftsregelung ihrer Mutter, bis zu seinem Tode 1591 Mitherrscher über Ostfriesland – und calvinistisch sowie sehr beliebt bei der Stadtbevölkerung.

Nachfolgend profilierte sich der calvinistische Prediger Menso Alting (1541-1612) zum Gegenspieler des lutherischen Edzard. Alting nutzte die Stimmung in der Bevölkerung gegen die Steuererhöhungen des Grafen aus, so dass Edzard gar den Kaiser um Hilfe bittet. Die Bürger setzten den Bürgermeister ab und stürmten die Burg des Grafen. Dieser verlegt seinen Amtssitz daraufhin nach Aurich. Später nahmen die Emder Bürger zudem noch die Hilfe niederländischer Truppen in Anspruch. Ein Vertrag zwischen Edzard, den Ständen und der Stadt (Vertrag von Delfzijl) sollte zumindest für einige Jahre für Beruhigung sorgen: Emden konnte etliche Rechte gegenüber Edzard geltend machen, wurde bis auf die hohe Gerichtsbarkeit nahezu unabhängig.

Ob man aufgrund dieser Vorkommnisse tatsächlich von einer Revolution sprechen kann, wird in der Forschungsliteratur vielfach bestritten.

Chronik: 16. Jahrhundert – 1567

1567: Teilung Hessens
Nach dem Tod Philipps I. (auch „der Großmütige“ genannt) wurde die Landgrafschaft Hessen unter seinen vier Söhnen aufgeteilt. Fortan gab es Hessen-Kassel, Hessen-Dramstadt, Hessen-Marburg und Hessen-Rheinfels. Rheinfels wurde 1583 wieder den anderen drei Grafen zugesprochen, nachdem 1583 Landgraf Philipp II. von Hessen-Rheinfels kinderlos verstarb. Den Hauptteil erhielt Hessen-Kassel. Auch Hessen-Marburg wurde später wieder aufgeteilt – nach dem Tode Ludwig IV. im Jahre 1604, der ebenfalls keine Nachkommen besaß. Bedingung für das Erbe war allerdings, dass die lutherische Konfession hier erhalten bliebe. Dies führte zu Zwistigkeiten zwischen den weiteren Erben, nachdem Landgraf Moritz von Hessen-Kassel 1605 zum Calvinismus übergetreten war.

1567: Giovanni Pierluigi da Palestrina: Missa Papae Marcelli
Es ist nicht sicher, wann genau der italienische Komponist Palestrina diese Messe erstellte. Sie wurde in einem Sammelband 1567 veröffentlicht und trug den Namen des Papstes Marcellus II. Dieser war weniger als ein Monat (9. April bis 1. Mai 1555) Papst. Die Legende sagt, dass Palestrina mit dieser Messe die Kirchenoberen des Trienter Konzils davon überzeugte, dass mehrstimmige Kirchenmusik durchaus gottgefällig sein konnte. Palestrina schuf daraufhin ein Werk, das ihm des Nachts durch eine Erscheinung von Engeln und großen Komponisten eingegeben wurde: die Missa Papae Marcelli, „bis heute eines der schönsten Dokumente der Hochpolyphonie, der Klangwelt der Hochrenaissance“ (Pahlen, Kurt: Die Große Geschichte der Musik, München 2002, S. 116).

Nachfolgendes Video: New York Polyphony: Palestrina / Missa Papae Marcelli – Kyrie (YouTube.com)

(New York Polyphony: www.newyorkpolyphony.com;  „New York Polyphony“ auf YouTube)

Chronik: 16. Jahrhundert – 1566

1566: Die Confessio helvetica posterior (das Zweite Helvetische Bekenntnis) Heinrich Bullingers erscheint

1566: Der Catechismus Romanus (der Römische Katechismus) erscheint
Auf dem Trienter Konzil wurde bereits früh auf die Notwendigkeit eines Katechismus hingewiesen, der kurz und prägnant die Hauptpunkte des katholischen Glaubens aufführt und erläutert. Wie genau dieser Leitfaden aussehen, welche Punkte er umfassen sollte, darüber wurde freilich bis zur letzten Tagung diskutiert. Der Katechismus konnte, ebenso wie die beschlossenen Schriften „Breviarum Romanum“ und das „Missale Romanum“, nicht fertiggestellt werden. Daher übergab man die erarbeiteten Materialien an den Papst (Pius IV.) mit der Bitte der Fertigstellung der Schriften.

Pius IV. und sein Nachfolger Pius V. setzten jeweils eine Kommission ein, die diese Arbeiten übernehmen sollten. Und so konnte 1566 der Katechismus herausgegeben werden, der sich an die gesamte Gemeinde, aber besonders an die Pfarrer und Seelsorger richtete und bis in die heutige Zeit von großer Bedeutung ist. Er umfasste folgende Punkte:

  • das apostolische Symbolum oder Glaubensbekenntnis,
  • die Sakramente,
  • den Dekalog und
  • das Gebet des Herrn.

Weitere Quellen und Literatur:

1566: Bildersturm in den Niederlanden
In diesem Jahr stürmten in den Niederlanden bewaffnete Truppen, teilweise angeführt von reformierten Predigern, die Kirchen, um dort Bilder und liturgische Geräte zu zerstören. Es gab viele Hinrichtungen der Bilderstürmer, auch gegen hochadelige Personen.

1566–1572: Papst Pius V. (Lebensdaten: 1504-1572)

Chronik: 16. Jahrhundert – 1561

1561: Die „Confessio Belgica“ des Guido de Bray (Guy de Brès) und die Reformation in den Niederlanden
Philipp II. von Spanien, der seit 1555 die Herrschaft in den Niederlanden übernommen hatte, wandte sich scharf gegen die reformatorischen Bewegungen in den Niederlanden, gegen Lutheraner, Täufer und die seit den 1540er Jahren stärker werdenden Calvinisten. Ihr bedeutendster Vertreter war Guido de Bray, der 1561 die bedeutende Schrift „Confessio Belgica“ verfasste.

Gegen die religiöse Opposition und gegen Aufständische des niederen Adels ging Philipp und sein Generalbevollmächtigter Herzog Alba mit Gewalt vor. Viele Reformierte mussten flüchten. Gegen diese Vorgehensweise wuchs der Widerstand, an dessen Spitze sich der Calvinist Wilhelm von Oranien positionierte. Einige katholische Provinzen schlossen sich zusammen (Union von Arras), die Reformierten formierten sich zur „Utrechter Union“. Die Niederlande spaltete sich zunächst in einen calvinistischen Norden und einen katholischen Süden. 1584 erklärte sich der Norden für unabhängig.

Porträt Friedrichs des Frommen, Uploaded by --Immanuel Giel / Wikimedia Commons

Porträt Friedrichs des Frommen, Uploaded by –Immanuel Giel / Wikimedia Commons

1561: Friedrich III. von der Pfalz wird erster calvinistischer Fürst
Nachdem seine Bemühungen um die Einheit des Protestantismus auf dem Naumburger Fürstentag gescheitert waren, nahm Friedrich III., seit 1559 Kurfürst, das reformierte Bekenntnis an: Die Pfalz, vormals lutherisch, wurde calvinistisch. Trotzdem blieb er dem Augsburger Bekenntnis (Confessio Augustana) Melanchthons verbunden und übernahm daher nicht den Genfer Katechismus. Ein eigenes Werk sollte her, der „Heidelberger Katechismus“, verfasst von Zacharias Ursinus.