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Chronik: 16. Jahrhundert – 1525

1525: Bauernkrieg in Deutschland / 12 Artikel

Der Bauernkrieg war ein Aufstand der Bauern mit Unterstützung einiger adeliger Anführer (z.B. Florian Meyer und Götz von Berlichingen) und einiger kleinerer Städte (z.B. Memmingen). Die Bauern forderten die Erhaltung oder Wiederherstellung ihres ständischen “alten Rechts” anstelle des neuen römischen Landrechts, mehr bäuerliche Selbstverwaltung und wehrten sich gegen steigende Abgaben und Dienste, aber auch gegen Willkür.

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1525: Thomas Müntzer stirbt im Bauernkrieg
Thomas Müntzer, der 1524 zusammen mit einem früheren Mönch das städtische Leben in Mühlhausen umwälzen wollte, dann aber mit ihm aus der Stadt vertrieben wurde, kam 1525 zurück nach Mühlhausen. Er verbündete sich (zusammen mit Mühlhausener Bürgern) mit den aufständischen Bauern, die ihn bei Frankenhausen zu ihrem Führer wählten. Gegen die Truppen Sachsens (katholisch) und Hessens (evangelisch) hatten die Bauern jedoch keine Chance. 6.000 Menschen wurden getötet, Müntzer festgenommen und hingerichtet.

1525: Luthers Haltung zum Bauernkrieg
Martin Luther schlägt sich im Bauernkrieg auf die Seite der Fürsten und enttäuscht damit viele Bauern. Seine Haltung muss jedoch vor dem Hintergrund seines regional beschränkten Wissen über die Aufstände sowie seiner Erfahrung mit den aufständischen Bauern auf einer Reise durch Thüringen gesehen werden. Hier wurde er verspottet und musste mit ansehen, dass sich die Bauern eher Thomas Müntzer zuwandten. (Schnabel-Schüle: Die Reformation, 2006, S. 149) Zudem zweifelte er das Recht der Bauern an, sich bei dem gewaltsamen Aufstand auf göttliches Recht zu berufen. (Klueting: Das Konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 189)

1525: Luthers Schrift „De servo arbitrio“
In dieser Schrift beschreibt Luther seine Vorstellungen von der Prädestination, der Vorherbestimmung: Unter Bezugnahme auf den spätantiken Philosophen und lateinischen Kirchenlehrer (4./5. Jahrhundert) und gegen die Auffassungen Ersamus‘ von Rotterdam bestritt Luther die Existenz eines freien Willens. Dies musste die humanistisch Gebildeten provozieren – und tatsächlich zeigte sich auch bei den Anhängern Luthers, die dem Humanismus nahe standen, ein Unbehagen. Philipp Melanchthon beispielsweise suchte einen Mittelweg zu finden. Noch mehr Relevanz erhielt die Prädestinationslehre später durch Johannes Calvin.

1525: Errichtung eines Ehegerichts, später Sittengerichts in der Stadt Zürich
Mit der Errichtung eines Ehegerichts wurde in Zürich die Ehe als Sakrament beseitigt. Sie unterstand nun einem Gericht, das sich aus Pfarrern und Ratsmitgliedern zusammensetzte. Schon bald wurde der Aufgabenbereich erweitert: Das Ehegericht wurde 1526 zu einem Sittengericht, das die Lebensführung der Bürger beaufsichtigen sollte.