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Chronik: 17. Jahrhundert – 1618

1618: Prager Fenstersturz
Der Prager Fenstersturz gilt als Auslöser des Dreißigjährigen Krieges. Vorangegangen waren eine Reihe von gegenreformatorischen Aktionen Ferdinands von der Steiermark, seit 1617 König von Böhmen. Die Protestanten riefen eine Versammlung der evangelischen Stände nach Prag ein. Der Kaiser schickte daraufhin Abgesandte nach Prag, die jedoch aus dem Fenster der Prager Burg geworfen wurden.

zum Artikel „Der Dreißigjährige Krieg“

1618-1648: Dreißigjähriger Krieg
Der Dreißigjährige Krieg war eher eine “Kriegszeit” als ein klar abgrenzbarer Krieg zwischen zwei oder mehr Kriegsparteien, eine “Kriegsverdichtung” (Johannes Burkhardt), deren einzelne Konflikte und kriegerische Auseinandersetzungen selbst Zeitgenossen nicht mehr auseinander halten konnten. In den 30 Jahren gab es, grob gesprochen, vier Kriegsphasen: den Böhmisch-pfälzischen Krieg (1618–1623), den Dänisch-niedersächsischen Krieg (1623–1629), den Schwedischen Krieg (1630–1635) und den Schwedisch-Französischen Krieg (1635–1648).

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Chronik: 17. Jahrhundert – 1608

1608: Bildung der protestantischen Union
Nach den Streitigkeiten über Donauwörth und auf dem Reichstag in Regensburg bildeten die Protestanten die Union. Ihr gehörten zunächst die Kurpfalz, Württemberg, Baden-Durlach, Ansbach und Bayreuth an, später kamen noch Hessen-Kassel, Brandenburg, Pfalz-Zweibrücken und 17 oberdeutsche Städte hinzu. Unter der Leitung des Reformierten Friedrich V. von der Pfalz wollte das Bündnis der katholischen Auslegung der Reichsverfassung entgegentreten. Die Union löste sich 1621 wieder auf.

1608: Hans Lipperhey: Erstes Fernrohr
Der in Wesel geborene Brillenmacher Hans Lipperhey (ca. 1570-1619) erfand 1608 das erste Fernrohr – so zumindest lautet die Meinung neuerer Forscher, denn in dieser Zeit gab es mehrere Personen, die Ähnliches von sich behaupteten.

1608: Girolamo Frescobaldi wird Organist am Petersdom
Frescobaldi, 1583 in Ferrara geboren, war im 17. Jahrhundert einer der bedeutendsten Organisten und Komponisten für Tasteninstrumente. 1607 kam er nach Rom, wurde dort Organist an der Kirche Santa Maria in Trastevere, ging aber bald nach Brüssel und kehrte 1608 nach Rom zurück – und trat die Stelle am Petersdom an. Zu seinen ersten Konzerten erschienen ca. 30.000 Zuhörer. Er schrieb viele Werke (Toccaten, Ricercari), die eine recht freie musikalische Ausformung zuließen – und überraschte die Zuhörer mit unerwarteten Kompositionen.