Tag Archiv für Genf

Chronik: 16. Jahrhundert – 1541

1541: Wormser Buch
Beim Wormser Religionsgespräch, das wie das Gespräch in Hagenau 1540 zur Verständigung zwischen der katholischen Seite und den Protestanten dienen sollte, gab es inoffizielle Gespräche zwischen dem Reformator Martin Bucer, dem katholischen Theologen Johannes Gropper und dem ersten Staatsrat des Kaisers, Nicolas Perrenot de Granvelle. Sie einigten sich auf eine Reihe von Artikeln zu etlichen Streitthemen, die im “Wormser Buch” festgehalten wurden. Dieses Buch sollte die Grundlage des folgenden Religionsgesprächs in Regensburg bilden.

1541: Die Gustav Vasas Bibel erscheint
1541 wird eine unter Mitarbeit des Reformators Olaus Petri entstandene schwedische Übersetzung der gesamten Bibel herausgegeben: die Gustav Vasas Bibel. Olaus Petri geriet allerdings bereits ein Jahr zuvor in Konflikt mit dem schwedischen König Gustav I., der soweit ging, dass der Reformator zum Tode verurteilt wurde. Das Urteil wurde allerdings wieder aufgehoben. Die Bibel hatte “eine ähnliche Bedeutung für Sprache und Literatur Schwedens” wie Luthers Übersetzung in Deutschland (Klueting: Das Konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 252).

1541/42: Genfer Kirchenordnung und Genfer Katechismus
Nachdem Calvin 1538 Genf verlassen hatte (s. 1537: Jean Calvin veröffentlicht seine ‘Articles concernant l´organisation de l´Eglise’”), ging er nach Straßburg, wo er bis 1541 einige seiner Vorstellungen verwirklichen konnte. Dann wurde er vom Rat der Stadt Genf zurück gebeten. Hier übernahm er viele Ideen, die er in Straßburg umsetzen durfte und formulierte sie in der Genfer Kirchenordnung. Ein Jahr später erschien seine zweite Ausgabe des Katechismus’.

Chronik: 16. Jahrhundert – 1553

1553: Miguel Serveto (a. Michael Servet): Beschreibung des kleinen Blutkreislaufs
1553 veröffentlichte der spanische Arzt Miguel Serveto die Schrift “Christianismi restitutio”, in der erstmals der kleine Blutkreislauf des Menschen annähernd richtig beschrieben wurde. Serveto war ein Kritiker der Trinitätslehre, wurde daher von der katholischen Inquisition verfolgt. In Genf ließ ihn Calvin 1553 festnehmen und anklagen – aus “Sorge um dessen Seelenheil”. Serveto wurde noch im gleichen Jahr auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

1553-1558: Katholische Restauration in England unter Mary Tudor
Nachdem die Kirche in England unter König Edward IV. lutherischem und reformiertem Gedankengut öffnete, suchte die mit dem spanischen König Philipp II verheiratete Mary Tudor (Maria die Katholische), England wieder zum katholischen Glauben zurückzuführen. Stellen wurden neubesetzt, Kirchenleute abgesetzt und z.T. hingerichtet (z.B. der Erzbischof von Canterbury, Thomas Cramner) und die Lehren geändert. Unter Elisabeth I. wandelte sich das theologische Blatt dann wieder und die englische Staatskirche wurde wiederhergestellt.

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