Tag Archiv für Hexenwesen

Chronik: 17. Jahrhundert – 1615

1615: Hexenverfolgung in Leonberg
Der Leonberger Vogt Lutherus Einhorn klagte in seiner Amtszeit (1613-1629) 15 Frauen wegen Hexerei an, von denen acht zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden. Weite Teile der Bevölkerung und die Leonberger Stadtobrigkeit unterstützten ihn dabei. Auch gegen die Mutter des Astronomen Johannes Kepler, Katharina Kepler, erhob er Anklage. Sie wurde jedoch freigesprochen.

Chronik: 16. Jahrhundert – 1590

1590: Papst Urban VII. (Lebensdaten: 1521-1590), Papst für 12 Tage, vom 15. bis zum 27. September

um 1590: Erste der drei Wellen der Hexenverfolgung
Für den deutschen Raum lassen sich drei große Verfolgungswellen ausmachen: um 1590, wobei die Spanne von 1585 bis 1595 reicht; um 1630, relativ kurz und heftig; um 1660, hier mit der größten zeitlichen Spanne: 15 Jahre von Anfang der 50er bis Ende der 60er Jahre. (Schormann, 1996, S. 52 ff.)

1590-1591: Papst Gregor XIV. (Lebensdaten: 1535-1591)

Chronik: 18. Jahrhundert – 1711-1720

1713: Friede von Utrecht und Anschlussabkommen von Rastatt und Baden (Aargau)
Den ersten Abkommen zwischen England und Frankreich folgten der Frieden von Utrecht und die Anschlussverträge von Rastatt und Baden: Spanien und seine Kolonien gingen an Philipp von Anjou, allerdings wurde eine Vereinigung mit Frankreich ausgeschlossen. Österreich erhielt die spanischen Niederlande, Mailand, Sardinien und das Königreich Neapel. Savoyen bekam Sizilien. England erhielt das strategisch wichtige Gibraltar an der Südspitze Spaniens, Port Mahon auf Menorca und “mit dem Erwerb von Neufundland, Neuschottland und der Hudson-Bay ein koloniales Fauspfand, das den Grundstein für die planmäßige Expansion der folgenden Jahrzehnte legte.” (Kunisch, 1986, S. 144) Der Friede von Utrecht war “die erste klassische Demonstration des europäischen Gleichgewichts”, der “balance of Europe” (Mieck, 1989, S. 279).

Kaiser Karl VI. im Ornat als Großmeister des Ordens vom Goldenen Vlies, Gemälde von Johann Gottfried Auerbach; Quelle: Wikimedia Commons / www.kunst-fuer-alle.de

Kaiser Karl VI. im Ornat als Großmeister des Ordens vom Goldenen Vlies, Gemälde von Johann Gottfried Auerbach; Quelle: Wikimedia Commons / www.kunst-fuer-alle.de

1713: Pragmatische Sanktion Kaiser Karls VI.
Die Pragmatische Sanktion war eine Urkunde des Kaisers, die die Erbfolge für die Königreiche und Länder regeln sollte: Sie sollten nicht getrennt werden! Zudem durfte fortan auch eine Frau das Erbe antreten.

1713/14-1740: Zeit der Konvenienzpolitik oder Kongress-Zeit
Unter der Zeit der Konvenienzpolitik oder Kongress-Zeit ist die Zeit gemeint, in der durch Geheimdiplomatie und Kabinettsübereinkünfte ein politisches Gleichgewicht in Europa hergestellt werden sollte. Zahlreiche Kongresse und Konferenzen widmeten sich, auch der Kriegsmüdigkeit der Länder geschuldet, möglicher Konflikte und suchten diese bereits im Keim zu ersticken.

Zum Tragen kam diese Politik z.B. beim Versuch Spaniens, italienische Besitztümer zurückzuerobern, der einen Tausch der Inseln Sardinien und Sizilien zur Folge hatte: Sizilien ging an den Kaiser, Sardinien an das Haus Savoyen, Parma, Piacenza und die Toskana an Spanien. Bei Letzterem wurde Elisabeth Farnese, der Frau Philipps V. und mit Kardinal Alberoni die eigentliche spanische Machtinhaberin, das Erbrecht für ihren ältesten Sohn zugestanden.

1714: Einschränkung der Hexenprozesse in Preußen
Der preußische König Friedrich Wilhelm I. (auch der Soldatenkönig genannt) erließ im Jahre 1714 ein Gesetz, das die Hexenverfolgungen zwar nicht ausdrücklich verbot, aber deutlich einschränken sollte. Der König selbst wollte die Kontrolle über die einzelnen Verfahren und Urteile erhalten, um Fehler auszuschließen.

1714: Fahrenheit: Entwicklung des Quecksilberthermometers

1714: Der Hannoveraner Kurfürst Georg I. wird englischer König
1714 fand in Großbrittaniens Königshaus ein Dynastiewechsel statt. Georg I. Ludwig (1660-1727) aus dem Hause Hannover (Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg oder Kurhannover) wurde neuer König.

1716-1718: Türkenkrieg und Friede von Passarowitz
Zwischen 1716 und 1718 kam es erneut zu einem Krieg zwischen dem Reich und den Osmanen. Bei Peterwardeinen und Belgrad konnte der österreichische Feldherr Prinz Eugen von Savoyen, der bereits im Spanischen Erbfolgekrieg eine entscheidende Rolle gespielt hatte, die Osmanen besiegen. Der Friede von Passarowitz beendete den Krieg. Neben der Festung Belgrad gingen auch Banat, Teile Serbiens und Bosnines sowie die kleine Walachei an Österreich.

1717: Sturmflut an der Nordseeküste (“Weihnachtsflut”)
Am 24. Dezember 1717 ereignete sich die bis dahin bekannte größte Sturmflut an der Nordseeküste. Sie richtete große Schäden an den Deichen und das Hinterland der niederländischen, deutschen und dänischen Küste an. Es gab mehrere Inseldurchbrüche und über 18.000 Menschen und knapp 35.000 Nutztiere starben. (Zahlen nach: Münch, Lebensformen, 1992, S. 147)

Bild: Weihnachtsflut; Quelle: Abbildung der fast übernatürlich-hohen Wasserflut am H(eiligen) Christ-Tag 1717 und am 25. Hornung (= Februar) 1718. includet and foldet in the book by Philomon Adelsheim: Neuer und Verbesserter Kriegs-(,) Mord- und Tod-(,) Jammer- und Noth-Calender/ Auf das Jahr nach der gnadenreichen heiligen Geburt unsers HErrn und Heilands JEsu Christi M DCC XIX. (…) Verlag Johann Andrea Endters sel. Sohn und Erben, Nürnberg 1719.

1717: Gründung der ersten Großloge der Freimaurer (Beginn der “modernen” Freimaurerei)

1720-1722: Pestepidemie in Marseille und der Provence
Es war die letzte große Pestepidemie im westlichen Europa. Sie wurde wohl über ein Handelsschiff nach Marseille getragen. Nach und nach breitete sie sich im Juli 1720 in der Stadt aus und raffte bald 300, bald 1.000 Menschen pro Tag hinweg. Auch die Dörfer rund um Marseille wurden nun in Mitleidenschaft gezogen. Im Herbst endete die Ausbreitung der Pest, im Frühjahr 1721 flammte sie wieder auf und tötete in der Provence viele Menschen. Die Sterblichkeit in der Stadt Marseille betrug ca. 40 Prozent der Bevölkerung, in einigen Dörfern der Umgebung gar 50 Prozent. (Vasold: Die Pest, 2003, S. 147ff.) Nach dem Ende der Pest in Frankreich trat sie noch 1743 in Messina (Sizilien) und 1770 in Moskau auf.

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