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Chronik: 16. Jahrhundert – 1596

1596/97: Ferdinand II. und die Rekatholisierung Innerösterrichs
Der spätere Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (ab 1619), Ferdinand II., ein Enkel des Kaisers Ferdinand I. und Sohn von Erzherzog Karl II. von Innerösterreich (1540–1590), wurde 1596/97 Landesherr der Steiermark, von Kärnten und der Krain und rekatholisierte mit z.T. sehr brutalen Methoden seine Länder.

Chronik 17. Jahrhundert: 1601

1601: Regensburger Religionsgespräch
Bereits 1541 und 1546 fanden in Regensburg sogenannte Religionsgespräche statt, die Annäherungen zwischen der lutherischen und der katholischen Seite schaffen sollten. Initiiert wurden die Gespräche im Jahre 1601 von Herzog Maximilian von Bayern und Herzog Philipp Ludwig von Pfalz-Neuburg. Wie schon die Treffen zuvor scheiterte das Vorhaben – dieses Mal an der Polemik beider Seiten.

Chronik: 17. Jahrhundert – 1609

1609: Gründung der katholischen Liga
Als Gegenstück zur protestantischen Union gründeten katholische Reichsstände die Liga. Der Herzog Maximilian von Bayern stand an der Spitze des Bündnisses. Die Liga löste sich 1635 mit dem Frieden von Prag wieder auf.

1609: Franz von Sales: Philothea – Anleitung zum frommen Leben
1609 veröffentlichte der Fürstbischof von Genf und Ordensgründer Franz von Sales (1567-1622) die bekannte Schrift Philothea. Darin beschreibt er Lehren und Übungen, wie man sich Gott nähern kann, Versuchungen widersteht und seine Seele “erneuert”.

1609: Majestätsbrief Rudolfs II.
Rudolf II. versuchte im Kampf um die Vorherrschaft gegen seinen Bruder Matthias seine politische Stellung in Böhmen noch einmal zu stärken. Mit seinem Majestätsbrief sicherte er allen drei Ständen in Böhmen die Religionsfreiheit sowie ständische Privilegien zu.

1609: Waffenstillstand zwischen Spanien und der niederländischen Republik
Der Achtzigjährige Krieg (s. 1568: Achtzigjähriger Krieg) sollte zu Beginn des 17. Jahrhunderts eine zwölfjährige Unterbrechung erfahren, von 1609 bis 1621. Indem der spanische König Philipp III. ein Waffenstillstandsabkommen mit der Republik schloss, erkannte er die Unabhängigkeit derselben an. Die endgültige Anerkennung erfolgte schließlich 1648.

1609-1614: Jülisch-klevischer Erbfolgekrieg
Als Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg im Jahre 1609 ohne leibliche Erben starb, stellte sich die Frage, wer seine Nachfolge antreten sollte. Es ging dabei um ein politisch wichtiges Territorium: die Herzogtümer Jülich, Kleve und Berg sowie die westfälischen Grafschaften Mark und Ravensberg.

Der französische König Heinrich IV., eingeengt zwischen den spanischen und deutschen Habsburger, suchte sich beständig gegen diese zu behaupten. Den Streit innerhalb des Hauses Habsburg suchte er für sich zu nutzen.

Die Frage der Erbschaft selbst war sehr schwer zu beantworten: Ein kaiserliches Privileg hatte mehrere Bedingungen gestellt, was mit dem Territorium geschehen (es durfte nicht geteilt werden!) und wer als Nachfolger in Frage kommen sollte, wenn ein männlicher Nachfahre ausbliebe. Mehrere Personen meldeten ihren Anspruch an. Eine weitere Schwierigkeit: Die Bevölkerung war konfessionell gemischt. Die einen wünschten sich einen protestantischen, die anderen einen katholischen Nachfolger. Es bildeten sich Koalitionen, auch mit Frankreich, und verschiedene Truppen marschierten in das Gebiet ein. Fast wäre es zu einem Krieg größeren Ausmaßes gekommen, als Heinrich IV. zur Bekämpfung der Habsburger in den Niederlanden und in Italien ansetzte. Seine Ermordung am 14. Mai 1610 verhinderte dies allerdings. Die antihabsburgische Koalition brach zusammen.

Die Zwistigkeiten um Jülich und Kleve waren dadurch allerdings noch nicht zu Ende. 1611 einigten sich zwar die Anwärter auf das Erbe, Johann Sigismund von Brandenburg und Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg, auf eine gemeinsame Verwaltung zusammen mit Sachsen, doch konvertierten die beiden bislang lutherischen Fürsten zum Calvinismus (Brandenburg) bzw. zum Katholizismus (Pfalz-Neuburg). Dadurch kam es wiederum zu einzelnen Zusammenschlüssen. Erst ein Einschreiten Frankreichs und Englands setzte dem Ringen ein Ende: Der Xantener Vertrag von 1614 legte fest, dass Kleve Mark und Ravensberg an Brandenburg ging, Jülich und Berg an Pfalz-Neuburg.

Frühe Neuzeit: Trienter Konzil / Tridentinum

Hier finden Sie alle Beiträge von WebHistoriker.de zum Thema „Trienter Konzil / Tridentinum“!

Aus der Chronik:

Literaturtipps:

Linktipps:

Chronik: 16. Jahrhundert – 1588

1588: Cesare Baronios beginnt mit den „Annales ecclesiastici a Christo nato ad annum 1198“
Die Annalen des italienischen Kardinals und Kirchenhistorikers sind ein wichtiges kirchengeschichtliches Werk, das er 1588 begonnen hatte.

1588: Neuorganisation der römischen Kurie
Papst Sixtus V. führte in seiner Amtszeit (1585-1590) eine umfassende Reform der kirchlichen Leitung und Verwaltung durch. Die Bulle „Immensa aeterni“ bestimmte, dass 15 Kongregationen, also Verwaltungsorgane oder Behörden, unter den Kardinälen aufgeteilt wurden, so dass jeder Kardinal ein fest umrissenes Aufgabengebiet erhielt. Zu diesen Behörden zählten beispielsweise das Sanctum Officium, das seit 1542 für die Inquisition zuständig war (s. 1542: Die Bulle „Licet ab initio“ von Papst Paul III. zur Inquisition), oder die „Congregatio Cardinalium Concilii Tridentini interpretum“, die die Durchsetzung der Bestimmungen des Trienter Konzils (s. 1545-1563: Trienter Konzil, auch Tridentinum genannt) vorantreiben sollte. (TRE, Bd. 20, S. 348) Einige Kongregationen erhielten umfangreiche Vollmachten.

Die Neuorganisation brachte allerdings einen Machtverlust der Kardinäle mit sich und regelte auch Angelegenheiten, für die gleichzeitig die Rota Romana, also der Gerichtshof des Heiligen Stuhls, zuständig war – daraus erklärt sich dann auch die Umstrittenheit des Umbaus unter Sixtus V. (s. Auer, Leopold, Werner Ogris und Eva Ortlieb, Hg.: Höchstgerichte in Europa. Bausteine frühneuzeitlicher Rechtsordnungen. 2007, S. 11).

Chronik: 16. Jahrhundert – 1570

um 1570: Beginn der „Kleinen Eiszeit“
Unter der „Kleinen Eiszeit“ wird ein Klimaumschwung verstanden, der um 1570 einsetzte und wirtschaftliche Krisen nach sich zog: die Ernteerträge wurden geringer, das Getreide verteuerte sich. Da gleichzeitig noch bis etwa 1620 die Bevölkerungszahlen weiter anstiegen, verarmten große Teile der Gesellschaft, viele mussten hungern.

um 1570: Thomas Tallis: Spem in alium
Um 1570, vielleicht zum 40. Geburtstag der englischen Königin Elisabeth I. 1573, veröffentlichte der englische Komponist Thomas Tallis sein wohl bekanntestes Werk: die Motette „Spem in alium“, ein monumentales Vokalwerk für acht fünfstimmige Chöre, also insgesamt 40 Stimmen, die auch einzeln notierrt waren und sich in einem langsam entwickelndem Stück zu einem großen Klangkörper zusammenfinden. (John Burrows: KLassische Musik, 2006, S. 63)

(AVROTOS Klassiek: web.avrotros.nl/cultuur/klassiek/; AVROTOS Klassiek bei Youtube: youtube.com/user/avroklassiek)

1570: Missale Romanum
Neben einem Katechismus (s. 1566: Catechismus Romanum) und einem Stundenbuch (s. 1568: Breviarum Romanum) wurde auf dem Trienter Konzil (s. 1545: Trienter Konzil) auch die Erstellung eines Messbuchs, das für die gesamte katholische Kirche gelten sollte, beschlossen. Die Arbeiten daran konnten jedoch auf dem Konzil nicht abgeschlossen werden, so dass diese Aufgabe an den Papst zurück verwiesen wurde.

1570: Geistlicher Rat in München
Regelten in protestantischen Ländern die Kirchenordnungen das kirchliche und schulische „Leben“, so setzten die katholischen Fürsten ab 1570 einen Geistlichen Rat ein. Der Geistliche Rat war eine Kirchenbehörde, die 1570 zunächst in München, in den Folgejahren von anderen katholischen Fürsten und Territorien installiert wurde.

1570: Erstes Lehrbuch der Landwirtschaft von Konrad Heresbach
Landwirtschaftliche Fachliteratur gab es bis weit in das 16. Jahrhundert hinein fast nur in Form von Übersetzungen antiker Autoren. Ein erstes Fachbuch, das die Landwirtschaft der „Gegenwart“ und des eigenen Landes beschrieb, war Konrad Heresbachs „Rei rusticae libri quatuor“. Zwar „nach antikem Vorbild in kunstvoller Dialogform“ verfasst, beinhaltet es u.a. „interessante Schilderungen rheinischer Landwirtschaft“. (Schröder-Lembke: Zwei frühe deutsche Landwirtschaftsschriften, 1965, S. 2).

1570: Abraham Ortelius: Theatrum Orbis Terrarum
Das Buch „Theatrum Orbis Terrarum“ gilt als die erste Veröffentlichung eines Atlas, wenn auch der Verfasser Abraham Ortelius (auch Örtel oder Hortel, 1527-1590) den Begriff „Atlas“ noch nicht gebrauchte. Sein Theatrum Orbis Terrarum war eine Kartenmsammlung in Buchform – zunächst mit Kupferstichkarten, die vornehmlich von Frans Hogenberg (1535-1590) stammten.

1570: Exkommunizierung Elisabeths I.
Papst Pius V. exkommunizierte 1570 die englische Königin Elisabeth I. zwar hatte die anglikanische Kirche zahlreiche Elemente der „alten Kirche“ beibehalten, nahm jedoch auch Ideen des Protestantismus mit auf. U.a. lehnte sie das Papstprimat ab.