Tag Archiv für Regensburg

Chronik 17. Jahrhundert: 1601

1601: Regensburger Religionsgespräch
Bereits 1541 und 1546 fanden in Regensburg sogenannte Religionsgespräche statt, die Annäherungen zwischen der lutherischen und der katholischen Seite schaffen sollten. Initiiert wurden die Gespräche im Jahre 1601 von Herzog Maximilian von Bayern und Herzog Philipp Ludwig von Pfalz-Neuburg. Wie schon die Treffen zuvor scheiterte das Vorhaben – dieses Mal an der Polemik beider Seiten.

Chronik: 16. Jahrhundert – 1519

1519: Wahl Karl V. (1500-1558) zum König des Heiligen Römischen Reiches
Geboren in Gent am 24.02.1500, gestorben am 21.09.1558 in San Gerónimo de Yuste; König von Spanien (1516-56), Römischer König (1519-56), Kaiser (1530-56)

1519: Herzog Ulrich von Württemberg marschiert in Reutlingen ein
Nach der Ermordung des Burgvogts in Reutlingen, marschierte der württembergische Herzog Ulrich in die Stadt ein, musste jedoch nach dem Eingreifen des Schwäbischen Bundes wieder fortziehen.

1519: Leipziger Disputation
1519 fand in Leipzig ein theologisches Streitgespräch zwischen Martin Luther und dem katholischen Theologen Johannes Eck statt. Hierbei ging es allerdings kaum noch um die Ablasspraxis. Vielmehr rückte verstärkt die Kirchenlehre in den Mittelpunkt: die Frage, inwieweit die Stellung des Papstes gerechtfertigt sei. Johannes Eck brachte Luther dazu, einzelnen Aussagen des als Ketzer verbrannten Jan Hus zuzustimmen sowie die Unfehlbarkeit der Konzilien in Frage zu stellen.

1519: Zwingli in Zürich
Anfang 1519 trat Zwingli seine Stelle als Leutpriester in Zürich ein. In seinen Predigten ging er nicht nach der althergebrachten Leseordnung vor, bei der jeweils ein kleiner, bestimmter Abschnitt aus der Bibel vorgelesen wurde. Zwingli stellte die Auslegung eines ganzen Bibelbuchs in den Vordergrund.

1519: Judenpogrom in Regensburg
Im 15. und angehenden 16. Jahrhundert wurden Juden aus nahezu allen größeren Städten des Reiches vertrieben, so auch 1519 aus Regensburg. Hier hatten sich die Juden aufgrund kaiserlicher Anordnungen lange Zeit halten können, doch mit dem Wirken des Dompredigers Balthasar Hubmaier im Jahre 1516 begann auch hier eine Zeit des Hasses. 1519 war der Höhepunkt erreicht: Innerhalb einer Woche sollten sie die Stadt verlassen. Die Synagoge wurde zerstört.

1519-1521: Reiterkrieg zwischen dem Deutschen Orden und Polen
Der Deutsche Orden war ein Ritterorden aus der Zeit der Kreuzzüge – mit einem eigenen Staat, dem Deutschordensstaat im Baltikum. Er versuchte sich unter der Führung von Albrecht von Brandenburg-Preußen, dem Hochmeisters des Ordens, militärisch aus der Abhängigkeit von Polen, die seit dem “Zweiten Thorner Frieden” (1466) bestand, zu lösen. Die Feldzüge waren jedoch wenig erfolgreich, das Unternehemen scheiterte. Nach einem vierjährigen Waffenstillstand und dem Übertritt Albrechts auf die Seite Luthers wurde der Deutschordensstaat säkularisiert. Viele Ordensleute und auch der Papst erkannten dies nicht an.

1519-1522: Fernão de Magalhães (1480-1521) umsegelte als Erster die Welt, stirbt aber während der Reise

Chronik 17. Jahrhundert – 1679

1679: Frankreich: Reunionen / Reunionspolitik Ludwig XIV.
Mit einem “scheinlegalen Verfahren” (Büssem/Neher: Arbeitsbuch Geschichte: Neuzeit 1, 1991, S. 284) suchte Frankreich Ländereien und Gebiete für sich zu beanspruchen, die in irgendeiner Beziehung zu den im Holländischen Krieg hinzugewonnenen Gebieten standen. Hierzu wurden 1679 sogenannte Reunionskammern gebildet, die genau zu diesem Zweck alte Akten durchforsteten.

Anschließend wurden diese Gebiete mit dem Verweis auf diese alten Dokumente “einverleibt”. U.a. fielen so das gesamte Elsaß (mit Straßburg) sowie einige Grafschaften (z.B. Saarbrücken) an Frankreich. 1683 bis 1684 wurde Luxemburg eingenommen. Das Heilige Römische Reich sah sich außerstande, militärisch einzugreifen. Im Regensburger Stillstand von 1684 wurde dem französischen König zugesichert, 20 Jahre lang nichts gegen die Reunionen zu unternehmen. Im Gegenzug sollte sich Ludwig XIV. mit den bislang erworbenen Gebieten zufrieden geben.

Chronik: 17. Jahrhundert – 1684

1684: Regensburger Stillstand
(s. 1679: Frankreich: Reunionen / Reunionspolitik Ludwig XIV.)

Chronik: 17. Jahrhundert – 1663

1663: Immerwährender Reichstag in Regensburg
1663 konstituierte sich der Reichstag in Regensburg. Da man sich nicht auf gemeinsame Beschlüsse einigen konnte, entstand der sogenannte “Immerwährende Reichstag”, eine permanente Gesandtenkonferenz, die bis 1806 beibehalten wurde. Der Reichstag war eines der wenigen Faktoren, die die fast souveränen kleineren und größeren Länder innerhalb des Reiches zusammenhielten. Hier sollten alle Entscheidungen, die das Reich als Ganzes betrafen, so auch die Wahl eines Kaisers, vorgenommen werden – wenn auch die Wahl des Kaisers nur der esrten Kammer des Reichstags zukam, dem Kurfürstenrat.

Immerwährender Reichstag zu Regensburg 1663, Kupferstich aus dem Jahre 1663; Quelle: Katalog Ausstellung HRR / Wikimedia Commons

Immerwährender Reichstag zu Regensburg 1663, Kupferstich aus dem Jahre 1663;
Quelle: Katalog Ausstellung HRR / Wikimedia Commons

1663-1664: Krieg zwischen Habsburg und den Türken
Schon länger war das halbautonome Siebenbürgen eine umkämpfte Region, eingekeilt zwischen Habsburgern und Osmanen, die ihren Einfluss geltend machen wollten. Als sich der Siebenbürgische Fürst Georg II. Rakoczy der osmanischen Herrschaft zu entziehen suchte, sah der Kaiser die Möglichkeit, seine Macht dort zu stärken.

Als die Osmanen daraufhin 1663 in Ungarn eindrangen und die Festung Neuhäusel im Norden Ungarns (ca. 130 km östlich von Wien) eroberten, sicherte sich der Kaiser die Unterstützung verschiedener Reichsländer und des Rheinbundes (inkl. Frankreichs). Bei St. Goothard an der Raab (heute Szentgotthárd im Westen Ungarns) konnten die Türken geschlagen werden, auf ein weiteres Vordringen verzichteten die Habsburger allerdings.

Im Frieden von Eisenburg wurde ein 20-jähriger Waffenstillstand ausgehandelt. Die Osmanen bekamen Siebenbürgen und Neuhäusel zugesprochen.

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