Tag Archiv für Revolution

Chronik: 18. Jahrhundert – 1789

1789: Französische Revolution
Frankreich befand sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in einer schweren politischen und finanziellen Krise. Das aufstrebende Bürgertum forderte mehr Rechte und politische Macht ein, die Adel und Klerus nicht abzugeben bereit waren. Verschiedene Versuche, die Wirtschaft zu reformieren, scheiterten. Die Bevölkerung litt große Not, da 1788 eine schlimme Missernte die Nahrungsmittel knapp machten.

Erstmals seit 1614 rief König Ludwig XVI. die Generalstände zusammen. Die Vertreter des dritten Standes weigerten sich, weiterhin nach Ständen abzustimmen und forderten die Zählung nach Köpfen. Letztlich erklärte sich der dritte Stand zur Nationalversammlung, die kurz darauf auch vom König anerkannt wurde.

Offener Protest zeigte sich in der Erstürmung der Bastille, die dazu diente, an dort gelagerte Munitionsvorräte zu kommen. Die (mittlerweile verfassungsgebende) Nationalversammlung entzog Adel und Klerus die Macht und ordnete die Verwaltung neu.

Die zunächst verkündete konstitutionelle Monarchie wurde jedoch durch aufgebrachte Volksmassen 1792 gestürzt, der König hingerichtet. Die Jakobiner, ein sehr einflussreich gewordener politischer Klub, errichtete 1793 unter der Führung Maximiliens de Robespierre “La Terreur”, eine Terrorherrschaft. Verstrickt war Frankreich zudem in einen Krieg gegen Österreich und Preußen. Das eigentliche Ziel, eine demokratische Verfassung, wurde ausgesetzt.

Nach dem Ende der Schreckensherrschaft Robespierres 1794 gelangten die gemäßigten Republikaner an die Macht. Die wirtschaftliche Lage Frankreichs blieb sehr schlecht, doch siegte man im Krieg.

Napoleon Bonaparte, der sich als französischer General in verschiedenen Feldzügen einen Namen gemacht hatte, kam 1799 durch einen Staatsstreich (mit den Revolutionsheeren) an die Macht, beendete die Kriege, stellte die innere Ordnung wieder her und ließ sich zum Kaiser der Franzosen ernennen. Viele Ideen und Ergebnisse der Revolution wurden konsolidiert.

Die Ereignisse in Frankreich hatten große Auswirkungen auf ganz Europa. Viele Ideen wurden aufgegriffen, die revolutionären Handlungen fanden viele Nachahmer.

1789: Brabanter Revolution
Die Brabanter Revolution richtete sich gegen die Reformen Kaiser Josephs II. und dem dahinter stehenden aufgeklärten Absolutismus. Ein erster belgischer Staat wurde ausgerufen, die Vereinigten Belgischen Staaten. Er blieb jedoch nur wenige Monate bestehen, nachdem Joseph die Reformen zurückgenommen hatte und die Initiatoren der Revolution uneins waren über die weitere Vorgehensweise.

1789: Antoine Laurent de Lavoisier: Traité élémentaire de chimie

Chronik: 16. Jahrhundert – 1595

1595: “Emder Revolution”
Der Begriff “Emder Revolution” umschreibt einen Konflikt zwischen Edzard II. (1532-1599), Graf von Ostfriesland, und den Bürgern von Emden, der sich an der Steuerpolitik des Grafen entzündete. Vorangegangen waren allerdings auch Konfessionsdifferenzen: Edzards Bruder, Graf Johann, war, aufgrund einer Erbschaftsregelung ihrer Mutter, bis zu seinem Tode 1591 Mitherrscher über Ostfriesland – und calvinistisch sowie sehr beliebt bei der Stadtbevölkerung.

Nachfolgend profilierte sich der calvinistische Prediger Menso Alting (1541-1612) zum Gegenspieler des lutherischen Edzard. Alting nutzte die Stimmung in der Bevölkerung gegen die Steuererhöhungen des Grafen aus, so dass Edzard gar den Kaiser um Hilfe bittet. Die Bürger setzten den Bürgermeister ab und stürmten die Burg des Grafen. Dieser verlegt seinen Amtssitz daraufhin nach Aurich. Später nahmen die Emder Bürger zudem noch die Hilfe niederländischer Truppen in Anspruch. Ein Vertrag zwischen Edzard, den Ständen und der Stadt (Vertrag von Delfzijl) sollte zumindest für einige Jahre für Beruhigung sorgen: Emden konnte etliche Rechte gegenüber Edzard geltend machen, wurde bis auf die hohe Gerichtsbarkeit nahezu unabhängig.

Ob man aufgrund dieser Vorkommnisse tatsächlich von einer Revolution sprechen kann, wird in der Forschungsliteratur vielfach bestritten.

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