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Chronik: 18. Jahrhundert – 1716

1716-1718: Türkenkrieg und Friede von Passarowitz
Zwischen 1716 und 1718 kam es erneut zu einem Krieg zwischen dem Reich und den Osmanen. Bei Peterwardeinen und Belgrad konnte der österreichische Feldherr Prinz Eugen von Savoyen, der bereits im Spanischen Erbfolgekrieg eine entscheidende Rolle gespielt hatte, die Osmanen besiegen. Der Friede von Passarowitz beendete den Krieg. Neben der Festung Belgrad gingen auch Banat, Teile Serbiens und Bosnines sowie die kleine Walachei an Österreich.

Chronik: 18. Jahrhundert – 1787

1787: Uraufführung von Mozarts Oper „Don Giovanni“ in Prag

1787: Johann Wolfgang von Goethe veröffentlicht das Schauspiel „Iphigenie auf Tauris“

1787: Josephinisches Strafgesetzbuch

1787-1791: Vier Streichquintette von Wolfgang Amadeus Mozart
„Diese Quintette gehören zum Höchsten, das Mozart geschaffen hat“, schreibt Arnold Feil in Metzlers Musik Chronik (2005, S. 426). Die Rede ist von den Streichquintetten in C-Dur (KV 515) und in g-moll (KV 516) aus dem Jahre 1797, den Quintetten in D-Dur (KV 593) von 1790 und Es-Dur (KV 614) von 1791. Den zwei Violinen, einer Bratsche und einem Violincello wurde in den Quintetten eine weitere Bratsche hinzugefügt. Mit ihr schuf Mozart Werke von hohem harmonischen Gehalt, formal hervorragend ausgearbeitet.

(Carnegie Hall: www.carnegiehall.org; Carnegie Hall bei Youtube: www.youtube.com/user/carnegiehall)

1787–1792: Griechischer Plan / Zweiter Russisch-Österreichischer Türkenkrieg / Friede von Jassy
Dieser Krieg Russlands und Österreichs richtete sich gegen das Osamnische Reich und sah dessen Zerschlagung und Aufteilung vor. Dieses Kriegsziel wurde im sogenannten Griechischen Plan festgelegt, den die russische Zarin Katharina II. dem österreich-deutschen Kaiser Joseph II. vorgelegt hatte.

Im Kriegsverlauf gabe es zunächst keine entscheidenden Gewinne auf beiden Seiten, wobei Russland zeitweise noch durch die Schweden im Norden bedroht wurde. Preußen hingegen drängte Österreich, sich aus dem Krieg zurückzuziehen, u.a. indem es ein Bündnis mit dem türkischen Sultan schloss. Nach dem Tod Kaiser Josephs II. (1790) schloss Österreich Frieden mit dem Osmanischen Reich, was in Russland als Verrat empfunden wurde.

Russland hingegen setzte den Krieg mit einigen Erfolgen fort und der Krieg endete 1792 mit einem Friedensschluss.

1787-1804: Alexander von Humboldts Reisen nach Süd- und Mittelamerika

Chronik: 17. Jahrhundert – 1663

1663: Immerwährender Reichstag in Regensburg
1663 konstituierte sich der Reichstag in Regensburg. Da man sich nicht auf gemeinsame Beschlüsse einigen konnte, entstand der sogenannte „Immerwährende Reichstag“, eine permanente Gesandtenkonferenz, die bis 1806 beibehalten wurde. Der Reichstag war eines der wenigen Faktoren, die die fast souveränen kleineren und größeren Länder innerhalb des Reiches zusammenhielten. Hier sollten alle Entscheidungen, die das Reich als Ganzes betrafen, so auch die Wahl eines Kaisers, vorgenommen werden – wenn auch die Wahl des Kaisers nur der esrten Kammer des Reichstags zukam, dem Kurfürstenrat.

Immerwährender Reichstag zu Regensburg 1663, Kupferstich aus dem Jahre 1663; Quelle: Katalog Ausstellung HRR / Wikimedia Commons

Immerwährender Reichstag zu Regensburg 1663, Kupferstich aus dem Jahre 1663; Quelle: Katalog Ausstellung HRR / Wikimedia Commons

1663-1664: Krieg zwischen Habsburg und den Türken
Schon länger war das halbautonome Siebenbürgen eine umkämpfte Region, eingekeilt zwischen Habsburgern und Osmanen, die ihren Einfluss geltend machen wollten. Als sich der Siebenbürgische Fürst Georg II. Rakoczy der osmanischen Herrschaft zu entziehen suchte, sah der Kaiser die Möglichkeit, seine Macht dort zu stärken.

Als die Osmanen daraufhin 1663 in Ungarn eindrangen und die Festung Neuhäusel im Norden Ungarns (ca. 130 km östlich von Wien) eroberten, sicherte sich der Kaiser die Unterstützung verschiedener Reichsländer und des Rheinbundes (inkl. Frankreichs). Bei St. Goothard an der Raab (heute Szentgotthárd im Westen Ungarns) konnten die Türken geschlagen werden, auf ein weiteres Vordringen verzichteten die Habsburger allerdings.

Im Frieden von Eisenburg wurde ein 20-jähriger Waffenstillstand ausgehandelt. Die Osmanen bekamen Siebenbürgen und Neuhäusel zugesprochen.

Chronik: 16. Jahrhundert – 1593

1593: Nationalsynode von Uppsala
Die Synode erklärte das Augsburger Bekenntnis von 1530 (s. 1530: Augsburger Reichstag und die Confessio Augustana) und die Kirchenordnung von Laurentius Petri von 1571 (s. 1571: Die schwedische Kirchenordnung von Laurentius Petri) als verbindlich für die schwedische Kirche an. Zuvor gab es in Schweden Phasen, in denen verschiedene Einflüsse vorherrschend waren, zunächst philippistische (nach Philipp Melanchthon), dann reformierte (ab ca. 1555) und zwischenzeitlich auch katholische (unter Johann III.).

1593-1606: Türkenkrieg
Der große oder lange Türkenkrieg war ein Krieg zwischen den Habsburgern und dem Osmanischen Reich. Er entzündete sich aus kleineren Kämpfen im kroatischen Grenzgebiet. In den ersten Jahren (bis 1600) gab es mehrere Offensiven beider Seiten, in den Folgejahren waren eher kleinere Gefechte und Festungsbelagerungen für den Krieg chrakteristisch. Der Krieg endete schließlich mit dem Frieden von Zsitvatorok im Jahre 1606, der keiner Seite großartige territoriale Gewinne zugestand, allerdings als Wendepunkt in den Beziehungen der Beziehungen zu den Osmanen angesehen wird: Der König wurde vom Sultan „als gleichberechtigter Herrscher“ anerkannt. (Kohler: Das Reich im Kampf um die Hegemonie in Europa 1521-1648, 1990, S. 28f.) Unter den Habsburgern allerdings war der Friedensschluss umstritten.

Darstellung der Eroberung der Festung Raab im langen Türkenkrieg durch die österreichischen Truppen unter Adolf von Schwarzenberg. 1602. Private collection of S. Whitehead, atrributed to Hans Sibmacher. (Wikimedia Commons)

Darstellung der Eroberung der Festung Raab im langen Türkenkrieg durch die österreichischen Truppen unter Adolf von Schwarzenberg. 1602. Private collection of S. Whitehead, atrributed to Hans Sibmacher. (Wikimedia Commons)

Chronik: 16. Jahrhundert – 1529

1529: Entstehung des Begriffs „Protestant“
Auf dem zweiten Reichstag zu Speyer wurde das Wormser Edikt (also die Reichsacht des Kaisers gegen Martin Luther und das Verbot der Lektüre und Verbreitung seiner Schriften) wieder eingesetzt. Als die evangelischen Stände feierlich Protest dagegen einlegten, erhielten sie den Namen „Protestanten“.

1529: Kleiner und großer Katechismus Luthers
Die Visitationen zeigten, dass viele Menschen, auch die Prediger, nur wenig Wissen über die neuen Lehren hatten. Dies veranlasste Luther zur Abfassung eines großen und eines kleinen Katechismus‘. „Durch ihn (den kleinen Katechismus, Anm. von WebHistoriker) wie durch seine geistlichen Lieder ist Luther der große religiöse Volksbildner geworden.“ (Iserloh, Geschichte und Theologie, 1980, S. 78)

1529: Erste Belagerung Wiens durch die Türken
Die Türken drangen unter Sultan Süleiman II. nach Südosteuropa vor: 1521 Eroberung Belgrads, 1526 Schlacht bei Mohács, 1529 Belagerung Wiens).

1529: Marburger Religionsgespräch
Das Marburger Religionsgespräch fand vom 1. bis 3. Oktober 1529 auf dem Schloss des Landgrafen Philipp von Hessen statt. Er hatte dazu eingeladen, um die unterschiedlichen reformatorischen Strömungen zu einigen. Teilnehmer waren u.a. Martin Luther, Huldrych Zwingli, Philipp Melanchthon und Martin Bucer. Diskutiert wurde über die Eucharistie und die Bedeutung der Sakramente.

Zwingli war in den Jahren zuvor immer mehr zu einer eher symbolischen Deutung der bekannten Bibelstelle nach 1. Korinther 11,24: „Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis.“ (Lutherbibel 1984, zitiert nach bibelserver.com). Jesus sei „zwar gegenwärtig, aber nicht mit Fleich und Blut, sondern indem sich die Gemeinde an ihn ereinnere und sich zu ihm bekenne“. (Jung: Die Reformation, 2008, S. 68)

Dem gegenüber stand ein recht kompromissunwilliger Luther, der keinen Zweifel daran ließ, dass „Dies ist mein Leib“ nur eine buchstäbliche Deutung nach sich ziehen konnte. Verschiedene Apelle, u.a. Jakob Sturms (Bürgermeister von Straßburg) Sorgen um die politischen Folgen einer recht weitreichenden Trennung der Protestanten, konnten Luther nicht milder stimmen.“Für Luther hatte das Abendmahl heilsgeschichtliche Bedeutung; wer da anderer Meinung war, mit dem war er er nicht einig im Geiste.“ (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 405)

Was folgte, waren recht heftige gegenseitige Beschimpfungen, die den reformatorisch gesinnten Landesherren nicht gefiel. Bei dem einberufenen Religionsgespräch sollte es daher um eine möglichst weitgehende Einigung gehen, was zum Teil auch gelang – außer in eben der entscheidenden Frage des Abendmahls. Man ging im Streit auseinander und es sollte in der Folgezeit keine Versöhnung mehr geben.