Tag Archiv für Wilhelm von Oranien

Chronik: 16. Jahrhundert – 1580

1580: Michel de Montaigne: Essais
1580 veröffentlichte der französische Schriftsteller und Philosoph Michel Eyquem de Montaigne (1533-1592) seine Hauptschrift, die “Essais”. Mit seinen subjektiven und locker geschriebenen Reflexionen über Philosophie, Pädagogik, Psychologie, Literatur, Politik u.a. schuf er ein neues literarisches Genre: den Essay. In den folgenden Jahren erweiterte er sein Werk noch.

Quelle
Montaigne: Essais (französische Ausgabe von 1828), Google Books

1580: Konkordienbuch
Um die zahlreichen innerlutherischen Streitigkeiten (s. 1548: Streitigkeiten im Luthertum) zu überwinden, wurde ein Paket unterschiedlicher Schriften geschnürt, die in ihrer Gesamtheit als Grundlage lutherischer Theologie dienen sollte: das Konkordienbuch. Das Buch umfasste die Formual Concordiae von 1577, altchristliche Glaubensbekenntnisse, Luthers Katechismen, die Schmalkaldischen Artikel, die Confessio Augustana von 1530 und einzelne Schriften Melanchthons. (Klueting: Das Konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 196)

1580: Ächtung Wilhelms von Oranien
Der spanische König Philipp II. spricht über Wilhelm von Oranien die Acht und setzt gar ein Kopfgeld aus, da er annahm, dass Wilhelm die Provinzen, die sich in der Utrechter Union (siehe 1579: Union von Arras / Utrechter Union / Teilung der Niederlande) zusammengeschlossen hatte, von Spanien lösen wollten.

Chronik: 16. Jahrhundert – 1579

Wilhelm von Nassau-Oranien um 1555; Momentaner Standort: Gemäldegalerie Alte Meister (Kassel); Quelle: Wikipedia Commons / Museum Schloss Wilhelmshöhe, Source/Photographer unknown

Wilhelm von Oranien um 1555; Momentaner Standort: Gemäldegalerie Alte Meister (Kassel); Quelle: Wikipedia Commons / Museum Schloss Wilhelmshöhe, Source/Photographer unknown

1579: Union von Arras / Utrechter Union / Teilung der Niederlande
In den Niederlanden entwickelte sich eine immer größer werdende Opposition zur spanischen Herrschaft unter Philipp II. An die Spitze des Freiheitskampfes setzte sich der Calvinist Wilhelm von Oranien. Alle Provinzen, auch die katholischen, einigten sich 1576 in der Genter Pazifikation, dass die Spanier vertrieben werden sollten.

Letztendlich machten jedoch die katholischen Provinzen einen Rückzieher und schlossen sich zum Schutze ihres Glaubens zur Union von Arras zusammen und erkannten Philipp II. von Spanien als rechtmäßigen Herrscher an. Hinter der Umbesinnung stand v.a. der Prinz von Parma, Alexander Farnese, der sich als mächtiger Gegenspieler Wilhelms von Oranien hervortat und den katholischen Provinzen politische Zugeständnisse machen konnte – wenn sie denn ihren Widerstand gegen den spanischen König aufgeben würden.

Im Gegenzug verkündeten die reformierten Provinzen die Utrechter Union: Holland, Utrecht, Zeeland, Geldern und ein Teil Groningens. Nach und nach kamen weitere große Gebiete hinzu. 1581 erklärte sich die Utrechter Union für unabhängig (siehe 1581: Akte van Afzwering)

Die Niederlande waren fortan infolge dieser religiösen und politischen Gegensätze zweigeteilt.

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