Ulm im Dreißigjährigen Krieg: Kirchenbesuch in Zeiten der Pest?

In den vergangenen Monaten war es wiederholt zu Diskussionen über das Abhalten von Gottesdiensten zu Pestzeiten gekommen. Fördert der Besuch der Kirche das Ausbreiten der Seuche?

Zwei Meinungen stehen sich gegenüber: Die Mediziner meinen zumeist, dass dort, wo viele Menschen zusammen kommen, die Gefahr der Übertragung der Pest sehr groß sei. Die Theologen hingegen heben die Wichtigkeit des Gottesdienstes hervor. Die Anrufung Gottes stellt in ihren Augen einen wichtigen Beitrag dazu dar, der Pest Einhalt zu gebieten. Schauen wir uns die Begründungen näher an.

Einige Ärzte unterscheiden strikt zwischen der göttlichen und der natürlichen Pest. Gegen die erstgenannte ist daher kein natürliches Kraut gewachsen, nur Reue und Gebet können helfen. Andere Mediziner gehen davon aus, dass die Pest immer von Gott stammt, dass der Schöpfer jedoch immer auch die notwendigen, natürlichen Heilmittel gibt.

Da jedoch alle Macht in Gottes Händen liegt, haben unsere Mediziner sich für die zweite Möglichkeit entschieden. Zum anderen: Wer will und kann schon entscheiden, welches eine natürliche, welches eine übernatürliche Seuche ist?

Trotzdem haben die Ärzte Ulms in der Vergangenheit wiederholt darauf hingewiesen, dass Versammlungen in der Kirche oder zum Tanz gefährlich und zu verbieten seien. Die verdorbene Luft der Erkrankten könne von anderen Personen eingeatmet werden.

Daher kann an dieser Stelle nur geraten werden, diesen Anweisungen Folge zu leisten. Gleichzeitig sollte jeder auf die Worte unserer geistlichen Oberhäupter hören, die einen gottesfürchtigen Lebenswandel anmahnen.

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