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	<title>Religion Archive - WebHistoriker</title>
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		<title>Protest, Protestation, Protestanten – die Reichstage zu Speyer 1526 und 1529</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 10 Dec 2025 09:15:05 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/protest-protestation-protestanten-die-reichstage-zu-speyer-1526-und-1529/">Protest, Protestation, Protestanten – die Reichstage zu Speyer 1526 und 1529</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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<h1>Protest, Protestation, Protestanten – die Reichstage zu Speyer (1526 und 1529)</h1>
<p><strong>Im Streit um das Wormser Edikt taten sich etliche Länder und Städte zusammen – und dieses gemeinsame Auftreten gegen den Kaiser wurde laut Thomas Kaufmann später als „Ursprung des Protestantismus“ (Erlöste und Verdammte, 2016, S. 180) gewertet.</strong></p>
<p>Ausgangspunkt war der Reichstag 1526 in Speyer, der ohne den Kaiser stattfand. Der Kaiser forderte aus der Ferne, dass ein Konzil mit Anwesenheit des Papstes die Religionsfragen klären solle, die Reichsstände forderten hingegen, dass jeder einzelne Reichsstand bis dahin selbst über diese Fragen entscheiden könne. Der Kaiser sicherte ihnen dieses Verfahren aber nur für das Edikt zu – und so verabschiedete der Reichstag dann auch nur dieses Zugeständnis. Aber: Diese Formulierung wurde „in der Folgezeit (…) von den Ständen im Sinn des weiteren Verständnisses der Instruktion als Zusicherung weitgehender Handlungsspielräume in der Religionsfrage bis zu einem Konzil interpretiert (…)“ (Schnabel-Schüle: Die Reformation, 2006, S. 154). Tatsächlich war vor dem Reichstag schon einiges an reformatorischem Gedankengut in die Tat umgesetzt worden, wie die Aufzählung der „Protestierenden“ auf dem zweiten Reichstag zu Speyer 1529 zeigt. Das Begonnene „erhielt nun seine Legitimation und wurde durch zwei aktiv reformatorisch gesonnene Herrscherpersönlichkeiten, Johann den Beständigen und Philipp den Großmütigen von Hessen, vorangetrieben.“</p>
<div id="attachment_11800" style="width: 1056px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-11800" class="size-full wp-image-11800" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/Reichstag-zu-Speyer-im-Jahr-1529.jpg" alt="Reichstag zu Speyer im Jahr 1529, von Friedrich Ulm aus dem Jahr 1931. CC BY-NC-SA @ Historisches Museum der Pfalz - Speyer" width="1046" height="767" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/Reichstag-zu-Speyer-im-Jahr-1529.jpg 1046w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/Reichstag-zu-Speyer-im-Jahr-1529-300x220.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/Reichstag-zu-Speyer-im-Jahr-1529-1030x755.jpg 1030w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/Reichstag-zu-Speyer-im-Jahr-1529-768x563.jpg 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/Reichstag-zu-Speyer-im-Jahr-1529-705x517.jpg 705w" sizes="(max-width: 1046px) 100vw, 1046px" /><p id="caption-attachment-11800" class="wp-caption-text">Reichstag zu Speyer im Jahr 1529, von Friedrich Ulm aus dem Jahr 1931. CC BY-NC-SA @ Historisches Museum der Pfalz &#8211; Speyer</p></div>
<p>Auf diesem zweiten Reichstag zu Speyer unternahm die kaiserliche Seite (vertreten von Kaiser Karls Bruder Ferdinand I.) einen erneuten Versuch, das Wormser Edikt durchzusetzen. Die der Reformation zugewandten Fürsten sowie die Bevollmächtigten von vierzehn Reichsstädten wurden überstimmt, zeigten sich jedoch nicht einverstanden und „protestierten“.</p>
<p>Im Folgenden werden diese Personen und ihre Länder sowie exemplarisch einzelne Städte kurz vorgestellt, um einen kleinen Eindruck von den verschiedenen Wegen der Reformationseinführung zu vermitteln:</p>
<ul>
<li><strong>Johann der Beständige (1468–1532): Von 1525 bis 1532 war er Kurfürst von Sachsen und Bruder sowie Nachfolger Friedrichs des Weisen </strong>(1463–1525, s. <a href="https://webhistoriker.de/der-reichstag-zu-worms-luther-und-der-kaiser/">WebHistoriker: Der Reichstag zu Worms – Luther und der Kaiser</a>). Schon bevor Johann Kurfürst wurde, hatte er sich begeistert mit den Schriften Luthers auseinandergesetzt und ließ den Reformator bereits Ende 1522 an seinem Hof in Weimar predigen. Er wurde schließlich der Landesherr Luthers (und Wittenbergs), schätzte dessen Rat und war ihm freundschaftlich verbunden. 1527 avancierte er (auch) zum Landesbischof der neuen Evangelisch-Lutherischen Landeskirche. Alsbald ließ er eine flächendeckende Visitation zur Durchsetzung der Reformation in Kursachsen durchführen.</li>
<li><strong>Philipp der Großmütige</strong> (<strong>Philipp I. von Hessen, 1504-1567)</strong>, war von 1518 bis 1567 Landgraf von Wann genau er sich zur Reformation bekannte, ist unsicher bzw.  umstritten. Im Bauernkrieg ging er hart gegen die aufständischen Bauern in Hersfeld vor und Fulda vor und metzelte letztendlich bei Bad Frankenhausen Thomas Müntzer und ca. 5.000 Anhänger nieder. Spätestens mit dem Beitritt zum Torgauer Bund im Februar 1526 stand Hessen auf der lutherischen Seite. Mit dem Bund sicherten sich Hessen und Kursachsen, als Reaktion auf den katholischen Dessauer Bund, gegenseitigen Schutz zu, wenn es in Glaubensangelegenheiten zu Problemen kommen würde.</li>
<li><strong>Georg der Fromme (1484–1543), auch der Bekenner genannt, </strong>war von 1527 bis 1543 Markgraf des fränkischen Fürstentums <strong>Ansbach</strong> – formell schon seit 1515, faktisch regierte ab 1515 dort und in <strong>Brandenburg-Kulmbach</strong> sein Bruder Kasimir, der dem habsburgischen Königshaus und damit der alten Kirche näherstand als den neuen reformatorischen Entwicklungen. Nach Kasimirs Tod verwaltete Georg zwischen 1527 und 1541 beide Markgrafschaften (Kulmbach und Ansbach).</li>
<li><strong>Ernst I., Herzog von Braunschweig-Lüneburg (1497–1546)</strong>, und sein jüngerer Bruder<br />
<strong>Franz (1508-1549), ebenfalls Herzog zu Braunschweig-Lüneburg,</strong> waren ebenfalls vor Ort<strong>. </strong>Franz wurde erst 1526 mündig. Zu diesem Zeitpunkt war Ernst I. bereits ein Anhänger Luthers, der im Juni 1526 dem Torgauer Bund beitrat. Ihr Vater Heinrich (genannt der Mittlere, 1468–1532, Herzog zu Braunschweig-Lüneburg), war von 1486 bis 1520 Fürst von Lüneburg und hatte die Herrschaft seinen beiden Söhnen übertragen. Es gab Versuche, ihn wegen der reformatorischen Umtriebe von Ernst wieder einzusetzen, diese schlugen jedoch fehl. Anschließend wurde Braunschweig-Lüneburg lutherisch. Eine Kirchenordnung wurde 1527 verfasst.</li>
<li><strong>Wolfgang der Bekenner (1492–1566)</strong>, auch „der Standhafte“ genannt, war von 1508 bis 1532 Fürst von <strong>Anhalt-Köthen</strong>. Bereits 1525 führte er die Reformation in seinem Land ein. Martin Luther unterstützte ihn dabei – beide kannten sich schon seit dem Reichstag zu Worms im Jahr 1521.</li>
<li><strong>Reichsstadt Heilbronn: </strong>Reichsstadt Heilbronn: Eine große Stadt mit 6.000 Einwohnern, sieben Kirchen und zehn Kapellen, drei Klöstern, zwei Beginenhöfen und 15 Priestern, die dem Bischof von Würzburg unterstanden. Einer von ihnen war Johann Lachmann, der seine Arbeit als Prediger an der wichtigsten Kirche (St. Kilian) verrichtete. Er sympathisierte schon früh mit der lutherischen Lehre, doch die Stadt war lange zerspalten. Dies änderte sich erst Mitte 1528 mit dem neuen Bürgermeister Hans Riesser (ca. 1489–ca. 1553), der das evangelische Abendmahl wieder erlaubte, das zwischenzeitlich vom Stadtrat verboten worden war, und 1529 das Kirchenwesen neu ordnete. (Quelle: <a href="https://www.wkgo.de/cms/article/index/johann-lachmann-und-die-reformation-in-heilbronn">Jung, Martin H.: Johann Lachmann und die Reformation in Heilbronn, in: Württembergische Kirchengeschichte Online, 2018</a>, ursprünglich abgedruckt in Siegfried Hermle: Reformationsgeschichte Württembergs in Porträts. Holzgerlingen, Hänssler Verlag, 1999.)</li>
<li><strong>Reichsstadt Memmingen: </strong>Auch Memmingen war mit 5.000 Einwohnern, darunter 130 Geistliche, eine relativ große Stadt (vgl. Blickle: Memmingen,  1997, S. 359). Trotz großer Frömmigkeit gab es in der Stadt schon lange vor Beginn der Reformation Kritik an den geistlichen Würdenträgern: „wegen ihrer Privilegien, wegen des Amtsmissbrauchs, wegen ihres Lebenswandels“ (ebd.). Da kam ein Laienprediger (Prädikant) wie Christian Schappeler gerade recht. Bereits im August 1521 hielt er eine Rede, in der er den Stadtrat kritisierte. Später redete er auch gegen die Geistlichen der Stadt sowie gegen die Machenschaften des Papstes und wurde 1524 vom Augsburger Bischof mit dem Bann belegt. Zudem verklagte der Bischof die Stadt Memmingen „wegen Zulassung reformatorischer Umtriebe vor dem Schwäbischen Bund” (Blickle: Memmingen,  1997, S. 366). Ende 1524 feierte Schappeler das Abendmahl in beiderlei Gestalt: Brot und Wein wurden den Gläubigen gereicht. „Das galt in vielen Städten als der endgültige Bruch mit dem alten Ritus der Kirche.“ (ebd., S. 376). Anfang Januar 1525 kam es zu einer Disputation, einem Religionsgespräch mit vielen Teilnehmern, das auf den Thesen Schappelers basierte. Die reformatorische Seite setzte sich durch.</li>
<li><strong>Reichsstadt Isny: </strong>Wenn von der Einführung der Reformation in der Allgäuer Stadt Isny die Rede ist, fällt unweigerlich der Name Konrad Frick. Er kam 1518 als Laienprediger (Prädikant) nach Isny und stellte sich bereits früh auf die lutherische Seite. „Damit reiht sich Frick in die lange Reihe der Prädikanten ein, die zu ersten Trägern und Verkündern der neuen Gedanken wurden”, schreibt Paul Warmbrunn in der von Siegfried Hermle herausgegebenen Publikation „Reformationsgeschichte Württembergs in Porträts”. Frick war damit auch unabhängig vom Abt, mit dem es zu Meinungsverschiedenheiten bezüglich der Neubesetzung der Pfarrstelle kam. Frick setzte sich durch und konnte, erleichtert durch die stillschweigende Billigung des Stadtrats, einen evangelischen Gottesdienst einführen. Unterstützung erhielt er durch den 1527 zugezogenen Schulrektor Paul Fagius (1504–1549), der auch eine Druckerei betrieb.</li>
<li><strong>Reichsstadt Kempten: </strong>„Der größte Nutznießer des Bauernkriegs für seine politische Entwicklung aber war die Reichsstadt Kempten: Sie kaufte sich aus der Bevormundung und Herrschaft des Fürststifts frei, konnte die Reformation einführen und ihre bürgerliche Entwicklung weiterführen“, sagt der <a href="https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/fischer_bauernkrieg_allgaeu">Historiker Dr. Stefan Fischer, bis 2018 Stadtarchivar von Kaufbeuren, in einem Interview von L.I.S.A.,</a> dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung. Die Aufständischen gingen gegen den Fürstabt Sebastian von Breitenstein vor, der seinen Untertanen große Belastungen auferlegt hatte. Der Fürstabt trat die Flucht an und versteckte sich in der Stadt. Er wurde erkannt und zur Unterzeichnung eines Vertrags gezwungen, der ihm seine Macht in der Stadt nahm. Die Reformation folgte.</li>
<li><strong>Freie und Reichsstadt Konstanz: </strong>Verantwortlich für die Einführung der Reformation in Konstanz waren v.a. zwei Personen: <strong>Ambrosius Blaser (1492–1564)</strong>, ein alter Freund Melanchthons und Benediktinermönch im Kloster Alpirsbach im Schwarzwald. Über Melanchthon kam er mit den Schriften Luthers in Kontakt. 1522 verließ er das Kloster und ging nach Konstanz, wo er 1525 seine Predigttätigkeit wiederaufnahm. Er hatte Kontakte zu dem Schweizer Theologen und Zürcher Reformator Huldrych Zwingli (1484-1531), später auch zu dem Straßburger Reformator Martin Bucer (Schnabel-Schüle: Die Reformation, 2006, S. 244 f.). Neben Blaser war an den reformatorischen Umtrieben noch sein Cousin Johannes Zwick (1496–1542) entscheidend beteiligt, nachdem er in Riedlingen mit der römischen Kurie aneinandergeriet und 1525 in seine Heimatstadt Konstanz zurückkehrte. 1527 wurde Konstanz reformiert, nachdem der katholische Bischof und sein Domkapitel Konstanz kurz zuvor verlassen hatten.</li>
<li><strong>Reichsstadt Lindau: </strong>Luthers Lehren waren in Lindau wohl schon recht früh, um 1522 (<a href="https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/fischer_bauernkrieg_allgaeu">Bavarikon: Artikel &#8222;Lindau&#8220; in einer virtuellen Ausstellung zu Luther</a>) oder 1523/24 (<a href="https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Lindau,_Reichsstadt#Kirchliche_Situation_und_Reformation">Historisches Lexikon Bayerns: Artikel &#8222;Lindau, Reichsstadt&#8220; von Werner Dobras</a>), bekannt. Verantwortlich hierfür waren der Franziskanermönch Michael Hug (gest. 1524) und der Pfarrvikar Sigmund Rötlin (1490–1525). Der Durchbruch der Reformation erfolgte hingegen erst unter ihrem Nachfolger Thomas Gassner, der wahrscheinlich keine akademische Bildung genossen hatte. Als Kaplan verbreitete er in seinem Geburtsort Bludenz bereits 1520 lutherische Schriften und wurde deshalb von dort vertrieben. In Lindau fand er ein neues Zuhause und feierte im März 1525 als Pfarrer das erste evangelische Abendmahl. Er war den Lehren Zwinglis zugeneigt, lehnte Luthers Gedanken jedoch nicht ab. 1528 wurde die Messe in Lindau abgeschafft, Stifte und Klöster geschlossen.</li>
</ul>
<p>Neben diesen Städten waren an der Protestation zu Speyer noch Nördlingen, Nürnberg, Reutlingen, St. Gallen, Straßburg, Ulm, Weißenburg und Windsheim beteiligt.</p>
</div></section><br />
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<p><strong>Bavarikon:</strong> Artikel „Lindau“ zur virtuellen Ausstellung &#8222;Martin Luther und die frühe Reformation in Bayern. Anhänger, Gegner, Sympathisanten&#8220;, URL: <a href="https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-CMS-0000000000001508">https://www.bavarikon.de/object/bav:BSB-CMS-0000000000001508</a> (2013 bis 2016, abgerufen am 08.12.2025).</p>
<p><strong>Lukas Beichler:</strong> „Veränderungswünsche galten als umstürzlerische Gotteslästerung“ – Interview mit Stefan Fischer über den Bauernkrieg im Allgäu, <a href="https://lisa.gerda-henkel-stiftung.de/fischer_bauernkrieg_allgaeu">Online auf der Website L.I.S.A.</a> (Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung, abgerufen am 09.12.2025).</p>
<p><strong>Peter Blickle:</strong> Memmingen – Ein Zentrum der Reformation, in: Jahn, Joachim, Hans-Wolfgang Bayer in Verb. mit Uli Braun: Die Geschichte der Stadt Memmingen. Von den Anfängen bis zum Ende der Reichsstadt, Stuttgart 1997, S. 351-418. (<a href="https://stadtarchiv.memmingen.de/fileadmin/Allgemeine_Dateiverwaltung/Webseite_Stadtarchiv/Publikationen-Ausstellungen/1525/BlickleZentrumReformationMemmingen.pdf">Online auf den Seiten des Stadtarchivs Memmingen</a>, abgerufen am 08.12.2025)</p>
<p><strong>Werner Dobras:</strong> Artikel &#8222;Lindau, Reichsstadt&#8220;, publiziert am 04.10.2010; in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: <a class="external free" href="http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Lindau,_Reichsstadt" target="_blank" rel="nofollow noreferrer noopener">http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Lindau,_Reichsstadt</a></p>
<p><strong> Martin H. Jung:</strong> Johann Lachmann und die Reformation in Heilbronn, in: Württembergische Kirchengeschichte Online, 2018, URL: <a href="https://www.wkgo.de/cms/article/index/johann-lachmann-und-die-reformation-in-heilbronn">https://www.wkgo.de/cms/article/index/johann-lachmann-und-die-reformation-in-heilbronn</a>, ursprünglich abgedruckt in: Siegfried Hermle: Reformationsgeschichte Württembergs in Porträts. Holzgerlingen, Hänssler Verlag, 1999.</p>
<p><strong>Thomas Kaufmann:</strong> Erlöste und Verdammte. Eine Geschichte der Reformation. München 2016.</p>
<p><strong>Helga Schnabel-Schüle:</strong> Die Reformation 1495-1555. Politik mit Theologie und Religion. Stuttgart 2006.</p>
</div></section></p></div>
<div  class='flex_column av-3vrpsn-27fbd94129b3c472eef4d16d25e081e3 av_one_half  avia-builder-el-4  el_after_av_one_full  el_before_av_one_half  first flex_column_div  column-top-margin'     ><p><div  class='hr av-23241z-d7df650c1d2fa554c56a3ac01eb2370a hr-short  avia-builder-el-5  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first  hr-left'><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div><br />
<section  class='av_textblock_section av-mdkjbu90-737c271b374236bb5e6a31d75d57513b '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zur Einleitung „Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung“</a></p>
</div></section></p></div>
<div  class='flex_column av-3anoon-99a79e68c59c07a21c42c39fbb76ad3b av_one_half  avia-builder-el-7  el_after_av_one_half  el_before_av_one_full  flex_column_div  column-top-margin'     ><p><div  class='hr av-mdkj8plc-35e68701e4f413497e9c6fbe4d9f80cc hr-short  avia-builder-el-8  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first  hr-right'><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div><br />
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<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/protest-protestation-protestanten-die-reichstage-zu-speyer-1526-und-1529/">Protest, Protestation, Protestanten – die Reichstage zu Speyer 1526 und 1529</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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		<title>Netzwerke und Buchdruck – die Verbreitung der reformatorischen Ideen in den 1520er Jahren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Dec 2025 15:23:44 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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<h1>Die Verbreitung der reformatorischen Ideen in den 1520er Jahren</h1>
<h2>Netzwerke und Buchdruck</h2>
<p>Da war ein Mensch, der nicht mehr einverstanden war mit den Worten und Handlungen seiner Kirche. Er schrieb und predigte, um die alte Kirche zu reformieren, sie zu den ursprünglichen christlichen Ideen zurückzuführen, wie er sie verstand. Nach und nach merkte er, dass die Kirche dazu nicht bereit war bzw. dass seine Auffassungen schlicht nicht kompatibel mit ihren waren – und dass seine Worte sogar für ihn selbst gefährlich werden konnten.</p>
<p>Schon vor ihm gab es Personen, die Ähnliches vorhatten, die den Papst und seine Kirche kritisierten und dies gar mit ihrem Leben bezahlen mussten. Ihr Handeln war um 1517 nicht vergessen, die Einwände der alten Kirche gegen Luthers Ideen nannten ihre Namen. Doch die Zeit war vor 1500 noch nicht reif für einen solchen Nachhall, wie ihn das Wirken des Luthers nach 1500 haben sollte.</p>
<div id="attachment_11875" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-11875" class="wp-image-11875 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/Augustinian-Praying-Gerard-David.jpg" alt="An Augustinian Friar (?) Praying by Gerard David (ca. 1450/1460–1523; Wikimedia commons, public domain)" width="300" height="383" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/Augustinian-Praying-Gerard-David.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/Augustinian-Praying-Gerard-David-235x300.jpg 235w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-11875" class="wp-caption-text">An Augustinian Friar (?) Praying by Gerard David (ca. 1450/1460–1523; <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Augustinerorden">Wikimedia commons, public domain</a>)</p></div>
<p>Doch wie fanden Luthers reformatorische Ideen Verbreitung? Wie war es bestellt um die Formen der Kommunikation, um die Adressaten, um die Worte und Inhalte selbst und inwieweit sie das Interesse der Adressaten geweckt haben, um ihre Bereitschaft oder ihren Willen, diese Informationen weiterzugeben, sowie um die Wege, wo und wie sie dies taten?</p>
<p>Helga Schnabel-Schüle nennt in ihrem Werk &#8222;Die Reformation&#8220; (2006, S. 124 ff.) zum einen Luthers persönliche Kontakte und Netzwerke: den Orden der Augustiner-Eremiten und seine Kollegen, ihm nahestehende Studentenkreise und Theologen der Universität in Wittenberg sowie Kontakte, die er über seine Auftritte bei den Disputationen, beim Reichstag sowie dem Umfeld solcher Ereignisse knüpfte – siehe Luthers zweiwöchige Reise zum Wormser Reichstag mit etlichen Auftritten, Reden und Diskussionen (<a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-nach-der-veroeffentlichung-seiner-thesen/">WebHistoriker: Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen</a>).</p>
<p>Zum anderen gab es die zahlreichen Publikationen, darunter die in großen Auflagen erschienenen Schriften Luthers sowie die Werke weiterer Autoren, die mit leicht verständlichen und ebenfalls zahlreich gedruckten Flugschriften auf die reformatorischen Umwälzungen aufmerksam machten.</p>
<h2>Keine Reformation ohne Buchdruck?</h2>
<div id="attachment_11864" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-11864" class="size-full wp-image-11864" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/Darstellung-Buch-1568-Jost-Amman.jpg" alt="Darstellung des Buchdruckerhandwerks (1568) von Jost Amman (Wikimedia commons)" width="300" height="351" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/Darstellung-Buch-1568-Jost-Amman.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/Darstellung-Buch-1568-Jost-Amman-256x300.jpg 256w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-11864" class="wp-caption-text">Darstellung des Buchdruckerhandwerks (1568) von Jost Amman (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Buchdruck">Wikimedia commons</a>)</p></div>
<p>„Die Reformation hätte ohne den Buchdruck nicht stattfinden können“, heißt es in Martin H. Jungs „Reformation und Konfessionelles Zeitalter“ (2012, S. 23), der damit wohl auf eine viel zitierte Aussage von Bernd Moeller zurückgreift (s. Kaufmann: Die Mitte der Reformation, 2019, S. 7). Die zeitliche Nähe zwischen der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern in der Mitte des 15. Jahrhunderts und der Reformation wurde in der Forschung bereits ausführlich betrachtet und besprochen. Die Reformation war ohne Zweifel auch ein Medienereignis, ihre Protagonisten nutzten die zahlreichen Druckereien. Um 1500 gab es bereits „in über 150 Städten ganz Europas mehr als tausend Druckereien“ (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 74), zwischen 1520 und 1530 ist „in mehr als 55 Städten reformatorisches Schrifttum gedruckt worden“ (Kaufmann: Die Mitte der Reformation, 2019, S. 225).</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-12101 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/highlight-schriftzug-buchdruck-luther-2.png" alt="Zitat: „Im Kern ist der Umbruch des Buchmarktes durch eine einzige Person ausgelöst worden: Martin Luther.“ (Thomas Kaufmann)" width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/highlight-schriftzug-buchdruck-luther-2.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/highlight-schriftzug-buchdruck-luther-2-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/highlight-schriftzug-buchdruck-luther-2-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/highlight-schriftzug-buchdruck-luther-2-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p>Wie im WebHistoriker-Artikel <a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-nach-der-veroeffentlichung-seiner-thesen/">„Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen“</a> ausgeführt wird, schrieb Martin Luther in den frühen 1520er Jahren sehr eifrig. Er „hatte nun endgültig erkannt, welche Bedeutung die sich herausbildende Öffentlichkeit für gesellschaftliche Prozesse besaß.“ (Leppin: Die Reformation, 2. Aufl. 2017, S. 43) Luther nutzte die erfolgreiche Publikation und Verbreitung der Flugblätter, die in Text und Bild seine Inhalte vermittelten. Mit Bezug auf den im Jahr 2020 verstorbenen Kirchenhistoriker Bernd Moeller führt Leppin (ebd., S. 43) weiter aus, dass es zwischen 1500 und 1530 ca. 10.000 Flugschriften gegeben habe. Bei einer Auflage von 1.000 Exemplaren – laut Leppin eine unsichere Zahl – könne man demnach von zehn Millionen Ausgaben ausgehen. Luther war um 1520 selbstverständlich nicht der einzige Autor, aber der erfolgreichste: „der alles überragende Star“ (ebd., S. 45).</p>
<p>Thomas Kaufmann betont, dass es um 1520 einen „Umbruch des Buchmarktes“ gab, für den fast ausschließlich Martin Luther verantwortlich war (Die Mitte der Reformation, 2019, S. 445). Die Buchdrucker waren in den stürmischen Zeiten des Reformationsbeginns gezwungen, sich zu positionieren. Sie bekamen natürlich mit, dass Luthers Schriften begehrt waren – mit ihnen war ordentlich Geld zu machen: Der „ökonomische Impuls frühkapitalistischer Unternehmer bildete den Nukleus des frühreformatorischen Kommunikationsprozesses“. In gewissem Maße stimmt also die Aussage: „Ohne Buchdruck keine Reformation.“ Umgekehrt hat jedoch auch die Reformation, vor allem das Wirken Luthers, den Buchdruck gefördert und geprägt.</p>
<h2>Was wusste der gemeine Mann von Luthers Theologie?</h2>
<p>Allerdings: „Was beim einfachen Volk von der Theologie Luthers ankam, ist nach wie vor in der Forschung umstritten&#8220;, schreibt die Historikerin Helga Schnabel-Schüle (Die Reformation, 2006, S. 130) und betont, dass die Volksbewegung keine „Bewegung zur Einführung der Reformation“ war (ebd., S. 128). Die Proteste des einfachen Mannes zielten vielmehr auf eine Verbesserung der seelsorgerischen Aufgaben der Kirche und ihrer Vertreter ab – und tatsächlich waren recht schnell Veränderungen, beispielsweise regelmäßige Gottesdienste, zu verzeichnen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12104" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/highlight-schriftzug-luther-volk.png" alt="Zitat: „Was beim einfachen Volk von der Theologie Luthers ankam, ist nach wie vor in der Forschung umstritten.“ (Helga Schnabel-Schüle)" width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/highlight-schriftzug-luther-volk.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/highlight-schriftzug-luther-volk-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/highlight-schriftzug-luther-volk-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/highlight-schriftzug-luther-volk-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p>Luther selbst setzte sich schon früh für einen „territorialstaatlichen Reformationskurs“ ein (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 141), wenngleich die erste reformatorische Kirchenordnung (1522) in Wittenberg auf Andreas Rudolff Bodenstein (1486–1541), genannt Karlstadt, zurückging. Dieser war ein Anhänger der Reformation „von unten“ und trieb in der Zeit, in der Luther auf der Wartburg war, die Reformation in Wittenberg voran. Anschließend geriet er jedoch mit Luther in Konflikt und verließ die Stadt. Seine „lobliche ordnung der Fürstlichen stat Wittemberg“ wurde trotzdem Vorbild für weitere Ordnungen. (Die Diskussionen und Konflikte unter den Reformatoren werden in einem späteren Kapitel näher beschrieben.)</p>
<ul>
<li>
<div id="attachment_11857" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-11857" class="size-full wp-image-11857" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/ain-lobliche-ordnung-wittenberg-1522.jpg" alt="Ain löbliche ordnung der fürstlichen stat Wittenberg: im Jahre 1522 auffgericht. Augsburg 1522 (München, Bayerische Staatsbibliothek, digitalisierte Ausgabe)" width="300" height="407" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/ain-lobliche-ordnung-wittenberg-1522.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/ain-lobliche-ordnung-wittenberg-1522-221x300.jpg 221w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-11857" class="wp-caption-text">Ain löbliche ordnung der fürstlichen stat Wittenberg: im Jahre 1522 auffgericht. Augsburg 1522 (München, Bayerische Staatsbibliothek, digitalisierte Ausgabe)</p></div></p>
<p><a href="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb00025017?page=,1">zur Kirchenordnung „Ain lobliche ordnung der Fürstlichen stat Wittemberg Im tausent fünfhundert vnd zway vnd zwaintzigstenjar auffgericht“ (Digitale Sammlungen des Münchener Digitalisierungszentrums)</a></li>
</ul>
<p>In anderen Städten – und tatsächlich waren die Anfänge reformatorischer Bewegungen eher in Städten als auf dem Land zu erkennen – zeigte sich bei der Einführung der Reformation ein recht heterogenes Bild. Mal forcierten die Stadtoberen den neuen Weg, um bei Änderungen des Kirchenwesens das Heft des Handelns zu behalten, mal ging die Initiative von Nicht-Ratsherren aus. Zu Beginn standen jedoch zumeist Prediger, die „mehr oder minder große Laiengruppen davon überzeugten, dass das bestehende Kirchenwesen dem widersprach, was die Bibel lehrte“ (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 143).</p>
<p>Es gibt noch einen weiteren viel diskutierten Spruch in der Forschung: „Ohne Reformation kein Bauernkrieg.“ Diese Aussage hat sicherlich ihre Berechtigung, denn die Aufständischen wähnten den Reformator Martin Luther wegen seines Freiheitsaufrufs auf ihrer Seite. Wie im Beitrag zum Bauernkrieg (<a href="https://webhistoriker.de/bauernkrieg-memminger-bundesordnung-und-12-artikel-was-wollten-die-bauern-eigentlich-was-waren-ihre-ziele-und-warum-gerade-jetzt/">WebHistoriker: Memminger Bundesordnung und 12 Artikel</a>) aufgezeigt wird, stellte sich Luther aber letztendlich jedoch auf die Seite der Herrschenden. Diese vertraten unterschiedliche Haltungen zu den reformatorischen Ideen und verbündeten sich teilweise, um ihre Stellung gegen die Bauern zu sichern. Gleichzeitig formierten sich allerdings auch militärische Bündnisse „entlang konfessioneller Demarkationslinien“ (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 180): der Regensburger und der Dessauer Bund auf Seiten der Katholiken sowie das Torgauer Bündnis und der Schmalkaldener Bund auf Seiten der Protestanten. Auch dazu später mehr!</p>
</div></section><br />
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<p><strong>Martin H. Jung:</strong> Reformation und Konfessionelles Zeitalter (1517–1648). Göttingen 2012.</p>
<p><strong>Thomas Kaufmann:</strong> Die Mitte der Reformation. Eine Studie zu Buchdruck und Publizistik im deutschen Sprachgebiet, zu ihren Akteuren und deren Strategien, Inszenierungs- und Ausdrucksformen. Tübingen 2019.</p>
<p><strong>Thomas Kaufmann:</strong> Erlöste und Verdammte. Eine Geschichte der Reformation. München 2016.</p>
<p><strong>Harm Klueting:</strong> Das Konfessionelle Zeitalter. Europa zwischen Mittelalter und Moderne. Darmstadt  2015.</p>
<p><strong>Volker Leppin:</strong> Die Reformation. 2., aktualisierte Auflage 2017.</p>
<p><strong>Helga Schnabel-Schüle:</strong> Die Reformation 1495-1555. Politik mit Theologie und Religion. Stuttgart 2006.</p>
</div></section></p></div><div  class='flex_column av-3vrpsn-27fbd94129b3c472eef4d16d25e081e3 av_one_half  avia-builder-el-4  el_after_av_one_full  el_before_av_one_half  first flex_column_div  column-top-margin'     ><p><div  class='hr av-23241z-d7df650c1d2fa554c56a3ac01eb2370a hr-short  avia-builder-el-5  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first  hr-left'><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div><br />
<section  class='av_textblock_section av-mdkjbu90-737c271b374236bb5e6a31d75d57513b '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zur Einleitung „Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung“</a></p>
</div></section></p></div></p>
<div  class='flex_column av-3anoon-99a79e68c59c07a21c42c39fbb76ad3b av_one_half  avia-builder-el-7  el_after_av_one_half  el_before_av_one_full  flex_column_div  column-top-margin'     ><p><div  class='hr av-mdkj8plc-35e68701e4f413497e9c6fbe4d9f80cc hr-short  avia-builder-el-8  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first  hr-right'><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div><br />
<section  class='av_textblock_section av-mdkjaxms-a4c194013795b95590168f3047c7965f '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p style="text-align: right;"><a href="https://webhistoriker.de/protest-protestation-protestanten-die-reichstage-zu-speyer-1526-und-1529/">zum nächsten Kapitel: &gt; Protest, Protestation, Protestanten – die Reichstage zu Speyer (1526 und 1529)</a></p>
</div></section></p></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/netzwerke-und-buchdruck-die-verbreitung-der-reformatorischen-ideen-in-den-1520er-jahren/">Netzwerke und Buchdruck – die Verbreitung der reformatorischen Ideen in den 1520er Jahren</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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		<title>Der Reichstag zu Worms – Luther und der Kaiser</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Oct 2025 16:09:42 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Wormser Reichstag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/der-reichstag-zu-worms-luther-und-der-kaiser/">Der Reichstag zu Worms – Luther und der Kaiser</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div  class='flex_column av-2vjhmn-560f68b39672e11b8fe2b5cde482cd46 av_one_full  avia-builder-el-0  el_before_av_one_half  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><section  class='av_textblock_section av-md64ov2g-a89fd400e039496a8ab1c7d85f956dd6 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h5>Geschichte der Reformation</h5>
<h1>Der Reichstag zu Worms – Luther und der Kaiser</h1>
<h2>Martin Luther präsentiert sich und seine Ansichten vor Karl V., den Kurfürsten und den Reichsständen</h2>
<p>(Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen, Teil 3; <a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-nach-der-veroeffentlichung-seiner-thesen/">zur Übersicht</a>)</p>
<div id="attachment_11158" style="width: 810px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-11158" class="wp-image-11158 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/Luther-beim-Reichstag-zu-Worms.jpg" alt="Luther auf dem Reichstag zu Worms; Kolorierter Holzschnitt von 1556. (Wikimedia commons, public domain)" width="800" height="546" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/Luther-beim-Reichstag-zu-Worms.jpg 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/Luther-beim-Reichstag-zu-Worms-300x205.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/Luther-beim-Reichstag-zu-Worms-768x524.jpg 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/Luther-beim-Reichstag-zu-Worms-705x481.jpg 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p id="caption-attachment-11158" class="wp-caption-text">Luther auf dem Reichstag zu Worms; Kolorierter Holzschnitt von 1556. (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Reichstag_zu_Worms_(1521)">Wikimedia commons</a>, public domain)</p></div>
<p>Martin Luther und der sächsische Kurfürst Friedrich III. (1463–1525), später „der Weise“ genannt, die Kurfürsten und Reichsstände sowie Kaiser Karl V. (1500–1558) – das waren die entscheidenden Protagonisten der folgenden Dispute rund um den Wormser Reichstag (Januar 1521 bis Mai 1521), die nun kurz vorgestellt werden: Der spätere Kaiser Karl V. war ein Enkel des Habsburger Kaisers Maximilian I. (1459–1519) und des aragonischen Königs Ferdinand (genannt „der Katholische“, 1452–1516). Karls Eltern Karls waren Philipp I. von Kastilien (genannt „der Schöne“, 1468–1506) aus dem Hause Habsburg, der noch vor dem Großvater starb, und Johanna I. von Kastilien (1479–1555), die dann gemeinsam mit ihrem Sohn Karl als Königin und König von Spanien regierte. Karl wurde 1519 zum römisch-deutschen König, 1530 vom Papst zum Kaiser gewählt.</p>
<p>Karl V. war also noch sehr jung, als er mit den Anfängen der Reformation konfrontiert wurde. Als Herrscher eines großen Reiches musste er sich des Rückhalts der sogenannten Reichsstände sicher sein, die im Reichstag stimmberechtigt waren – vor allem der Kurfürsten, die auch als „Säulen des Reichs“ bezeichnet wurden (vgl. Gotthardt: Das Alte Reich, 5. Aufl., 2013, S 13). Das waren drei geistliche und vier weltliche Fürsten:</p>
<ul>
<li>der Mainzer Erzbischof. Seit 1514 war dies Albrecht von Brandenburg (1490-1545), der den Ablasshandel förderte und damit ein Gegenspieler Luthers war;</li>
<li>der Kölner Erzbischof Hermann von Wied (1477–1552), der die Anfänge der Reformation ablehnte, später allerdings Köln reformieren wollte;</li>
<li>der Trierer Erzbischof Richard von Greiffenklau zu Vollrads (1467–1531), dessen Land Kurtrier kaum von der Reformation betroffen war;</li>
<li>Ludwig V. von der Pfalz, genannt der „Friedfertige“, (1478–1544) aus der Familie der Wittelsbacher – „friedfertig“ passt auch bezüglich der reformatorischen Strömungen: Ludwig blieb bis zu seinem Tod Anhänger der alten Kirche, war dem Neuen aber nicht komplett abgeneigt;</li>
<li>Friedrich der Weise von Sachsen (1463–1525) aus dem Hause der Wettiner. Er stellte sich hinter Martin Luther, u.a. indem er sich weigerte, das von Rom im Jahre 1518 gefällte Ketzerurteil gegen Luther anzuerkennen;</li>
<li>der Markgraf von Brandenburg, der Hohenzoller Joachim I. Nestor (1484–1535), der sich als ein nachdrücklicher Gegner der Reformation zeigte, sowie</li>
<li>der böhmische König Ludwig II. (1506–1526), ein Habsburger, der lediglich bei der Königswahl mitwirkte und ansonsten keine Einflussmöglichkeiten auf die Reichspolitik hatte.</li>
</ul>
<div id="attachment_11162" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-11162" class="size-full wp-image-11162" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/kaiser-karl-v-cranach.jpg" alt="Bildnis Kaiser Karls V. (1533) von Lucas Cranach dem Älteren (Wikimedia commons, public domain)" width="300" height="433" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/kaiser-karl-v-cranach.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/kaiser-karl-v-cranach-208x300.jpg 208w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-11162" class="wp-caption-text">Bildnis Kaiser Karls V. (1533) von Lucas Cranach dem Älteren (<a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Carolus_V,_Imperator_Romanus_Sacer?uselang=de">Wikimedia commons</a>, public domain)</p></div>
<p>„(…) von Währungsproblemen bis hin zu solchen der inneren Ruhe und Rechtswahrung, von Handel und Wandel bis hin zu Krieg und Frieden“ (Gotthardt: Das Alte Reich, 5. Aufl., 2013, S 19) – der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches musste sich mit vielen Personen arrangieren. Neben den genannten Kurfürsten waren dies noch ca. 300 regionale weltliche und geistliche Herrschaftsträger. Hinzu kamen noch die sich abzeichnenden Probleme durch ein drohendes Auseinanderbrechen der Kirche hinzu: „Die<em> causa Lutheri</em> war (…) bereits eine hochpolitische Reichsangelegenheit, als der Reformator in Wittenberg noch seiner schriftstellerischen Arbeit nachging und die Bannandrohungsbulle am Elster Tor den Flammen übergab.“ (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 203)</p>
<p>Dass die<em> causa Lutheri </em>auf dem Reichstag in Worms besprochen werden sollte, war ungewöhnlich. Das Reichsrecht sah eigentlich vor, dass ein Kirchenurteil ohne Diskussion oder Verhandlungen vollstreckt werden müsse. Thomas Kaufmann sieht darin ein „Ergebnis komplexer diplomatischer Aktionen“ (Erlöste und Verdammte, 2016, S. 129).</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-12092 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-reichstagworms-2.png" alt="Zitat „Die causa Lutheri war (…) bereits eine hoch-politische Reichsangelegenheit“ (Heinz Schilling)" width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-reichstagworms-2.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-reichstagworms-2-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-reichstagworms-2-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-reichstagworms-2-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p>Der Kaiser wusste von der Bulle, wird allerdings auch wahrgenommen haben, dass unter den Reichsständen auch eine recht deutliche Stimmung gegen die Kirche in Rom herrschte (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 204). Dies bedeutete allerdings nicht automatisch eine Zustimmung zu Luthers Ansichten. Ansehen beim Kaiser und bei den Habsburgern insgesamt pflegte v.a. der Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen (1463–1525), der Martin Luther „gegen die als unbillig empfundene Verurteilung durch die Kurie in Schutz“ (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 203) nahm. Tatsächlich sicherte Karl dem Kursachsen Friedrich schon im Oktober 1520 zu, „Luther nicht ohne eigenes Verhör zu verurteilen“ (Leppin: Martin Luther, 3. Aufl., 2017, S. 171) und sicherte ihm schließlich freies Geleit für die Reise nach Worms, zum Reichstag, der zu. Die zweiwöchige Reise war für Luther offenbar ein großes Erlebnis: An seinen einzelnen Stationen wurde er feierlich empfangen, seine Reden bejubelt.</p>
<div id="attachment_11161" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-11161" class="size-full wp-image-11161" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/friedrich-der-weise.jpg" alt="Friedrich der Weise von Sachsen, Holzschnitt von Lucas Cranach d.Ä. von 1510 aus der Sammlung Hofbauer (Wikimedia commons, public domain)" width="300" height="307" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/friedrich-der-weise.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/friedrich-der-weise-293x300.jpg 293w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/friedrich-der-weise-36x36.jpg 36w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-11161" class="wp-caption-text">Friedrich der Weise von Sachsen, Holzschnitt von Lucas Cranach d.Ä. von 1510 aus der Sammlung Hofbauer (Wikimedia commons, public domain)</p></div>
<p>Friedrich der Weise ersehnte sich, dass der Wittenberger Professor den Kaiser mit einer überzeugenden Rede milde stimmen würde – und auch Luther selbst setzte seine Hoffnungen auf eine ausführliche Rechtfertigung seiner Ansichten vor Karl V. Anfang April war es schließlich soweit: Luther und Karl trafen aufeinander – doch die Erwartungen erfüllten sich nicht. Bei seinem ersten Auftritt vor dem Kaiser wurde er lediglich gefragt, ob die auf einem Tisch liegenden Schriften von ihm stammten und ob er bereit zu widerrufen (siehe Leppin: Martin Luther, 3. Aufl., 2017, S. 171 und Schilling: Martin Luther, 2012, S. 219). Das brachte Luther wohl aus dem Konzept, er wirkte unsicher und verlangte nach einer Bedenkzeit, die ihm bis zum Nachmittag des folgenden Tages eingeräumt wurde.</p>
<p>Am zweiten Tag machte er einen deutlich aufgeräumteren Eindruck, zeigte sich souverän und selbstsicher. Im Saal hatten sich auch einfache Leute eingefunden, die sich begeistert zeigten von seiner Rede. Und Luther konnte auch viele Personen aus den Reichsständen begeistern, wenn auch nicht alle überzeugen. Seine Rede gilt als „Schlüsseltext des Protestantismus“ (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 219): „In Mitteleuropa löste Luthers Wormser Rede eine gewaltige Welle begeisterter Zustimmung aus, die in eine rasche Ausbreitung und organisatorische Verfestigung der Reformation einmündete.“ (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 233) Es war „etwas Bedeutendes, Exemplarisches geschehen“ (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 131), das sich in der Formel „Ich kann nicht anderst, hie stehe ich, Gott helff mir, Amen“ (ebd., S. 131) manifestierte – eine Redewendung, die Luther wohl gar nicht so aussprach. Tatsächlich waren es „Lektoren in Luthers Hausoffizien“, die seine Rede „rhetorisch genial zuspitzten und erweiterten“ (nach Schilling: Martin Luther, 2012, S. 223),</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-12093 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-reichstagworms-rede.png" alt="Zitat „Luthers Rede gilt zu Recht als ‚Schlüsseltext des Protetstantismus‘“ (Heinz Schilling)" width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-reichstagworms-rede.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-reichstagworms-rede-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-reichstagworms-rede-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-reichstagworms-rede-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p>Doch auch der Kaiser wusste zu überzeugen: Seine Frömmigkeit und seine Aufforderung an die alte Kirche, die Missstände auszumerzen, verfehlten ihre Wirkung nicht: Es soll Fürsten gegeben haben, die nach der Rede Luthers wankten, durch die Worte des Kaisers jedoch dem alten Glauben treu blieben. (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 228)</p>
<p>Nach einigen Nachverhandlungen erließ Kaiser Karl V. schließlich das sogenannte Wormser Edikt. Darin verhängte er – gegen den Willen der meisten Reichsstände – die Reichsacht über Martin Luther und verbot sowohl Lektüre als auch Verbreitung seiner Schriften. Luther galt damit als &#8222;vogelfrei&#8220;, d.h. er hatte fortan keinerlei Rechte mehr. Jedermann hätte ihn ohne Rechtsfolgen angreifen, berauben, töten können. Das Edikt legt zudem fest, dass jeder, der einen Aufenthaltsort kenne, verpflichtet war,  ihn an Rom auszuliefern. Das entscheidende Edikt kam allerdings nicht in Kursachsen an und hatte demnach dort keine Gültigkeit. Ein Zufall? Eher nicht: Wahrscheinlich gab eine geheime Vereinbarung zwischen den Habsburgern und den Kursachsen, dass Luther um sein Leben nicht fürchten sollte. (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 232)</p>
</div></section><br />
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<p><strong>Axel Gotthard:</strong> Das Alte Reich 1495–1806. 5., ergänzte Aufl. Darmstadt 2013.</p>
<p><strong>Erwin Iserloh:</strong> Geschichte und Theologie der Reformation im Grundriss. Paderborn 1980.</p>
<p><strong>Thomas Kaufmann:</strong> Erlöste und Verdammte. Eine Geschichte der Reformation. München 2016.</p>
<p><strong>Harm Klueting:</strong> Das Konfessionelle Zeitalter. Europa zwischen Mittelalter und Moderne. 480 S. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt  2015.</p>
<p><strong>Volker Leppin:</strong> Martin Luther. 3., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Darmstadt 2017.</p>
<p><strong>Heinz Schilling:</strong> Martin Luther. Rebell in einer Zeit des Umbruchs. 728 S. C.H. Beck 2012.</p>
</div></section></p></div>
<div  class='flex_column av-3vrpsn-27fbd94129b3c472eef4d16d25e081e3 av_one_half  avia-builder-el-4  el_after_av_one_full  el_before_av_one_half  first flex_column_div  column-top-margin'     ><p><div  class='hr av-23241z-d7df650c1d2fa554c56a3ac01eb2370a hr-short  avia-builder-el-5  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first  hr-left'><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div><br />
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<p><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-nach-der-veroeffentlichung-seiner-thesen/">zur Einleitung „Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen“</a></p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zur Gesamteinleitung „Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung“</a></p>
</div></section></p></div>
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</div></section></p></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/der-reichstag-zu-worms-luther-und-der-kaiser/">Der Reichstag zu Worms – Luther und der Kaiser</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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		<title>Martin Luther im Jahr 1520: Drei wegweisende Schriften</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Oct 2025 14:53:58 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Luther]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div  class='flex_column av-2vjhmn-560f68b39672e11b8fe2b5cde482cd46 av_one_full  avia-builder-el-0  el_before_av_one_half  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><section  class='av_textblock_section av-md64ov2g-a89fd400e039496a8ab1c7d85f956dd6 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h5>Geschichte der Reformation</h5>
<h1>Martin Luther im Jahr 1520: Drei wegweisende Schriften</h1>
<h2>„An den christlichen Adel deutscher Nation“, „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ und „Von der Freiheit eines Christenmenschen“</h2>
<p>(Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen, Teil 2; <a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-nach-der-veroeffentlichung-seiner-thesen/">zur Übersicht</a>)</p>
<p>Im Nachgang der Leipziger Disputation setzte sich Johannes Eck (s. <a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-disputationen-und-gespraeche-in-heidelberg-augsburg-und-leipzig/">Teil 1</a>) dafür ein den im Juli 1518 eröffneten Ketzerprozess gegen Luther fortzusetzen. Im August und im November 1519 fällten die theologischen Fakultäten in Köln und Löwen ihre Häretiker-Urteile über Luther und tatsächlich wurde in Rom der Prozess gegen Luther wiederaufgenommen. Er reagierte mit eifriger Schreiberei – vielleicht, um sich mit der Aufarbeitung einzelner Themen selbst zu vergewissern, dass er „richtig liegt“, vielleicht, weil er nun noch einmal stärker das Gefühl hatte, sich verteidigen zu müssen. Drei Schriften werden nachfolgend kurz vorgestellt:</p>
<div id="attachment_11035" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-schrift-adel.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-11035" class="size-full wp-image-11035" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-schrift-adel.jpg" alt="Erste Seite von Luthers Schrift An den christlichen Adel deutscher Nation (Quelle: Google Books)" width="300" height="492" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-schrift-adel.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-schrift-adel-183x300.jpg 183w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-11035" class="wp-caption-text">Erste Seite von Luthers Schrift An den christlichen Adel deutscher Nation (<a href="https://www.google.de/books/edition/An_den_Christlichen_Adel_deutscher_Natio/LJZbAAAAcAAJ?gbpv=1">Quelle: Google Books</a>)</p></div>
<p>In seinem im August 1520 verfassten Werk <strong>„An den christlichen Adel deutscher Nation“</strong> richtete sich Luther an die deutschen Fürsten und den Kaiser – und führte ihnen Punkt für Punkt vor Augen, was an der derzeitigen Kirche geändert werden müsse. Er kritisierte das Finanzgebaren der Kirche, ihre Machtausübung bei der Besetzung kirchlicher Stellen in den deutschen Gebieten, den auferlegten Zölibat der Pfarrer, die Macht des Papstes auch über Dinge, die dem Kaiser gebührten. Zudem bestritt er, dass Papst oder Konzilien den Gläubigen übergeordnet seien. Vielmehr sprach er vom allgemeinen Priestertum: Jeder Gläubige sei durch die Taufe ein Priester.</p>
<p>Gegen Ende der Schrift ging er kurz auf die Aufgaben der weltlichen Obrigkeiten ein: „Mit den Bereichen Ehe und Familie, Unterricht und Erziehung einschließlich einer umfassenden Universitätsreform sowie Armenfürsorge beschrieb Luther bereits 1520 diejenigen Bereiche, die spätestens nach 1555 zum festen Aufgabenbereich der weltlichen Obrigkeiten gehörten.“ (Schnabel-Schüle: Die Reformation, 2006, S. 95)</p>
<ul>
<li><a href="https://www.google.de/books/edition/An_den_Christlichen_Adel_deutscher_Natio/LJZbAAAAcAAJ?gbpv=1">digitalisierte Datei der originalen Schrift von 1520 (Google Books)</a></li>
</ul>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12086" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-schriften-messe.png" alt="Zitat: „Mit dem Angriff auf die Messe (...) und auf die Sakramente hatte Luther die römische Kirche ins Mark getroffen.“ (Helga Schnabel-Schüle)" width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-schriften-messe.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-schriften-messe-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-schriften-messe-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-schriften-messe-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<div id="attachment_11041" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-11041" class="size-full wp-image-11041" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-schrift-babylon.jpg" alt="Erste Seite von Luthers Schrift De captivitate Babylonica ecclesiae (Google Books)" width="300" height="427" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-schrift-babylon.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-schrift-babylon-211x300.jpg 211w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-11041" class="wp-caption-text">Erste Seite von Luthers Schrift &#8222;De captivitate Babylonica ecclesiae&#8220; (Google Books)</p></div>
<p><strong>„Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“</strong> (Oktober 1520) verfasste Luther in lateinscher Sprache, um Theologen und Gelehrte sowie ggf. Menschen, die der deutschen Sprache nicht mächtig waren, anzusprechen. Inhaltlich setzte sich Luther in dieser Schrift mit der Lehre der Sakramente auseinander und erkannte letztlich nur zwei, nämlich die Taufe und das Abendmahl, an. Bei der Beichte war er zunächst unsicher, Firmung, Ehe, Priesterweihe und Letzter Ölung gestand er keinen Sakramentscharakter zu. „Es war also eben der Bereich berührt, der zentral für die Vermittlung des Heils durch die Priester an die Gläubigen war und der der Frömmigkeit in einem hohen Maße Halt gab, da sich in den Sakramenten in erkennbarer Weise die Nähe Gottes materialisierte.“ (Leppin: Martin Luther, 3. Aufl., 2017, S. 158)</p>
<p>Auch das alte Verständnis der Messe lehnte er ab. Die Messe bzw. das Abendmahl seien nicht als eine Art Opfer für Gott (Schnabel-Schüle: Die Reformation, 2006, S. 96) zu verstehen, da sonst „aus dem Geschenk Christi eine Gabe des Menschen an Gott“ würde (Iserloh: Geschichte und Theologie der Reformation, 1980, S. 39). (Zu Luthers Gedanken über die „im gesamten Mittelalter gültigen Definition des Augustin, ein Sakrament sei res und signum, Sache und Zeichen“ siehe Leppin: Martin Luther, 3. Aufl., 2017, S. 159.)</p>
<p>Kurz: Gerade diese Inhalte dieser Schrift werden als Treffer ins Mark der römischen Kirche gewertet (Schnabel-Schüle: Die Reformation, 2006, S. 96), als Ziel Luthers ins „Herz der Priesterkirche“ bezeichnet. Nun wurde „vielen deutlich, dass Luther nicht die seit langem fällige Reform der Kirche brachte, sondern dass es in seinem Werk um grundlegende dogmatische Divergenzen ging.“ (Iserloh: Geschichte und Theologie der Reformation, 1980, S. 39)</p>
<ul>
<li><a href="https://books.google.de/books?id=BApcAAAAcAAJ&amp;hl=de&amp;pg=PP7#v=onepage&amp;q&amp;f=false">digitalisierte Datei der originalen Schrift von 1520 (Google Books)</a></li>
</ul>
<div id="attachment_11044" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-11044" class="size-full wp-image-11044" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-schrift-freiheit.jpg" alt="Erste Seite von Luthers Schrift Von der Freiheit eines Christenmenschen (Google Books)" width="300" height="407" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-schrift-freiheit.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-schrift-freiheit-221x300.jpg 221w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-11044" class="wp-caption-text">Erste Seite von Luthers Schrift &#8222;Von der Freiheit eines Christenmenschen&#8220; (Google Books)</p></div>
<p>Als Luther <strong>„Von der Freiheit eines Christenmenschen“</strong> veröffentlichte (November 1520, zurückdatiert auf den September), war kurz zuvor die Bannandrohungsbulle des Papstes publiziert worden: „Exsurge Domine“ (dt. „Erhebe dich, Herr“). Diese wurde im Juni verabschiedet – und der päpstliche Gesandte Karl von Miltritz versuchte daraufhin, noch einen Konsens zwischen Luther und Papst Leo X. herbeizuführen. Luther sollte einen Brief an den Papst schreiben, darin „‘seine Geschichte‘ erzählen, die Schuld an dem Zerwürfnis mit Rom ausschließlich Eck anlasten und dem Papst einen Beweis seiner geistlichen Gesinnung liefern“ (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 126). Luther schrieb also seine berühmte Freiheitsschrift, in Latein und auf Deutsch und sandte sie, zusammen mit einem Anschreiben, an den Papst. Die Freiheitsschrift zeigte sich als ein Text ohne Polemik, vielmehr mit der Erklärung eines Freiheitsverständnisses, das der wahre Christ zwei Naturen habe, eine geistige und eine leibliche: So sei der Mensch Herr über alle Dinge, niemandem untertan, und er sei gleichzeitig ein Knecht aller Dinge. (Siehe Schnabel-Schüle: Die Reformation, 2006, S. 96.) Im Bauernkrieg wurde allerdings nur die erste „Losung“ zitiert und auf die Freiheit vor den Obrigkeiten bezogen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-12082 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-exkommunikation-2.png" alt="Zitat: „(...) ein Fanal, das dem endgültigen Bruch mit der römischen Kirche gleichkam und (...) seine Exkommunikation nach sich zog.“ (Harm Klueting)" width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-exkommunikation-2.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-exkommunikation-2-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-exkommunikation-2-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-exkommunikation-2-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />Kurz und gut: Es blieb bei der Bulle und Luther sowie seine Mitstreiter sollten innerhalb von 60 Tagen ihre Lehren widerrufen. Für die Bekanntmachung der Bulle im Reich wurden Johannes Eck und Hieronymus Aleander (1480-1542), ein italienischer Humanist und Kardinal, benannt. Die Fronten waren abgesteckt: In Köln und Mainz wurden Ende 1520 Luthers Schriften verbrannt, Luther verbrannte im Gegenzug das päpstliche Rechtsbuch (die kanonischen Rechte) und die Bulle. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Verbrennen von Büchern nicht so negativ besetzt ist wie in unseren Zeiten. Und doch kann dieser Akt angesehen werden als „ein Fanal, das dem endgültigen Bruch mit der römischen Kirche gleichkam und den päpstlichen Bann durch die Bulle <em>Decet Romanum Pontificem</em> vom 3. Januar 1521 und damit seine Exkommunikation nach sich zog.“ (Klueting: Das konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 155)</p>
<ul>
<li><a href="https://www.google.de/books/edition/Von_der_Freiheit_eines_Christenmenschen/AukrAAAAIAAJ?gbpv=1">digitalisierte Datei der originalen Schrift von 1520 (Google Books)</a></li>
</ul>
</div></section><br />
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<p><strong>Erwin Iserloh:</strong> Geschichte und Theologie der Reformation im Grundriss. Paderborn 1980.</p>
<p><strong>Thomas Kaufmann:</strong> Erlöste und Verdammte. Eine Geschichte der Reformation. München 2016.</p>
<p><strong>Harm Klueting:</strong> Das Konfessionelle Zeitalter. Europa zwischen Mittelalter und Moderne. 480 S. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt  2015.</p>
<p><strong>Volker Leppin:</strong> Martin Luther. 3., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Darmstadt 2017.</p>
<p><strong>Helga Schnabel-Schüle:</strong> Die Reformation 1495-1555. Politik mit Theologie und Religion. Stuttgart 2006.</p>
</div></section></p></div>
<div  class='flex_column av-3vrpsn-27fbd94129b3c472eef4d16d25e081e3 av_one_half  avia-builder-el-4  el_after_av_one_full  el_before_av_one_half  first flex_column_div  column-top-margin'     ><p><div  class='hr av-23241z-d7df650c1d2fa554c56a3ac01eb2370a hr-short  avia-builder-el-5  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first  hr-left'><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div><br />
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<p><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-nach-der-veroeffentlichung-seiner-thesen/">zur Einleitung „Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen“</a></p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zur Gesamteinleitung „Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung“</a></p>
</div></section></p></div>
<div  class='flex_column av-3anoon-99a79e68c59c07a21c42c39fbb76ad3b av_one_half  avia-builder-el-7  el_after_av_one_half  el_before_av_one_full  flex_column_div  column-top-margin'     ><p><div  class='hr av-mdkj8plc-35e68701e4f413497e9c6fbe4d9f80cc hr-short  avia-builder-el-8  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first  hr-right'><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div><br />
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<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-drei-wegweisende-schriften/">Martin Luther im Jahr 1520: Drei wegweisende Schriften</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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		<title>Martin Luther: Disputationen und Gespräche in Heidelberg, Augsburg und Leipzig</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Oct 2025 13:51:22 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Augsburger Reichstag]]></category>
		<category><![CDATA[Augustiner-Eremiten]]></category>
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		<category><![CDATA[Luther]]></category>
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		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-disputationen-und-gespraeche-in-heidelberg-augsburg-und-leipzig/">Martin Luther: Disputationen und Gespräche in Heidelberg, Augsburg und Leipzig</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div  class='flex_column av-2vjhmn-560f68b39672e11b8fe2b5cde482cd46 av_one_full  avia-builder-el-0  el_before_av_hr  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><section  class='av_textblock_section av-md64ov2g-a89fd400e039496a8ab1c7d85f956dd6 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h5>Geschichte der Reformation</h5>
<h1>Martin Luther: Disputationen und Gespräche in Heidelberg, Augsburg und Leipzig</h1>
<p>(Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen, Teil 1; <a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-nach-der-veroeffentlichung-seiner-thesen/">zur Übersicht</a>)</p>
<div id="attachment_10971" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10971" class="wp-image-10971 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/cranach-d-aeltere-luther-1520.jpg" alt="Martin Luther als Augustinermönch im Ordenshabit, Brustbild nach links, mit Inschrift; Stich von Lucas Cranach dem Älteren; Wikimedia commons – CollectionBritish Museum (public domain)" width="300" height="420" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/cranach-d-aeltere-luther-1520.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/cranach-d-aeltere-luther-1520-214x300.jpg 214w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-10971" class="wp-caption-text">Martin Luther als Augustinermönch im Ordenshabit, Brustbild nach links, mit Inschrift; Stich von Lucas Cranach dem Älteren; <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Heidelberger_Disputation">Wikimedia commons – Collection</a><br /><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Heidelberger_Disputation">British Museum</a> (public domain)</p></div>
<h2>Heidelberg: Disputation Luthers bei den Augustiner-Eremiten</h2>
<p>Den Beginn machte im April 1518 die Disputation Luthers bei den Augustiner-Eremiten in Heidelberg. Natürlich wurde auch in diesem, sprich: seinem Orden viel über seine Gedanken und Schriften gesprochen und diskutiert. Hier stellte Luther seinen Mitbrüdern Thesen vor, die in einigen Bereichen über seine 95 Wittenberger Thesen hinausgingen. Luther betonte, dass der Mensch nicht durch Werke, sondern nur durch den Glauben Erlösung finden könne. (Leppin: Martin Luther, 3. Aufl., 2017, S. 133)</p>
<p>Zudem ging es um den nach Luther nicht vorhandenen freien Willen und damit in Zusammenhang um die „Abhängigkeit der Theologie von der Philosophie des Aristoteles“: Der Mensch sei „Gott gegenüber ganz und gar passiv (…) und (habe) ihm gegenüber keinen freien Willen“ (Jung: Reformation und Konfessionelles Zeitalter, 2012, S. 33).</p>
<p>Interessanterweise führten die Gespräche darüber nicht dazu, dass Luther seine Ansichten änderte oder dass ihm Vorhaltungen gemacht wurden, ihm vielleicht sogar der Ausschluss aus dem Orden angedroht wurde. Im Gegenteil: Etliche Augustiner solidarisierten sich mit ihm, einige gehörten später sogar zu den bekannten Reformatoren, namentlich Martin Bucer (1491-1551) und Johannes Brenz (1499-1570). (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 182) Über die Wichtigkeit dieses Zusammenkommens schreibt Thomas Kaufmann in seinem Buch „Erlöste und Verdammte“ (2016, S. 119): „Neben der Verbreitung Luther’scher Schriften durch den Druck bildete diese Veranstaltung das wichtigste Initial für die Entstehung einer reformatorischen Bewegung im Südwesten des Reiches.“</p>
<div id="attachment_10973" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10973" class="wp-image-10973 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/thomas_cajetan_kupferstich.jpg" alt="Kupferstich mit Portrait von Thomas Cajetan; Wikimedia Commons (public domain)" width="300" height="393" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/thomas_cajetan_kupferstich.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/thomas_cajetan_kupferstich-229x300.jpg 229w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-10973" class="wp-caption-text">Kupferstich mit Portrait von Thomas Cajetan; <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Cajetan">Wikimedia Commons</a> (public domain)</p></div>
<h2>Luther auf dem Reichstag in Augsburg</h2>
<p>Im Oktober 1518 kam es am Rande des Reichstags in Augsburg zu Gesprächen zwischen Luther und dem päpstlichen Sondergesandten Kardinal Thomas Cajetan (1469-1534). Cajetan galt damals als „einer der führenden theologischen Köpfe“. Es ging ihm, laut Schilling (Martin Luther, 2012, S. 184), nicht darum, Luther „um jeden Preis“ einer Verurteilung zuzuführen. Vielmehr bemühte er sich redlich, „dem Augustiner einen Ausweg aus der sich öffnenden Prozessfalle zu weisen.“ Laut Helga Schnabel-Schüle hätten sie sich beide sogar „erstaunlich gut“ verstanden.</p>
<p>Letztendlich spitzte sich die Diskussion oder besser: das Verhör, das über mehrere Tage dauerte, dann aber doch noch zu; es wurde aggressiver: Luther stellte das Primat des Papstes infrage (Schnabel-Schüle: Die Reformation, 2006, S. 77) – und vielleicht ihm die Tragweite seiner Thesen gar nicht so recht bewusst. Cajetan hingegen erkannte, dass Luthers Beharren „auf der persönlichen Heilsgewissheit das heilanstaltliche Gefüge der Papstkirche im Kern erschüttern musste“ (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 120). Es sei ein „Angriff auf die Autorität“ des Papstes gewesen (ebd.). Eine Verhaftung Luthers drohte – und so verließ er heimlich die Stadt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-12070 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-disputationen.png" alt="Schrift: „Auch in Leipzig ging es Eck darum, Luther als Ketzer zu enttarnen“, ihn „in eine Traditionslinie mit Wyclif und Hus zu stellen.“ (Helga Schnabel-Schüle) " width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-disputationen.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-disputationen-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-disputationen-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-disputationen-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<div id="attachment_10974" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10974" class="wp-image-10974 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/kuperstich-johannes-eck.jpg" alt="Johannes Eck, katholischer Theologe Gegner Martin Luthers Kupferstich von Peter Weinher d. Ä. (1572); Wikimedia commons: portraitindex.de (public domain)" width="300" height="415" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/kuperstich-johannes-eck.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/kuperstich-johannes-eck-217x300.jpg 217w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-10974" class="wp-caption-text">Johannes Eck, katholischer Theologe Gegner Martin Luthers Kupferstich von Peter Weinher d. Ä. (1572); <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Eck">Wikimedia commons: portraitindex.de</a> (public domain)</p></div>
<h2>Leipziger Disputation</h2>
<p>Einen weiteren Schritt weg von den Lehren der alten Kirche, weg von der Anerkennung des Papstes als Haupt der Kirche unternahm Luther bei der Leipziger Disputation von Ende Juni bis Mitte Juli 1519. Sein Gegenüber war nun der hoch anerkannte, humanistisch gebildete Theologe Johannes Eck (1486-1543), der sich mit Martin Luther und dem Priester und Hochschullehrer Andreas Bodenstein, genannt Karlstadt (1486-1541), zuvor schriftlich auseinandergesetzt hatte. In  Leipzig standen sie sich nun gegenüber: Drei Wochen dauerte die von dem sächsischen Herzog Georg von Sachsen (dem Bärtigen, 1471-1539) mitangeregte Disputation. Er war „persönlich an einer Klärung der theologischen Streitpunkte interessiert“ (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 187) war.</p>
<p>Der Streit um das Primat des Papstes hatte einen brisanten Hintergrund: Im 15. Jahrhundert wurde scharf diskutiert, ob die Entscheidungen der Konzile unter bestimmten Voraussetzungen sogar über der Autorität des Papstes stehen sollten. Letztendlich setzte sich der Papst in diesem Streit durch, unterstützt von Theologen, die die Notwendigkeit einer starken Leitung der Kirche durch den Papst darlegten. Und nun stand Martin Luther dort und behauptete, er könne mit historischen Hinweisen belegen, dass die einzelnen Päpste nie Oberhaupt der gesamten Kirche gewesen seien (vgl. Schilling: Martin Luther, 2012, S. 188, und Leppin: Martin Luther, 3. Aufl., 2017, S. 135 f.)</p>
<p>Im Verlauf der Disputation trieb Johannes Eck den Wittenberger immer weiter zu gewagten Thesen – „bis hin zur Solidarisierung mit einzelnen Lehrsätzen des 1415 als Ketzer verbrannten tschechischen Theologen Jan Hus, ja bis zur expliziten Aussage, dass auch Konzilien irren können und geirrt hätten“ (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 189). Laut Helga Schnabel-Schüle (Die Reformation, 2006, S. 85) war dies seitens Ecks genau so gewollt: Es ging ihm darum, „Luther als Ketzer zu enttarnen“.</p>
<p>Vor der Disputation war vereinbart worden, dass Theologen der Universitäten Erfurt und Paris auf Grundlage der protokollierten Streitgespräche entscheiden sollten, wer glaubhafter und klarer seine Thesen belegen könne. Erfurt weigerte sich und auch Paris urteilte nicht, wenngleich Letztere die Schriften Luthers verurteilten. Wichtiger war jedoch die weitere Polarisierung durch die Leipziger Disputation.</p>
</div></section><br />
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<p><strong>Martin H. Jung:</strong> Reformation und Konfessionelles Zeitalter (1517–1648). (Basiswissen Theologie<br />
und Religionswissenschaft Herausgegeben von Lukas Bormann) Göttingen 2021.</p>
<p><strong>Thomas Kaufmann:</strong> Erlöste und Verdammte. Eine Geschichte der Reformation. München 2016.</p>
<p><strong>Harm Klueting:</strong> Das Konfessionelle Zeitalter. Europa zwischen Mittelalter und Moderne. 480 S. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt  2015.</p>
<p><strong>Leppin, Volker:</strong> Martin Luther. 3., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Darmstadt 2017.</p>
<p><strong>Heinz Schilling:</strong> Martin Luther. Rebell in einer Zeit des Umbruchs. 728 S. C.H. Beck 2012.</p>
<p><strong>Helga Schnabel-Schüle:</strong> Die Reformation 1495-1555. Politik mit Theologie und Religion. Stuttgart 2006.</p>
</div></section></p></div>
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<section  class='av_textblock_section av-mdkjbu90-fcace8150015a07dfbc55c732650768d '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p style="text-align: left;"><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-nach-der-veroeffentlichung-seiner-thesen/">zur Einleitung &#8222;Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen&#8220;</a></p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zur Gesamteinleitung &#8222;Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung&#8220;</a></p>
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<section  class='av_textblock_section av-mdkjaxms-a4c194013795b95590168f3047c7965f '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p style="text-align: right;"><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-drei-wegweisende-schriften/">zum nächsten Kapitel: Teil 2: Drei wegweisende Schriften Luthers </a></p>
</div></section></p></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-disputationen-und-gespraeche-in-heidelberg-augsburg-und-leipzig/">Martin Luther: Disputationen und Gespräche in Heidelberg, Augsburg und Leipzig</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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		<title>Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Oct 2025 09:33:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Keine Anzeige]]></category>
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		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div  class='flex_column av-2vjhmn-560f68b39672e11b8fe2b5cde482cd46 av_one_full  avia-builder-el-0  el_before_av_one_half  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><section  class='av_textblock_section av-md64ov2g-a89fd400e039496a8ab1c7d85f956dd6 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h5>Geschichte der Reformation</h5>
<h1>Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen</h1>
<h2>Rechtfertigungen, Disputationen, Schriften und der Wormser Reichstag</h2>
<div id="attachment_10955" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-statue-magdeburg-300.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10955" class="size-full wp-image-10955" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-statue-magdeburg-300.jpg" alt="Lutherdenkmal in Magdeburg; Bild: Michael Schnell" width="300" height="450" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-statue-magdeburg-300.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-statue-magdeburg-300-200x300.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-10955" class="wp-caption-text">Lutherdenkmal in Magdeburg; Bild: Michael Schnell</p></div>
<p><strong>Die 95 Thesen waren, so der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann, die „Initialzündung ‚der‘ Reformation“ (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 112). Wie ging es danach weiter?</strong></p>
<p>Nachfolgend werden weitere Ereignisse rund um die Person Martin Luther beschrieben, z.B. seine Rechtfertigungen und Disputationen in Heidelberg, Augsburg und Leipzig, seine drei wichtigsten Schriften, die päpstliche Bannandrohungsbulle sowie die Geschehnisse auf dem Reichstag zu Worms – und mittendrin: Luthers endgültiger Bruch mit der alten Kirche!</p>
<h3>Überblick:</h3>
<ul>
<li><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-disputationen-und-gespraeche-in-heidelberg-augsburg-und-leipzig/">Teil 1: Disputationen und Gespräche in Heidelberg, Augsburg und Leipzig</a></li>
<li><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-drei-wegweisende-schriften/">Teil 2: Drei wegweisende Schriften: „An den christlichen Adel deutscher Nation“ (August 1520), „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ (Oktober 1520) und „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ (November 1520)</a></li>
<li><a href="https://webhistoriker.de/der-reichstag-zu-worms-luther-und-der-kaiser/">Teil 3: Der Reichstag zu Worms – Luther und der Kaiser</a></li>
</ul>
</div></section><br />
<div  class='hr av-2rp8s7-2c90ef45f3abc3a3de364173d8db327f hr-default  avia-builder-el-2  el_after_av_textblock  el_before_av_textblock '><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div><br />
<section  class='av_textblock_section av-mdk8gaiw-2616363dbc3d7729a3353ec8de221eb3 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h2>Verwendete Literatur</h2>
<p><strong>Thomas Kaufmann:</strong> Erlöste und Verdammte. Eine Geschichte der Reformation. München 2016.</p>
</div></section></p></div><div  class='flex_column av-3vrpsn-27fbd94129b3c472eef4d16d25e081e3 av_one_half  avia-builder-el-4  el_after_av_one_full  el_before_av_one_half  first flex_column_div  column-top-margin'     ><p><div  class='hr av-23241z-d7df650c1d2fa554c56a3ac01eb2370a hr-short  avia-builder-el-5  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first  hr-left'><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div><br />
<section  class='av_textblock_section av-mdkjbu90-fcace8150015a07dfbc55c732650768d '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p style="text-align: left;"><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zur Einleitung</a></p>
</div></section></p></div></p>
<div  class='flex_column av-3anoon-99a79e68c59c07a21c42c39fbb76ad3b av_one_half  avia-builder-el-7  el_after_av_one_half  el_before_av_one_full  flex_column_div  column-top-margin'     ><p><div  class='hr av-mdkj8plc-35e68701e4f413497e9c6fbe4d9f80cc hr-short  avia-builder-el-8  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first  hr-right'><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div><br />
<section  class='av_textblock_section av-mdkjaxms-e3953b884708303cac87f4529a75e136 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p style="text-align: right;"><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-disputationen-und-gespraeche-in-heidelberg-augsburg-und-leipzig/">zum nächsten Kapitel: Teil 1: Disputationen und Gespräche in Heidelberg, Augsburg und Leipzig</a></p>
</div></section></p></div>
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		<title>Die katholische Kirche vor der Reformation</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Jul 2025 17:33:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[katholische Reform]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Thesenanschlag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/die-katholische-kirche-vor-der-reformation/">Die katholische Kirche vor der Reformation</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div  class='flex_column av-2vjhmn-560f68b39672e11b8fe2b5cde482cd46 av_one_full  avia-builder-el-0  el_before_av_one_half  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><section  class='av_textblock_section av-md64ov2g-a89fd400e039496a8ab1c7d85f956dd6 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h5>Geschichte der Reformation</h5>
<h1>Die katholische Kirche vor der Reformation</h1>
<h2>Über den Zustand der alten Kirche im Spätmittelalter – mit Anmerkungen zu den Begrifflichkeiten katholische Reform, Gegenreformation und Konfessionalisierung</h2>
<p><strong>Die Kirche machte im Spätmittelalter keinen guten Eindruck. Päpste, Bischöfe und Domkapitel interessierten sich teilweise mehr für ihren eigenen Wohlstand und Lebensstil als für ihre seelsorgerischen Pflichten. Bereits vor Martin Luther gab es Kritik daran – und die Kirchenführer reagierten darauf mit Bannandrohungen, Ketzereiprozessen, Verfolgungen und Hinrichtungen.</strong></p>
<h2>Geschichte des Mittelalters immer auch die Geschichte der Kirche?</h2>
<p>„Die Geschichte des Mittelalters ist immer auch die Geschichte der Kirche!“ Diesen Satz habe ich zu Beginn meiner Studienzeit (um 1990) mehrfach von einem Professor in einem theologischen Seminar an der Universität – GH – Essen (heute Universität Duisburg-Essen) vernommen – und ich weiß nicht, warum ich ihn bis heute im Gedächtnis behalten habe. Aus der Perspektive einer Geschichte, in deren Mittelpunkt Könige, Kaiser und Päpste standen, mag die Aussage gestimmt haben.</p>
<div id="attachment_9800" style="width: 410px" class="wp-caption alignright"><a href="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/ev-kirche-st-jakobus_50831762171_o.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9800" class="wp-image-9800" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/ev-kirche-st-jakobus_50831762171_o-1030x1030.jpg" alt="Jakobus-Kirche in Breckerfeld, erbaut im Spätmittelalter ab 1390 (heute evangelisch). " width="400" height="400" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/ev-kirche-st-jakobus_50831762171_o-1030x1030.jpg 1030w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/ev-kirche-st-jakobus_50831762171_o-300x300.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/ev-kirche-st-jakobus_50831762171_o-80x80.jpg 80w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/ev-kirche-st-jakobus_50831762171_o-768x768.jpg 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/ev-kirche-st-jakobus_50831762171_o-36x36.jpg 36w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/ev-kirche-st-jakobus_50831762171_o-180x180.jpg 180w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/ev-kirche-st-jakobus_50831762171_o-705x705.jpg 705w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/ev-kirche-st-jakobus_50831762171_o.jpg 1200w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><p id="caption-attachment-9800" class="wp-caption-text">Jakobus-Kirche in Breckerfeld, erbaut im Spätmittelalter ab 1390 (heute evangelisch).</p></div>
<p>Zu meinem ersten Mittelalter-Seminar kaufte ich mir Hartmut Boockmanns „Einführung in die Geschichte des Mittelalters“ (4., durchgesehene Auflage von 1988), die ich immer mal wieder aus dem Bücherregal ziehe. Boockmann führt aus (S. 113 ff.), dass der Papst im Alltag der Menschen nicht präsent war – selbst mit einem einfachen Geistlichen sei der frühmittelalterliche Mensch „zwischen Taufe und Tod“ nicht in Kontakt getreten. Dies habe sich erst im Hochmittelalter, also ab der Mitte des 11. Jahrhunderts, geändert, als mit zunehmenden Bevölkerungszahlen und der Neugründung vieler Dörfer auch etliche Pfarrkirchen errichtet wurden. Die europäische Kirche wurde „nun tatsächlich bis zu einem gewissen Grade Papstkirche“ – einzelne Beschlüsse des Stellvertreters Christi drangen teilweise bis zur eigenen Pfarrkirche vor.</p>
<p>Und sicherlich hat dieses entstehende Netzwerk in den gut 200 Jahren vor der Reformation, also im späten Mittelalter ca. (ca. 1250 bis ca. 1500), auch dazu beigetragen, dass Proteste gegen die Kirche schneller Verbreitung fanden. Kritisiert wurden der Reichtum der Kirche, die Korruption und die damit teilweise einhergehende zunehmende Machtfülle sowie die fehlende moralische Integrität ihrer Vertreter. „Wer sich im Zustand der Todsünde befindet, ist weder weltlicher Herr noch kirchlicher Prälat und Bischof“, schrieb der englische Philosoph, Theologe und Kirchenreformer John Wyclif (um 1320-1384) und forderte die Abschaffung einiger Sakramente, auch des Ablasses und der Heiligenverehrung. (Zitat und weitere Inhalte: Meuthen: Das 15. Jahrhundert, 1984, S. 79.) Auch Jan Hus (ca. 1370–1415), Theologe, Prediger und Reformator, wandte sich in Böhmen gegen die Ablasspraktiken der Kirche und verlangte zudem das Recht der Laien auf die Eucharistie in beiderlei Gestalt (Brot und Wein).</p>
<h2>Die Missstände der römischen Kirche im späten Mittelalter</h2>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-12067 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-kloester.png" alt="Schriftzug: „(...) es grassierten bequemes Wohlleben, Übergehen der gelobten Keuschheit mit sichtbaren Folgen, weltliche Gesinnung überhaupt.“ (Michael Maurer)" width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-kloester.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-kloester-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-kloester-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-kloester-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />Die Kirche machte im Spätmittelalter keinen guten Eindruck. Der Kulturhistoriker Michael Maurer listet in seinem Buch „Konfessionskulturen“ (2019, S. 14) die Missstände des 15. Jahrhunderts vom Papst bis zum „einfachen“ Gläubigen auf:</p>
<ul>
<li>Die Päpste, „kultivierte, gebildete und weitgehend weltliche Herren“, interessierten sich weniger für Theologie, für ihre priesterliche Weihe und die damit verbundenen Pflichten sowie für die seelsorgerischen Dienste. Säkulare Dinge standen ihnen näher: „prunkvolle Hofhaltung und Bautätigkeit, für Musik und Literatur“. (S. 14)</li>
<li>Ähnliches zeigte sich bei den Bischöfen und Domkapiteln, die zumeist dem hohen Adel vorbehalten waren und auch als „bloße Versorgungsanstalten“ angesehen wurden. (S. 15)</li>
<li>Der niedere Klerus war oftmals schlecht ausgebildet, höchstens die Hälfte hatte einen akademischen Hintergrund. Das machte sie angesichts neuer intellektueller Strömungen wie dem Humanismus leicht angreifbar. Zudem betrachteten viele von ihnen die Pfarrstelle als Pfründe. (S. 15)</li>
<li>„In den übermäßig zahlreichen Ordensniederlassungen hatte man den Ernst und das Anliegen der Stifter vielfach vergessen; es grassierten bequemes Wohlleben, Übergehen der gelobten Keuschheit mit sichtbaren Folgen, weltliche Gesinnung überhaupt“, meint Maurer zu den Klöstern. (S. 15 f.)</li>
<li>Dem einfachen Kirchenvolk schreibt der Historiker (S. 16) ein Übermaß an Frömmigkeit zu, die sich im Festhalten an „äußerlichen Werken und Dingen“ manifestierte, eine, nach Meuthen „dingliche Frömmigkeit“ (Das 15. Jahrhundert, 1984, S. 81).</li>
</ul>
<div id="attachment_9804" style="width: 410px" class="wp-caption alignright"><a href="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMGP1538-scaled.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9804" class="wp-image-9804" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMGP1538-690x1030.jpg" alt="Statue: Jesus Christus, Heiligstes Herz Jesu (Sutri, Mittelitalien) - ein Zeichen der Frömmigkeit seit dem frühen Mittelalter" width="400" height="597" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMGP1538-690x1030.jpg 690w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMGP1538-201x300.jpg 201w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMGP1538-768x1147.jpg 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMGP1538-1028x1536.jpg 1028w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMGP1538-1371x2048.jpg 1371w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMGP1538-1004x1500.jpg 1004w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMGP1538-472x705.jpg 472w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/IMGP1538-scaled.jpg 1714w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a><p id="caption-attachment-9804" class="wp-caption-text">Statue: Jesus Christus, Heiligstes Herz Jesu (Sutri, Mittelitalien) &#8211; ein Zeichen der Frömmigkeit seit dem frühen Mittelalter</p></div>
<p>Bis auf den letzten Punkt handelte es sich dabei um Kritik an der bestehenden Kirche, jedoch nicht am christlichen Glauben – und eine Tendenz zur Säkularisierung gab es erst recht nicht. Im Gegenteil: Laut dem bekannten und einflussreichen französischen Historiker Lucien Febvre (1878-1956) hatte das Spätmittelalter „einen unstillbaren Hunger nach Gott“ (zitiert nach Meuthen: Das 15. Jahrhundert, 1984, S. 81). Laut Klueting war „die Intensität der Frömmigkeit in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts besonders groß“ (Das Konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 128 f.) – eine neue Frömmigkeit mit „Innerlichkeit, Privatheit und Individualität“ (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 31). Die Angst war groß: Der Schwarze Tod Mitte des 14. Jahrhunderts hatte seine Spuren hinterlassen, 100 Jahre später rückten die muslimischen Türken näher, göttliche Strafen inklusive Fegefeuer und Hölle drohten, aber auch Kriege und Hungersnöte durch ungewöhnliche Wetterereignisse. Bildnisse, die Skelette mit Reich und Arm, mit Geistlichen und Bauern tanzend zeigten, machten deutlich, dass der Tod jeden zu jeder Zeit hinwegraffen konnte. Die Menschen suchten Sicherheit und Schutz durch ein frommes Leben, durch gottesfürchtige Werke, durch Anrufung von Heiligen ebenso wie durch materielle Gaben wie Messstiftungen und Ablässe. (Siehe Meuthen: Das 15. Jahrhundert, 1984, S. 81, Klueting: Das Konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 128 ff., Maurer: Konfessionskulturen, 2019, S. 16.)</p>
<h2>Lichtblicke der römischen Kirche im Mittelalter</h2>
<p>Aber: „Die Kirche vor der Reformation war nicht nur Niedergang, Schisma und Streit um Konzils- und Papstprimat“ (Klueting: Das Konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 122), es gab auch Lichtblicke: Große Mystiker wie z.B. Bernhard von Clairvaux (um 1090-1153), Hildegard von Bingen (1098–1179), Joachim von Fiore (1130/1135–1202), Franz von Assisi (um 1181–1226) und Mechthild von Magdeburg (13. Jahrhundert) entwickelten neue Formen der Spiritualität, der Gotteserkenntnis, der Gottesnähe. Und tatsächlich meldeten sich schon im 15. Jahrhundert einzelne Reformer zu Wort, die mit den Zuständen in der Kirche unzufrieden waren, insbesondere mit dem Großen Abendländischen Schisma (1378–1417) und dem Gehabe der Renaissancepäpste. Zu ihnen zählten beispielweise der Philosoph und Theologe Nikolaus von Kues (1401-1464), der italienische Geistliche und Humanist Aegidius von Viterbo (1469-1532) sowie der Dominikaner und Kardinal Thomas Cajetan (1469-1534).</p>
<p>Es gab einige Bestrebungen, Kirchenreformen durchzuführen, so auf dem Konzil von Konstanz (1414-1418) und dem Konzil von Basel (1431–1449). In dieser Zeit wurde auch über die Stellung des Papstes und der Konzilien diskutiert: Sollten die Entscheidungen der Konzile unter bestimmten Voraussetzungen sogar über der Autorität des Papstes stehen? (Der Papst sollte sich in diesem Streit letztendlich durchsetzen.) Es gab Ordensreformen, die der Tatsache Rechnung zollten, dass es in den vergangenen Jahrhunderten zunehmend neue religiöse Verbindungen gegeben hatte, vom Bettelorden bis hin zu Frauengemeinschaften. Auch das humanistische Gedankengut sollte seine Wirkungen auf Glauben und Kirche entfalten.</p>
<h2>Begrifflichkeiten: Gegenreformation, katholische Reform, Konfessionalisierung</h2>
<p>Auf die (lutherische) Reformation folgte die Gegenreformation der katholischen Seite – diese von dem deutschen Historiker Leopold von Ranke (1795-1886) geprägte Einteilung impliziert, dass sich die katholische Kirche erst nach Luther und den weiteren Reformatoren auf eigene Reformen besann: ein einfaches Ursache-Wirkung-Prinzip also (s. Maurer: Konfessionskulturen, 2019, S. 83). Die vorangegangenen Ausführungen sollen jedoch deutlich gemacht haben, dass dem nicht so war. Daher sprechen einige Historiker von der katholischen Reform und (!) der Gegenreformation: Erstgenannter Begriff umfasst den Veränderungsprozess der katholischen Kirche insgesamt – und damit auch die zahlreichen Veränderungen im 15. Jahrhundert –, während der Begriff der Gegenreformation die Umgestaltungen der katholischen Seite bezeichnet, die als Reaktion auf die lutherischen und reformierten Bewegungen im 16. Jahrhundert erfolgten – dazu zählt auch die Rekatholisierung einzelner Länder durch ihre weltlichen Fürsten.</p>
<p>Hinzu kommt schließlich noch der Begriff der „Konfessionalisierung“, nach Klueting „der umfassende sozialgeschichtliche Veränderungsprozess“ (Das Konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 137), der sowohl die katholische als auch die lutherische und reformierte Seite betraf. Dazu mehr in einem späteren Kapitel.</p>
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<p><strong>Hartmut Boockmann:</strong> Einführung in die Geschichte des Mittelalters. 4., durchgesehene Auflage, Nördlingen 1988.</p>
<p><strong>Erwin Iserloh:</strong> Geschichte und Theologie der Reformation im Grundriß. 4. Auflage. Bonifatius GmbH, Druck-Buch-Verlag 1998.</p>
<p><strong>Leppin, Volker:</strong> Martin Luther. 3., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Darmstadt 2017.</p>
<p><strong>Harm Klueting:</strong> Das Konfessionelle Zeitalter. Europa zwischen Mittelalter und Moderne. 480 S. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt  2015.</p>
<p><strong>Michael Maurer:</strong> Konfessionskulturen. <span id="productTitle" class="a-size-large celwidget" data-csa-c-id="iymvix-u707gh-smgs68-hjr2qg" data-cel-widget="productTitle">Die Europäer als Protestanten und Katholiken. Paderborn 2019.</span></p>
<p><strong>Erich Meuthen:</strong> Das 15. Jahrhundert. 2., ergänzte Auflage. München 1984.</p>
<p><strong>Heinz Schilling:</strong> Martin Luther. Rebell in einer Zeit des Umbruchs. 728 S. C.H. Beck 2012.</p>
</div></section></p></div>
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</div></section></p></div>
<div  class='flex_column av-3itr4m-50816616bdf018af5666e823f7887c98 av_one_half  avia-builder-el-7  el_after_av_one_half  el_before_av_one_full  flex_column_div  column-top-margin'     ><p><div  class='hr av-240u2u-ab3c2a962839d28f3473d4e01fb00d31 hr-short  avia-builder-el-8  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first  hr-right'><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div><br />
<section  class='av_textblock_section av-mixcke1l-b4016238cbdaf6d1b4f76dd450dbd119 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p style="text-align: right;"><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-nach-der-veroeffentlichung-seiner-thesen/">zum nächsten Kapitel: Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen (Einleitung)</a></p>
</div></section></p></div>
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		<title>Beginn der Reformation: Martin Luthers &#8222;95 Thesen gegen den Ablass&#8220; (1517)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Jul 2025 16:50:20 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Luther]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/beginn-der-reformation-martin-luthers-95-thesen-gegen-den-ablass-1517/">Beginn der Reformation: Martin Luthers &#8222;95 Thesen gegen den Ablass&#8220; (1517)</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div  class='flex_column av-2vjhmn-560f68b39672e11b8fe2b5cde482cd46 av_one_full  avia-builder-el-0  el_before_av_hr  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><section  class='av_textblock_section av-md64ov2g-a89fd400e039496a8ab1c7d85f956dd6 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h5>Geschichte der Reformation</h5>
<h1>Beginn der Reformation: Martin Luthers &#8222;95 Thesen gegen den Ablass&#8220; (1517)</h1>
<p><strong>Martin Luther (1483-1546) verfasste und veröffentlichte 1517, kurz vor seinem 34. Geburtstag, seine “95 Thesen gegen den Ablass”, eine Schrift, die oftmals als Startpunkt der Reformation angesehen wird. Sie richtete sich gegen die Ablasspraxis des Dominikanermönchs Johannes Tetzel im Auftrag Albrechts von Brandenburg, des Erzbischofs von Mainz und Landesherrn des Erzstifts Mainz.</strong></p>
<div id="attachment_9768" style="width: 1202px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9768" class="size-full wp-image-9768" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/171018-luther-halle.jpg" alt="Das Luther-Relief an der Marktkirche halle; Bild: Michael Schnell" width="1192" height="794" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/171018-luther-halle.jpg 1192w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/171018-luther-halle-300x200.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/171018-luther-halle-1030x686.jpg 1030w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/171018-luther-halle-768x512.jpg 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/171018-luther-halle-705x470.jpg 705w" sizes="auto, (max-width: 1192px) 100vw, 1192px" /><p id="caption-attachment-9768" class="wp-caption-text">Das Luther-Relief an der Marktkirche halle; Bild: Michael Schnell</p></div>
<p>Luther war der Sohn eines Vollbauers, also eines freien Bauern, der direkt dem Landesherrn unterstand. Sein Bildungsweg „war durchaus üblich“ (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 66): Der Trivialschule mit der Erlernung sprachlicher Fertigkeiten, aber auch mit der Vermittlung religiöser Inhalte, folgten die Lateinschule und das Studium der Artes Liberales (der „sieben freien Künste“) mit dem Magister-Abschluss. Damit hatte Luther grundlegende Kenntnisse in den Fächern Grammatik, Rhetorik, Dialektik/Logik, Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie erlangt. Anschließend begann er ein Jurastudium, brach dieses allerdings nach einigen Wochen ab. Es war eine Zeit großer persönlicher Unsicherheiten, in der er schließlich ein Erlebnis hatte, das ihm große Angst und Schrecken bereitete: ein schweres Gewitter in offener Landschaft. „Hilff du, S. Anna, ich will ein monch werden!“, rief er aus (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 77). Dieses Ereignis von 1505 wurde von vielen Historikern und Theologen besprochen und diskutiert: Zeugen der Begebenheit gab es nicht und Luther selbst berichtete davon erst über 30 Jahre später, als sein Mönchsleben längst Geschichte war.</p>
<p>Es folgten der Eintritt in den Orden der Augustiner-Eremiten 1505 in Erfurt, die Priesterweihe und die Aufnahme des Theologiestudiums. Im Oktober 1508 ging er nach Wittenberg, wo er 1512 seinen Doktortitel erlangte und bis zu seinem Tod als Theologieprofessor wirkte.</p>
<h2><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-12059 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-thesen-5.png" alt="Zitat: „Seine Thesen sollten der akademischen und innerkirchlichen Wahrheitsfindung dienen.“ (Heinz Schilling)" width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-thesen-5.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-thesen-5-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-thesen-5-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-thesen-5-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />&#8230; doch nun zum Ablass!</h2>
<p>Der Ablass stellte einen Akt göttlicher Gnade dar, durch den die Kirche zeitliche Sündenstrafen erlassen konnte. Obwohl die eigentlichen Sünden im Sakrament der Beichte vergeben wurden, blieben die zeitlichen Konsequenzen bestehen. Der Ablass diente dazu, diese Strafen zu verkürzen. Er wurde im Mittelalter ein Teil der Bußpraxis. (Siehe dazu: Katholisches Online-Nachschlagewerk: Kirche von A bis Z, Artikel „Ablass, der“, online abrufbar unter: <a href="https://www.katholisch.de/lexikon/782-ablass">https://www.katholisch.de/lexikon/782-ablass</a>, abgerufen am 12.07.2025.) Zeitliche Sündenstrafen betrafen geringfügigere Vergehen, für die eine innere Reinigung erforderlich war, um eine Befreiung zu erlangen. Diese Läuterung konnte im irdischen Leben durch Reue, Bußhandlungen oder den Ablass erfolgen, nach dem Tod auch im Fegefeuer. (Siehe dazu: Claudius Verlag: Schülerlexikon, Artikel „Zeitliche Sündenstrafen“, online abrufbar unter: <a href="https://www.claudius.de/schueler/lexikon/zeitliche-suendenstrafen">https://www.claudius.de/schueler/lexikon/zeitliche-suendenstrafen</a>, abgerufen am 12.07.2025.)</p>
<div id="attachment_9771" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-95Thesen-1517.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9771" class="wp-image-9771" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-95Thesen-1517-721x1030.jpg" alt="Lutther, Martinus: Amore et studio elucidande veritatis, 1517 (Staatsbibliothek zu Berlin; Wikimedia Commons, public domain)" width="300" height="429" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-95Thesen-1517-721x1030.jpg 721w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-95Thesen-1517-210x300.jpg 210w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-95Thesen-1517-768x1097.jpg 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-95Thesen-1517-1075x1536.jpg 1075w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-95Thesen-1517-1050x1500.jpg 1050w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-95Thesen-1517-494x705.jpg 494w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-95Thesen-1517.jpg 1260w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-9771" class="wp-caption-text">Lutther, Martinus: Amore et studio elucidande veritatis, 1517 (Staatsbibliothek zu Berlin; Wikimedia Commons, public domain) &#8211; Anklicken zur Großansicht!</p></div>
<p>Martin Luther lehnte die Lehre vom Ablass nicht grundsätzlich ab – und es ging ihm auch nicht um die praktischen Auswirkungen: Weder verfasste er die Thesen aus reiner Sorge um das Seelenheil der Menschen, die sich mit dem Kauf eines Ablassbriefs „reinwaschen“ konnten, noch ging es ihm um die „fiskalisch-kirchenpolitischen Zusammenhänge“, sprich um eine Bewertung der Verkäufe solcher Briefe, wie sie seit langem üblich waren. Vielmehr wollte Luther mit seinen 95 Thesen das Problem des Ablasses aus wissenschaftlicher Sicht erklären: „Seine Thesen sollten der akademischen und innerkirchlichen Wahrheitsfindung dienen.“ (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 164, s.a. Iserloh: Geschichte und Theologie der Reformation, 1980, S. 33) So kritisierte er das zeitgenössische Verständnis des Bußsakraments, betonte, dass die „kirchenrechtlichen Bußsatzungen (…) allein den Lebenden auferlegt“ (8. These, siehe <a href="https://www.luther2017.de/de/martin-luther/texte-quellen/die-95-thesen/">https://www.luther2017.de/de/martin-luther/texte-quellen/die-95-thesen/</a>) seien: „10. Dumm und übel handeln diejenigen Priester, die Sterbenden kirchenrechtliche Bußstrafen für das Fegfeuer vorbehalten. 11. Jenes Unkraut von kirchlicher Bußstrafe, die in Fegfeuerstrafe umgewandelt werden muss, ist offenbar gerade, als die Bischöfe schliefen, ausgesät worden.“ (Ebd.) Ebenso verwerflich war nach Luther der Handel mit den Ablässen: „28. Das ist gewiss: Fällt die Münze klingelnd in den Kasten, können Gewinn und Habgier zunehmen. Die Fürbitte der Kirche aber liegt allein in Gottes Ermessen.“ (Ebd.) Wichtiger und nützlicher als der Kauf von Ablässen sei die Hilfe für Bedürftige. Schließlich kritisiert Luther noch die Verwendung der Ablassgelder durch den Papst für den Bau einer Kirche: „86. Wiederum: Warum baut der Papst, dessen Reichtümer heute weit gewaltiger sind als die der mächtigsten Reichen, nicht wenigstens die eine Basilika des Heiligen Petrus mehr von seinen eigenen Geldern als von denen der armen Gläubigen?“ (Ebd.)</p>
<p>Martin Luther wusste um die große Ablasskampagne, die Geld für den Um- und Neubau der Peterskirche in Rom sammelte. Er ahnte jedoch nicht, dass die Hälfte der Gelder gar nicht den Weg dorthin fand. Vielmehr nutzte Albrecht von Brandenburg (1490-1545) das Geld, um sich die Herrschaft über zwei Bistümer zu sichern. Er war bereits seit 1513 Erzbischof von Magdeburg, ein Jahr später Erzbischof und Kurfürst zu Mainz, vier Jahre später auch Kardinal.</p>
<p>Albrecht erhielt von Luther ein Exemplar seiner Thesen und musste mit ansehen, dass sich diese Thesen schnell verbreiteten. „Auf nicht mehr nachvollziehbaren Wegen gelangte der Wittenberger Druck in die Hände auswärtiger Drucker. Sie witterten ein Geschäft und verbreiteten ihn rasch als Nachdruck über das Reich“, schreibt Schilling (Martin Luther, 2012, S. 166). Auch deutsche Übersetzungen wurden angefertigt und erreichten damit auch ein nicht-akademisches Publikum. (Siehe Klueting: Das Konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 152.)</p>
<p>Der Erzbischof Albrecht schickte einen Druck nach Rom, gab ein Gegengutachten in Auftrag und suchte auch den Weg einer Unterlassungsklage gegen Luther. All dies blieb für den Thesen-Autor folgenlos, im Gegenteil: Eine von Johann Tetzel (um 1460/65–1519), einem Dominikanermönch und Ablassprediger, angestrengte Disputation „zur Rechtfertigung des Ablasshandels“ verschaffte der ganzen Diskussion sogar noch einen kräftigen Schub.</p>
<p>Zu diesem Zeitpunkt war sich Martin Luther selbst noch nicht bewusst, dass schon bald der Bruch mit der alten Kirche bevorstehen würde. Seine Thesen markierten jedoch den Beginn großer Veränderungen: Zum einen erlangte Luther selbst nun unter breiten Bevölkerungsschichten Bekanntheit, zum anderen sollten die Theologie, die Politik und das gesellschaftliche Zusammenleben im Heiligen Römischen Reich zum Teil grundlegenden Änderungen unterworfen sein.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-12064 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-thesenanschlag-2.png" alt="Zitat: „Ob er das nun an die Kirche geschlagen hat, das ist völlig unwichtig, aber man braucht Symbole“ (Volker Reinhardt)" width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-thesenanschlag-2.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-thesenanschlag-2-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-thesenanschlag-2-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-thesenanschlag-2-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<h2>&#8230; und? Gab es den Thesenanschlag?</h2>
<p>Den gab es vielleicht, vielleicht aber auch nicht – die Meinungen der Historiker dazu gehen auseinander. Aber: „Das ist völlig nebensächlich“, meint Volker Reinhardt in einem Deutschlandfunk-Kultur-Gespräch mit der Sozialwissenschaftlerin und Journalistin Anne Françoise Weber, an dem auch der Historiker, Volker Leppin, teilgenommen hat. „Luther hatte andere Möglichkeiten, die Massen zu erreichen, er ist – darüber werden wir sicher noch sprechen – ein Mediengenie, er beliefert die Druckerpresse in einem Rhythmus wie es bis heute, glaube ich, kein anderer Mensch mehr geschafft hat. Er bloggt und twittert permanent. Ob er das nun an die Kirche geschlagen hat, das ist völlig unwichtig, aber man braucht Symbole“, so Reinhardt weiter. (Siehe Deutschlandfunk Kultur: Ein Ketzer mit mystischen Wurzeln – Zwei Luther-Spezialisten im Gespräch, online abrufbar unter: <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/zwei-luther-spezialisten-im-gespraech-ein-ketzer-mit-100.html">https://www.deutschlandfunkkultur.de/zwei-luther-spezialisten-im-gespraech-ein-ketzer-mit-100.html</a>, vom 20.03.2016, abgerufen am 15.07.2025.)</p>
</div></section><br />
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<p><strong>Deutschlandfunk Kultur:</strong> Ein Ketzer mit mystischen Wurzeln – Zwei Luther-Spezialisten im Gespräch (vom 20.03.2016), online abrufbar unter: <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/zwei-luther-spezialisten-im-gespraech-ein-ketzer-mit-100.html">https://www.deutschlandfunkkultur.de/zwei-luther-spezialisten-im-gespraech-ein-ketzer-mit-100.html</a></p>
<p><strong>Erwin Iserloh:</strong> Geschichte und Theologie der Reformation im Grundriß. 4. Auflage. Bonifatius GmbH, Druck-Buch-Verlag 1998.</p>
<p><strong>Katholisch.de:</strong> Lexikon Kirche von A bis Z, online abrufbar unter: <a href="https://www.katholisch.de/lexikon/">https://www.katholisch.de/lexikon/</a></p>
<p><strong>Volker Leppin:</strong> Martin Luther. 3., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Darmstadt 2017.</p>
<p><strong>Luther 2017. 500 Jahre Reformation.</strong> Website der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, online abrufbar unter: <a href="https://www.luther2017.de/">www.luther2017.de</a></p>
<p><strong>Harm Klueting:</strong> Das Konfessionelle Zeitalter. Europa zwischen Mittelalter und Moderne. 480 S. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt  2015.</p>
<p><strong>Heinz Schilling:</strong> Martin Luther. Rebell in einer Zeit des Umbruchs. 728 S. C.H. Beck 2012.</p>
</div></section></p></div>
<div  class='hr av-4wsnwn-03dd47d07d67e144cbcabfe8b93b725e hr-default  avia-builder-el-4  el_after_av_one_full  el_before_av_one_half '><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div>
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<section  class='av_textblock_section av-mdkjbu90-fcace8150015a07dfbc55c732650768d '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p style="text-align: left;"><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zur Einleitung</a></p>
</div></section></p></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/beginn-der-reformation-martin-luthers-95-thesen-gegen-den-ablass-1517/">Beginn der Reformation: Martin Luthers &#8222;95 Thesen gegen den Ablass&#8220; (1517)</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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		<title>Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Jul 2025 16:30:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div  class='flex_column av-2vjhmn-560f68b39672e11b8fe2b5cde482cd46 av_one_full  avia-builder-el-0  el_before_av_hr  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><section  class='av_textblock_section av-md64ov2g-a89fd400e039496a8ab1c7d85f956dd6 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h1>Die Geschichte der Reformation</h1>
<h2>Die Veränderungen der religiösen Landschaft Europas von Luthers Thesenanschlag bis zum Augsburger Religionsfrieden 1555</h2>
<div id="attachment_9765" style="width: 970px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9765" class="size-full wp-image-9765" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-auf-dem-Reichstag-zu-Worms-Anton-von-Werner-1877.jpg" alt="Luther auf dem Reichstag zu WormsAnton von Werner, 1877 (Replik nach dem Original von 1870); Wikimedia Commons (public domain)" width="960" height="507" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-auf-dem-Reichstag-zu-Worms-Anton-von-Werner-1877.jpg 960w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-auf-dem-Reichstag-zu-Worms-Anton-von-Werner-1877-300x158.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-auf-dem-Reichstag-zu-Worms-Anton-von-Werner-1877-768x406.jpg 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-auf-dem-Reichstag-zu-Worms-Anton-von-Werner-1877-710x375.jpg 710w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-auf-dem-Reichstag-zu-Worms-Anton-von-Werner-1877-705x372.jpg 705w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><p id="caption-attachment-9765" class="wp-caption-text">Luther auf dem Reichstag zu Worms; Anton von Werner, 1877 (Replik nach dem Original von 1870); <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Luther_auf_dem_Reichstag_zu_Worms">Wikimedia Commons (public domain)</a></p></div>
<p>Die Reformation kann als eine durch Martin Luther ausgelöste Bewegung innerhalb der christlich-abendländischen Welt angesehen werden, die zur Spaltung der (alten) Kirche führte. Fortan gab es neben der katholischen Kirche auch protestantische Kirchen: die Lutheraner, die Reformierten (Calvinisten und Zwinglianer) sowie die Täufer. Der Begriff Reformation ist insofern passend, als dass Luther eigentlich eine „Wiederherstellung“ oder „Erneuerung“ der einen, alten Kirche wollte. Wie erwähnt kam es hingegen zur Spaltung der alten Kirche, neue Glaubensrichtungen entstanden und auch die alte Kirche veränderte sich bzw. setzte ihre bereits begonnenen Änderungen fort. Dieser Gesamtprozess inklusive seiner doch recht umfangreichen Auswirkungen auf das politische und soziale Leben können deshalb auch als Konfessionalisierung, der Zeitraum als Konfessionelles Zeitalter bezeichnet werden.</p>
<p>Dieser mehrteilige Artikel soll helfen, ein Gefühl für die Bedeutung der religiösen Umwälzungen des 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts zu entwickeln, und etwas Orientierung bieten. Dazu werden einzelne chronologische Eckpunkte sowie theologische Grundansichten erwähnt und erklärt. Zudem gibt es einige Link- und Literaturtipps für alle, die sich eingehender mit diesem Thema beschäftigen möchten.</p>
</div></section><br />

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</div></section></p></div>
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<p>Martin Luther (1483-1546) verfasste und veröffentlichte 1517, kurz vor seinem 34. Geburtstag, seine “95 Thesen gegen den Ablass”, eine Schrift, die oftmals als Startpunkt der Reformation angesehen wird. Sie richtete sich gegen die Ablasspraxis des Dominikanermönchs Johannes Tetzel im Auftrag Albrechts von Brandenburg, des Erzbischofs von Mainz und Landesherrn des Erzstifts Mainz.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/beginn-der-reformation-martin-luthers-95-thesen-gegen-den-ablass-1517/">zum Beitrag &#8222;Beginn der Reformation&#8220;</a></p>
</div></section></div>

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<p>Die Kirche machte im Spätmittelalter keinen guten Eindruck. Päpste, Bischöfe und Domkapitel interessierten sich teilweise mehr für ihren eigenen Wohlstand und Lebensstil als für ihre seelsorgerischen Pflichten. Bereits vor Martin Luther gab es Kritik daran – und die Kirchenführer reagierten darauf mit Bannandrohungen, Ketzereiprozessen, Verfolgungen und Hinrichtungen.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-katholische-kirche-vor-der-reformation/">zum Beitrag &#8222;Die katholische Kirche vor der Reformation&#8220;</a></p>
</div></section></div>

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<p>Die 95 Thesen waren, so der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann, die „Initialzündung ‚der‘ Reformation“ (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 112). Wie ging es danach weiter? In drei Teilen werden die Disputationen in Heidelberg, Augsburg und Leipzig, Luthers wegweisende Schriften sowie die Geschehnisse beim Reichstag zu Worms thematisiert:</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-nach-der-veroeffentlichung-seiner-thesen/">zur Einleitung &#8222;Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen&#8220;</a></p>
<div id="attachment_10955" class="wp-caption alignright"></div>
<ul>
<li><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-disputationen-und-gespraeche-in-heidelberg-augsburg-und-leipzig/">Teil 1: Disputationen und Gespräche in Heidelberg, Augsburg und Leipzig</a></li>
<li><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-drei-wegweisende-schriften/">Teil 2: Drei wegweisende Schriften: „An den christlichen Adel deutscher Nation“ (August 1520), „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ (Oktober 1520) und „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ (November 1520)</a></li>
<li><a href="https://webhistoriker.de/der-reichstag-zu-worms-luther-und-der-kaiser/">Teil 3: Der Wormser Reichstag – Luther und Kaiser Karl V.</a></li>
</ul>
</div></section></div>

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<p>Wie fanden Luthers reformatorische Ideen Verbreitung? Wie war es bestellt um die Formen der Kommunikation, um die Adressaten, um die Worte und Inhalte selbst und inwieweit sie das Interesse der Adressaten geweckt haben, um ihre Bereitschaft oder ihren Willen, diese Informationen weiterzugeben, sowie um die Wege, wo und wie sie dies taten?</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/netzwerke-und-buchdruck-die-verbreitung-der-reformatorischen-ideen-in-den-1520er-jahren/">zum Beitrag &#8222;Die Verbreitung der reformatorischen Ideen in den 1520er Jahren&#8220;</a></p>
</div></section></div>

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<p>Im Streit um das Wormser Edikt taten sich etliche Länder und Städte zusammen – und dieses gemeinsame Auftreten gegen den Kaiser wurde laut Thomas Kaufmann später als „Ursprung des Protestantismus“ (Erlöste und Verdammte, 2016, S. 180) gewertet.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/protest-protestation-protestanten-die-reichstage-zu-speyer-1526-und-1529/">zum Beitrag &#8222;Protest, Protestation, Protestanten – die Reichstage zu Speyer (1526 und 1529)&#8220;</a></p>
</div></section></div>

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<p>Bisher stand in den Kapiteln zur Reformation vor allem Martin Luther im Mittelpunkt. Zweifellos prägte seine Person die Bewegung maßgeblich und sein Wirken zog tiefgreifende Veränderungen nach sich. Doch auch in Zürich und bald darauf in anderen Schweizer Städten fand in den 1520er Jahren eine Reformation statt, die einige Parallelen aufzuweisen hatte.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/zwingli-und-die-zuercher-reformation/">zum Beitrag &#8222;Zwingli und die Zürcher Reformation&#8220;</a></p>
</div></section></div>

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<p>Im ersten Teil geht es um Calvins Weg zur Reformation, seinen ersten Aufenthalt in Genf 1536–1538 und den zweiten von 1541 bis zu seinem Tod 1564, um seine Kirchenordnung und die Kirchenzucht in Genf sowie um Begrifflichkeiten wie „Calvinismus“ und „Theokratie“. Der zweite Teil befasst sich mit dem „Epochenjahr“ 1559 und zeichnet kurz die Ausbreitung der reformierten Kirche in Europa nach: Deutschland, Frankreich, Niederlande und Schottland.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/johannes-calvin-die-stadt-genf-und-die-geschichte-des-calvinismus-der-reformierten-kirche/">zum Beitrag &#8222;Johannes Calvin und die Geschichte des Calvinismus&#8220;</a></p>
</div></section></div>

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<p>„Dies ist mein Leib“ und „Dies ist mein Blut“ – oder doch eher „Dies bedeutet mein Leib“ und „Dies bedeutet mein Blut“? Was meinte Jesus mit diesen Worten, als er beim Letzten Abendmahl seinen Jüngern Brot und Wein reichte? Die Antworten darauf gingen zwischen der alten Kirche und den Reformatoren, aber auch unter den Reformatoren selbst weit auseinander. Zwar interessieren solche theologischen Differenzen heute nur noch wenige Menschen, doch im 16. Jahrhundert waren sie ausschlaggebend Zerwürfnisse und Spaltungen.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/reformation-der-streit-um-das-abendmahl/">zum Beitrag &#8222;Reformation: Der Streit um das Abendmahl&#8220;</a></p>
</div></section></div>

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<p>Es gab etliche Versuche, die Einheit der Kirche wiederherzustellen – doch bereits auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 zeigte sich, wie tief die konfessionellen und politischen Gräben bereits waren. Bekenntnisse festigten den eigenen Standpunkt, es gab theologische Diskussionen und Streitgespräche. In den folgenden Jahren wurde die ganze Sache immer politischer, bis die endgültige Trennung der Konfessionen anstand und vollzogen wurde. Die folgenden kleineren Kapitel zeichnen die Geschehnisse vom Augsburger Reichstag bis zum Augsburger Frieden nach.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/1530-bis-1555-vom-augsburger-reichstag-zum-religionsfrieden/">zur Einleitung</a></p>
<ul>
<li><a href="https://webhistoriker.de/der-augsburger-reichstag-von-1530/">Teil 1: Der Augsburger Reichstag 1530</a></li>
<li><a href="https://webhistoriker.de/schmalkaldischer-bund-und-nuernberger-anstand/">Teil 2: Schmalkaldischer Bund und Nürnberger Anstand</a></li>
<li><a href="https://webhistoriker.de/augsburger-interim-und-die-formula-reformationis/">Teil 3: Augsburger Interim und die Formula reformationis</a></li>
<li><a href="https://webhistoriker.de/der-augsburger-religionsfrieden-1555/">Teil 4: Augsburger Religionsfrieden 1555</a></li>
<li><a href="https://webhistoriker.de/trienter-konzil-auch-tridentinum-genannt/">Teil 5: Das Konzil von Trient</a></li>
</ul>
</div></section></div>
<div  class='flex_column av-7fwvj-47db79a0a52a398fc359666c058ce726 av_one_full  avia-builder-el-48  el_after_av_one_full  el_before_av_one_full  first flex_column_div  column-top-margin'     ><section  class='av_textblock_section av-mkavpwuw-1829731a3c420f78266411f4e69bc53f '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h2>Weitere Inhalte zum Thema</h2>
<ul>
<li><a href="https://webhistoriker.de/linktipps-reformation-katholischereform-konfessionalisierung/">Linktipps zur Reformation, kath. Reform, Konfessionalisierung</a></li>
<li><a href="https://webhistoriker.de/alle-beitraege-auf-webhistoriker-de-zu-reformation-katholische-reform-konfessionalisierung/">Alle Beiträge auf WebHistoriker.de zu: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung</a></li>
</ul>
</div></section></div>
<div  class='flex_column av-nm1nz-abb11216edfebd4f35157d76429a3a6e av_one_full  avia-builder-el-50  el_after_av_one_full  avia-builder-el-last  first flex_column_div  column-top-margin'     ><style type="text/css" data-created_by="avia_inline_auto" id="style-css-av-494wbj-1177b0196222432cb51ffe1e42410490">
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<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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		<title>Bauernkrieg-Ausstellung in Kloster Veßra: Thema &#8222;Klöster&#8220;</title>
		<link>https://webhistoriker.de/bauernkrieg-ausstellung-in-kloster-vessra-thema-kloester/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 09 Jun 2025 15:31:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Keine Anzeige]]></category>
		<category><![CDATA[Bauernkrieg]]></category>
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		<guid isPermaLink="false">https://webhistoriker.de/?p=9154</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/bauernkrieg-ausstellung-in-kloster-vessra-thema-kloester/">Bauernkrieg-Ausstellung in Kloster Veßra: Thema &#8222;Klöster&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div  class='flex_column av-30fnov-d0af7b30e5aa6d205d4bb3d45743e41c av_one_full  avia-builder-el-0  el_before_av_hr  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><section  class='av_textblock_section av-mbnx4g0i-58d4c86683ac08172db0789862110d2f '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h1>Bauernkrieg-Ausstellung in Kloster Veßra: Thema &#8222;Klöster&#8220;</h1>
<p style="text-align: left;"><em>(<a href="https://webhistoriker.de/der-bauernkrieg-1525-im-henneberger-land/">Zur Einleitung und zur Übersicht aller fünf Ausstellungen zum Bauernkrieg im Henneberger Land</a>)</em></p>
<div id="attachment_9164" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9164" class="wp-image-9164" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-kirchenruine.jpg" alt="Überreste der Klosterkirche" width="300" height="450" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-kirchenruine.jpg 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-kirchenruine-200x300.jpg 200w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-kirchenruine-687x1030.jpg 687w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-kirchenruine-768x1152.jpg 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-kirchenruine-470x705.jpg 470w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-9164" class="wp-caption-text">Überreste der Klosterkirche, Kloster Veßra</p></div>
<p>Denke ich an diese Ausstellung zurück, kommen mir als erstes die Videos in den Sinn: Zwei Darsteller spielen zeitgenössische Stadtbürger (Georg Delhut und Bastian Cordes) aus Themar, einer kleinen Stadt in der Nähe des Klosters Veßra im südlichen Thüringen. Sie haben den Bauern geholfen und sind nun dafür bestraft worden. Es sind kurze und einfache, aber sehr eindrückliche Videos, die die möglichen Gefühle zweier Personen, die eigentlich nur das Beste für ihre Stadt wollten, sehr gut widerspiegeln: ihre Zerrissenheit und ihre Liebe zu ihrer Heimatstadt Themar. Ein drittes Video zeigt die Rolle einer Nonne aus dem nahegelegenen Kloster Trostadt, das 1525 geschlossen wurde: Die Tochter des Wilhelm IV. von Henneburg erzählt darin von Ihrer Verheiratung mit Johann VII. von Sayn, Graf zu Wittgenstein.</p>
<p>Die Ausstellung befindet sich in einem Freilichtmuseum rund um die Ruine der Klosterkirche Veßra. Ursprünglich als Prämonstratenserstift gegründet (12. Jahrhundert), war es zunächst ein Doppelkloster für Frauen und Männer. Die Frauen zogen jedoch nach einem Brand (1177) in ein das genannte Kloster Trostadt. In den Folgejahrhunderten entwickelte sich das Kloster Veßra zu einem „der politischen, ökonomischen und kulturellen Mittelpunkte des Henneberger Landes“ (s. die Website „Museum Virtuell“ <a href="https://museum-virtuell.com/virtuell-erleben/kloster-vessra/">https://museum-virtuell.com/virtuell-erleben/kloster-vessra/</a>, nach einem Text des Museums). Im Bauernkrieg wurde das Kloster besetzt, aber nicht zerstört. Die Klosterkirche brannte 1939 bis auf einige Mauern nieder.</p>
<p>Neben allgemeinen Informationen finden die Besucher*innen Erklärungen, wie ein „Gotteshaus zur Zielscheibe“ (aus der Überschrift einer Informationstafel) werden konnte und welche Klöster des Henneberger Landes von den Aufständischen angegriffen wurden. Auch die Zusammenhänge von Kirche, Theologie und Bauernkrieg werden näher beleuchtet: die Rolle der katholischen Kirche um 1500 ebenso wie die der Reformatoren, Täufer und Apokalyptiker. Spannend, wenngleich ich mir hierbei einen stärkeren Bezug zur Lage im Henneberger Land gewünscht hätte – dann aber hätte die Ausstellung ggf. deutlich mehr Platz gebraucht.</p>
<p><strong>Weitere Informationen:</strong></p>
<ul>
<li><a href="https://museumklostervessra.de/wp-content/uploads/2025/03/Faltblatt_1525_web.pdf">Flyer: Alle Informationen zu den fünf Ausstellungen (PDF)</a></li>
<li>Adresse: Hennebergisches Museum Kloster Veßra, Anger 35, 98660 Kloster Veßra</li>
<li>Die Ausstellung läuft noch bis zum 19. Oktober 2025.</li>
</ul>
</div></section></div>
<div  class='hr av-mxli7-0b2a1a51b1a6c750cffe0c4eed02d109 hr-default  avia-builder-el-2  el_after_av_one_full  el_before_av_one_full '><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div>

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</div></section><br />

<style type="text/css" data-created_by="avia_inline_auto" id="style-css-av-26fu8f-34d1bf907c6b85d0f10b3736f588f073">
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title='kloster-vessra-kirchenruine' alt='' /></div></a><a href="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-kirche-1-687x1030.jpg" data-srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-kirche-1-687x1030.jpg 687w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-kirche-1-200x300.jpg 200w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-kirche-1-768x1152.jpg 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-kirche-1-470x705.jpg 470w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-kirche-1.jpg 800w" data-sizes="(max-width: 687px) 100vw, 687px" data-rel='gallery-1' data-prev-img='https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-kirche-1-800x321.jpg' class='lightbox ' data-onclick='2' title='Türme der Klosterkirche des Klosters Veßra'  itemprop="thumbnailUrl"  ><img decoding="async" fetchpriority="high" class="wp-image-9182 avia-img-lazy-loading-not-9182"  data-avia-tooltip='Türme der Klosterkirche des Klosters Veßra' src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-kirche-1-495x400.jpg" width="495" height="400"  title='kloster-vessra-kirche' alt='' /><div class='big-prev-fake'><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-9182 avia-img-lazy-loading-9182"  width="800" height="321" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-kirche-1-800x321.jpg" title='kloster-vessra-kirche' alt='' /></div></a><a href="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-bauernkrieg-raum01-2-1030x687.jpg" data-srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-bauernkrieg-raum01-2-1030x687.jpg 1030w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-bauernkrieg-raum01-2-300x200.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-bauernkrieg-raum01-2-768x512.jpg 768w, 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src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-bauernkrieg-video03-1-800x321.jpg" title='kloster-vessra-bauernkrieg-video03' alt='' /></div></a><a href="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-bauernkrieg-waffen-der-bauern-1-687x1030.jpg" data-srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-bauernkrieg-waffen-der-bauern-1-687x1030.jpg 687w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-bauernkrieg-waffen-der-bauern-1-200x300.jpg 200w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-bauernkrieg-waffen-der-bauern-1-768x1152.jpg 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-bauernkrieg-waffen-der-bauern-1-470x705.jpg 470w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-bauernkrieg-waffen-der-bauern-1.jpg 800w" data-sizes="(max-width: 687px) 100vw, 687px" data-rel='gallery-1' 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alt='' /></div></a><a href="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-bauernkrieg-landesordnung-1-1030x687.jpg" data-srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-bauernkrieg-landesordnung-1-1030x687.jpg 1030w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-bauernkrieg-landesordnung-1-300x200.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-bauernkrieg-landesordnung-1-768x512.jpg 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-bauernkrieg-landesordnung-1-705x470.jpg 705w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-bauernkrieg-landesordnung-1.jpg 1200w" data-sizes="(max-width: 1030px) 100vw, 1030px" data-rel='gallery-1' data-prev-img='https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-bauernkrieg-landesordnung-1-845x321.jpg' class='lightbox ' data-onclick='9' title='Henneberger Landesordnung von 1720, nach dem Original von 1539.'  itemprop="thumbnailUrl"  ><img decoding="async" fetchpriority="high" class="wp-image-9175 avia-img-lazy-loading-not-9175"  data-avia-tooltip='Henneberger Landesordnung von 1720, nach dem Original von 1539.' src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-bauernkrieg-landesordnung-1-495x400.jpg" width="495" height="400"  title='kloster-vessra-bauernkrieg-landesordnung' alt='' srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-bauernkrieg-landesordnung-1-495x400.jpg 495w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-bauernkrieg-landesordnung-1-845x684.jpg 845w" sizes="(max-width: 495px) 100vw, 495px" /><div class='big-prev-fake'><img decoding="async" loading="lazy" class="wp-image-9175 avia-img-lazy-loading-9175"  width="845" height="321" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/kloster-vessra-bauernkrieg-landesordnung-1-845x321.jpg" title='kloster-vessra-bauernkrieg-landesordnung' alt='' /></div></a></div></div></p></div>
<div  class='hr av-3vo233-d53b52fb19a6748f706a5169f7cc6270 hr-default  avia-builder-el-6  el_after_av_one_full  el_before_av_one_full '><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div>
<div  class='flex_column av-3avdxb-af91fb4aea93f1fa9d8ad53ba5febb8c av_one_full  avia-builder-el-7  el_after_av_hr  el_before_av_hr  first flex_column_div  '     ><section  class='av_textblock_section av-mbp3er60-424f5cc4d5852b5927f0cbe7f5d4af63 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h2>3 Fragen an Ingo Weidig, Direktor des Hennebergischen Museums Kloster Veßra</h2>
<p><strong>Was verbindet das Thema &#8222;Klöster&#8220; mit dem Bauernkrieg?</strong></p>
<p style="font-weight: 400;"><strong>Weidig:</strong> Das ist eigentlich komplexer, da Sie den damaligen Zeitgeist bzw. die Gedankenwelt der Menschen betrachten müssen: Der Bauernkrieg von 1525 richtet sich nicht vorrangig gegen die alte Ordnung. Die Aufständischen, wie der Werrahaufen, versuchen sogar weltliche und geistliche Herrscher für ihre Sache zu gewinnen. So müssen sich zum Beispiel der Ritter Hans von Völkershausen (bei Vacha) und Graf Wilhelm IV. von Henneberg zu den Zwölf Artikeln bekennen.</p>
<p style="font-weight: 400;">Aber Klöster werden zur Zielscheibe. Als Symbole der alten Ordnung und als Empfänger beträchtlicher Zehntabgaben werden sie zum Feindbild vieler armer Menschen. Weiter findet sich kein Wort in Bibel über Klöster und ihre Ansprüche. Ähnlich dem Zitat aus England „Als Adam grub und Eva spann, wo war denn da der Edelmann“.</p>
<p style="font-weight: 400;">Klöster verfügen über große Nahrungsmittelvorräte, die für die Versorgung der Bauernheere wie des 8.000 bis 12.000 Personen starken Werrahaufens benötigt werden. Zudem beherbergen die klösterlichen Kanzleien wichtige Dokumente wie Abgabelisten, Besitzurkunden und Schuldscheine, die als ungerecht empfunden werden.</p>
<p style="font-weight: 400;">Die Klöster sind aufgrund ihrer geringen Verteidigungsfähigkeit im Vergleich zu Burgen oder Städten leicht zu plündern. Trotz der Übergriffe verlaufen die meisten Plünderungen glimpflich. Bemerkenswert ist, dass sich nicht wenige Geistliche dem Aufstand angeschlossen haben.</p>
<p><strong>Sind viele Klöster im Henneberger Land durch den Bauernkrieg zerstört oder beschädigt worden?</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Es sind alle Klöster geplündert wurden, die auf dem Weg der Haufen lagen. Das endgültige Aus beschlossen aber entweder die Landesherren oder die Reformation. Für das Henneberger Land ist das Jahr 1544 entscheidend. Da wird die Reformation angenommen.</p>
<p><strong>Gibt es eine Geschichte oder ein Geschehnis rund um das Thema &#8222;Bauernkrieg/Klöster&#8220;, die bzw. das Ihnen besonders aufgefallen ist?</strong></p>
<p style="font-weight: 400;">Dass der Werrahaufen dem Kloster Herrenbreitungen angeboten hat, die Nahrungsmittel abzukaufen. Der Deal kam aber nicht zustande, da der dortige Abt schon auf der Flucht war und nachdem er umgekehrt war, hatten sich alle schon an den Vorräten satt gegessen und getrunken.</p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/bauernkrieg-ausstellung-in-kloster-vessra-thema-kloester/">Bauernkrieg-Ausstellung in Kloster Veßra: Thema &#8222;Klöster&#8220;</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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