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	<title>Zürich Archive - WebHistoriker</title>
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	<description>Ein Portal zur Geschichte der Frühen Neuzeit</description>
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		<title>Zwingli und die Zürcher Reformation</title>
		<link>https://webhistoriker.de/zwingli-und-die-zuercher-reformation/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Jan 2026 17:37:20 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Abendmahl]]></category>
		<category><![CDATA[Abendmahlsstreit]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/zwingli-und-die-zuercher-reformation/">Zwingli und die Zürcher Reformation</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div  class='flex_column av-4ema86-6cc09d99d4777566fccbc47366f7c2cd av_one_full  avia-builder-el-0  el_before_av_hr  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><section  class='av_textblock_section av-macdtand-13fbbbf85efc723d6159a7f34e255d6d '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h5>Geschichte der Reformation</h5>
<h1>Zwingli und die Zürcher Reformation</h1>
<h2>Zwingli und Luther, der Abendmahlsstreit und der Verlauf der Zürcher Reformation</h2>
<p><strong>In den bisherigen Kapiteln zur Reformation stand vor allem Martin Luther im Mittelpunkt. Zweifellos prägte seine Person die Bewegung maßgeblich, und sein Wirken zog tiefgreifende Veränderungen nach sich – wenngleich viele seiner Gedanken zur römischen Kirche und zur Auslegung der Heiligen Schrift nicht neu waren. Doch es gab auch Zeitgenossen, die Luthers Ideen und Handeln zwar grundsätzlich unterstützten, in einzelnen Punkten jedoch widersprachen. Manchmal waren die Differenzen so groß, dass sich ehemalige Mitstreiter von ihm abwandten.</strong></p>
<div id="attachment_12273" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-12273" class="size-full wp-image-12273" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/01/asper-ulrich-zwingli.jpg" alt="Der Zürcher Reformator Ulrich Zwingli auf einem Porträt von Hans Asper, entstanden nach dem Tod Zwinglis. Photo: SIK-ISEA, Zürich (Jean-Pierre Kuhn; Wikimedia commons, public domain)" width="300" height="421" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/01/asper-ulrich-zwingli.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/01/asper-ulrich-zwingli-214x300.jpg 214w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-12273" class="wp-caption-text">Der Zürcher Reformator Ulrich Zwingli auf einem Porträt von Hans Asper, entstanden nach dem Tod Zwinglis. Photo: SIK-ISEA, Zürich (Jean-Pierre Kuhn; Wikimedia commons, public domain)</p></div>
<p>Ein Beispiel dafür wurde bereits im Kapitel „Die Verbreitung der reformatorischen Ideen in den 1520er Jahren“ erwähnt: die Meinungsverschiedenheiten zwischen Martin Luther und Andreas Rudolff Bodenstein (1486–1541), genannt Karlstadt. Luther sah die Reformation schon früh als einen Prozess innerhalb eines Territorialstaats, bei dem die Fürsten – angeleitet von ihm und seinen Anhängern – die neuen Ideen umsetzen sollten. Karlstadt hingegen strebte eine „Reformation von unten“ an, die auch radikalere Maßnahmen einschloss. Luther befürchtete, dass dies die Bevölkerung verunsichern könnte.</p>
<h2>Luther und Zwingli: Zwei Wege der Reformation</h2>
<p>Während die Episode um Luther und Karlstadt nicht zu einer Spaltung der Reformationsbewegung führte, gestaltete sich das Verhältnis zwischen Luther und dem Zürcher Reformator Huldrych Zwingli (1484–1531) anders. In der historischen Forschungsliteratur wird Zwingli oft ein eigenes Kapitel gewidmet – ein Hinweis auf die Eigenständigkeit der Zürcher Reformation. Dabei wird zu Beginn häufig diskutiert, inwieweit Zwingli von Luthers Ideen beeinflusst war, wer als Erster seine Trennung von der römischen Kirche vollzog und wer wann die reformatorischen Ideen an seinem Wirkungsort durchsetzte. Im Folgenden werden verschiedene Erklärungsansätze vorgestellt:</p>
<ul>
<li><strong>Helga Schnabel-Schüle</strong> (Die Reformation 1495–1555, 2006, S. 164) spricht von „parallelen Entwicklungen in der Schweizer Eidgenossenschaft“, geht aber kaum auf die Frage der Abhängigkeit ein.</li>
<li><strong>Harm Klueting</strong> (Das Konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 159) zeichnet kurz die Luther-Zwingli-Forschungsgeschichte nach und betont, dass Zwingli seit der Mitte des 20. Jahrhunderts kaum noch als Luthers Schüler angesehen werde. Seit 1518 habe er zwar dessen Schriften gelesen, sie jedoch „durch eine humanistische Brille“ (ebd.) interpretiert. Die Debatte über Zwinglis (Un-)Abhängigkeit von Luther bleibe dennoch umstritten.</li>
<li><strong>Martin H. Jung</strong> (Reformation und Konfessionelles Zeitalter, 2012, S. 85) verweist ebenso auf Zwinglis Kenntnisse der Schriften Luthers und fragt dann: &#8222;Wann und wie wurde Zwingli zum Reformator? Diese Doppelfrage ist in der Zwingli-Forschung ebenso umstritten wie dieselbe Frage, bezogen auf Luther, in der Luther-Forschung.&#8220;</li>
<li><strong>Volker Leppin</strong> („Die Reformation“, 2017, S. 25) sieht Zwinglis Entwicklung unabhängig von den Wittenberger Ereignissen, räumt aber ein, dass die Lutherstadt zeitlich früher agierte. Beide Reformatoren seien „wohl unabhängig voneinander auf Kritik- und Reformüberlegungen“ gelangt (S. 36).</li>
<li>In <strong>Leppins Luther-Biografie</strong> (3. Aufl., 2017, S. 259) hört sich dies zunächst etwas anders an: Zwinglis Reformmaßnahmen seien ohne Luther kaum zu erklären gewesen, doch sei er auch nicht einfach nur als Schüler Luthers zu sehen. Zu Leppins Aussagen im zuvor genannten Buch über die Reformation passt dies trotzdem: Ja, er habe „eine eigenständige Theologie entwickelt (…), die von Luther zwar nicht abhängig war, aber doch in vielem Ähnlichkeiten aufwies.“ (S. 213) Luthers Auftreten bei der Leipziger Disputation (Ende Juni bis Mitte Juli 1519) habe Zwingli ermutigt, seine Ansichten deutlicher zu vertreten.</li>
</ul>
<p><img decoding="async" class="wp-image-12267 size-full aligncenter" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/01/highlight-schriftzug-zwingli-eigen02.png" alt="Zitat: „(...) bleibt die Frage des eigenständigen theologischen Ansatzes des Zürcher Reformators weiterhin ein Gegenstand der Diskussion (...)“ (Harm Klueting)" width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/01/highlight-schriftzug-zwingli-eigen02.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/01/highlight-schriftzug-zwingli-eigen02-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/01/highlight-schriftzug-zwingli-eigen02-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/01/highlight-schriftzug-zwingli-eigen02-705x88.png 705w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p>Huldrych Zwingli selbst datierte den Beginn seiner reformatorischen Tätigkeit auf das Jahr 1516 – ein Jahr vor Luthers „Thesenanschlag“. Doch ab wann gelten einzelne Handlungen als „reformatorisch“? Kann dies bereits eine bestimmte Predigttätigkeit sein oder „gilt dies erst für bestimmte praktische Konsequenzen, die sich aus ihr ergaben?“ (Thomas Kaufmann, „Erlöste und Verdammte“, 2016, S. 146)</p>
<p>Festgehalten werden kann: Zwingli ist bei der Einführung der Reformation in Zürich eigene Wege gegangen, da er einen anderen Bildungshintergrund hatte und die theologischen Fragen aus einer anderen Perspektive zu beantworten suchte. Doch er war seit 1518 über die Vorkommnisse in Wittenberg gut unterrichtet und hat dies sicherlich auch in sein Denken und Handeln mit einfließen lassen – oder, wie es die Enzyklopädie der Neuzeit (D. Wendebourg u.a.: Reformation, s.u.) ausdrückt: In Zürich &#8222;führte Huldrych Zwingli (vgl. Abb. 2), von Luther beeinflusst, aber diese Einflüsse aufgrund eigener, insbes. humanistischer Prägungen selbständig verarbeitend, im Zusammenwirken mit dem Rat 1523 die R.[Reformation]  auf dem Wege der Disputation ein (&#8230;)&#8220;.</p>
<p>Trotz einiger Gemeinsamkeiten (s.u.) kam es in der Folgezeit allerdings nicht zu einem Zusammenschluss beider Bewegungen. Grund dafür waren unterschiedliche Auffassungen in einigen zentralen Fragen – insbesondere beim Abendmahlsstreit.</p>
<h2>Der Abendmahlsstreit: Theologische Differenzen</h2>
<p>Bereits bei den Hussiten, also den böhmischen Bewegungen in der Nachfolge des Theologen Jan Hus, wurde das „Abendmahl unter beiderlei Gestalt“ für die Laien gefordert. Sie sollten sowohl das Brot und damit den Leib als auch den Wein und damit das Blut Christi zu sich nehmen dürfen. Die römisch-katholische Kirche erlaubte Laien hingegen nur das Brot. Die Forderung der Hussiten war somit ein Protest gegen die alte Kirche und für eine stärkere Teilhabe der Gläubigen (vgl. Leppin: Die Reformation, 2017, S. 52).</p>
<p>Im Streit zwischen Luther und Zwingli ging es um die Deutung der bekannten Einsetzungsworte Jesu: „Dies ist mein Leib.“ Ist Jesus leiblich in Brot und Wein, wie Luther meinte, oder wollte Jesus damit nur ausdrücken: „Dies bedeutet mein Leib!“ (Zwingli)? Beide Positionen hatten weitreichende theologische Konsequenzen. So kritisierte beispielsweise Karlstadt Luthers Interpretation mit einem Verweis auf die Kreuzestheologie, wie Kaufmann (Erlöste und Verdammte, 2016, S. 169) erklärt: „Karlstadt selbst deutete die Einsetzungsworte als Selbstverweis Christi. Als Christus gesagt habe: ‚Das ist mein Leib (…), der für euch gegeben wird‘, habe er auf seinen eigenen Körper gezeigt und die bevorstehende Kreuzigung angekündigt. Im Kern warf Karlstadt Luther also vor, die Kreuzestheologie (…) des reformatorischen Aufbruchs (…) verraten zu haben.“</p>
<p>Der Streit um das Abendmahl eskalierte, viele reformatorische Theologen waren daran beteiligt, auch Zwingli. Die reformatorischen Landesherren hingegen fürchteten sich um den Machtverlust, sollten die reformatorischen Kräfte nicht mit einer Stimme sprechen. Landgraf Philipp von Hessen lud daher 1529 zum Marburger Religionsgespräch (1. bis 3. Oktober 1529) ein – vergeblich.</p>
<p>Trotzdem gab es zwischen dem Zwinglianismus und dem Luthertum auch etliche Übereinstimmungen, zum Beispiel</p>
<ul>
<li>der alleinige Bezug auf die biblischen Schriften als Grundlage des Glaubens (sola scriptura),</li>
<li>das allgemeine Priestertum,</li>
<li>die Ablehnung der hierarchischen Ordnung der römischen Kirche.</li>
</ul>
<p>Da man dem Wirken Zwinglis nicht gerecht wird, wenn es nur vor dem Hintergrund Martin Luthers betrachtet wird, geht der folgende Abschnitt auf die Entstehung der zwinglianischen Bewegung ein.</p>
<h2>Die Anfänge und die Entwicklung des Zwinglianismus</h2>
<p>Huldrych Zwingli (1484–1531) studierte in Wien und Basel, schloss sein Theologiestudium jedoch nicht ab. Trotzdem und in damaliger Zeit nicht unüblich wurde er 1506 zum Priester geweiht und wirkte in Glarus. In den Folgejahren beschäftigte er sich eingehend mit den Schriften des Humanisten Erasmus von Rotterdam (um 1467–1536), hatte viele Kontakte zu anderen Gelehrten und einen recht großen Bücherbestand. In politischen und kirchlichen Fragen stellte er sich stets auf die Seite des Papstes – doch das sollte sich ändern …</p>
<div id="attachment_12276" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-12276" class="size-full wp-image-12276" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/01/Zwingli-Von-erkiesen-vnd-freyheit-der-speisen-cover.jpg" alt="Cover vder Schrift " width="300" height="389" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/01/Zwingli-Von-erkiesen-vnd-freyheit-der-speisen-cover.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/01/Zwingli-Von-erkiesen-vnd-freyheit-der-speisen-cover-231x300.jpg 231w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-12276" class="wp-caption-text">Cover vder Schrift &#8222;Von erkiesen vnd freyheit der speisen&#8220; von Zwingli (Basel 1522; online auf den Seiten des Münchener DigitalisierungsZentrum)</p></div>
<p>Nach seiner Zeit als Leutpriester in Einsiedeln (1516–1518) ging er nach Zürich und wirkte dort als Pfarrer in der bedeutendsten Kirche der Stadt, dem Großmünster. Zu einem wegweisenden Ereignis Richtung Reformation kam es 1522: dem Wurstessen. Dieses fand kurz vor Ostern, in der Fastenzeit statt und war eine Provokation von Freunden Huldrychs gegen das Fastengebot. Zwingli selbst stellte sich auf ihre Seite, verwarf das Gebot und begründete dies in seiner ersten Reformationsschrift <a href="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10990008?page=5">„Von erkiesen vnd freyheit der speisen. Von ergernüß vnd verböserung. Ob man gewalt hab die speyßen zu etlichen zeiten verbieten“</a>. Die kirchlichen Fastengebote seien Menschenwerk, jeder dürfe essen, was er wolle.</p>
<p>Wie sollte, wie würde sich der Zürcher Stadtrat dazu verhalten? Zürich gehörte eigentlich zur Diözese des Konstanzer Bischofs Hugo von Hohenlandenberg (1457–1532). Zwingli erklärte diesen kurzerhand für nicht zuständig – und der Stadtrat folgte letztendlich dem eigenen Pfarrer. Damit stellte sich der Stadtrat gleichzeitig als Instanz in religiösen Fragen auf.</p>
<p>Ein paar Monate später forderten Zwingli und seine Anhänger vom Bischof die Abschaffung des Zölibats und Möglichkeit der Priesterehe. Der Historiker Michael Maurer schreibt dazu (Konfessionskulturen, 2019, S. 26), dass der Bischof nicht die Macht besessen habe, solche Vorschriften „eigenmächtig“ zu ändern – und das war natürlich auch den Reformwilligen klar: Sie wandten sich „zwar in aller Form in einem lateinischen Schreiben an den Bischof“, gaben dieses Schreiben allerdings „binnen kurzem“ in deutscher Sprache heraus: „Es ging ihnen also um Öffentlichkeit“, folgert Maurer.</p>
<p>Ab 1522 suchte der Stadtrat die Religionsfragen mit Disputationen zu beantworten. Anhänger der alten Kirche und Vertreter der neuen Richtung wurden eingeladen, ihre Ansichten öffentlich vorzutragen – und der Rat entschied anschließend über das weitere Vorgehen.</p>
<p>Zwei Disputationen brachten entscheidende Weichenstellungen: Am Ende der ersten (Januar 1523) stand die Zustimmung des Rates zu einer Predigt Zwinglis, in der dieser die Inhalte seiner „vorangegangenen Predigten in 67 Schlussreden“ (Maurer: Konfessionskulturen, 2019, S. 27) zusammengefasst hatte. „Sie enthalten eine Absage an das kirchliche Lehramt und die Berufung auf das Evangelium als einzige und entscheidende Quelle.“ (Ebd.)</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12270" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/01/highlight-schriftzug-zwingli-lehre.png" alt="Zitat „Sie enthalten eine Absage an das kirchliche Lehramt und die Berufung auf das Evangelium als einzige und entscheidende Quelle.“ (Michael Maurer)" width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/01/highlight-schriftzug-zwingli-lehre.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/01/highlight-schriftzug-zwingli-lehre-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/01/highlight-schriftzug-zwingli-lehre-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/01/highlight-schriftzug-zwingli-lehre-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p>Die zweite Disputation im Oktober 1523 führte zur „Abschaffung der Heiligenverehrung und zu radikalen Veränderungen der Gottesdienste“ (Klueting: Das Konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 163) Zwingli musste fortan an zwei Fronten diskutieren: Neben den Altgläubigen wurden nun auch diejenigen lauter, denen Zwinglis Reformen nicht weit genug gingen. Dies betraf beispielsweise die Themen „Musik und die Bilder in den Kirchen“. Es hatte 1523 bereits einige Bilderstürme gegeben – nun bestimmte der Rat etwas behutsam, dass einzelne Bilder in den Kirchen hängen bleiben und wenn, dann nur von den Stiftern entfernt werden durften. (Maurer: Konfessionskulturen, 2019, S. 27) Bei Kaufmann (Erlöste und Verdammte, 2016, S. 155) heißt es allerdings, dass in den folgenden zwei Jahren „Bilder, Kruzifixe und Orgeln aus den Kirchen entfernt wurden“. Hinzu sei die Abschaffung von Prozessionen und Fastenbräuche sowie die Auflösung von Klöstern und Chorherrenstifte gekommen.</p>
<p>1525 führte der Rat das Gedächtnismahl ein, also das Abendmahl nach den Grundsätzen Zwinglis. Auch ein Ehegericht wurde eingeführt, das schon bald eine Art Sittengericht wurde: mit Erlassen zu einer guten Lebensführung und einer strengen Kontrolle der Zürcher Einwohner.</p>
<p>Diese Maßnahmen sowie Zwinglis Glaubensbekenntnis „Von der wahren und falschen Religion“ kennzeichneten den Abschluss, die endgültige Einführung der Reformation in Zürich. Es kam noch zu zwei weiteren Disputationen: An der Badener Disputation (1526) nahm Zwingli nicht teil und es wurde daher der Bann über ihn ausgesprochen. Der Berner Disputation 1528 blieben die katholischen Vertreter fern – und Bern nahm die Reformation Zwinglis an. „Damit begann die Ausbreitung der Zürcher Reformation auf andere Teile der Eidgenossenschaft.“ (Klueting: Das Konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 164)</p>
<p>Die Schweiz war fortan konfessionell gespalten – und es kam sogar zum Krieg, bei dem die Zürcher geschlagen wurden. Huldrych Zwingli musste darin sein Leben lassen. Der „Kappeler Landfrieden“ legte den Konfessionsstand fest und seither gibt es „katholische und zwinglianisch-protestantische Kantone“ (Schnabel-Schüle: Die Reformation, 2006, S. 167).</p>
<p>Heinrich Bullinger (1504-1575) wurde der Nachfolger Zwinglis in Zürich. 44 Jahre leitete er die reformierte Kirche in Zürich. Er stand über Briefwechsel in regem Austausch mit Kirchenleuten und Politikern in ganz Europa und schrieb über 120 Werke. Zudem einigte er sich mit Johannes Calvin (1509–1564) auf eine gemeinsame Linie bezüglich des Abendmahls, niedergeschrieben in dem „Consensus Tigurinus“ von 1549.</p>
</div></section></div>
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<p><strong>Martin H. Jung:</strong> Reformation und Konfessionelles Zeitalter (1517–1648). (Basiswissen Theologie und Religionswissenschaft Herausgegeben von Lukas Bormann) Göttingen 2021.</p>
<p><strong>Thomas Kaufmann:</strong> Erlöste und Verdammte. Eine Geschichte der Reformation. München 2016.</p>
<p><strong>Harm Klueting:</strong> Das Konfessionelle Zeitalter. Europa zwischen Mittelalter und Moderne. 480 S. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2015.</p>
<p><strong>Volker Leppin:</strong> Die Reformation. 2., aktualisierte Auflage 2017.</p>
<p><strong>Volker Leppin:</strong> Martin Luther. 3., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Darmstadt 2017.</p>
<p><strong>Michael Maurer:</strong> Konfessionskulturen. <span id="productTitle" class="a-size-large celwidget" data-csa-c-id="iymvix-u707gh-smgs68-hjr2qg" data-cel-widget="productTitle">Die Europäer als Protestanten und Katholiken. Paderborn 2019.</span></p>
<p><strong>Helga Schnabel-Schüle:</strong> Die Reformation 1495-1555. Politik mit Theologie und Religion. Stuttgart 2006.</p>
<p><strong>Dorothea Wendebourg, Johannes Schilling, Christoph Strohm, John Ashley Null, Martin Friedrich, Kai Bremer, Katharina Talkner und Christian Hecht</strong> (2019): Reformation. In F. Jaeger (ed.), Enzyklopädie der Neuzeit Online. Brill. <a href="https://doi.org/10.1163/2352-0248_edn_COM_33499">https://doi.org/10.1163/2352-0248_edn_COM_33499</a>7</p>
</div></section></div><div  class='flex_column av-z9n4zq-e4621238e3f1a520a953ae87411f30dd av_one_half  avia-builder-el-5  el_after_av_one_full  el_before_av_one_half  first flex_column_div  column-top-margin'     ><p><div  class='hr av-mjx5nghn-0602246793fb21dbe310b4a95c685da6 hr-short  avia-builder-el-6  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first  hr-left'><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div><br />
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</div></section></p></div></p>
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</div></section></p></div>
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		<title>Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1527</title>
		<link>https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1527-erste-protestantische-kirchenvisitation/</link>
					<comments>https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1527-erste-protestantische-kirchenvisitation/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Oct 2013 09:02:15 +0000</pubDate>
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		<guid isPermaLink="false">http://webhistoriker.de/?p=1061</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1527-erste-protestantische-kirchenvisitation/">Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1527</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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<h1>Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1527</h1>
<p><strong>1527: Johann von Sachsen: Instruktion zur Kirchenvisitation / Melanchthon: Unterricht der Visitatoren an die Pfarrherrn</strong></p>
<blockquote>
<p>Auf Anraten von Martin Luther erließ der sächsische Kurfürst Johann eine Instruktion zur Durchführung der sogenannten Visitation: Die Visitation war eine regelmäßige Begutachtung der einzelnen Pfarreien durch Aufsichtspersonen. Diese hatten vornehmlich zu untersuchen, ob die protestantische Lehre richtig umgesetzt wurde. Allerdings sollten auch &#8222;das Kirchengut, die Besoldung der Pfarrer und die öffentliche Sittlichkeit&#8220; (Iserloh 1980, S. 78) begutachtet werden. Die Visitation 1527/28 war die erste protestantische Visitation im Reich. 1528 erstellte Philipp Melanchthon eine Anleitung zur Visitation &#8211; &#8222;Unterricht der Visitatoren an die Pfarrherrn&#8220; -, die auch nachfolgende Visitationen mitprägte.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zum Hauptartikel „Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung“</a></p>
<p><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema „Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung“</a></p>
<p><strong>Quelle:</strong> <a href="https://play.google.com/store/books/details?id=HMtWAAAAcAAJ&amp;rdid=book-HMtWAAAAcAAJ&amp;rdot=1&amp;pli=1">Melanchthon, Philipp: Vnterricht der Visitatorn, an die Pfarhern in Hertzog Heinrichs zu Sachsen Fürstenthum. Mit einem Vorwort von Martin Luther. (Ausgabe Wittenberg 1539, Google Books) </a></p>
</blockquote>
<p><strong>1527: Gründung der Universität Marburg</strong></p>
<blockquote>
<p>Landgraf Philipp von Hessen (&#8222;der Großmütige&#8220;), der ein Jahr zuvor die Reformation einführte, gründete 1527 die Universität Marburg, die auch zur Ausbildung der Pfarrer und Beamte Hessens dienen sollte. Sie war die erste protestantische Universität. Ihr folgen sollten 1544 die Universität in Königsberg (Preußen), 1558 Jena, 1576 Helmstedt, 1607 Gießen und 1621 Rinteln an der Weser. (Klueting 2007, S. 206)</p>
</blockquote>
<p><strong>1527: Der Zürcher Täufer Felix Manz wird ertränkt</strong></p>
<blockquote>
<p>Vielen Anhängern ging die Reformation in Zürich nicht schnell genug bzw. war nicht konsequent genug. Sie verlangten u.a. die sofortige Abschaffung der Kindstaufe und die Einführung der Erwachsenen- oder Gläubigentaufe. Erste Täufergemeinden entstanden und der Streit eskalierte bereist 1524/25. Anfang 1527 wurde einer der Wortführer, der Täufer Felix Manz, vom Zürcher Stadtrat zum Tod durch Ertränken verurteilt.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zum Hauptartikel „Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung“</a></p>
<p><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema „Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung“</a></p>
</blockquote>
<p><strong>1527: Michael Sattler und die Anfänge des Täufertums / Schleitheimer Artikel<br />
</strong><br />
<a name="willaert"></a><strong>1527: Adrian Willaert wird Kapellmeister in Venedig</strong></p>
<blockquote>
<p>Der niederländische Komponist wurde 1527 als Kapellmeister an die Markuskirche in Venedig berufen. Diese Anstellung besaß in dieser Zeit ein sehr hohes Ansehen &#8211; es war &#8222;das höchste Amt, das Europas Musikleben in damaliger Zeit wohl zu vergeben hatte&#8220;, schreibt Kurt Pahlen in seiner &#8222;Großen Geschichte der Musik&#8220; (überarb. Neuauflage, München 2002).</p>
<p>Willaert nutzte die große Kirche, um mit den zwei Orgeln und jeweils eine Gruppe Sänger und Instrumentalisten an jeder Orgel ein derartiges Zusammen- und Wechselspiel der Mehrstimmigkeit zu schaffen, wie sie zuvor wohl kaum zu hören war. (Die Entwicklung der Polyphonie gilt als eines der konstituierenden Merkmale der Renaissance.) Seine &#8222;fortschrittlichen&#8220; und wegweisenden Werke (viele Motetten, Messen und Madrigale, aber auch Instrumentalstücke) erlangten einen für damalige Verhältnisse große Berühmtheit.</p>
<p><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Musik" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-von-a-z-musik/">alle WebHistoriker-Artikel zum Thema “Musik” im Überblick</a></p>
</blockquote>
</div>
</div></section></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1527-erste-protestantische-kirchenvisitation/">Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1527</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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		<title>Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1525</title>
		<link>https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1525-bauernkrieg-12-artikel/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Oct 2013 08:55:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Bauernkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Ehegericht]]></category>
		<category><![CDATA[Erasmus]]></category>
		<category><![CDATA[Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Melanchthon]]></category>
		<category><![CDATA[Prädestination]]></category>
		<category><![CDATA[Schwäbischer Bund]]></category>
		<category><![CDATA[Sittengericht]]></category>
		<category><![CDATA[Zürich]]></category>
		<category><![CDATA[Zwölf Artikel]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1525-bauernkrieg-12-artikel/">Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1525</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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<p><strong>1525: Bauernkrieg in Deutschland / 12 Artikel</strong></p>
<div id="attachment_104" style="width: 221px" class="wp-caption alignright"><a href="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2013/05/bauernkrieg1525.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-104" class="size-medium wp-image-104" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2013/05/bauernkrieg1525-211x300.jpg" alt="Zwölf Artikel der Bauern Flugschrift von 1525, Quelle: Wikimedia Commons / eingescannt aus: Otto Henne am Rhyn: Kulturgeschichte des deutschen Volkes, Zweiter Band, Berlin 1897, S.21" width="211" height="300" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2013/05/bauernkrieg1525-211x300.jpg 211w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2013/05/bauernkrieg1525.jpg 250w" sizes="auto, (max-width: 211px) 100vw, 211px" /></a><p id="caption-attachment-104" class="wp-caption-text">Zwölf Artikel der Bauern Flugschrift von 1525, Quelle: Wikimedia Commons / eingescannt aus: Otto Henne am Rhyn: Kulturgeschichte des deutschen Volkes, Zweiter Band, Berlin 1897, S.21</p></div>
<blockquote>
<p>Der Bauernkrieg war ein Aufstand der Bauern mit Unterstützung einiger adeliger Anführer (z.B. Florian Geyer und Götz von Berlichingen) und einiger kleinerer Städte (z.B. Memmingen). Die Bauern forderten die Erhaltung oder Wiederherstellung ihres ständischen “alten Rechts” anstelle des neuen römischen Landrechts, mehr bäuerliche Selbstverwaltung und wehrten sich gegen steigende Abgaben und Dienste, aber auch gegen Willkür.</p>
<p>Es war keine geschlossene, zentral geführte Aktion innerhalb des Heiligen Römischen Reichs, sondern ein Konglomerat aus vielen kleinen Einzelaktionen – die jedoch erfassten weite Gebiete, von Süddeutschland bis tief nach Thüringen und Sachsen. Tatsächlich wussten oftmals die aufständischen Bauern nichts von dem Tun anderer Bauern in anderen Territorien. Allerdings (so Schnabel-Schüle: Die Reformation, 2006, S. 145) spielten sich die meisten Aufstände nach einem ähnlichen Muster ab: Unzufriedene Bauern forderten eine Verbesserung ihrer Lebenssituation, die ihnen die zuständigen Obrigkeiten jedoch verwehrten, woraufhin es zu gewaltsamen Aktionen kam, die wiederum von Heeren des Landesherrn relativ brutal niedergeschlagen wurden.</p>
<p>Und so endete der Bauernkrieg in einer grausamen Niederschlagung der Bewegung: Mehr als 100.000 Menschen sollen ihr Leben verloren haben. Luther legitimierte im Voraus das harte Vorgehen der Fürsten und enttäuschte damit viele seiner Anhänger. “Für die Geschichte der Reformation gilt das Ende des Bauernkriegs als Zäsur zwischen ihren populären Anfängen (‘Sturmjahre der Reformation’, ‘Volksreformation’) und einer obrigkeitlichen Phase (‘Fürstenreformation’).” (Burkhardt, 1985, S. 67)</p>
<p><em>Die 12 Artikel</em><strong><br />
</strong></p>
<p>Die “Zwölf Hauptartikel aller Bauernschafft” waren ein Auflistung von Forderungen, die Bauern im Bauernkrieg gegenüber dem Schwäbischen Bund erhoben. Die Urheberschaft ist umstritten. Die meisten Historiker sehen den Kürschner Sebastian Lotzer aus Memmingen als Verfasser der Schrift, allerdings scheint klar zu sein, dass in seine Schrift die Beratungen und Gedanken führender Aufständischer der Region eingingen.</p>
<p>Die Zwölf Artikel forderten, stets unterlegt mit Bibelstellen, u.a. die Wahl des Pfarrers durch die Gemeinde, die Abschaffung der Leibeigenschaft, eine Freigabe von Jagd und Fischerei sowie ein Maßhalten bei den Erhöhungen der bäuerlichen Abgaben. Die Schrift fand weite Verbreitung, über 25.000 Exemplare wurden unter den Bauern verteilt und trafen offensichtlich bei vielen auf offene Ohren.</p>
<p>Martin Luther setzte sich eingehend mit den Forderungen auseinander, erkannte einzelne Forderungen an, lehnte andere ab – und rief sowohl Bauern als auch die Obrigkeiten zu Ruhe und Besonnenheit auf. Auch sein Mitstreiter Philipp Melanchthon kommentierte die Zwölf Artikel.</p>
<p><strong>Quelle:</strong> <a title="Zwölf Artikel und Bundesordnung der Bauern, Flugschrift " href="http://stadtarchiv.memmingen.de/918.html">Zwölf Artikel und Bundesordnung der Bauern, Flugschrift &#8222;An die versamlung gemayner pawerschafft&#8220;. Traktate aus dem Bauernkrieg von 1525, übertragen von Christoph Engelhard, mit einer Einführung von Peter Blickle über Memmingens Rang in der Geschichte der Reformation (Materialien zur Memminger Stadtgeschichte, Reihe A Heft 2, hrsg. vom Stadtarchiv Memmingen), Memmingen 2000. (Online nachlesbar auf den Seiten des Stadtarchivs Memmingen)</a></p>
<p><strong>Quelle:</strong> <a title="Die 12 " href="http://www.uni-muenster.de/FNZ-Online/politstrukturen/reformation/quellen/bauer.htm">Die 12 &#8222;Hauptartikel aller Bauernschaft&#8220;, online in der &#8222;Einführung in die Frühe Neuzeit&#8220; des Lehrstuhls Frühe Neuzeit des Historischen Seminars der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster</a></p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zum Hauptartikel &#8222;Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung&#8220;</a></p>
<p><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema &#8222;Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung&#8220;</a></p>
</blockquote>
<p><strong>1525: Thomas Müntzer stirbt im Bauernkrieg</strong></p>
<blockquote>
<p>Thomas Müntzer, der 1524 zusammen mit einem früheren Mönch das städtische Leben in Mühlhausen umwälzen wollte, dann aber mit ihm aus der Stadt vertrieben wurde, kam 1525 zurück nach Mühlhausen. Er verbündete sich (zusammen mit Mühlhausener Bürgern) mit den aufständischen Bauern, die ihn bei Frankenhausen zu ihrem Führer wählten. Gegen die Truppen Sachsens (katholisch) und Hessens (evangelisch) hatten die Bauern jedoch keine Chance. 6.000 Menschen wurden getötet, Müntzer festgenommen und hingerichtet.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/geschichte-des-bauernkriegs-1525-gegen-feudalherrschaft-alte-kirche-und-soziale-ungleichheit/">ausführlicher Artikel zum Bauernkrieg 1525</a></p>
</blockquote>
<p><strong>1525: Luthers Haltung zum Bauernkrieg</strong></p>
<blockquote>
<p>Martin Luther schlägt sich im Bauernkrieg auf die Seite der Fürsten und enttäuscht damit viele Bauern. Seine Haltung muss jedoch vor dem Hintergrund seines regional beschränkten Wissen über die Aufstände sowie seiner Erfahrung mit den aufständischen Bauern auf einer Reise durch Thüringen gesehen werden. Hier wurde er verspottet und musste mit ansehen, dass sich die Bauern eher Thomas Müntzer zuwandten. (Schnabel-Schüle: Die Reformation, 2006, S. 149) Zudem zweifelte er das Recht der Bauern an, sich bei dem gewaltsamen Aufstand auf göttliches Recht zu berufen. (Klueting: Das Konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 189)</p>
<p><strong>Quelle:</strong> <a title="Luther, Martin: Wider die mordischen un&#091;d&#093; reubischen rotten der pawren, 1546 (Google eBook)" href="https://books.google.de/books?id=mVpbAAAAcAAJ&amp;dq=Luther%20Rotten&amp;hl=de&amp;pg=PP1#v=onepage&amp;q=Luther%20Rotten&amp;f=false">Luther, Martin: Wider die mordischen un[d] reubischen rotten der pawren, 1546 (Google eBook)</a></p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/geschichte-des-bauernkriegs-1525-gegen-feudalherrschaft-alte-kirche-und-soziale-ungleichheit/">ausführlicher Artikel zum Bauernkrieg 1525</a></p>
</blockquote>
<p><strong>1525: Luthers Schrift &#8222;De servo arbitrio&#8220;</strong></p>
<blockquote>
<p>In dieser Schrift beschreibt Luther seine Vorstellungen von der Prädestination, der Vorherbestimmung: Unter Bezugnahme auf den spätantiken Philosophen und lateinischen Kirchenlehrer (4./5. Jahrhundert) und gegen die Auffassungen Ersamus&#8216; von Rotterdam bestritt Luther die Existenz eines freien Willens. Dies musste die humanistisch Gebildeten provozieren &#8211; und tatsächlich zeigte sich auch bei den Anhängern Luthers, die dem Humanismus nahe standen, ein Unbehagen. Philipp Melanchthon beispielsweise suchte einen Mittelweg zu finden. Noch mehr Relevanz erhielt die Prädestinationslehre später durch Johannes Calvin.</p>
<p><strong>Quelle:</strong><a title="Luther, Martin: Liber de servo arbitrio contra Desiderium Erasmum. 1664. (Google eBook)" href="https://books.google.de/books?id=MJwUAAAAQAAJ&amp;dq=De%20servo%20arbitrio&amp;hl=de&amp;pg=PP1#v=onepage&amp;q=De%20servo%20arbitrio&amp;f=false"> Luther, Martin: Liber de servo arbitrio contra Desiderium Erasmum. 1664. (Google eBook)</a></p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zum Hauptartikel „Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung“</a></p>
<p><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema „Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung“</a></p>
</blockquote>
<p><strong>1525: Errichtung eines Ehegerichts, später Sittengerichts in der Stadt Zürich</strong></p>
<blockquote>
<p>Mit der Errichtung eines Ehegerichts wurde in Zürich die Ehe als Sakrament beseitigt. Sie unterstand nun einem Gericht, das sich aus Pfarrern und Ratsmitgliedern zusammensetzte. Schon bald wurde der Aufgabenbereich erweitert: Das Ehegericht wurde 1526 zu einem Sittengericht, das die Lebensführung der Bürger beaufsichtigen sollte.</p>
</blockquote>
</div></section></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1525-bauernkrieg-12-artikel/">Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1525</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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		<item>
		<title>Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1523</title>
		<link>https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1523-muentzer-allstedt-louis-de-berquin/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Oct 2013 08:45:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Allstedt]]></category>
		<category><![CDATA[Berquin]]></category>
		<category><![CDATA[Clemens VII.]]></category>
		<category><![CDATA[Frankreich]]></category>
		<category><![CDATA[Liturgie]]></category>
		<category><![CDATA[Müntzer]]></category>
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		<category><![CDATA[Zürcher Disputation]]></category>
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		<category><![CDATA[Zweite Zürcher Disputation]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1523-muentzer-allstedt-louis-de-berquin/">Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1523</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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<h1>Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1523</h1>
<p><strong>1523: Zürcher Disputation</strong></p>
<blockquote>
<p>(s. 1522: Durchbruch der Reformation in Zürich unter Huldrych Zwingli (1484-1531): Erste Zürcher Disputation)</p>
</blockquote>
<p><strong>1523: Sickingfehde (auch Ritter- oder Pfaffenkrieg genannt)</strong></p>
<blockquote>
<p>(s. 1522/23: Aufstand der Reichsritter in Deutschland [Sickingfehde, auch Ritter- oder Pfaffenkrieg genannt])</p>
</blockquote>
<p><strong>1523: Erste vollständig deutsche Liturgie durch Thomas Müntzer</strong></p>
<blockquote>
<p>Nach seinem Aufenthalt in Prag fand Müntzer in Allstedt (südlich von Eisleben, im Südwesten des heutigen Sachsen-Anhalts) eine neue Anstellung als Pfarrer und schuf dort die erste Liturgie in komplett deutscher Sprache. Zudem suchte er sich mit Luther zu versöhnen, der jedoch nicht auf einen Brief Müntzers reagierte. Kurz darauf kam es zum endgültigen Bruch zwischen beiden Reformatoren.</p>
</blockquote>
<p><strong>1523: Zweite Zürcher Disputation</strong></p>
<blockquote>
<p>In der zweiten Disputation wandte sich Zwinglich noch einmal gegen die praktisch noch nicht abgeschaffte Transsubstantiationslehre (s. 1522/23) sowie gegen jede Art der Verehrung von Bildnissen und Heiligen. Doch auch nun beließ es der Stadtrat zunächst bei den alten Gegebenheiten. Erst 1524 wurden die Bilder und Reliquien abgeschafft, erst 1525 die neue Form der Messe eingeführt. Auch die Klöster wurden zwischenzeitlich aufgehoben.</p>
</blockquote>
<p><strong>1523: Louis de Berquin wird verhaftet</strong></p>
<blockquote>
<p>Über die Schriften Luthers kam auch Frankreich in Berührung mit der Reformation. (Iserloh: Geschichte und Theologie der Reformation, 1980, S. 149) Louis de Berquin, ein französischer Humanist, hat eine Schrift von Luther in die französische Sprache übersetzt und wurde dafür der Ketzerei angeklagt, aber zunächst wieder freigelassen. In der Folgezeit gab es weitere Anklagen und schließlich wurde er 1529 in Paris wegen Ketzerei auf dem Scheiterhaufen verbrannt.</p>
</blockquote>
<p><strong>1523–1534: Papst Clemens VII. (Lebensdaten: 1478-1534)</strong></p>
</div>
</div></section></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1523-muentzer-allstedt-louis-de-berquin/">Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1523</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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		<item>
		<title>Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1522</title>
		<link>https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1522-reformation-zwingli-zuerich/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Oct 2013 08:39:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Chronik]]></category>
		<category><![CDATA[Exerzitien]]></category>
		<category><![CDATA[Hadrian VI.]]></category>
		<category><![CDATA[Ignatius von Loyola]]></category>
		<category><![CDATA[Inquisition]]></category>
		<category><![CDATA[Niederlande]]></category>
		<category><![CDATA[Pfaffenkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
		<category><![CDATA[Reichsritter]]></category>
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		<category><![CDATA[Sickingfehde]]></category>
		<category><![CDATA[Zürcher Disputation]]></category>
		<category><![CDATA[Zürich]]></category>
		<category><![CDATA[Zwingli]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://webhistoriker.de/?p=1050</guid>

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<section  class='av_textblock_section av-1y53l6-608bb63a2ca52765df6fc44705a1e5a6 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><div class="avia_textblock avia_textblock_style" data-update_with="content">
<h1>Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1522</h1>
<p><strong>1522: Vertrag von Brüssel</strong></p>
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<p>(s. 1521 und 1522: Wormser Vertrag und Vertrag von Brüssel)</p>
</blockquote>
<p><strong>1522: Ignatius von Loyola: Geistliche Exerzitien</strong></p>
<blockquote>
<p>Ignatius von Loyola, ein früherer Offizier, musste sich 1521 nach schweren Verletzungen im Krieg vom Militärdienst verabschieden und wandte sich nach der Lektüre verschiedener geistlicher Bücher der Theologie zu. 1522 veröffentlichte er seine eigenen Erfahrungen, mit denen er andere dazu ermunterte, sich für eine Zeit aus ihrem Alltag zurückzuziehen, um sich u.a. mit Gebeten und Meditationen zu stärken.</p>
</blockquote>
<p><strong>1522: Inquisition in den Niederlanden</strong></p>
<blockquote>
<p>Kaiser Karl V. führte 1522 mit der Zustimmung des Papstes Hadrian VI. die Inquisition in den Niederlanden ein. Dahinter stand eine weltliche Behörde, deren Ziel die juristische Absicherung der Glaubenseinheit war. (Mörke, Olaf: Wilhelm von Oranien (1533-1584): Fürst und &#8222;Vater&#8220; der Republik, 2007, S. 26) Erste Opfer wurden Augustiner-Mönche in Antwerpen, die sich der Lehre Luthers angeschlossen hatten.</p>
</blockquote>
<p><strong>1522–1523: Papst Hadrian VI. (Lebensdaten: 1459-1513)</strong></p>
<p><strong>1522/23: Durchbruch der Reformation in Zürich unter Huldrych Zwingli (1484-1531): Erste Zürcher Disputation</strong></p>
<div id="attachment_169" style="width: 223px" class="wp-caption alignright"><a href="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2013/05/zwingli1522.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-169" class="size-medium wp-image-169" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2013/05/zwingli1522-213x300.jpg" alt="Ulrich Zwingli auf einem Porträt von Hans Asper, entstanden nach dem Tod Zwinglis. Öl auf Pergament. 35 x 24.5 cm. Rechts Monogramm HA, oben beschriftet mit OCCUBIT ANNO AETATIS XLVII 1531 - er verstarb im 47. Altersjahr 1531. Quelle: Winterthur Kunstmuseum / Wikimedia Commons" width="213" height="300" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2013/05/zwingli1522-213x300.jpg 213w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2013/05/zwingli1522.jpg 250w" sizes="auto, (max-width: 213px) 100vw, 213px" /></a><p id="caption-attachment-169" class="wp-caption-text">Der Zürcher Reformator Ulrich Zwingli auf einem Porträt von Hans Asper, entstanden nach dem Tod Zwinglis. Öl auf Pergament. 35 x 24.5 cm. Rechts Monogramm HA, oben beschriftet mit OCCUBIT ANNO AETATIS XLVII 1531 &#8211; er verstarb im 47. Altersjahr 1531. Quelle: Winterthur Kunstmuseum / Wikimedia Commons</p></div>
<blockquote>
<p>Zwingli, Leutpriester in Zürich, veröffentlichte 1522 seine erste reformatorische Schrift (&#8222;Vom Erkiesen und Freiheit der Speisen&#8220;), mit der er ein spektakuläres Brechen des Fastengebots kurz zuvor rechtfertigte: Während der österlichen Fastenzeit veranstalteten angesehene Bürger der Stadt im Hause des Buchdruckers Christoph Froschauer ein demonstratives Wurstessen. Es folgten Verstöße weiterer Bürger &#8211; und Zwingli wandte sich in Wort und Schrift gegen die Fastengebote. Der Zürcher Stadtrat stellte sich auf die Seite Zwinglis und damit gegen den eigentlich für die Stadt verantwortlichen Bischof von Konstanz, Hugo von Landenberg.</p>
<p>Kurze Zeit später forderte Zwingli die Aufhebung des Zölibats. Er selber lebte seit einigen Monaten mit einer Frau unverheiratet zusammen. Der Bischof forderte daraufhin die Anwendung des Wormser Edikts auf Zwingli. Indem sich der Stadtrat auch dieses Mal wieder auf die Seite Zwinglis stellte und ihn nach seiner Niederlegung des Leutpriesteramts als Stadtprediger anstellte, zeigte sich die neue Rolle des Rats: Er übernahm faktisch das Kirchenregiment in der Stadt.</p>
<p>1523 kommt es zur ersten Zürcher Disputation, einem Religionsgespräch mit Zwingli, den Priestern der Stadt und des Landes Zürich sowie eines Vertreters des Konstanzer Bischofs. Zwingli hatte hierfür die &#8222;67 Schlussreden&#8220; verfasst: Thesen, die seine reformatorische Einstellung zusammenfassen. Er ließ kurz darauf eines seiner Hauptwerke, die Auslegung und Begründung der Schlussreden&#8220; folgen. Mit diesen Schriften gab er u.a. die Transsubstantiationslehre auf, also die Lehre der Wandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu Christi in der Heiligen Messe.</p>
<p>Der Rat der Stadt stimmte Zwinglis Predigt zu, die Reformation fand ihren Durchbruch, wenngleich der Rat sich teilweise noch sträubte, die Konsequenzen in die Praxis umzusetzen.</p>
<p><strong>Literatur:</strong> Zur Frage der Eigenständigkeit der Zürcher Reformation und ob Zwingli &#8222;selbständig zum Reformator wurde oder von Luther beeinflusst&#8220; siehe: Klueting, Das Konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 159 f. (<a title="Literatur über die Reformation und die Glaubenskämpfe / Biografien" href="https://webhistoriker.de/literatur-reformation-biografien/">Literatur zur Reformation</a>)</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/zwingli-und-die-zuercher-reformation/">zum Artikel &#8222;Zwingli und die Zürcher Reformation&#8220;</a></p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zum Hauptartikel &#8222;Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung&#8220;</a></p>
<p><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema &#8222;Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung&#8220;</a></p>
</blockquote>
<p><strong>1522/23: Aufstand der Reichsritter in Deutschland (Sickingfehde, auch Ritter- oder Pfaffenkrieg genannt)</strong></p>
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<p>Teile des reichsritterschaftlichen, niederen Adels um Franz von Sickingen (1481-1523) und Ulrich von Hutten (1488-1523) formierten sich, griffen zu den Waffen, gerichtet gegen den Kurfürsten von Trier. Der Aufstand scheiterte, auch weil die Untertanen des Kurfürsten keine Befreiung von demselben wünschten. Die Ritterschaft war &#8222;als eine das Reich gestaltende politische Kraft erledigt&#8220;. (Schnabel-Schüle: Die Reformation, 2006, S. 143) Luther hatte in seiner Adelsschrift den Adel zur Übernahme von Aufgaben für Kirche und Reich aufgefordert. Vielleicht auch deshalb gab es im weiteren Verlauf das Gerücht, er sei für den Aufstand verantwortlich.</p>
</blockquote>
</div>
</div></section></p></div>
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