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	<title>Müntzer Archive - WebHistoriker</title>
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	<description>Ein Portal zur Geschichte der Frühen Neuzeit</description>
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		<title>Bauernhaufen ziehen durch das Land – Weiterer Verlauf des Bauernkrieges und Niederschlagung der Aufständischen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 25 Jun 2025 14:42:57 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Baltringer Haufen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/bauernhaufen-ziehen-durch-das-land-weiterer-verlauf-des-bauernkrieges-und-niederschlagung-der-aufstaendischen/">Bauernhaufen ziehen durch das Land – Weiterer Verlauf des Bauernkrieges und Niederschlagung der Aufständischen</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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<h2><strong>Weiterer Verlauf des Bauernkrieges und Niederschlagung der Aufständischen</strong></h2>
<p><em>(Teil 4 des Artikels „Geschichte des Bauernkriegs 1525“; <a href="https://webhistoriker.de/geschichte-des-bauernkriegs-1525/">zur Einleitung</a>)</em></p>
<p>Die Unruhen breiteten sich im weiteren Verlauf des Jahres 1524 auf die genannten Gebiete Südwestdeutschlands aus: von Stühlingen aus Richtung Norden bis über Villingen, im Hegau und im Klettgau. Bis zum Ende des Winters im März 1525 gab es Aufstände im Gebiet Richtung Norden und deutlich Richtung Osten bis zum Lech. Von der Trennung von Donau und Lech aus ging es für die sogenannten Bauernhaufen Richtung Süden bis ins Allgäu; ab April 2025 Richtung Norden und Nordosten: über das Elsass und die Kurpfalz, über Franken (Weinsberg und Würzburg) bis Goslar in Hessen und Allstedt in Thüringen sowie nordöstlich bis nach Marienberg, Annaberg und Joachimsthal in Sachsen.</p>
<p>Es gab 1524/25 etliche solcher Haufen, die meist klein angefangen hatten. Durch das Durchs-Land-Ziehen und Anwerben oder die Vereinigung mit anderen kleinen Haufen rekrutierten sie weitere Mitglieder. Das Ganze war recht schwierig zu organisieren, denn viele Bauern mussten immer wieder zu ihren Feldern, zu ihrem Vieh und zu ihrem Hof zurückkehren, da die zurückgebliebene Familie die Arbeit oft nicht allein bewältigen konnte – vor allem in den arbeitsreichen Zeiten des Frühlings und des beginnenden Sommers 1525. Ein „Rotationssystem” sollte dabei helfen, Arbeit und Protest miteinander vereinbar zu machen, ein System, „bei dem jeweils ein Dorf eine bestimmte Anzahl von Männern zu stellen hatte, die mit den Bauern bis zum nächsten Dorf marschieren sollten, wo sie ersetzt wurden.“ (Roper: Für die Freiheit, 2024, S. 282) So waren viele Bauern nur einige Stunden Fußmarsch von ihrem Zuhause entfernt.</p>
<p>Das Umher- und Weiterziehen größerer Haufen war notwendig, da ein Dorf oder eine kleine Gruppe von Dörfern kaum für die notwendige Verpflegung mehrerer Tausend Menschen sorgen konnte/n. Klöster und Burgen wurden angegriffen und geplündert, der Wein und die Essensvorräte genutzt, Relikte der alten Kirche zerstört.</p>
<p>Nachfolgend werden einige Bauernhaufen beispielhaft vorgestellt. Weitere sind mir beim Lesen der Bauernkriegsliteratur untergekommen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit habe ich sie in einer Karte vermerkt:</p>
<div id="attachment_9414" style="width: 610px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9414" class="wp-image-9414 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/bauernkrieg-haufen-karte-02.jpg" alt="Deutschland in heutigen Grenzen, auch der Bundesländer, und mit den Bauernhaufen. Karte: Michael Schnell" width="600" height="790" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/bauernkrieg-haufen-karte-02.jpg 600w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/bauernkrieg-haufen-karte-02-228x300.jpg 228w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/06/bauernkrieg-haufen-karte-02-535x705.jpg 535w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><p id="caption-attachment-9414" class="wp-caption-text">Deutschland in heutigen Grenzen, auch der Bundesländer, und mit den Bauernhaufen. Karte: Michael Schnell</p></div>
<h3><strong>Der Schwarzwälder Haufen</strong></h3>
<p>Hans Müller aus Bulgenbach (siehe das Kapitel über den Beginn des Bauernkrieges) war im Dezember 2024 zunächst mit zehn Männern unterwegs. Sie zogen von einem Dorf zum nächsten und „verkündeten“ die Freiheit von den Herrschenden. Und sie trafen im Schwarzwald auf offene Ohren, sodass bald einige tausend Personen zu seinem Haufen gehörten (Roper: Für die Freiheit, 2024, S. 273).</p>
<p>Nicht alle Anführer, nicht alle Haufen agierten gleich: Da gab es die eher Gemäßigten, die Gewalt möglichst ablehnten. Die anderen traten aggressiver auf, traten den Feinden gegenüber kämpferisch auf und drohten auch Personen des eigenen Berufsstands Gewalt an, wenn sie sich dem Haufen nicht anschließen wollten. Zu Letztgenannten gehörte Hans Müller, der als „Scharfmacher“ galt (Schwerhoff: Der Bauernkrieg, 2024, S. 78) und den Schwarzwälder Haufen anführte. Sehr erfolgreich agierte er im April 1525 im Schwarzwald und zog dann mit seinen Mannen Richtung Freiburg. Während die Bauern in anderen Regionen Deutschlands bereits schmerzhafte Niederlagen hinnehmen mussten, schafften es die Schwarzwälder gemeinsam mit vier weiteren Haufen Freiburg einzunehmen. Doch nun wurde es auch für den Schwarzwälder Haufen bedrohlicher. Die nächste Stadt, die die Bauern um Hans Müller einnehmen wollten, Villingen, konnte sich jedoch wehren. Die Hilfe für den Hegauer Bauernhaufen in Radolfzell wollte geleistet werden – doch Müller sah: „(…) die Städte am Bodensee stärkten sich «heftig» und der Bund ziehe mit Macht herauf“. Gemeint war der Schwäbische Bund, einem Zusammenschluss von Herrschern, der den Landfrieden sichern sollte (Schwerhoff: Der Bauernkrieg, 2024, S. 491).</p>
<p>Im Juli 1525 kapitulierte der Schwarzwälder Haufen.</p>
<p><strong>Doch was geschah mit Hans Müller, dem Mann der ersten Stunde, dem Anführer des Schwarzwaldhaufens?</strong></p>
<p>Nach der Kapitulation des Haufens versuchte Hans Müller, in das Klettgau oder in die Schweiz zu flüchten, wurde jedoch gefangengenommen und nach 40 Tagen in Haft von einem Scharfrichter enthauptet – angeblich im Stehen. „Man sagt sich, Müller habe sich bis zuletzt geweigert, vor der Obrigkeit auf die Knie zu gehen.“ (Artikel „Hans Müller von Bulgenbach“ auf der <a href="https://hansmuellerbulgenbach.de/hans-mueller-von-bulgenbach/">Website des Vereins Historische Hans Müller Gruppe Bulgenbach</a>)</p>
<h3><strong>Der Baltringer Haufen </strong></h3>
<p>Baltringen ist ein Ort ca. 30 Kilometer südlich von Ulm. Der nach ihm benannte Haufen gehörte, wie der Schwarzwälder, zu den ersten Bauernhaufen. Seinen Anfang hatte er zu Weihnachten 1524 in einem Wirtshaus von Baltringen. Angeführt wurde der Haufen, vielleicht von Beginn an, spätestens aber ab dem Februar 1525, von Huldrich (=Ulrich) Schmid. Als Schreiber des Haufens fungierte der bereits mehrfach erwähnte Sebastian Lotzer.</p>
<p>In der Anfangszeit sind die Baltringer Bauern wohl auch, wie andere Haufen, durch die Umgebung marschiert und forderten andere Bauern auf, sich ihnen anzuschließen. (Siehe einen Bericht des St. Gallener Predigers Johannes Kessler im <a href="https://www.schule-bw.de/faecher-und-schularten/gesellschaftswissenschaftliche-und-philosophische-faecher/landeskunde-landesgeschichte/module/epochen/neuzeit/bauernkrieg/bruchsal/ab2.pdf">Unterrichtsmaterial des Arbeitskreises für Landeskunde/Landesgeschichte RP Karlsruhe</a>, online auf den Seiten des Landesbildungsservers Baden-Württemberg). Anschließend hat sich Baltringen wohl zu einem Treffpunkt entwickelt, an dem sich große Massen Unzufriedener zusammengefunden haben.</p>
<p>Es folgten Verhandlungen der Bauern mit dem Schwäbischen Bund. Es gab unterschiedliche Meinungen der Bauern über den Einsatz von Gewalt zur Durchsetzung ihrer Forderungen. Und auch innerhalb des Schwäbischen Bundes wurde diskutiert, ob den Aufständischen mit Gewalt begegnet werden solle.</p>
<p>Im März nahmen Vertreter des Baltringer Haufens an den Sitzungen in Memmingen teil. Dort trat der Leipheimer Haufen dem Baltringer bei, die Christliche Vereinigung wurde gegründet. Die Bundesordnung und 12 Artikel wurden den Vertretern des Schwäbischen Bundes übergeben.</p>
<p>In der Folgezeit beriet sich der Bund über die Forderungen der Bauern und die Bauern über die Gegenvorschläge des Bundes. Doch schnell wurde klar: Der Schwäbische Bund wollte Krieg. Während der Beratungen wurden im Hintergrund bereits Vorkehrungen dafür getroffen. Aber auch die Bauernhaufen verhielten sich nicht friedlich, sondern stürmten weiterhin Klöster und Burgen.</p>
<p>„Welche Seite konkret die ersten gravierenden Gewalttaten zu verantworten hatte, lässt sich rückblickend kaum wirklich entscheiden. Politisch lag die Verantwortung für die Eskalation des Konflikts ziemlich eindeutig auf Seiten der Bundesstände, die kein verhandelbares Angebot vorgelegt hatten.“ (Schwerhoff: Der Bauernkrieg, 2024, S. 171)</p>
<p>Ende März 1525 formierten sich die Truppen des Bundes gegen den Baltringer Haufen. Zu einer ersten Schlacht kam es allerdings erst bei Leipheim, das ca. 18 Kilometer östlich von Ulm liegt. Der Baltringer Haufen wurde geradezu niedergemetzelt, die zwei weiteren Haufen der Christlichen Vereinigung, der Allgäuer und der Bodensee-Haufen kamen ihm nicht zu Hilfe.</p>
<p>Mitte 1525 nahm der Schwäbische Bund die Kapitulation des Baltringer Haufens an.</p>
<h3><strong>Der Werrahaufen </strong></h3>
<p>Am 20. April 1525 drangen mehrere Hundert Bauern in die Stadt Vacha ein. Sie lag im Südwesten Thüringens und hatte ca. 1.000 Einwohner. Die Bürger und der Rat stimmten den 12 Artikeln zu und die Bauern wählten den Tuchmacher Hans Sippel zu ihrem Anführer. Drei Tage später zog der Haufen, der wegen des nahe gelegenen Flusses Werra auch Werrahaufen genannt wurde, Richtung Salzungen weiter. Wie schon vor der Ankunft in Vacha plünderten sie, mittlerweile zwischen 1.000 und 2.000 Mann stark,  auf dem weiteren Weg einzelne Klöster und auch die Krayenburg. Salzungen schloss sich den Bauern an; Breitungen war bereits zuvor von seinen Bauern dazu gebracht worden. Am 24. April umfasste der Haufen über 3.000 Personen. Kein Wunder, dass die nahegelegene Stadt Schmalkalden, in der die Landgrafschaften Henneberg-Schleusingen und Hessen das Sagen hatten, Schlimmes befürchtete. Zudem gab es hier „bereits vor dem Bauernkrieg religiöse Auseinandersetzungen“ (Schwerhoff: Der Bauernkrieg, 2024, S. 323).</p>
<p>Graf Wilhelm IV. von Henneberg (1478-1559) war nahezu machtlos. Über 8.000 Bauern zählte der Werrahaufen vor Schmalkalden am 27. April 1525, die Bürgerschaft hatte sich zumindest zu großen Teilen bereits mit den Bauern solidarisiert und nun wurde der Graf auch noch von einem früheren Söldner und jetzigen Plattner (Schmied für Rüstungen) verraten. Er hatte ihm Geld für die Abwehr der Bauern gegeben, doch dieser gab es den Aufständischen. Die Situation war „trostlos, jedenfalls berichtete dies Amtmann Tham von Herda in Kaltennordheim: Er würde ja über einen Mangel an Geschützen klagen, so schrieb er, wenn ihm nicht ohnehin die Männer fehlten, um diese zu bedienen. Er könne sich im Schloss lediglich auf sieben Leute verlassen, die übrigen seien weich und wankelmütig.“ (Schwerhoff: Der Bauernkrieg, 2024, S. 324)</p>
<p>Als der Werrahaufen weiterzog, zurück zur Werra und dann Richtung Süden (Wasungen und Meiningen), suchte der Graf von Henneberg die Bauern auf und nahm die 12 Artikel an.</p>
<p>Nun formierte der zweite Stadtherr, Landgraf Philipp von Hessen, ein schlagkräftiges Heer, um gegen die Bauern vorzugehen. Die Städte Hersfeld und Fulda wurden recht schnell eingenommen, viele Aufständische grausam und ohne Erbarmen getötet. Die Kunde davon sprach sich schnell herum und die Bauern des Werrahaufens zerstreuten sich. Der hessische Landgraf allerdings konnte Hans Sippel und weitere Anführer festnehmen – sie wurden in Eisenach vor den Augen des Grafen hingerichtet. Der Werrahaufen hatte sein Ende gefunden.</p>
<p><strong>Hinweis:</strong> Einige grundlegende Informationen habe ich den schönen Informationskarten zu einzelnen Städten (Vacha, Salzungen, Breitungen) sowie den Texttafeln zur Stadt Schmalkalden entnommen, die in der Sonderausstellung „Bauernkrieg und Stadt&#8220; in Schmalkalden zu sehen und lesen waren.</p>
<h3><strong>Martin Luther, Thomas Müntzer und die Geschehnisse in Frankenhausen und Mühlhausen</strong></h3>
<p>Mitte April 1525 legten die aufständischen Bauern in Weimar dem Reformator Martin Luther die 12 Artikel und die Bundesordnung zur Beurteilung vor. Luther antwortete mit seiner Schrift „Ermahnung zum Frieden auf die zwölf Artikel der Bauernschaft in Schwaben“, in der er beide Seiten zum Frieden mahnt. Doch das Blutvergießen hatte schon längst begonnen, als sein Flugblatt in verschiedenen Teilen Deutschlands verteilt wurde. (Schilling: Martin Luther, 2012, S.300 f.)</p>
<p>Als Luther merkte, dass die Gewalt auch nach Thüringen übergreifen würde, positionierte er sich auf die Seite der Obrigkeit und gegen Thomas Müntzer. Dieser war ein weiterer wichtiger Akteur der Reformation, hatte sich allerdings längst von Luther distanziert und eine radikalere, spiritualistisch-apokalyptische Theologie entwickelt, die auch sozialrevolutionäre Elemente enthielt. Er eckte an, galt als Unruhestifter: 1521 wurde er aus Zwickau vertrieben. Über Umwege – unter anderem wirkte er in Prag, wo er auch sein bekanntes „Prager Manifest“, sein theologisches Programm, verfasste – kam er im Frühjahr 1523 nach Allstedt in der Nähe der „Lutherstadt“ Eisleben. Ohne „richtige“ Berufung arbeitete er dort bis zum Sommer 1524 als Pfarrer. Auch Allstedt musste er wieder verlassen, nachdem er für ein Gottesreich auf Erden geworben hatte. Damit waren die Herrschenden nicht einverstanden. Allerdings wandten sie sich erst gegen Müntzer, nachdem Luther sie dazu aufgefordert hatte (vgl. Schnabel-Schüle, Die Reformation, 2006, S. 135).</p>
<p>Nächste Station: Mühlhausen. Hier stellte sich Müntzer schließlich gänzlich gegen Luther. Als sich zu Ostern 1525 auch in Thüringen die Bauern sich zu Protesten erhoben, „war Müntzer davon überzeugt, dass nun die Zeit gekommen sei, das endzeitliche Gericht an den Gottlosen zu vollstrecken und sein Programm einer spirituellen Kirche umzusetzen. Müntzer gab jede politische Rücksichtnahme auf.“ Ca. 6.000 bis 7.000 Bauern standen vor den Toren von Frankenhausen – und Müntzer sah den Endkampf vor sich. Währenddessen hatte sich Martin Luther mit seiner am 6. Mai 1525 geschriebenen Schrift „Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern“ längst gegen die Aufständischen und für die Obrigkeiten in Stellung gebracht.</p>
<p>Der gerade einmal 20 Jahre alte Landgraf Philipp von Hessen, der schon den Werrahaufen besiegt hatte, zog nun mit den Herzögen Georg von Sachsen und Heinrich von Braunschweig gegen Müntzer und seine Bauern. Letztere waren „hoffnungslos unterlegen“, es ging alles sehr schnell: Von 5.000 Toten ist die Rede. Es war, so Gert Schwerhoff (Der Bauernkrieg, S. 387) kein Kampf, keine Schlacht. Die Bauern sahen schnell, dass sie machtlos waren, flohen und wurden schlicht niedergemetzelt – es war ein Massaker an Wehrlosen. 600 Personen wurden gefangengenommen, darunter Thomas Müntzer. Zusammen mit weiteren 47 Personen wurde er hingerichtet.</p>
<p>Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass die Rolle Thomas Müntzers bezüglich des Bauernkriegs lange Zeit deutlich überbewertet wurde. Gerd Schwerhoff kommt in seinem Werk „Der Bauernkrieg” (2024) an mehreren Stellen zu dem Schluss, dass Müntzers Einfluss doch eher gering war: Er war kein „wesentlicher Rädelsführer des oberdeutschen Bauernaufstands” (S. 95) und sein Einfluss „auf die Entwicklung des Bauernkriegs in der weiteren Umgebung” (S. 338) sei ungeklärt. Luther und seine Anhänger hätten seine Rolle deutlich überhöht, meint auch Thomas Kaufmann (Der Bauernkrieg, 2024, S. 21 ff.).</p>
<h4>Nächster Beitrag:</h4>
<ul>
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<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/bauernhaufen-ziehen-durch-das-land-weiterer-verlauf-des-bauernkrieges-und-niederschlagung-der-aufstaendischen/">Bauernhaufen ziehen durch das Land – Weiterer Verlauf des Bauernkrieges und Niederschlagung der Aufständischen</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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		<title>Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1524</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Oct 2013 08:48:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Bündnis von Gotha-Torgau]]></category>
		<category><![CDATA[Dessauer Bündnis]]></category>
		<category><![CDATA[Fürstenpredigt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1524-fuerstenpredigt-muentzer/">Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1524</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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<h1>Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1524</h1>
<p><strong>1524: Philipp von Hessen erster deutscher Fürst, der sich zur Reformation bekennt</strong></p>
<p><strong>1524: Fürstenpredigt von Thomas Müntzer</strong></p>
<blockquote>
<p>Im Juli 1524 waren Herzog Johann (später auch Kurfürst) von Sachsen und sein Sohn in Allstedt und hörten dort eine Predigt des Reformators Thomas Müntzer. In dieser Predigt befürwortete er den Einsatz von Gewalt zur Durchsetzung reformatorischer Ideen. Zudem beschimpfte er recht unverhohlen das Wirken Martin Luthers.</p>
<p>Der Herzog reagierte nicht unmittelbar auf die Worte Müntzers. Erst nach Luthers Schrift &#8222;Sendbrief an die Fürsten zu Sachsen wider den aufrührerischen Geist zu Allstedt&#8220; musste Müntzer auch Allstedt wieder verlassen.</p>
<p><strong>Quelle: </strong><a title="Quelle: Müntzer, Thomas: Auszlegung des andern vnter||schyds Danielis desz pro=||pheten gepredigt auffm schlos zu || Alstet vor den tetigen thewren || Herzcogen vnd vorstehern zu || Sachssen durch Thomã || Muentzer diener des || wordt gottes.|| Allstedt 1524" href="http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:3:1-111055">Müntzer, Thomas: Auszlegung des andern vnter||schyds Danielis desz pro=||pheten gepredigt auffm schlos zu || Alstet vor den tetigen thewren || Herzcogen vnd vorstehern zu || Sachssen durch Thomã || Muentzer diener des || wordt gottes.|| Allstedt 1524 (Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) Sachsen-Anhalt, Halle)</a></p>
<p><strong>Quelle: </strong><a title="Quelle: Die Fürstenpredigt, online unter: Deutsche Geschichte in Dokumenten und Bildern (DGDB)" href="http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/sub_document.cfm?document_id=4270&amp;language=german">Die Fürstenpredigt, online unter: Deutsche Geschichte in Dokumenten und Bildern (DGDB)</a></p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zum Hauptartikel &#8222;Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung&#8220;</a></p>
<p><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema &#8222;Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung&#8220;</a></p>
</blockquote>
<p><strong>1524/25/26: Regensburger Einung, Dessauer Bündnis und das Bündnis von Gotha-Torgau</strong></p>
<blockquote>
<p>Zur Durchsetzungen des Wormser Edikts bildeten sich zwei katholische Bündnisse: die Regensburger Einung (Süddeutschland, 1524) und das Dessauer Bündnis (Norddeutschland, 1525), in denen weltliche und geistliche Fürsten sich gegenseitige Unterstützung zusagten. Im Gegenzug schlossen Philipp von Hessen und Johann von Sachsen das (reformatorische) Bündnis von Gotha-Torgau (1526).</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zum Hauptartikel &#8222;Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung&#8220;</a></p>
<p><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema &#8222;Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung&#8220;</a></p>
</blockquote>
</div>
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		<title>Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1523</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Oct 2013 08:45:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstgeschichte]]></category>
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<h1>Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1523</h1>
<p><strong>1523: Zürcher Disputation</strong></p>
<blockquote>
<p>(s. 1522: Durchbruch der Reformation in Zürich unter Huldrych Zwingli (1484-1531): Erste Zürcher Disputation)</p>
</blockquote>
<p><strong>1523: Sickingfehde (auch Ritter- oder Pfaffenkrieg genannt)</strong></p>
<blockquote>
<p>(s. 1522/23: Aufstand der Reichsritter in Deutschland [Sickingfehde, auch Ritter- oder Pfaffenkrieg genannt])</p>
</blockquote>
<p><strong>1523: Erste vollständig deutsche Liturgie durch Thomas Müntzer</strong></p>
<blockquote>
<p>Nach seinem Aufenthalt in Prag fand Müntzer in Allstedt (südlich von Eisleben, im Südwesten des heutigen Sachsen-Anhalts) eine neue Anstellung als Pfarrer und schuf dort die erste Liturgie in komplett deutscher Sprache. Zudem suchte er sich mit Luther zu versöhnen, der jedoch nicht auf einen Brief Müntzers reagierte. Kurz darauf kam es zum endgültigen Bruch zwischen beiden Reformatoren.</p>
</blockquote>
<p><strong>1523: Zweite Zürcher Disputation</strong></p>
<blockquote>
<p>In der zweiten Disputation wandte sich Zwinglich noch einmal gegen die praktisch noch nicht abgeschaffte Transsubstantiationslehre (s. 1522/23) sowie gegen jede Art der Verehrung von Bildnissen und Heiligen. Doch auch nun beließ es der Stadtrat zunächst bei den alten Gegebenheiten. Erst 1524 wurden die Bilder und Reliquien abgeschafft, erst 1525 die neue Form der Messe eingeführt. Auch die Klöster wurden zwischenzeitlich aufgehoben.</p>
</blockquote>
<p><strong>1523: Louis de Berquin wird verhaftet</strong></p>
<blockquote>
<p>Über die Schriften Luthers kam auch Frankreich in Berührung mit der Reformation. (Iserloh: Geschichte und Theologie der Reformation, 1980, S. 149) Louis de Berquin, ein französischer Humanist, hat eine Schrift von Luther in die französische Sprache übersetzt und wurde dafür der Ketzerei angeklagt, aber zunächst wieder freigelassen. In der Folgezeit gab es weitere Anklagen und schließlich wurde er 1529 in Paris wegen Ketzerei auf dem Scheiterhaufen verbrannt.</p>
</blockquote>
<p><strong>1523–1534: Papst Clemens VII. (Lebensdaten: 1478-1534)</strong></p>
</div>
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		<title>Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1521</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Oct 2013 08:30:46 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Heinrich VIII.]]></category>
		<category><![CDATA[Italien]]></category>
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		<category><![CDATA[Wormser Vertrag]]></category>
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<h1>Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1521</h1>
<p><strong>1521: Reichstag zu Worms / Wormser Edikt</strong>:<strong> Politische Entscheidungen und Ächtung Luthers</strong></p>
<div id="attachment_167" style="width: 260px" class="wp-caption alignright"><a href="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2013/05/wormser-edikt1521.jpg"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-167" class="size-full wp-image-167" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2013/05/wormser-edikt1521.jpg" alt="Luther auf dem Reichstag zu Worms. Kolorierter Holzschnitt von 1557. Bildaufschrift: Intitulentur libri (Die Bücher sollen bei ihren Titeln genannt werden). Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir, Amen. Wikimedia Commons / Quelle: ?, Urheber: ?" width="250" height="171" /></a><p id="caption-attachment-167" class="wp-caption-text">Luther auf dem Reichstag zu Worms. Kolorierter Holzschnitt von 1557. Bildaufschrift: Intitulentur libri (Die Bücher sollen bei ihren Titeln genannt werden). Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir, Amen. Wikimedia Commons / Quelle: ?, Urheber: ?</p></div>
<blockquote>
<p>Der Reichstag dauerte vom 27. Januar bis zum 26. Mai 1521. Einige wegweisende Entscheidungen wurden hier getroffen, wie z.B. die Reichsmatrikel und die Errichtung eines Reichsregiment. Die Reichsmatrikel legte fest, wieviel Truppen und finanzielle Leistungen die einzelnen Reichsstände zu stellen bzw. zu leisten hatten. Das Reichsregiment gab es bereits von 1495 bis 1502, nun noch einmal von 1521 bis 1531. Es war ein politisches Gegengewicht zum Kaiser, das aus Vertretern der Reichsstände bestand und in der sich abzeichnenden Abwesenheit des Kaisers vom Reich die politischen Geschicke lenken sollte.</p>
<p>Ein weiterer Teil des Reichstags waren aber auch die Geschehnisse rund um die Rolle der Kirche und deren Vertreter. Die Beschwerden gegen den Papst und die römische Kurie (auch Gravamina der deutschen Nation genannt) weiteten sich auf dem Wormser Reichstag auf die Zustände im Reich aus, wobei es um das Verhältnis von geistlicher und weltlicher Macht ging.</p>
<p>Inmitten dieses Klima des Misstrauens und teilweise auch der Missgunst gegenüber der Kirche erschien nun auch noch Martin Luther auf dem Reichstag. Er war kurz vor dem Reichstag endgültig zum Ketzer erklärt worden &#8211; und der Kaiser wusste davon. Luther hoffte auf ein Entgegenkommen des mit 21 Jahren sehr jungen Kaisers Karl V., schrieb ihm gar einen persönlichen Brief, doch Karl hatte für sein Anliegen kein Ohr. Es war schwer genug, die Einheit des Reiches zu wahren, da kam eine Zerrissenheit der Kirche ungelegen. Karl neigte stark zur Verhängung der Reichsacht.</p>
<p>Doch nach einigem Hin und Her berief der Kaiser Martin Luther zur Anhörung. Dazu war er einerseits aufgrund seiner Wahlkapitulation von 1519 genötigt, die allen Beschuldigten vor der Verhängung der Reichsacht ein Anhörungsrecht zusicherte. (Schnabel-Schüle, 2006, S. 102) Andererseits hatte Karl V. natürlich die antirömische Stimmung im Reich mitbekommen und wusste von den positiven Reaktionen auf das Wirken Luthers. So galt es, Rücksicht und Vorsicht auf die Befindlichkeiten der Reichsstände zu nehmen, ihre Unterstützung, die Karl dringend benötigte (v.a. Finanzen für seine Kriege), nicht aufs Spiel zu setzen.</p>
<p>Am ersten Tag der Vorladung sollte Luther schlicht die Thesen seiner Bücher widerrufen. Er wirkte kleinlaut und war sicherlich enttäuscht, dass der Kaiser nichts Weiteres hören wollte. Am zweiten Tag holte Luther jedoch aus und beeindruckte mit seiner souveränen Rechtfertigung seiner Lehren viele Anwesenden &#8211; und wohl auch etwas den Kaiser. Denn der schrieb noch am selben Tag ein eigenes Bekenntnis zum katholischen Glauben. (Schilling, 2012, S. 224 f.)</p>
<p>Auf Drängen der Stände räumte Karl V. Luther noch eine Frist ein, während der man Luther zum Kompromiss überreden wollte. Vergebens. Während das Edikt zur Reichsacht (Wormser Edikt) gegen Luther ausgefertigt wurde, wurde ihm freies Geleit für seine Rückkehr nach Wittenberg zugesichert. Da befürchtet wurde, dass er trotzdem gefangen genommen werden könnte, inszenierten Beauftragte seines sächsischen Landesherrn, Friedrich III., eine Entführung &#8211; die berühmte Entführung auf die Wartburg.</p>
<p>Im Übrigen wusste Karl V. von der &#8222;Entführung&#8220;, als er am 26 Mai 1521 das Edikt unterschrieb. &#8222;Karl wusste also, (&#8230;) dass er faktisch nur die Verbrennung von Luthers Büchern verfügte, nicht aber dessen Leben in Gefahr brachte.&#8220; Vielleicht bestand auch ein Vereinbarung zwischen dem Habsburger und Kursachsen. (Schiller, 2012, S. 232)</p>
<p>Das Wormser Edikt galt im Übrigen auch für die Anhänger Luthers: Seine Schriften durften weder gekauft und gelesen noch gedruckt, abgeschrieben und verkauft werden. Wer das tue, zog ebenfalls die Ächtung auf sich. Über die Gültigkeit des Edikts gab es durchaus Diskussionen, da es nicht in den Reichstagsabschied mitaufgenommen wurde. (Iserloh 1980, S. 42) Die Umsetzung des Edikts wurde 1526 den Ständen überlassen, d.h. in einigen Ländern des Reichs faktisch aufgehoben. Die Reformation konnte in diesen Ländern weiter voran getrieben werden (siehe &#8222;1526 und 1529: Reichstage zu Speyer: &#8218;Fürstenreformation'&#8220;).</p>
<p><strong>Quelle: </strong><a class="external text" href="https://tueditions.ulb.tu-darmstadt.de/v/pa000008-0108" rel="nofollow">Text des Wormser Edikts (TU Darmstadt)</a></p>
<p><strong>Quelle: </strong><a class="external text" href="https://www.dilibri.de/stbwodfg/content/titleinfo/706360" rel="nofollow">Faksimile nach dem Original-Plakatdruck in der Stadtbibliothek Worms</a></p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/der-reichstag-zu-worms-luther-und-der-kaiser/">zum WebHistoriker-Artikel &#8222;Der Reichstag zu Worms – Luther und der Kaiser&#8220;</a></p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zum Hauptartikel &#8222;Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung&#8220;</a></p>
<p><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">alle WebHistoriker.de-Beiträge zum Thema &#8222;Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung&#8220;</a></p>
</blockquote>
<p><strong>1521 und 1522: Wormser Vertrag und Vertrag von Brüssel</strong></p>
<blockquote>
<p>Die beiden Verträge regelten die territorialen Machtansprüche Kaiser Karls V. und seines Bruders Ferdinand I. Ferdinand erhielt von Karl die österreichischen Lande sowie Württemberg. Fortan gibt es die spanisch-niederländische und die deutsch-österreichische Linie des Hauses Habsburg. Endgültig wird diese Teilung 1556, als Karl V. abdankte und seinem Sohn Philipp II. die spanischen Lande, Ferdinand I. das Kaisertum übergibt.</p>
</blockquote>
<p><strong>1521: Luthers Wartburgpostille</strong></p>
<blockquote>
<p>Im Sommer 1521 veröffentlichte Martin Luther seine Sammlung deutschsprachiger Musterpredigten, die später als Wartburgpostille bezeichnet wurde. Die Texte fanden großen Anklang und &#8222;sollten zusammen mit der Lutherbibel über die Generationen hinweg die Kultur des deutschen Protestantismus prägen&#8220; (Schilling, 2012, S. 267). (Zur Lutherbibel siehe: <a title="Chronik: 16. Jahrhundert – 1531-1540" href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1534-lutherbibel-taeuferreich-muenster/">1534: Die vollständige Lutherbibel erscheint</a>!)</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zum Hauptartikel &#8222;Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung&#8220;</a></p>
<p><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema &#8222;Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung&#8220;</a></p>
</blockquote>
<p><strong>1521: Thomas Müntzer flieht aus Zwickau</strong></p>
<blockquote>
<p>Thomas Müntzer, Pfarrer in Zwickau, wurde seines Amtes enthoben und musste aus der Stadt fliehen. Die Gründe lagen in den Streitigkeiten mit dem Franziskanerorden und dem Rat der Stadt Zwickau, der ihn des Aufruhrs beschuldigte. Die Stelle in Zwickau erhielt Müntzer wohl noch auf Empfehlung Luthers. Müntzers Weg führte nach Prag.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zum Hauptartikel &#8222;Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung&#8220;</a></p>
<p><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema &#8222;Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung&#8220;</a></p>
</blockquote>
<p><strong>1521: Prager Manifest von Thomas Müntzer</strong></p>
<blockquote>
<p>In dem Manifest formulierte der Reformator und frühere Anhänger Luthers seine theologischen Grundgedanken. Diese ließen sich in Prag jedoch nicht durchsetzen, woraufhin er 1523 nach Allstedt ging. Hier fanden seine Ideen große Anerkennung.</p>
<p><strong>Quelle: </strong><a title="Text des Prager Manifests bei Wikipedi, aus: Gerhard Wehr (Hrsg.): Thomas Müntzer Schriften und Briefe. Fischer, 1973" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Prager_Manifest_(1521)">Text des Prager Manifests bei Wikipedi, aus: Gerhard Wehr (Hrsg.): Thomas Müntzer Schriften und Briefe. Fischer, 1973</a></p>
</blockquote>
<p><strong>1521: Luthers Schriften zum Gelübde von Mönchen</strong></p>
<blockquote>
<p>Im September bzw. im November verfasste Martin Luther zwei Schriften, in denen er seine Positionen zum Gelübde von Mönchen darlegte: &#8222;Themata de votis&#8220; und „De votis monasticis iudicium&#8220;. Zu dieser Zeit stand Luther selbst noch zu seinem Mönchsdasein. Und es ging ihm in den Schriften auch nicht darum, Gelübde generell abzuschaffen und Mönche und Nonnen zum Austritt zu bewegen &#8211; wenngleich es nach Luther in der erneuerten Kirche kein Mönchtum mehr geben sollte.</p>
<p>Während andere Reformatoren, wie z.B. Karlstadt oder Melanchthon, von den Schwierigkeiten oder der Unmöglichkeit aus argumentierten, solche Gelübde überhaupt einzuhalten, ging Luther von der Unterscheidung gottgefälliger und gottloser Gelübde aus. Gottlos sei ein Gelübde dann, wenn man es deswegen leiste oder geleistet habe, um &#8222;Gerechtigkeit vor Gott zu erlangen&#8220; (Lohse, 1995, S. 157). Geschehe es allerdings in Einklang mit der Freiheit eines Christenmenschen, dann sei es in Ordnung. Insgesamt aber sind in Luthers Augen Gelübde mit Vorsicht zu betrachten, da sie in der Heiligen Schrift keine Erwähnung finden.</p>
<p><strong>Quelle: </strong><a title="Martin Luther: Doctoris Martini Luther kurtz schluß rede von den gelöbten vnd geistlichen leben der klöster. Speyer 1521 (Bayerische Staatsbibliothek)" href="http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10160223-0">Martin Luther: Doctoris Martini Luther kurtz schluß rede von den gelöbten vnd geistlichen leben der klöster. Speyer 1521 (Bayerische Staatsbibliothek)</a></p>
<p><strong>Quelle: </strong><a title="De Votis Monasticis, Martini Lvtheri Ivdiciv. Basel 1522 (Bayerische Staatsbibliothek)" href="http://www.mdz-nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:bvb:12-bsb10160220-4">De Votis Monasticis, Martini Lvtheri Ivdiciv. Basel 1522 (Bayerische Staatsbibliothek)</a></p>
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</blockquote>
<p><strong>1521: Wittenberger Unruhen</strong></p>
<blockquote>
<p>Während Luthers Aufenthalt auf der Wartburg kam es in Wittenberg zu einem Streit, wie weit die theologischen Veränderungen oder Neuerungen gehen sollten. Einigen gingen die bisherigen Reformen nicht weit genug, v.a. was das Zölibat und die Messe betraf. Luther kehrte schließlich nach Wittenberg zurück und forderte in seinen berühmten Invokavitpredigten, dass die Bevölkerung nicht durch zu radikale Änderungen verunsichert werden sollte. Aufgrund des Streits kam es zum Bruch zwischen Luther und dem Reformator Karlstadt (eigtl. Andreas Rudolf Bodenstein, 1480-1541).</p>
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</blockquote>
<p><strong>1521: Heinrich VIII.: Assertio septem sacramentorum</strong></p>
<blockquote>
<p>Mit dieser Schrift wandte sich der englische König Heinrich VIII. kämpferisch gegen Luthers Schrift “Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche&#8220;. Daraufhin wurde er von Papst Leo X. mit dem Titel &#8222;Verteidiger  des Glaubens&#8220; (&#8222;Defensor Fidei&#8220;) ausgezeichnet. Später wurde gegen ihn der Kirchenbann ausgesprochen (s. <a title="Chronik: 16. Jahrhundert – 1534" href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1534/">1534: Suprematsakte</a>).</p>
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</blockquote>
<p><strong>1521-1559: Kriege und Konflikte zwischen den Habsburgern und Frankreich um Italien</strong></p>
<blockquote>
<p>Die Kämpfe, jeweils mit unterschiedlichen Bundesgenossen, drehten sich hauptsächlich um die Vorherrschaft in Italien. Der Norden stand nach verschiedenen Auseinandersetzungen unter französischer, der Süden unter habsburgisch-spanischer Herrschaft. Kaiser Karl V. suchte danach, sein Herrschaftsgebiet Richtung Norden auszuweiten. Es kam zu folgenden Konflikten:</p>
<ul>
<li>1521-26: Sieg Karls V., Friede von Mailand mit dem Verzicht des französischen Königs Franz I. auf Italien;</li>
<li>1526-29: Franz I. verwarf den Vertrag von Mailand, es kam zu neuen kriegerischen Auseinandersetzungen. Karl V. und seine Heere gewannen abermals und im Damenfrieden von Cambrai verzichtete der französische König erneut auf Italien;</li>
<li>1536-38: Der am Ende des Krieges ausgefertigte Friede von Nizza bestätigte die Herrschaft Karls V. über ganz Italien;</li>
<li>1542-44: Zusammen mit den Osmanen startete Franz I. einen erneuten Versuch, Italien zu erobern. Die Auseinandersetzungen zwischen diesen Truppen und denen Karls V. fanden fast ausschließlich außerhalb Italiens statt. Der Freide von Crépy bestätigte die Vorherrschaft Karls V. in Italien.</li>
<li>Nach weiteren Kriegen zwischen Karl V. und Heinrich II. (dem französischen Nachfolger Franz I.) bzw. Philipp II. (Nachfolger Karls V. auf der spanischen Linie der Habsburger), aus denen die Spanier letztendlich siegreich hervorgingen, wurde 1559 der Friede von Cateau-Cambrésis geschlossen: Italien blieb unter spanischer Vorherrschaft, Frankreich musste sich aus der italienischen Politik zurückziehen.</li>
</ul>
</blockquote>
</div>
</div></section></div>
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