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	<title>Calvin Archive - WebHistoriker</title>
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	<description>Ein Portal zur Geschichte der Frühen Neuzeit</description>
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		<title>Reformation: Der Streit um das Abendmahl</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Feb 2026 10:03:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Keine Anzeige]]></category>
		<category><![CDATA[Abendmahl]]></category>
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		<category><![CDATA[Zwingli]]></category>
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<h1>Reformation: Der Streit um das Abendmahl</h1>
<h2>Kontroverse Ansichten zu Eucharistie und Opfercharakter der Messe</h2>
<p><strong>„Dies ist mein Leib“ und „Dies ist mein Blut“ – oder doch eher „Dies bedeutet mein Leib“ und „Dies bedeutet mein Blut“? Was meinte Jesus mit diesen Worten, als er beim Letzten Abendmahl seinen Jüngern Brot und Wein reichte? Die Antworten darauf gingen zwischen der alten Kirche und den Reformatoren, aber auch unter den Reformatoren selbst weit auseinander. Zwar interessieren solche theologischen Differenzen heute nur noch wenige Menschen, doch im 16. Jahrhundert waren sie ausschlaggebend Zerwürfnisse und Spaltungen. Im Folgenden werden die zentralen Positionen dargestellt.</strong></p>
<div id="attachment_13377" style="width: 1210px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-13377" class="size-full wp-image-13377" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/FXH17153.jpg" alt="Hostienschale und Kelch in einer katholischen Kirche; Bild: Michael Schnell" width="1200" height="800" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/FXH17153.jpg 1200w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/FXH17153-300x200.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/FXH17153-1030x687.jpg 1030w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/FXH17153-768x512.jpg 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/FXH17153-705x470.jpg 705w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><p id="caption-attachment-13377" class="wp-caption-text">Hostienschale und Kelch in einer katholischen Kirche; Bild: Michael Schnell</p></div>
<h2>Die katholische Position</h2>
<p>Wie lässt sich die Eucharistie kirchenfernen Menschen oder Kommunionkindern erklären? Diese Frage stellte das Domradio dem Kölner Weihbischof Dominik Schwaderlapp in einem Interview. Schwaderlapp beginnt seine Antwort mit dem Menschenbild: Der Mensch bestehe aus Leib und Seele, wobei der Leib „wie ein Fenster zur Seele“ fungiere – „das Instrument, das die Seele zum Klingen bringt“. Christus sei Mensch geworden, um sich auf eine Stufe mit den Menschen zu stellen. Die Eucharistie sei „die Fortsetzung dessen nach seiner Auferstehung und Rückkehr zum Vater: Christus bleibt sichtbar unter uns, in seinem Leib und seinem Blut, in den Gestalten von Brot und Wein. Denn wir glauben, dass dies wirklich Jesus ist – nicht nur ein Zeichen für ihn.“</p>
<p>In der Messe vollzieht sich die Wandlung: Brot wird zum Leib Christi, Wein zu seinem Blut. Die äußere Erscheinung des Brotes und des Weins bleibt, doch Jesus ist nach der Wandlung in der Gestalt des Brotes und des Weins substanziell oder leibhaftig vorhanden. Die Wesensverwandlung wird auch Transsubstantiation genannt. Sie geschieht durch die sogenannte Konsekration (von lateinisch „consecrare“, deutsch „weihen“ oder „heiligen“) des Priesters.</p>
<p>Dieser Auffassung, dass Jesus im Brot und im Wein substanziell oder leibhaftig vorhanden ist, ging im Mittelalter eine große Diskussion unter den Gelehrten voraus, bis auf dem vierten Laterankonzil von 1215 eine Erklärung verabschiedet wurde. Bestätigt wurde sie auf dem Trienter Konzil (1545–1563).</p>
<p>In der Reformation sollte die Transsubstantiation für Diskussion sorgen – ebenso wie zwei weitere Punkte: (1.) das katholische Verständnis der Eucharistie als ein Sühneopfer und (2.) der sogenannte Laienkelch.</p>
<ol>
<li>Die Eucharistie als Sühneopfer wurde in dem „Dekret über die Bitte um den Kelch“ vom 17. September 1562 (Trienter Konzil) festgehalten: Sie sei nicht nur „ein Lob- und Danksagungsopfer oder eine bloße Erinnerung des am Kreuz vollbrachten Opfers“, sondern wahrhaft ein Sühnopfer – sowohl für die Lebenden als auch für die Gestorbenen.</li>
<li>Über Jahrhunderte hinweg empfingen Laien die Kommunion in beiderlei Gestalt (Brot und Wein), ab dem Hochmittelalter verzichtete die lateinische Kirche auf die Kelchkommunion der Laien (auch Laienkelch genannt). Auf dem Konzil von Trient wurde der Kommunionempfang nur unter der Gestalt des Brotes mit dem Hinweis verteidigt, „dass der ganze Christus unter jeder der beiden Gestalten empfangen werde.“ (Sparn u.a.: &#8222;Sakrament&#8220;, in: Enzyklopädie der Neuzeit Online) Papst Pius IV. erlaubte den Laienkelch 1564, widerrief diese Erlaubnis hingegen 20 Jahre später.</li>
</ol>
<p>Erst in den 1960er-Jahren, mit den Beschlüssen des Zweite Vatikanische Konzils (1962–1965), wurde die Kommunion unter beiderlei Gestalten auch für Laien in bestimmten Fällen wieder zugänglich gemacht.</p>
<h2>Lutherische und reformierte Ansichten</h2>
<p>Es gab eine Reihe von Übereinstimmungen unter allen Protestanten, mit denen sie sich von der alten Kirche abwandten, zum Beispiel:</p>
<ul>
<li>Reduzierung der Sakramente: Nur Taufe und Abendmahl galten als Sakramente (bei Luther noch zusätzlich die Beichte). Firmung, Krankensalbung, Weihe und Ehe wurden nicht mehr als Sakramente anerkannt.</li>
<li>Laienkelch: Alle Gläubigen sollten die Kommunion in beiderlei Gestalt (Brot und Wein) empfangen dürfen.</li>
<li>Ablehnung der Transsubstantiation: Die Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi wurde abgelehnt.</li>
</ul>
<p>Doch beim Thema Abendmahl zeigten sich unter den Reformatoren tiefe Meinungsverschiedenheiten. Laut Heinz Schilling (Martin Luther, 2012, S. 399) wurden diese sowohl „mit hoher Gelehrsamkeit“ als auch „mit brutaler Härte“ ausgetragen. Streitpunkt: <strong>Martin Luther</strong> hielt auch ohne Wandlung an der Realpräsenz Christi beim Abendmahl fest. Christus sei wirklich und wahrhaftig anwesend „im Kreis derer, die in seinem Namen und unter Verheißung seiner Einsetzungsworte Brot und Wein zu sich nahmen“ (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 400). Viele Reformatoren fragten sich jedoch: Wie kann Jesus gleichzeitig im Himmel und unter den Abendmahlgästen sein?</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-13381 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-abendmahl-2.png" alt="Zitat: " width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-abendmahl-2.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-abendmahl-2-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-abendmahl-2-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-abendmahl-2-705x88.png 705w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p><strong>Huldrych Zwingli</strong> deutete das Abendmahl lediglich ein Zusammenkommen zur Erinnerung, zum Gedenken an den Herrn. Brot und Wein seien Symbole, das „ist“ der Einsetzungsworte Jesu sei als „bedeutet“ (siehe meine Einleitung oben) zu verstehen. „Christus sei bei der Feier zwar gegenwärtig, aber nicht mit Fleisch und Blut, sondern in dem sich die Gemeinde an ihn erinnere und sich zu ihm bekenne.“ (Jung: Reformation und Konfessionelles Zeitalter, 2012, S. 94) Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass sich auch unter den Anhängern Luthers darüber gestritten wurde, v.a. nach Luthers Tod.</p>
<p><strong>Johannes Calvin</strong> versuchte sich an einem Mittelweg zwischen Luther und Zwingli: Christus sei nicht „örtlich“ oder „historisch-fleischlich“ gegenwärtig, doch sein Geist sei „durch nichts in seiner Wirksamkeit begrenzt“. Gemeinsam mit Philipp Melanchthon konnte einigte sich Calvin auf eine Änderung des Augsburger Bekenntnisses: Demnach seien „Leib und Blut Christi nicht mehr ‚unter den Gestalten von Brot und Wein im Abendmahl gegenwärtig‘“, könnten aber „‘mit Brot und Wein … den Essenden gereicht‘ werden. Kraft des Heiligen Geistes gelangen die Gläubigen in die Gemeinschaft von Fleisch und Blut Christi“. (Alle Zitate nach Iserloh: Geschichte und Theologie der Reformation, 1980, S. 146).</p>
<p>Einig waren sich die Reformatoren wiederum in der Ablehnung des Opfercharakters der Messe. Nach der reformatorische Rechtfertigungslehre konnten „alle Gaben und alle Gnade von Gott allein“ erwartet werden. Das widersprach der katholischen Auffassung, wonach die Messe ein Sühneopfer sei, „das von der Kirche Gott dargebracht wurde, um Gutes für die Menschen zu bewirken“ (Leppin: Die Reformation, 2. Aufl. 2017, S. 52).</p>
</div></section></div>
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<p><strong>Erwin Iserloh:</strong> Geschichte und Theologie der Reformation im Grundriss. Paderborn 1980.</p>
<p><strong>Martin H. Jung:</strong> Reformation und Konfessionelles Zeitalter (1517–1648). Göttingen 2012.</p>
<p><strong>Volker Leppin: </strong>Die Reformation. 2., aktualisierte Auflage. Darmstadt 2017.</p>
<p><strong>Ina Rottscheidt:</strong> Was ist Eucharistie? – &#8222;Es ist und bleibt ein ganz großes Geheimnis&#8220;. Ein Interview mit Dominik Schwaderlapp auf den Seiten von Domradio.de. Online unter: <a href="https://www.domradio.de/artikel/was-ist-eucharistie">https://www.domradio.de/artikel/was-ist-eucharistie</a> (vom 19.06.2025, abgerufen am 20.02.2026)</p>
<p><strong>Heinz Schilling:</strong> Martin Luther. Rebell in einer Zeit des Umbruchs. 728 S. C.H. Beck 2012.</p>
<p><strong>Walter Sparn, Peter Walter, Friederike Nüssel und Jennifer Wasmuth:</strong> &#8222;Sakrament&#8220;, in: Enzyklopädie der Neuzeit Online. Im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit den Fachherausgebern herausgegeben von Friedrich Jaeger (bis 2019), Georg Eckert, Ulrike Ludwig, Benjamin Steiner und Jörg Wesche. J.B. Metzler, Teil von Springer Nature. Copyright © Springer-Verlag GmbH, DE 2005-2026. <a href="https://doi.org/10.1163/2352-0248_edn_COM_343190">https://doi.org/10.1163/2352-0248_edn_COM_343190</a></p>
</div></section></div>
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</div></section></p></div>
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		<title>Frühe Neuzeit &#8211; Linktipps: Johannes Calvin / Calvinismus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 08 Feb 2026 17:53:45 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
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<h2><strong>Internetportale zu Calvin</strong></h2>
<ul>
<li><strong><a href="https://www.reformiert-info.de/15-0-0-4.html">reformiert-info.de</a></strong><br />
Eine Biografie Calvins sowie einige Artikel über den Reformator</li>
<li><strong><a title="Reformierter Bund" href="http://www.reformiert-info.de/calvin.php">Reformierter Bund</a></strong><br />
Der Reformierte Bund Deutschland e.V. hat 2009 ein Calvin-Special zusammengestellt mit Informationen zu seinen Leben und seinen theologischen Ansichten. Außerdem gibt es (unter &#8222;Medien&#8220;) auch Unterrichtsmaterialien.</li>
<li><strong><a title="Calvin.de" href="https://www.ekd.de/Themenjahr-Reformationsdekade-2009-22474.htm">Evangelische Kirche Deutschland (EKD): Calvin</a></strong><br />
Zur Reformationsdekade 2009 gab es die Website Calvin.de, die nun auf die Seiten der EKD führt – allerdings wartet die EKD hier nur noch mit wenigen Informationen auf. Interessant ist aber immer noch &#8222;CALViN. Das Magazin zum Calvin-Jahr 2009&#8220;, das als PDF geladen oder heruntergeladen werden kann.</li>
</ul>
<h2><strong>Lexikonartikel über Calvin</strong></h2>
<ul>
<li><a title="Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL), kostenpflichtig" href="https://www.bbkl.de/index.php/frontend/lexicon/C/Ca/calvin-jean-54100">Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL), kostenpflichtig</a></li>
<li><a title="Historisches Lexikon der Schweiz" href="http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D11069.php">Historisches Lexikon der Schweiz</a></li>
<li><a title="Ökumenisches Heiligenlexikon" href="http://www.heiligenlexikon.de/BiographienJ/Johannes_Calvin.html">Ökumenisches Heiligenlexikon</a></li>
</ul>
<h2><strong>Schriften Calvins</strong></h2>
<ul>
<li><a title="Johannes Calvin: Unterricht in der christlichen Religion = Institutio Christianae religionis (1536 erstmalig erschienen)" href="http://www.calvin-institutio.de/display_page.php?elementId=3">Johannes Calvin: Unterricht in der christlichen Religion = Institutio Christianae religionis (1536 erstmalig erschienen)</a>, hier nach der letzten Ausg. übers. und bearb. von Otto Weber), Reformierter Bund in Deutschland &#8211; mit etwas Vorsicht zu behandelnde Übersetzung.</li>
<li><a title="Institutio Christianae religionis (dt.) nach der letzten Ausg. übersetzt und bearbeitet von Otto Weber (Ausg. 1955/1997): Reformierter Bund" href="http://www.calvin-institutio.de/display_dokument.php?elementId=2">Institutio Christianae religionis (dt.)</a> nach der letzten Ausg. übersetzt und bearbeitet von Otto Weber (Ausg. 1955/1997): Reformierter Bund</li>
<li><a title="Calvins Kommentare zum Alten und Neuen Testament (engl.)" href="http://www.ccel.org/ccel/calvin/commentaries.titlepage.html">Calvins Kommentare zum Alten und Neuen Testament (engl.)</a></li>
<li><a title="Johannes Calvin: Genfer Katechismus (Catechismus Ecclesiae Genevensis) (1542 erstmalig erschienen)" href="http://daten.digitale-sammlungen.de/%7Edb/0001/bsb00019969/images/">Johannes Calvin: Genfer Katechismus (Catechismus Ecclesiae Genevensis) (1542 erstmalig erschienen)</a>, Ausgabe von 1550: Münchener Digitalisierungszentrums der Bayerischen Staatsbibliothek</li>
</ul>
<h2><strong>Siehe auch:</strong></h2>
<ul>
<li><a title="Frühe Neuzeit – Linktipps: Reformation und Gegenreformation" href="https://webhistoriker.de/linktipps-reformation-gegenreformation/">Linktipps von WebHistoriker.de zur Reformation</a></li>
</ul>
</div></section></div><div  class='flex_column av-niqos-2a07f263d412900976867c7c0793af8e av_one_full  avia-builder-el-2  el_after_av_one_full  avia-builder-el-last  first flex_column_div  column-top-margin'     ><style type="text/css" data-created_by="avia_inline_auto" id="style-css-av-fcto4-b0eb2c33c0303afee92767d442b0e5ca">
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		<title>Das Jahr 1559 und die Ausbreitung des Calvinismus</title>
		<link>https://webhistoriker.de/das-jahr-1559-und-die-ausbreitung-des-calvinismus/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Feb 2026 15:06:18 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<div  class='flex_column av-4ema86-6cc09d99d4777566fccbc47366f7c2cd av_one_full  avia-builder-el-0  el_before_av_hr  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><section  class='av_textblock_section av-macdtand-13fbbbf85efc723d6159a7f34e255d6d '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h5>Geschichte der Reformation</h5>
<h1>Das Jahr 1559 und die Ausbreitung des Calvinismus</h1>
<h2>Teil 2 des Kapitels &#8222;Johannes Calvin und die Geschichte des Calvinismus&#8220;</h2>
<div id="attachment_13043" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-13043" class="size-full wp-image-13043" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/institutio-1559-calvin.jpg" alt="Titelblatt: Johannes Calvin: Institutio Christianae religionis (Institutes of Christian religion). Geneva: Robert Estienne, 1559 (Wikimedia commons, public domain)" width="300" height="474" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/institutio-1559-calvin.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/institutio-1559-calvin-190x300.jpg 190w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-13043" class="wp-caption-text">Titelblatt: Johannes Calvin: Institutio Christianae religionis (Institutes of Christian religion). Geneva: Robert Estienne, 1559 (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Institutio_Christianae_Religionis">Wikimedia commons, public domain</a>)</p></div>
<p><strong>Der Historiker und Theologe Harm Klueting nennt das Jahr 1559 das „Epochenjahr des Calvinismus“ (Das konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 218) – und führt als Beleg einige wichtige Ereignisse in diesem Jahr an, z.B. das Erscheinen von Calvins Hauptwerk „Institutio Christianae Religionis“ in seiner letzten Fassung, die Gründung der Genfer Akademie und die erste Nationalsynode in Frankreich mit Verabschiedung des Glaubensbekenntnisses der Hugenotten („Confessio Gallicana“).</strong></p>
<p>Genf avancierte in den Jahren nach der Rückkehr Johannes Calvins 1541 zum „international wichtigsten Zentrum des Protestantismus“ (ebd.). Calvins Name, aber auch die Entwicklungen in der Stadt inklusive der Gründung einer Akademie in Genf besaßen eine große Anziehungskraft: auf Studenten und auch auf Flüchtlinge, die in ihrer Heimat ihren reformierten Interessen nicht nachgehen konnten oder durften.  Auch Volker Leppin nennt Genf ein „eigenes und eigenständiges Zentrum der Reformation (…), das nach Frankreich, in die Niederlande und nach England und Schottland ausstrahlte.“ (Reformation, 2017, S. 102)</p>
<p>Großen Anteil daran hatte die Genfer Akademie, eine theologische Hochschule für die Ausbildung von Predigern und die Vertiefung der reformierten Lehre. Sie wurde auf Anraten Johannes Calvins gegründet, ihr erster Leiter war Théodore de Bèze (auch Theodor von Beza, 1519–1605). Ihre Vorschule vermittelte den Schülern die Kenntnisse der sieben freien Künste sowie lehrte sie die griechische Sprache. An der daran anschließenden Hochschule wurden Theologie, Hebräisch, Griechisch und vertiefend die freien Künste, später auch noch die Rechtswissenschaften gelehrt. (Kaufmann, Erlöste und Verdammte“, S. 242)</p>
<p>Etwas älter war die Straßburger Akademie, nach 1559 kamen weitere Akademien in Deutschland, Frankreich und Schottland hinzu.<img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-13102 aligncenter" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-genf-2.png" alt="Zitat: „(...) das nach der Rückkehr Calvins in die Rhônestadt 1541 innerhalb weniger Jahre zum international wichtigsten Zentrum des Protestantismus wurde“ (Klueting über Genf)" width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-genf-2.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-genf-2-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-genf-2-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-genf-2-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<h2>Ausdehnung Richtung Deutschland</h2>
<div id="attachment_13053" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-13053" class="size-full wp-image-13053" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/Johannes-a-Lasco-wikimedia.jpg" alt="Johannes a Lasco - polnischer Theologe und Reformator. Bild anonym aus dem Jahr 1720 (Wikimedia commons, public domain)" width="300" height="451" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/Johannes-a-Lasco-wikimedia.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/Johannes-a-Lasco-wikimedia-200x300.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-13053" class="wp-caption-text">Johannes a Lasco &#8211; polnischer Theologe und Reformator. Bild anonym aus dem Jahr 1720 (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_a_Lasco">Wikimedia commons, public domain</a>)</p></div>
<p>Er stammte aus Polen, studierte in Rom, Bologna und Padua, wurde Priester und in Polen königlicher Sekretär am Hofe Sigismund I. (1467–1548), hatte in Zürich Kontakt mit Huldrych Zwingli, war in Basel ein Schüler des Humanisten Erasmus von Rotterdam, traf Philipp Melanchthon und wandte sich zunehmend vom alten Glauben ab: Johannes a Lasco oder Jan Laski (1499–1560). Er wurde der erste polnische Priester, der heiratete, und ging 1542, nach dem gescheiterten Versuch, in der Heimat reformatorisches Gedankengut in die Praxis umzusetzen, als Superintendent nach Ostfriesland. Als mit dem Augsburger Interim die reformierte Kirche nicht zugelassen wurde, musste Johannes a Lasco <strong>Ostfriesland</strong> wieder verlassen. (Siehe dazu u.a. den <a href="https://www.luther2017.de/reformation/und-ihre-menschen/johannes-a-lasco/index.html">Artikel „Johannes a Lasco: Europäischer Humanist und Reformator der zweiten Generation“ auf luther2017.de</a>)</p>
<p>In der <strong>Pfalz</strong> war die Einführung des reformierten Protestantismus erfolgreicher, was vornehmlich mit dem Namen Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz (1515–1576), genannt „der Fromme“, verbunden war. Er hatte zunächst 1546 die lutherische Richtung der Reformation eingeschlagen, in den 1560er Jahren dann die reformierte – unter anderem mit der Einführung eines eigenen Katechismus 1562 und einer Kirchenordnung aus dem Jahre 1563. Interessant ist, dass im Heidelberger Katechismus das Abendmahl deutlich reformiert verstanden wird, aber: „(…) insgesamt zeigt sich in ihm das Bemühen, die konfessionellen Gräben zu überbrücken. Neben Calvin ist der Einfluss Melanchthons stark.“ (Leppin: Reformation, 2017, S. 118)</p>
<p>Neben kleineren Gebieten folgte schließlich auch noch ein besonderer Fall: Der Markgraf von Brandenburg, Johann Sigismund (1572–1619 oder 1620), und sein Hof waren zunächst lutherisch, konvertierten 1613 zum reformierten Glauben. Der Herrscher gestand der Bevölkerung allerdings zu, lutherisch zu bleiben.</p>
<h2>Die „Reformierte Kirche von Frankreich“ und die Hugenottenkriege</h2>
<p>Trotz systematischer Verfolgung mit Todesurteilen und dem Verbrennen auf Scheiterhaufen verbreitete sich der reformierte Protestantismus in Frankreich. Eine protestantische Minderheitskirche entwickelte sich, bekannt als „Reformierte Kirche von Frankreich“ (Klueting: Das Konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 223), deren Anhänger auch „Hugenotten“ genannt wurden.</p>
<p>Friedlich wurde es dadurch nicht zwischen den Altgläubigen und den Reformierten. Es folgten die sogenannten Hugenottenkriegen – insgesamt acht Bürgerkriege, die aber weniger als Schlachten zu bezeichnen waren, denn als Gräueltaten und „Massenermordungen, die von Katholiken an Protestanten und Protestanten an Katholiken verübt wurden“ (Klueting: Das Konfessionelle Zeitalter. 2007, S. 225). Es waren keine reinen Religionskriege, auch politische und dynastische Motive trugen entscheidend zu Ausbruch und Entwicklung der einzelnen Kriege bei.</p>
<ul>
<li>weitere Informationen: <a href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1562-hugenottenkriege-frankreich/">WebHistoriker-Chronik 1562: Hugenottenkriege</a></li>
</ul>
<p>Am Ende der acht Kriege stand das Edikt von Nantes, das den Hugenotten wiederum zahlreiche Rechte zusicherte und bis 1685 gelten sollte.</p>
<ul>
<li>weitere Informationen: <a href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1598-schlacht-stangebro-edikt-von-nantes/">WebHistoriker-Chronik 1598: Edikt von Nantes</a></li>
<li>weitere Informationen: <a href="https://webhistoriker.de/chronik-17-jahrhundert-1685-hugenotten-edikt-nantes-potsdam/">WebHistoriker-Chronik 1685: Edikt von Fontainebleau: Flucht vieler Hugenotten aus Frankreich</a></li>
</ul>
<h2>Das reformierte Bekenntnis in den Niederlanden</h2>
<div id="attachment_13055" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-13055" class="wp-image-13055 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/William_I_Prince_of_Orange_by_Adriaen_Thomasz.jpg" alt="William I, Prince of Orange by Adriaen Thomasz. Key, Rijksmuseum, 1579 (Wikimedia commons, public domain) " width="300" height="414" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/William_I_Prince_of_Orange_by_Adriaen_Thomasz.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/William_I_Prince_of_Orange_by_Adriaen_Thomasz-217x300.jpg 217w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-13055" class="wp-caption-text">William I, Prince of Orange by Adriaen Thomasz. Key, Rijksmuseum, 1579 (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_I._(Oranien)">Wikimedia commons, public domain</a>)</p></div>
<p>In den Niederlanden zeigten sich zunehmend verschiedene Einflüsse reformatorischer Bewegungen: Lutheraner, Täufer und dann auch, seit den 1540er Jahren, verstärkt die Reformierten, deren bedeutendster Vertreter Guido de Bray war. Er verfasste 1561 die bedeutende Schrift „Confessio Belgica“.</p>
<p>Nachfolgend vermischten sich politische und religiöse Motive: Philipp II. von Spanien, seit 1555 Herrscher in den Niederlanden, musste sich sowohl dem niederen Adel, der sich gegen seine Unterdrückung wehren wollte, als auch der stärker werdenden reformierten Bewegung entgegenstellen. Philipp legte dies in die Hände des Herzogs von Alba, Fernando Álvarez de Toledo (1507–1582). Der spanische Adlige, Feldherr und Staatsmann ging mit großer Brutalität gegen die Reformierten vor, die zuvor freilich auch recht militant – mit „Bilderstürmen und bürgerkriegsartigen Aufständen“ (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 252) – wirkten.</p>
<p>Gegen Philipp II. und Herzog Alba wuchs der Widerstand, an dessen Spitze sich der Calvinist Wilhelm von Oranien positionierte. 1576 einigten sich alle Provinzen – auch die katholischen – in der „Genter Pazifikation“ auf die Vertreibung Spanier. Allerdings machten die katholischen Provinzen einen Rückzieher: Sie schlossen sich zum Schutze ihres Glaubens zur „Union von Arras“ zusammen und erkannten Philipp II. von Spanien als rechtmäßigen Herrscher an. Hinter dieser Kehrtwende stand v.a. der Prinz von Parma, Alessandro Farnese (1545–1592), der sich als mächtiger Gegenspieler Wilhelms von Oranien hervortat und den katholischen Provinzen politische Zugeständnisse machen konnte – wenn sie denn ihren Widerstand gegen den spanischen König aufgeben würden.</p>
<p>Als Reaktion auf die katholische Union gründeten die reformierten Provinzen die „Utrechter Union“ mit Holland, Utrecht, Zeeland, Geldern und einem Teil Groningens. Nach und nach kamen weitere große Gebiete hinzu. 1581 erklärte sich die Utrechter Union schließlich für unabhängig.</p>
<p>Die Niederlande waren infolge dieser religiösen und politischen Gegensätze fortan zweigeteilt: in einen protestantischen Norden und einen katholischen Süden.</p>
<ul>
<li>weitere Informationen: <a href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1581-akte-van-afzwering/">WebHistoriker-Chronik 1581: Akte van Afzwering</a></li>
</ul>
<h2>Schottland und John Knox</h2>
<p>John Knox gilt als „die wichtigste Gestalt der schottischen Reformation“ (Klueting: Das Konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 244). Geboren 1514 in der schottischen Stadt Haddington, studierte er ab 1529 die Rechtswissenschaften und Theologie und wurde 1536 zum Priester geweiht. Sein Bruch mit der katholischen Kirche vollzog sich unter dem Einfluss von George Wishart (1513–1546), der in den 1530er Jahren mit den reformierten Ideen in Berührung gekommen und 1538 von dem Bischof von Brechin, John Hepburn, der Ketzerei angeklagt worden war. Wishart floh unter anderem nach Deutschland und in die Schweiz, wo er ein Anhänger des Genfer Reformators Jean Calvin wurde. Bei seiner Rückkehr nach Schottland 1544 traf er auf John Knox, wurde dessen geistiges Vorbild.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-13096 aligncenter" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-schottische-reformation.png" alt="Zitat: „Im Unterschied zur Entwicklung in England war die schottische Reformation gegen die Krone erstritten.“ (Thomas Kaufmann)" width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-schottische-reformation.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-schottische-reformation-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-schottische-reformation-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-schottische-reformation-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p>Doch Wisharts Wirken endete tragisch: 1546 wurde er als Ketzer verurteilt und verbrannt. Knox schloss sich Aufständischen an, wurde gefangen genommen und befreit und musste schließlich aus Schottland verlassen. Sein Weg führte ihn 1554 nach Genf. Dort lernte er Calvin und seine Lehren kennen.</p>
<p>1559 kehrte Knox zurück nach Schottland und unterstützte Adelige, die sich gegen die Regentin von Schottland Marie de Guise (1515–1560) erhoben hatten. Nach deren Tod kam es zu einem offenen Aufstand mit „Übergriffen auf Kirchenbesitz und (…) Bilderstürmen“ (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 255).</p>
<p>Die Reformation nahm ihren Lauf: John Knox verfasste (zum Teil mit anderen Reformatoren)</p>
<ul>
<li>1560 die Bekenntnisschrift „Confessio Scotica“, die einstimmig vom Parlament angenommen wurde,</li>
<li>1561 das „Book of Discipline“ zur Regulierung der Ordnung in der Kirche von Schottland und</li>
<li>1564 eine Gottesdienstordnung: „The Book of Common Order!“</li>
</ul>
</div></section></div>
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<p><strong>Thomas Kaufmann:</strong> Erlöste und Verdammte. Eine Geschichte der Reformation. München 2016.</p>
<p><strong>Harm Klueting:</strong> Das Konfessionelle Zeitalter. Europa zwischen Mittelalter und Moderne. 480 S. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2015.</p>
<p><strong>Volker Leppin:</strong> Die Reformation. 2., aktualisierte Auflage. Darmstadt 2017.</p>
</div></section></div>
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</div></section></p></div>
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		<title>Johannes Calvin und die Geschichte des Calvinismus</title>
		<link>https://webhistoriker.de/johannes-calvin-die-stadt-genf-und-die-geschichte-des-calvinismus-der-reformierten-kirche/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Feb 2026 08:32:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Keine Anzeige]]></category>
		<category><![CDATA[Calvin]]></category>
		<category><![CDATA[Calvinismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
		<category><![CDATA[reformiert]]></category>
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<h1>Johannes Calvin und die Geschichte des Calvinismus</h1>
<h2>Calvins Weg zur Reformation, seine Aufenthalte in Genf, seine Ideen und Werke – und die Ausbreitung der reformierten Kirche in Europa</h2>
<div id="attachment_13019" style="width: 970px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-13019" class="size-full wp-image-13019" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/genf_1552.jpg" alt="Ville de Genève et sa situation 1552 (Wikimedia commons, public domain)" width="960" height="622" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/genf_1552.jpg 960w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/genf_1552-300x194.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/genf_1552-768x498.jpg 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/genf_1552-705x457.jpg 705w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><p id="caption-attachment-13019" class="wp-caption-text">Ville de Genève et sa situation 1552 (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Calvin">Wikimedia commons</a>, public domain)</p></div>
<p><strong>Als Johannes Calvin 1541 nach Genf kam, bot sich ihm eine zweite Chance zur Umsetzung seiner Vision einer „communio sanctorum“, der „Gemeinschaft der Heiligen“. Drei Jahre zuvor hatten die Mitglieder des Stadtrats den Reformator verbannt: Seine Forderungen nach Disziplin und Sittenzucht waren ihnen zu hoch. Doch nun, nach einem politischen Machtwechsel und gestützt durch das reformierte Bündnis mit Bern, stellte sich die Lage anders da. Dieser Artikel beleuchtet Calvins Wirken in Genf. In einem zweiten Teil geht es um die Ausbreitung des reformierten Glaubens in Europa.</strong></p>
<p>Verbündete Calvins hatten ihn gerufen und um eine Rückkehr nach Genf gebeten. Die reformierte Bewegung hatte nun bereits größeren Zuspruch erhalten und auch der Rat der Stadt war mittlerweile bereit, sich mit den Ideen Calvins, der direkt eine Kirchenordnung für Genf verfasst und mitgebracht hatte, auseinanderzusetzen. Calvin musste Kompromisse eingehen, die jedoch weiterhin „eine Quelle stetiger Auseinandersetzungen“ blieben (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 234).</p>
<p>Doch wer war Calvin eigentlich, woher kam er, welche Bildung hatte er genossen?</p>
<h2>Calvins Weg zur Reformation</h2>
<div id="attachment_13024" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-13024" class="size-full wp-image-13024" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/johannes-calvin_anonym_um1540.jpg" alt="Der junge Johannes Calvin, Öl auf Holz (16. Jahrhundert), Eigentümerin: Wallonisch-Niederländische Gemeinde Hanau (Wikimedia commons, public domain)" width="300" height="375" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/johannes-calvin_anonym_um1540.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/johannes-calvin_anonym_um1540-240x300.jpg 240w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-13024" class="wp-caption-text">Niederländische Gemeinde Hanau (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Calvin">Wikimedia commons</a>, public domain)</p></div>
<p>Johannes Calvin wurde 1509 als Jean Cauvin in Noyon geboren, etwa auf halber Strecke zwischen Amiens und Reims. In Paris studierte er die Freien Künste (Grammatik, Rhetorik, Dialektik, Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie), in Orléans und Bourges Rechtswissenschaften. Sein theologisches Wissen eignete er sich allerdings im Selbststudium an (s. Iserloh: Geschichte und Theologie der Reformation, 1980, S. 139). Prägend war auch die Begegnung mit dem Humanisten Melchior Volmar (1497–1560), der ihm nicht nur die altgriechische Sprache vermittelte, sondern ihn auch mit humanistischem Gedankengut vertraut machte.</p>
<p>Zurück in Paris vertiefte Calvin ab 1531 seine humanistischen Studien, las jedoch auch die reformatorischen Schriften von Martin Luther. Um 1533/34 vollzog er schließlich den Bruch mit der katholischen Kirche und wandte sich der Reformation zu.</p>
<p>Frankreichs König Franz I. (1494–1547), der Ritterkönig genannt, verfolgte bezüglich der reformatorischen Bewegungen keine klare Linie: Einerseits förderte einzelne Reformer, andererseits ging er mit Gewalt gegen die reformatorische Bewegung vor. Volker Leppin erklärt dies folgendermaßen: „Am ehesten ist die Haltung des Königs wohl so zu verstehen, dass er die reformatorische Bewegung dann unterstützte, wenn sie sich auf gelehrter Ebene bewegte und letztlich als eine bestimmte Ausprägung des Humanismus verstehbar war, dass er sich aber strikt gegen Veränderungen im allgemeinen religiösen Leben seiner Untertanen wandte.“ (Leppin: Reformation, 2017, S. 102)</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-13085 aligncenter" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-calvin-menschenfuehrer.png" alt="Zitat: „Calvin war der geborene Menschenführer. Von ungewöhnlich starker religiöser Ausstrahlungskraft, zog er viele Menschen in seinen Bann.“ (Erwin Iserloh) " width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-calvin-menschenfuehrer.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-calvin-menschenfuehrer-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-calvin-menschenfuehrer-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-calvin-menschenfuehrer-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p>1534 fanden sich in verschiedenen französischen Städten Flugblätter an vielen Stellen angeschlagen, auf denen die Messe und der Klerus scharf angegriffen wurden. „Die Flugblätter waren bis an die Schlafzimmertür des königlichen Schlosses in Amboise, ja bis unter jene Tasse, in der der Monarch sein Schnupftuch abzulegen pflegte, vorgedrungen.“ (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 226) Der König reagierte mit großer Härte: Sechs Hinrichtungen ließ er vollstrecken, viele junge Intellektuelle flohen – so auch Johannes Calvin. Sein Weg führte nach Basel. Dort schrieb er seine erste Fassung der „Institutio Christianae Religionis“, also ein Unterricht oder eine Unterweisung in der christlichen Religion. Die Schrift lehnte sich noch stark an die Lutherischen Katechismen an. Die letzte Ausgabe von 1559 sollte einen eigenständigen Weg einschlagen – dazu später mehr.</p>
<h2>Calvins erster Aufenthalt in Genf 1536–1538</h2>
<div id="attachment_13025" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-13025" class="size-full wp-image-13025" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/GuillaumeFarel_Wikimedia.jpg" alt="Guillaume Farel; aus: Lukas Vischer et al., Ökumenische Kirchengeschichte der Schweiz, Fribourg / Basle 1994, p. 123 (Wikimedia commons, public domain)" width="300" height="382" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/GuillaumeFarel_Wikimedia.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/GuillaumeFarel_Wikimedia-236x300.jpg 236w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-13025" class="wp-caption-text">Guillaume Farel; aus: Lukas Vischer et al., Ökumenische Kirchengeschichte der Schweiz, Fribourg / Basle 1994, p. 123 (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Guillaume_Farel">Wikimedia commons</a>, public domain)</p></div>
<p>1536 machte Calvin, bei einem Aufenthalt in Genf, die Bekanntschaft mit Guillaume Farel. Farel war Professor für Philosophie und Grammatik am Collège Cardinal Lemoine in Paris. Schon früh, um 1520, wandte er sich vom Katholizismus ab und begann, die reformatorische Lehre zu verbreiten – mit Anfängen zunächst in Paris, später in Meaux, wo er wegen seines endgültigen Bruchs mit der römischen Kirche vertrieben wurde. Nachfolgend begab er sich nach Straßburg, Zürich, Bern, Basel, Metz. Bevor er ab 1532/33 in Genf wirkte, half er einigen weiteren Städten bei der Einführung der Reformation.</p>
<p>Als Calvin nach Genf kam, hatte Farel dort bereits die Reformation eingeführt. Er konnte den Stadtrat bei einem Religionsgespräch Anfang 1534 von der reformatorischen Lehre überzeugen und benötigte nun taugliche Leute für die Umsetzung. Im August 1535 nahm der Rat die Reformation an. Nach seinem Entschluss, in Genf zu bleiben, entwarf Calvin schon bald eine Gemeindeordnung – denn noch, so Calvin, ging in der Stadt „alles drunter und drüber“ (Iserloh: Geschichte und Theologie der Reformation, 1980, S. 140).</p>
<p>Warum Calvin nur zwei Jahre bleib, wurde oben bereits erklärt. Über die Hintergründe dazu schreibt Michael Maurer: „In der Frage der Kirchenzucht tritt am ehesten heraus, was für Calvin und den Calvinismus spezifisch ist. Es geht nämlich um die Vorstellung, es sei möglich, schon auf Erden eine ‚Gemeinschaft der Heiligen‘ herbeizuführen, und um den Ordnungsrahmen der Stadt als bürgerlicher Schwurgemeinde, der mit dieser ‚Gemeinschaft der Heiligen‘ virtuell kongruent gesehen wird. Aber der Genfer Rat wollte keine solche Kirchenzucht unter Aufsicht der Geistlichen. Doch in dieser Frage blieb Calvin unbeugsam.“ (Konfessionskulturen, 2019, S. 28 f.)</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="size-full wp-image-13093 aligncenter" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-calvin-originell.png" alt="Zitat: " width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-calvin-originell.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-calvin-originell-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-calvin-originell-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-calvin-originell-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<h2>Der Begriff „Calvinismus“</h2>
<p>An dieser Stelle sei ein kleiner Einschub erlaubt: Wie Thomas Kaufmann in „Erlöste und Verdammte“ (S. 243) darlegt, handelt es sich beim Begriff „Calvinismus“ ursprünglich um einen polemischen Kampfbegriff der Lutheraner. Er verfehle, so Kaufmann, gleich in zweifacher Hinsicht die historische Realität: Einerseits lasse sich die Lehre der reformierten Kirchen nicht auf die Theologie einer einzelnen Person reduzieren. Zweitens stehe der Begriff im Widerspruch zum grundsätzlichen Misstrauen des reformierten Protestantismus gegenüber jedem Personenkult. Dennoch hat sich der Terminus in der Forschung so weit etabliert, dass er hier – in Kenntnis dieser Einwände – parallel zu Formulierungen wie „reformierte Kirche“ oder „reformierter Protestantismus“ verwendet wird.</p>
<h2>Calvins zweiter Aufenthalt in Genf ab 1541</h2>
<div id="attachment_13026" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-13026" class="size-full wp-image-13026" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/calvin_deckblatt_les-ordennances_1562.jpg" alt="Deckblatt der Schrift Les Ordonnances ecclesiastiques de l'eglise de Geneve von Jean Calvin, 1562 (Google Books)" width="300" height="556" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/calvin_deckblatt_les-ordennances_1562.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/calvin_deckblatt_les-ordennances_1562-162x300.jpg 162w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-13026" class="wp-caption-text">Deckblatt der Schrift &#8222;Les Ordonnances ecclesiastiques de l&#8217;eglise de Geneve&#8220; von<br />Jean Calvin, 1562 (<a href="https://www.google.de/books/edition/Les_Ordonnances_ecclesiastiques_de_l_egl/-HVoAAAAcAAJ">Google Books</a>)</p></div>
<p>1541 hatte sich die politische Konstellation in Genf entscheidend verändert: Die Reformwilligen gewannen im Stadtrat die Oberhand. Calvin wurde nach Genf zurückberufen und blieb dort bis zu seinem Tod 1564. Die Auseinandersetzungen um die Kompetenzen von kirchlicher und weltlicher Obrigkeit blieben allerdings bestehen. Der Reformator legte eine Kirchenordnung vor, die „Ordonnances ecclésiastiques“, die wiederum vom Rat abgelehnt wurde – mit der Begründung, dass die Kirchenzucht nicht (alleinige) Aufgabe der Kirche sein dürfe. Calvin passte die Kirchenordnung noch im selben Jahr an – doch selbst diese überarbeitete Fassung blieb umstritten und zog weitere Konflikte nach sich.</p>
<p>In der Kirchenordnung legte Calvin ein viergliedriges Amtsverständnis dar, das sich direkt auf die Heilige Schrift berief:</p>
<ul>
<li>das Amt der Pastöre: Predigt und die Sakramentsverwaltung,</li>
<li>das Amt der Doktoren: theologische Bildung der Gemeinde,</li>
<li>das Amt der Presbyter oder Ältesten: Aufseher in einzelnen Ortsteilen; zusammen mit den Pastoren (in einem Konsistorium) für die Einhaltung der Kirchenzucht verantwortlich,</li>
<li>das Amt der Diakone: Verwaltung des Kirchenvermögens und Organisierung der Armenfürsorge sowie der Versorgung der Kranken.(Siehe dazu die Auszüge aus der Kirchenordnung bei Jung: Reformation und Konfessionelles Zeitalter, 2012, S. 108.)</li>
</ul>
<p>Die Rolle der weltlichen Obrigkeit – also des Stadtrates – beschreibt Harm Klueting wie folgt: „Der Rat ernannte die Pastoren und Doktoren, während Presbyter nur Mitglieder des Rates werden konnten. Außerdem entschied bei schweren Verbrechen nicht das Konsistorium [aus Presbytern und Pastoren, Einschub von WebHistoriker.de], sondern der Rat.“ (Klueting: Das konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 216)</p>
<h2>Wie gestaltete sich die Kirchenzucht in Genf?</h2>
<p>„Die Ältesten haben die Aufgabe, über den Lebenswandel jedes Einzelnen zu wachen und die in Liebe zu ermahnen, die sie straucheln und ein ungeordnetes Leben führen sehen. Und nötigenfalls sollen sie der Körperschaft, die verordnet werden soll, um die brüderlichen Zurechtweisungen auszuüben, berichten und sie sollen dann zusammen mit den andern [Dienern] über die Ermahnungen Beschluss fassen“, heißt es in Calvins Kirchenordnung von 1561 (nach Jung: Reformation und Konfessionelles Zeitalter, 2012, S. 108).</p>
<p>Laut Thomas Kaufmann galt es, folgende Handlungen zu sanktionieren: Versäumter Besuch des Gottesdienstes, unzüchtiges Benehmen, Blasphemie, Bettel und Müßiggang, Alkoholmissbrauch und auch das Ausüben magischer Praktiken. Die Konsequenzen waren drastisch: Pro Jahr wurden an die 200 Personen exkommuniziert. (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 235)</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-13106" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-calvin-kirchenzucht.png" alt="Zitat: " width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-calvin-kirchenzucht.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-calvin-kirchenzucht-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-calvin-kirchenzucht-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-calvin-kirchenzucht-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p>Wie weit die Kirchenzucht gehen konnte, zeigt ein Beispiel von Volker Leppin (Reformation, 2017, S. 114): Ein Pfarrer sollte ein Kind auf den Namen Claude taufen, legte jedoch überraschend den Namen Abraham fest. „Hintergrund war die Sorge Calvins und seiner Gefährten, dass die Fortführung der mittelalterlichen Namenstradition auch eine weitere Heiligenverehrung mit sich bringen würde.“ Die Folge: Eine offizielle Liste zugelassener Taufnamen wurde eingeführt.</p>
<p>Wenig zimperlich gingen Calvin und der Genfer Stadtrat auch mit Kritikern der reformatorischen Lehren um: Der bekannteste Fall ist der Ketzerprozess gegen Michael Servetus, einen spanischen Arzt und humanistischen Gelehrten, der wegen seiner Ansichten zur Trinität hingerichtet wurde. Bei aller Grausamkeit muss allerdings festgehalten werden, dass das allgemeine Recht kaum Raum für ein anderes Urteil ließ, „da auf Bestreitung der Trinität die Todesstrafe stand“ (Jung: Reformation und Konfessionelles Zeitalter, 2012, S. 115).</p>
<h2>Die reformierte Kirche in Genf – eine Theokratie?</h2>
<p>Im Zusammenhang mit Calvin und Genf wird gelegentlich von einer Theokratie gesprochen. Die Bundeszentrale für politische Bildung definiert den Begriff Theokratie folgendermaßen: „Das Wort ‚Theokratie‘ (…) bedeutet ‚Gottesherrschaft‘. In einem theokratischen Staat rechtfertigen die Machthaber ihre Herrschaft dadurch, dass sie sich auf einen göttlichen Willen berufen. Die Herrscher sind nicht nur die politischen, sondern auch die religiösen Führer in diesem Staat.“ Das trifft so auf Genf und reformierte Kirche nicht zu, wie auch Michael Maurer in seinem Werk über die „Konfessionskulturen“ (2019, S. 13) deutlich macht: Calvin sei der wichtigste und auch ein charismatischer Prediger gewesen, doch hatte er keine politischen Ämter inne. Und bei aller denkbaren Einflussnahme seinerseits seien „Beschlüsse und die Durchführung“ weiterhin „Sache der traditionellen politischen Gewalt“ geblieben.</p>
</div></section></div>
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<p><strong>Erwin Iserloh:</strong> Geschichte und Theologie der Reformation im Grundriss. Paderborn 1980.</p>
<p><strong>Martin H. Jung:</strong> Reformation und Konfessionelles Zeitalter (1517–1648). (Basiswissen Theologie und Religionswissenschaft Herausgegeben von Lukas Bormann) Göttingen 2021.</p>
<p><strong>Thomas Kaufmann:</strong> Erlöste und Verdammte. Eine Geschichte der Reformation. München 2016.</p>
<p><strong>Harm Klueting:</strong> Das Konfessionelle Zeitalter. Europa zwischen Mittelalter und Moderne. 480 S. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2015.</p>
<p><strong>Ernst Koch und Ulrich Pfister (2019):</strong> Calvinismus. In F. Jaeger (ed.), Enzyklopädie der Neuzeit Online. Brill: <a href="https://doi.org/10.1163/2352-0248_edn_COM_250751">https://doi.org/10.1163/2352-0248_edn_COM_250751</a></p>
<p><strong>Volker Leppin:</strong> Die Reformation. 2., aktualisierte Auflage 2017.</p>
<p><strong>Michael Maurer:</strong> Konfessionskulturen. <span id="productTitle" class="a-size-large celwidget" data-csa-c-id="iymvix-u707gh-smgs68-hjr2qg" data-cel-widget="productTitle">Die Europäer als Protestanten und Katholiken. Paderborn 2019.</span></p>
</div></section></div>
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</div></section></p></div>
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</div></section></p></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/johannes-calvin-die-stadt-genf-und-die-geschichte-des-calvinismus-der-reformierten-kirche/">Johannes Calvin und die Geschichte des Calvinismus</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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		<item>
		<title>Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1559</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Oct 2013 12:57:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstgeschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1559-friede-cateau-cambresis-index-verbotene-buecher/">Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1559</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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<p><strong>1559: Friede von Cateau-Cambrésis</strong></p>
<blockquote>
<p>Nach mehreren Kriegen (siehe <a title="Chronik: 16. Jahrhundert – 1521-1530" href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-2/">1521-1559: Kriege und Konflikte zwischen den Habsburgern und Frankreich um Italien</a>) zwischen den Habsburgern unter Karl V. und Philipp II. und Frankreich unter Franz I. und Heinrich II., aus denen letztendlich die Habsburger (bzw. die spanische Linie der Habsburger) siegreich hervorgingen, wurde 1559 der Friede von Cateau-Cambrésis geschlossen: Italien blieb unter spanischer Vorherrschaft, Frankreich musste sich aus der italienischen Politik zurückziehen.</p>
</blockquote>
<p><strong>1559: Veröffentlichung des Index der verbotenen Bücher (Index Librorum Prohibitorum)</strong></p>
<blockquote>
<p>Schon früh erkannten die Gelehrten, dass die Ausbreitung der Reformation eng mit dem Buchwesen (Druck und Vertrieb) zusammenhing. Ein Hauptaugenmerk der 1542 gegründeten römischen Inquisitionebehörde (siehe <a title="Chronik: 16. Jahrhundert – 1542" href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1542-licet-ab-initio-inquisitio/#bulle">1542: Die Bulle “Licet ab initio” von Papst Paul III. zur Inquisition</a>) lag daher auch auf den &#8222;häretischen&#8220; Büchern der Reformatoren. 1559 wurde schließlich ein Verzeichnis mit Büchern erstellt, die ein Katholik nicht lesen sollte &#8211; oder besser &#8222;durfte&#8220;: Die Lektüre stand unter Strafe! Auf der Liste standen die Schriften der bekannten Reformatoren, einzelne Bibelausgaben, Schriften bekannter Humanisten (z.B. Erasmus&#8216; von Rotterdam).</p>
<p><strong>Quelle:</strong> <a title="Index librorum prohibitorum ... Ausgabe von 1564 (Google eBook)" href="https://books.google.de/books?id=HsZbAAAAQAAJ&amp;dq=Index%20Librorum%20Prohibitorum&amp;hl=de&amp;pg=PP1#v=onepage&amp;q=Index%20Librorum%20Prohibitorum&amp;f=false">Index librorum prohibitorum &#8230; Ausgabe von 1564 (Google eBook)</a></p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zum Hauptartikel „Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung“</a></p>
<p><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema „Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung“</a></p>
</blockquote>
<p><strong>1559: Gründung der Académie de Genève</strong></p>
<blockquote>
<p>Die Akademie (heute die Universität Genf) wurde 1559 auf Anraten Johannes Calvins gegründet und sollte die theologische und humanistische Bildung deutlich vorantreiben. Erster Leiter der Akademie wurde Théodore de Bèze (auch Theodor von Beza). Die Akademie erlang recht schnell eine große Anziehungskraft.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zum Hauptartikel „Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung“</a></p>
<p><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema „Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung“</a></p>
</blockquote>
<p><strong>1559: Erste Nationalsynode der Calvinisten in Paris / Confession du Foy (später Confessio Gallicana genannt)</strong></p>
<blockquote>
<p>Bei der geheimen Nationalsynode verabschiedeten französische Protestanten eine Kirchenordnung (&#8222;Discipline ecclésiastique&#8220;) und ein Glaubensbekenntnis, das auf eine Schrift Calvins basierte und ergänzt wurde. Das Bekenntnis, Confession du Foy genannt, bestand aus 40 Artikeln. 12 Jahre später, auf der Synode von La Rochelle, wurde es mit kleinen Textänderungen offiziell angenommen und trug seither den Namen &#8222;Confessio Gallicana&#8220;. 1562 wurde die Confession du Foy in die niederländische Sprache übersetzt und sorgte für eine weitere Verbreitung calvinistischer Lehren in Richtung Norden.</p>
<p><a title="Quelle: Confessio gallicana (auch: Confessio de foi de La Rochelle, 1559), online auf den Seiten der Bibliothek für Hugenottengeschichte (BFHG" href="http://www.bfhg.de/die-hugenotten/arbeitsmittel/reformierte-bekenntnisschriften/">Quelle: Confessio gallicana (auch: Confessio de foi de La Rochelle, 1559), online auf den Seiten der Bibliothek für Hugenottengeschichte (BFHG</a>)</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zum Hauptartikel „Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung“</a></p>
<p><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema „Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung“</a></p>
</blockquote>
<p><strong>1559: Verschärfung der Verfolgung französischer Protestanten</strong></p>
<blockquote>
<p>König Heinrich II. weitet die Verfolgung der Protestanten auch auf bekannte Persönlichkeiten aus der Politik aus. So ging er u.a. gegen protestantische Mitglieder des Pariser Parlaments vor. Lediglich der Hochadel blieb verschont. Auch hier gab es namhafte Vertreter der neuen Lehre, z.B. Antoine de Bourbon, seit 1555 König von Navarra.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zum Hauptartikel „Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung“</a></p>
<p><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema „Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung“</a></p>
</blockquote>
<p><strong>1559–1565: Papst Pius IV. (Lebensdaten: 1499-1565)</strong></p>
<p><strong>1559-1573: Magdeburger Centurien</strong></p>
<blockquote>
<p>13 Bände umfasst dieses erste kirchengeschichtliche Werk auf protestantischer Seite. Angeregt durch den lutherischen Theologen Matthias Flacius Illyricus arbeiteten mehrere Autoren an den Centurien, die den lutherischen Weg betont positiv darstellen.</p>
</blockquote>
</div></section></div><section  class='av_textblock_section av-2y8m1r-1477bc311d91e87176a3ab1c8bbbde1d '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p><strong>1559: Friede von Cateau-Cambrésis</strong><br />
Nach mehreren Kriegen (siehe <a title="Chronik: 16. Jahrhundert – 1521-1530" href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-2/">1521-1559: Kriege und Konflikte zwischen den Habsburgern und Frankreich um Italien</a>) zwischen den Habsburgern unter Karl V. und Philipp II. und Frankreich unter Franz I. und Heinrich II., aus denen letztendlich die Habsburger (bzw. die spanische Linie der Habsburger) siegreich hervorgingen, wurde 1559 der Friede von Cateau-Cambrésis geschlossen: Italien blieb unter spanischer Vorherrschaft, Frankreich musste sich aus der italienischen Politik zurückziehen.</p>
<p><strong>1559: Veröffentlichung des Index der verbotenen Bücher (Index Librorum Prohibitorum)</strong><br />
Schon früh erkannten die Gelehrten, dass die Ausbreitung der Reformation eng mit dem Buchwesen (Druck und Vertrieb) zusammenhing. Ein Hauptaugenmerk der 1542 gegründeten römischen Inquisitionebehörde (siehe <a title="Chronik: 16. Jahrhundert – 1542" href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1542-licet-ab-initio-inquisitio/#bulle">1542: Die Bulle “Licet ab initio” von Papst Paul III. zur Inquisition</a>) lag daher auch auf den &#8222;häretischen&#8220; Büchern der Reformatoren. 1559 wurde schließlich ein Verzeichnis mit Büchern erstellt, die ein Katholik nicht lesen sollte &#8211; oder besser &#8222;durfte&#8220;: Die Lektüre stand unter Strafe! Auf der Liste standen die Schriften der bekannten Reformatoren, einzelne Bibelausgaben, Schriften bekannter Humanisten (z.B. Erasmus&#8216; von Rotterdam).</p>
<ul>
<li><strong>nachfolgende Quelle:</strong> <a title="Index librorum prohibitorum ... Ausgabe von 1564 (Google eBook)" href="https://books.google.de/books?id=HsZbAAAAQAAJ&amp;dq=Index%20Librorum%20Prohibitorum&amp;hl=de&amp;pg=PP1#v=onepage&amp;q=Index%20Librorum%20Prohibitorum&amp;f=false">Index librorum prohibitorum &#8230; Ausgabe von 1564 (Google eBook)</a></li>
</ul>
<p><iframe loading="lazy" style="border: 0px;" src="https://books.google.de/books?id=HsZbAAAAQAAJ&amp;dq=Index%20Librorum%20Prohibitorum&amp;hl=de&amp;pg=PP1&amp;output=embed" width="500" height="600" frameborder="0" scrolling="no"></iframe></p>
<ul>
<li><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">Alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema &#8222;Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung&#8220;</a></li>
</ul>
<p><strong>1559: Gründung der Académie de Genève</strong><br />
Die Akademie (heute die Universität Genf) wurde 1559 auf Anraten Johannes Calvins gegründet und sollte die theologische und humanistische Bildung deutlich vorantreiben. Erster Leiter der Akademie wurde Théodore de Bèze (auch Theodor von Beza). Die Akademie erlang recht schnell eine große Anziehungskraft.</p>
<ul>
<li><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">Alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema &#8222;Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung&#8220;</a></li>
</ul>
<p><strong>1559: Erste Nationalsynode der Calvinisten in Paris / Confession du Foy (später Confessio Gallicana genannt)<br />
</strong>Bei der geheimen Nationalsynode verabschiedeten französische Protestanten eine Kirchenordnung (&#8222;Discipline ecclésiastique&#8220;) und ein Glaubensbekenntnis, das auf eine Schrift Calvins basierte und ergänzt wurde. Das Bekenntnis, Confession du Foy genannt, bestand aus 40 Artikeln. 12 Jahre später, auf der Synode von La Rochelle, wurde es mit kleinen Textänderungen offiziell angenommen und trug seither den Namen &#8222;Confessio Gallicana&#8220;. 1562 wurde die Confession du Foy in die niederländische Sprache übersetzt und sorgte für eine weitere Verbreitung calvinistischer Lehren in Richtung Norden.</p>
<ul>
<li><a title="Quelle: Confessio gallicana (auch: Confessio de foi de La Rochelle, 1559), online auf den Seiten der Bibliothek für Hugenottengeschichte (BFHG" href="http://www.bfhg.de/die-hugenotten/arbeitsmittel/reformierte-bekenntnisschriften/">Quelle: Confessio gallicana (auch: Confessio de foi de La Rochelle, 1559), online auf den Seiten der Bibliothek für Hugenottengeschichte (BFHG</a>)</li>
<li><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">Alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema &#8222;Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung&#8220;</a></li>
</ul>
<p><strong>1559: Verschärfung der Verfolgung französischer Protestanten</strong><br />
König Heinrich II. weitet die Verfolgung der Protestanten auch auf bekannte Persönlichkeiten aus der Politik aus. So ging er u.a. gegen protestantische Mitglieder des Pariser Parlaments vor. Lediglich der Hochadel blieb verschont. Auch hier gab es namhafte Vertreter der neuen Lehre, z.B. Antoine de Bourbon, seit 1555 König von Navarra.</p>
<ul>
<li><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">Alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema &#8222;Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung&#8220;</a></li>
</ul>
<p><strong>1559–1565: Papst Pius IV. (Lebensdaten: 1499-1565)</strong></p>
<p><strong>1559-1573: Magdeburger Centurien</strong><br />
13 Bände umfasst dieses erste kirchengeschichtliche Werk auf protestantischer Seite. Angeregt durch den lutherischen Theologen Matthias Flacius Illyricus arbeiteten mehrere Autoren an den Centurien, die den lutherischen Weg betont positiv darstellen.</p>
</div></section></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1559-friede-cateau-cambresis-index-verbotene-buecher/">Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1559</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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		<title>Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1553</title>
		<link>https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1553-serveto-blutkreislauf-katholische-restauration-england/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Oct 2013 12:46:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Anglikanische Kirche]]></category>
		<category><![CDATA[Blutkreislauf]]></category>
		<category><![CDATA[Calvin]]></category>
		<category><![CDATA[England]]></category>
		<category><![CDATA[Genf]]></category>
		<category><![CDATA[Katholizismus]]></category>
		<category><![CDATA[Mary Tudor]]></category>
		<category><![CDATA[Servet]]></category>
		<category><![CDATA[Serveto]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1553-serveto-blutkreislauf-katholische-restauration-england/">Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1553</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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<h1>Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1553</h1>
<p><strong>1553: Miguel Serveto (a. Michael Servet): Beschreibung des kleinen Blutkreislaufs</strong></p>
<blockquote>
<p>1553 veröffentlichte der spanische Arzt Miguel Serveto die Schrift &#8222;Christianismi restitutio&#8220;, in der erstmals der kleine Blutkreislauf des Menschen annähernd richtig beschrieben wurde. Serveto war ein Kritiker der Trinitätslehre, wurde daher von der katholischen Inquisition verfolgt. In Genf ließ ihn Calvin 1553 festnehmen und anklagen &#8211; aus &#8222;Sorge um dessen Seelenheil&#8220;. Serveto wurde noch im gleichen Jahr auf dem Scheiterhaufen verbrannt.</p>
<p><strong>Quelle:</strong> <a title="Servetus, Michael: Christianismi restitutio... 1553. (Google eBook)" href="https://books.google.de/books?id=Xt8UAAAAQAAJ&amp;dq=Christianismi%20restitutio&amp;hl=de&amp;pg=PP1#v=onepage&amp;q=Christianismi%20restitutio&amp;f=false">Servetus, Michael: Christianismi restitutio&#8230; 1553. (Google eBook)</a></p>
</blockquote>
<p><strong>1553-1558: Katholische Restauration in England unter Mary Tudor</strong></p>
<blockquote>
<p>Nachdem die Kirche in England unter König Edward IV. lutherischem und reformiertem Gedankengut öffnete, suchte die mit dem spanischen König Philipp II verheiratete Mary Tudor (Maria die Katholische), England wieder zum katholischen Glauben zurückzuführen. Stellen wurden neubesetzt, Kirchenleute abgesetzt und z.T. hingerichtet (z.B. der Erzbischof von Canterbury, Thomas Cramner) und die Lehren geändert. Unter Elisabeth I. wandelte sich das theologische Blatt dann wieder und die englische Staatskirche wurde wiederhergestellt.</p>
</blockquote>
</div>
</div></section></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1553-serveto-blutkreislauf-katholische-restauration-england/">Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1553</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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		<title>Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1545</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Oct 2013 09:44:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Calvin]]></category>
		<category><![CDATA[Calvinismus]]></category>
		<category><![CDATA[Gegenreformation]]></category>
		<category><![CDATA[katholische Reform]]></category>
		<category><![CDATA[Konzil von Trient]]></category>
		<category><![CDATA[Niederrhein]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
		<category><![CDATA[Tridentinum]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1545-calvinismus-niederrhein-trienter-konzil-dekrete/">Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1545</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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<p><strong>1545: Erste calvinistische Gemeinden am Niederrhein</strong></p>
<blockquote>
<p>Aus den Niederlanden zogen Wallonen und Flamen an den Niederrhein &#8211; aus religiösen, aber auch aus wirtschaftlichen Motiven. Letztgenannte Gründe führten zu einer Aufnahme v.a. in Wesel. Weitere Gruppen stießen 1553 nach Wesel, nachdem in England die katholische Königin Maria den Thron bestiegen hatte.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zum Hauptartikel „Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung“</a></p>
<p><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema „Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung“</a></p>
</blockquote>
<p><strong>1545: Luthers letzte große Schrift &#8222;Wider das Papsttum zu Rom&#8220; erscheint</strong></p>
<blockquote>
<p>Kurz vor seinem Tod im Februar 1546 veröffentlichte Martin Luther sein letztes großes Werk, in dem er (noch einmal) mit der katholischen Seite abrechnet.</p>
<p><strong>Quelle:</strong> <a title="Wider das Bapstum zu Rom vom Teuffel gestifft, 1545. (Google eBook)" href="https://books.google.de/books?id=qHY8AAAAcAAJ&amp;dq=Wider%20das%20Bapstum%20zu%20Rom&amp;hl=de&amp;pg=PP1#v=onepage&amp;q=Wider%20das%20Bapstum%20zu%20Rom&amp;f=false">Luther, Martin: Wider das Bapstum zu Rom vom Teuffel gestifft, 1545. (Google eBook)</a></p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zum Hauptartikel „Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung“</a></p>
<p><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema „Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung“</a></p>
</blockquote>
<p><strong>1545-1563: Trienter Konzil (auch Tridentinum genannt)</strong></p>
<blockquote>
<p>Vor allem aufgrund der reformatorischen Begebenheiten wurde der Ruf nach einem Konzil in den vorangegangenen Jahren immer lauter, teilweise mit der Hoffnung, eine Einigung mit der protestantischen Seite zu erzielen, teilweise mit der Forderung, sich klar und ggf. mit eigenen Reformen von diesen abzugrenzen. Inhaltlich befasste sich das Konzil mit nahezu allen drängenden theologischen Fragen des Jahrhunderts.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/trienter-konzil-auch-tridentinum-genannt/">zum Artikel &#8222;Trienter Konzil (auch Tridentinum genannt)&#8220;</a></p>
</blockquote>
</div></section></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1545-calvinismus-niederrhein-trienter-konzil-dekrete/">Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1545</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1541</title>
		<link>https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1541-wormser-buch-genfer-katechismus/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Oct 2013 09:34:17 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Calvin]]></category>
		<category><![CDATA[Genf]]></category>
		<category><![CDATA[Katechismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchenordnungen]]></category>
		<category><![CDATA[Olaus Petri]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
		<category><![CDATA[Schweden]]></category>
		<category><![CDATA[Worms]]></category>
		<category><![CDATA[Wormser Buch]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1541-wormser-buch-genfer-katechismus/">Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1541</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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<h1>Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1541</h1>
<p><strong>1541: Wormser Buch</strong></p>
<blockquote>
<p>Beim Wormser Religionsgespräch, das wie das Gespräch in Hagenau 1540 zur Verständigung zwischen der katholischen Seite und den Protestanten dienen sollte, gab es inoffizielle Gespräche zwischen dem Reformator Martin Bucer, dem katholischen Theologen Johannes Gropper und dem ersten Staatsrat des Kaisers, Nicolas Perrenot de Granvelle. Sie einigten sich auf eine Reihe von Artikeln zu etlichen Streitthemen, die im &#8222;Wormser Buch&#8220; festgehalten wurden. Dieses Buch sollte die Grundlage des folgenden Religionsgesprächs in Regensburg bilden.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zum Hauptartikel „Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung“</a></p>
<p><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema „Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung“</a></p>
</blockquote>
<p><strong>1541: Die Gustav Vasas Bibel erscheint</strong></p>
<blockquote>
<p>1541 wird eine unter Mitarbeit des Reformators Olaus Petri entstandene schwedische Übersetzung der gesamten Bibel herausgegeben: die Gustav Vasas Bibel. Olaus Petri geriet allerdings bereits ein Jahr zuvor in Konflikt mit dem schwedischen König Gustav I., der soweit ging, dass der Reformator zum Tode verurteilt wurde. Das Urteil wurde allerdings wieder aufgehoben. Die Bibel hatte &#8222;eine ähnliche Bedeutung für Sprache und Literatur Schwedens&#8220; wie Luthers Übersetzung in Deutschland (Klueting: Das Konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 252).</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zum Hauptartikel „Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung“</a></p>
<p><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema „Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung“</a></p>
</blockquote>
<p><strong>1541/42: Genfer Kirchenordnung und Genfer Katechismus</strong></p>
<blockquote>
<p>Nachdem Calvin 1538 Genf verlassen hatte (s. <a title="Chronik: 16. Jahrhundert – 1537" href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1537-bibel-johannes-eck-luther-schmalkaldische-artikel/#calvin">1537: Jean Calvin veröffentlicht seine &#8218;Articles concernant l´organisation de l´Eglise'&#8220;</a>), ging er nach Straßburg, wo er bis 1541 einige seiner Vorstellungen verwirklichen konnte. Dann wurde er vom Rat der Stadt Genf zurück gebeten. Hier übernahm er viele Ideen, die er in Straßburg umsetzen durfte und formulierte sie in der Genfer Kirchenordnung. Ein Jahr später erschien seine zweite Ausgabe des Katechismus&#8216;.</p>
<p><strong>Nachfolgende Quelle:</strong> <a title="Calvin, Jean: Catechismus Ecclesiae Genevensis, Ausgabe von 1550 (Google Books) = Genfer Katechismus" href="https://books.google.de/books?id=d3JTAAAAcAAJ&amp;dq=Catechismus%20Ecclesiae%20Genevensis&amp;hl=de&amp;pg=PP2#v=onepage&amp;q=Catechismus%20Ecclesiae%20Genevensis&amp;f=false">Calvin, Jean: Catechismus Ecclesiae Genevensis, Ausgabe von 1550 (Google Books) = Genfer Katechismus</a></p>
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<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1541-wormser-buch-genfer-katechismus/">Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1541</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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		<title>Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1537</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Oct 2013 09:28:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Bibelübersetzungen]]></category>
		<category><![CDATA[Calvin]]></category>
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<h1>Chronik: 16. Jahrhundert – 1537</h1>
<p><strong>1537: Konzil von Mantua</strong></p>
<blockquote>
<p>Bereits 1536 rief Papst Paul III. in Absprache mit dem Kaiser Karl V. weltliche und geistliche Führer zu einem Konzil in Mantua zusammen, das im Mai 1537 stattfinden sollte. Die protestantischen Fürsten, aber auch Frankreich zeigten jedoch kein Interesse, am Konzil teilzunehmen, so dass dieses erst einmal verlegt, dann (1539) ganz abgesagt wurde.</p>
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</blockquote>
<p><strong>1537: Die Bibelübersetzung von Johannes Eck erscheint</strong></p>
<blockquote>
<p>Nach der Übersetzung Johannes Dietenbergers aus dem Jahre 1534 (s. <a title="Chronik: 16. Jahrhundert – 1534" href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1534/">1534: Johannes Dietenbergers Bibelübersetzung</a>) erschien 1537 eine weitere katholische Übersetzung der Schriften des Alten und des Neuen Testaments von Johannes Eck, einem Theologen und Widerstreiter Luthers. Beide richteten sich gegen die Übersetzungen der protestantischen Seite, v.a. Luthers und werden daher auch „Korrekturbibeln“ genannt.</p>
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<p><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema „Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung“</a></p>
</blockquote>
<p><strong>1537: Die Schmalkaldischen Artikel Luthers</strong></p>
<blockquote>
<p>Luther lieferte mit diesen Artikeln eine Zusammenfassung seiner Theologie. Sie sollten eigentlich auf dem Konzil von Mantua verlesen werden.</p>
<p><strong>Quelle:</strong> <a title="Artikel so da hetten sollen aufs Concilion zu Mantua oder wo es würde sein, überantwortet werden, von unsers theiils wegen, und was wir annehmen oder geben künden oder nicht... (Google eBook)" href="https://books.google.de/books?id=hDtSAAAAcAAJ&amp;dq=Artikel%20so%20da%20h%C3%A4tten%20sollen%20aufs%20Concilion%20zu%20Mantua&amp;hl=de&amp;pg=PT4#v=onepage&amp;q=Artikel%20so%20da%20h%C3%A4tten%20sollen%20aufs%20Concilion%20zu%20Mantua&amp;f=false">Artikel so da hetten sollen aufs Concilion zu Mantua oder wo es würde sein, überantwortet werden, von unsers theiils wegen, und was wir annehmen oder geben künden oder nicht… (Google eBook)</a></p>
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</blockquote>
<p><a name="calvin"></a><strong>1537: Jean Calvin veröffentlicht seine „Articles concernant l´organisation de l´Eglise“</strong></p>
<blockquote>
<p>Calvin lieferte mit dieser Schrift eine Gemeindeordnung. Ordnung und Kirchenzucht seien für eine würdige Abendmahlsfeier unabdingbar. Ausgewählte „charakterfeste und unbestechliche Männer“ sollten das Verhalten ihrer Mitbürger im Auge behalten. Der Rat der Stadt Genf wollte viele dieser strengen Richtlinien Calvins nicht in die Praxis umsetzen. Der Streit eskalierte, Calvin und sein Mitstreiter Guillaume Farel mussten Genf 1538 verlassen.</p>
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</blockquote>
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		<title>Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1536</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Oct 2013 09:26:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kunstgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Bugenhagen]]></category>
		<category><![CDATA[Calvin]]></category>
		<category><![CDATA[Dänemark]]></category>
		<category><![CDATA[Institutio Christianae Religionis]]></category>
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		<category><![CDATA[Norwegen]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
		<category><![CDATA[Wittenberger Konkordie]]></category>
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<h1>Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1536</h1>
<p><strong>1536: Wittenberger Konkordie</strong></p>
<blockquote>
<p>Vom 21. bis 28. Mai 1536 fanden in Wittenberg Verhandlungen statt, die zu einem Kompromiss in der Abendmahlsfrage führen sollte. Tatsächlich gelang dem Straßburger Reformator Martin Bucer eine Formulierung, die Luther akzeptieren konnte. Für die oberdeutschen Reformatoren bedeutete dies den ersehnten Anschluss an das Luthertum. Die Schweizer Reformatoren hingegen lehnten diese Formulierung ab.</p>
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</blockquote>
<p><strong>1536: Calvin verfasste seine Hauptschrift &#8222;Institutio Christianae Religionis&#8220;</strong></p>
<blockquote>
<p>Die &#8222;Institutio Christianae Religionis&#8220; ist eine Zusammenfassung seiner evangelischen Lehre. Mit einem Widmungsschreiben wurde sie an den französischen König Franz I. gesandt, um die französischen Protestanten zu unterstützen. Calvin hat das Werk mehrmals überarbeitet &#8211; und v.a. erweitert: Aus sechs Kapiteln wurden 80 in der letzten Ausgabe von 1559! Ein Jahr später erschien das Buch in französischer, 1572 als Gesamtausgabe in deutscher Sprache.</p>
<p><strong>Quelle:</strong> <a title="Calvin: Institutio christianae religionis. Ausgabe 1585 (Google E-Books)" href="https://books.google.de/books?id=7Ks_VeS4kKgC&amp;dq=%E2%80%9CInstitutio%20Christianae%20Religionis%E2%80%9D&amp;hl=de&amp;pg=PP1#v=onepage&amp;q=%E2%80%9CInstitutio%20Christianae%20Religionis%E2%80%9D&amp;f=false">Calvin, Jean: Institutio christianae religionis, Ausgabe von 1585 (Google eBook).</a></p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zum Hauptartikel „Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung“</a></p>
<p><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema „Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung“</a></p>
</blockquote>
<p><strong>1536/37: Reformation in Dänemark und Norwegen</strong></p>
<blockquote>
<p>Der dänische König Christian III. setzte 1536 die katholischen Bischöfe ab und führte mit Unterstützung des früheren Wittenberger Pfarrers und Reformators Johannes Bugenhagen, der 1537 eine Kirchenordnung verfasste, die Reformation in Dänemark ein &#8211; und damit auch in Norwegen, das seit 1536 zu Dänemark gehörte.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zum Hauptartikel „Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung“</a></p>
<p><a title="Frühe Neuzeit von A-Z: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung" href="https://webhistoriker.de/fruehe-neuzeit-reformation-2/">alle WebHistoriker.de-Artikel zum Thema „Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung“</a></p>
</blockquote>
</div>
</div></section></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/chronik-16-jahrhundert-1536-institutio-christianae-religionis-wittenberger-konkordie/">Chronik: 16. Jahrhundert &#8211; 1536</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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