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	<title>Luther Archive - WebHistoriker</title>
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	<description>Ein Portal zur Geschichte der Frühen Neuzeit</description>
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		<title>Reformation: Der Streit um das Abendmahl</title>
		<link>https://webhistoriker.de/reformation-der-streit-um-das-abendmahl/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Feb 2026 10:03:29 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Keine Anzeige]]></category>
		<category><![CDATA[Abendmahl]]></category>
		<category><![CDATA[Abendmahlsstreit]]></category>
		<category><![CDATA[Calvin]]></category>
		<category><![CDATA[Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Zwingli]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/reformation-der-streit-um-das-abendmahl/">Reformation: Der Streit um das Abendmahl</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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<h1>Reformation: Der Streit um das Abendmahl</h1>
<h2>Kontroverse Ansichten zu Eucharistie und Opfercharakter der Messe</h2>
<p><strong>„Dies ist mein Leib“ und „Dies ist mein Blut“ – oder doch eher „Dies bedeutet mein Leib“ und „Dies bedeutet mein Blut“? Was meinte Jesus mit diesen Worten, als er beim Letzten Abendmahl seinen Jüngern Brot und Wein reichte? Die Antworten darauf gingen zwischen der alten Kirche und den Reformatoren, aber auch unter den Reformatoren selbst weit auseinander. Zwar interessieren solche theologischen Differenzen heute nur noch wenige Menschen, doch im 16. Jahrhundert waren sie ausschlaggebend Zerwürfnisse und Spaltungen. Im Folgenden werden die zentralen Positionen dargestellt.</strong></p>
<div id="attachment_13377" style="width: 1210px" class="wp-caption aligncenter"><img fetchpriority="high" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-13377" class="size-full wp-image-13377" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/FXH17153.jpg" alt="Hostienschale und Kelch in einer katholischen Kirche; Bild: Michael Schnell" width="1200" height="800" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/FXH17153.jpg 1200w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/FXH17153-300x200.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/FXH17153-1030x687.jpg 1030w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/FXH17153-768x512.jpg 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/FXH17153-705x470.jpg 705w" sizes="(max-width: 1200px) 100vw, 1200px" /><p id="caption-attachment-13377" class="wp-caption-text">Hostienschale und Kelch in einer katholischen Kirche; Bild: Michael Schnell</p></div>
<h2>Die katholische Position</h2>
<p>Wie lässt sich die Eucharistie kirchenfernen Menschen oder Kommunionkindern erklären? Diese Frage stellte das Domradio dem Kölner Weihbischof Dominik Schwaderlapp in einem Interview. Schwaderlapp beginnt seine Antwort mit dem Menschenbild: Der Mensch bestehe aus Leib und Seele, wobei der Leib „wie ein Fenster zur Seele“ fungiere – „das Instrument, das die Seele zum Klingen bringt“. Christus sei Mensch geworden, um sich auf eine Stufe mit den Menschen zu stellen. Die Eucharistie sei „die Fortsetzung dessen nach seiner Auferstehung und Rückkehr zum Vater: Christus bleibt sichtbar unter uns, in seinem Leib und seinem Blut, in den Gestalten von Brot und Wein. Denn wir glauben, dass dies wirklich Jesus ist – nicht nur ein Zeichen für ihn.“</p>
<p>In der Messe vollzieht sich die Wandlung: Brot wird zum Leib Christi, Wein zu seinem Blut. Die äußere Erscheinung des Brotes und des Weins bleibt, doch Jesus ist nach der Wandlung in der Gestalt des Brotes und des Weins substanziell oder leibhaftig vorhanden. Die Wesensverwandlung wird auch Transsubstantiation genannt. Sie geschieht durch die sogenannte Konsekration (von lateinisch „consecrare“, deutsch „weihen“ oder „heiligen“) des Priesters.</p>
<p>Dieser Auffassung, dass Jesus im Brot und im Wein substanziell oder leibhaftig vorhanden ist, ging im Mittelalter eine große Diskussion unter den Gelehrten voraus, bis auf dem vierten Laterankonzil von 1215 eine Erklärung verabschiedet wurde. Bestätigt wurde sie auf dem Trienter Konzil (1545–1563).</p>
<p>In der Reformation sollte die Transsubstantiation für Diskussion sorgen – ebenso wie zwei weitere Punkte: (1.) das katholische Verständnis der Eucharistie als ein Sühneopfer und (2.) der sogenannte Laienkelch.</p>
<ol>
<li>Die Eucharistie als Sühneopfer wurde in dem „Dekret über die Bitte um den Kelch“ vom 17. September 1562 (Trienter Konzil) festgehalten: Sie sei nicht nur „ein Lob- und Danksagungsopfer oder eine bloße Erinnerung des am Kreuz vollbrachten Opfers“, sondern wahrhaft ein Sühnopfer – sowohl für die Lebenden als auch für die Gestorbenen.</li>
<li>Über Jahrhunderte hinweg empfingen Laien die Kommunion in beiderlei Gestalt (Brot und Wein), ab dem Hochmittelalter verzichtete die lateinische Kirche auf die Kelchkommunion der Laien (auch Laienkelch genannt). Auf dem Konzil von Trient wurde der Kommunionempfang nur unter der Gestalt des Brotes mit dem Hinweis verteidigt, „dass der ganze Christus unter jeder der beiden Gestalten empfangen werde.“ (Sparn u.a.: &#8222;Sakrament&#8220;, in: Enzyklopädie der Neuzeit Online) Papst Pius IV. erlaubte den Laienkelch 1564, widerrief diese Erlaubnis hingegen 20 Jahre später.</li>
</ol>
<p>Erst in den 1960er-Jahren, mit den Beschlüssen des Zweite Vatikanische Konzils (1962–1965), wurde die Kommunion unter beiderlei Gestalten auch für Laien in bestimmten Fällen wieder zugänglich gemacht.</p>
<h2>Lutherische und reformierte Ansichten</h2>
<p>Es gab eine Reihe von Übereinstimmungen unter allen Protestanten, mit denen sie sich von der alten Kirche abwandten, zum Beispiel:</p>
<ul>
<li>Reduzierung der Sakramente: Nur Taufe und Abendmahl galten als Sakramente (bei Luther noch zusätzlich die Beichte). Firmung, Krankensalbung, Weihe und Ehe wurden nicht mehr als Sakramente anerkannt.</li>
<li>Laienkelch: Alle Gläubigen sollten die Kommunion in beiderlei Gestalt (Brot und Wein) empfangen dürfen.</li>
<li>Ablehnung der Transsubstantiation: Die Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi wurde abgelehnt.</li>
</ul>
<p>Doch beim Thema Abendmahl zeigten sich unter den Reformatoren tiefe Meinungsverschiedenheiten. Laut Heinz Schilling (Martin Luther, 2012, S. 399) wurden diese sowohl „mit hoher Gelehrsamkeit“ als auch „mit brutaler Härte“ ausgetragen. Streitpunkt: <strong>Martin Luther</strong> hielt auch ohne Wandlung an der Realpräsenz Christi beim Abendmahl fest. Christus sei wirklich und wahrhaftig anwesend „im Kreis derer, die in seinem Namen und unter Verheißung seiner Einsetzungsworte Brot und Wein zu sich nahmen“ (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 400). Viele Reformatoren fragten sich jedoch: Wie kann Jesus gleichzeitig im Himmel und unter den Abendmahlgästen sein?</p>
<p><img decoding="async" class="aligncenter wp-image-13381 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-abendmahl-2.png" alt="Zitat: " width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-abendmahl-2.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-abendmahl-2-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-abendmahl-2-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2026/02/highlight-schriftzug-abendmahl-2-705x88.png 705w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p><strong>Huldrych Zwingli</strong> deutete das Abendmahl lediglich ein Zusammenkommen zur Erinnerung, zum Gedenken an den Herrn. Brot und Wein seien Symbole, das „ist“ der Einsetzungsworte Jesu sei als „bedeutet“ (siehe meine Einleitung oben) zu verstehen. „Christus sei bei der Feier zwar gegenwärtig, aber nicht mit Fleisch und Blut, sondern in dem sich die Gemeinde an ihn erinnere und sich zu ihm bekenne.“ (Jung: Reformation und Konfessionelles Zeitalter, 2012, S. 94) Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass sich auch unter den Anhängern Luthers darüber gestritten wurde, v.a. nach Luthers Tod.</p>
<p><strong>Johannes Calvin</strong> versuchte sich an einem Mittelweg zwischen Luther und Zwingli: Christus sei nicht „örtlich“ oder „historisch-fleischlich“ gegenwärtig, doch sein Geist sei „durch nichts in seiner Wirksamkeit begrenzt“. Gemeinsam mit Philipp Melanchthon konnte einigte sich Calvin auf eine Änderung des Augsburger Bekenntnisses: Demnach seien „Leib und Blut Christi nicht mehr ‚unter den Gestalten von Brot und Wein im Abendmahl gegenwärtig‘“, könnten aber „‘mit Brot und Wein … den Essenden gereicht‘ werden. Kraft des Heiligen Geistes gelangen die Gläubigen in die Gemeinschaft von Fleisch und Blut Christi“. (Alle Zitate nach Iserloh: Geschichte und Theologie der Reformation, 1980, S. 146).</p>
<p>Einig waren sich die Reformatoren wiederum in der Ablehnung des Opfercharakters der Messe. Nach der reformatorische Rechtfertigungslehre konnten „alle Gaben und alle Gnade von Gott allein“ erwartet werden. Das widersprach der katholischen Auffassung, wonach die Messe ein Sühneopfer sei, „das von der Kirche Gott dargebracht wurde, um Gutes für die Menschen zu bewirken“ (Leppin: Die Reformation, 2. Aufl. 2017, S. 52).</p>
</div></section></div>
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<p><strong>Erwin Iserloh:</strong> Geschichte und Theologie der Reformation im Grundriss. Paderborn 1980.</p>
<p><strong>Martin H. Jung:</strong> Reformation und Konfessionelles Zeitalter (1517–1648). Göttingen 2012.</p>
<p><strong>Volker Leppin: </strong>Die Reformation. 2., aktualisierte Auflage. Darmstadt 2017.</p>
<p><strong>Ina Rottscheidt:</strong> Was ist Eucharistie? – &#8222;Es ist und bleibt ein ganz großes Geheimnis&#8220;. Ein Interview mit Dominik Schwaderlapp auf den Seiten von Domradio.de. Online unter: <a href="https://www.domradio.de/artikel/was-ist-eucharistie">https://www.domradio.de/artikel/was-ist-eucharistie</a> (vom 19.06.2025, abgerufen am 20.02.2026)</p>
<p><strong>Heinz Schilling:</strong> Martin Luther. Rebell in einer Zeit des Umbruchs. 728 S. C.H. Beck 2012.</p>
<p><strong>Walter Sparn, Peter Walter, Friederike Nüssel und Jennifer Wasmuth:</strong> &#8222;Sakrament&#8220;, in: Enzyklopädie der Neuzeit Online. Im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Instituts (Essen) und in Verbindung mit den Fachherausgebern herausgegeben von Friedrich Jaeger (bis 2019), Georg Eckert, Ulrike Ludwig, Benjamin Steiner und Jörg Wesche. J.B. Metzler, Teil von Springer Nature. Copyright © Springer-Verlag GmbH, DE 2005-2026. <a href="https://doi.org/10.1163/2352-0248_edn_COM_343190">https://doi.org/10.1163/2352-0248_edn_COM_343190</a></p>
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</div></section></p></div>
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		<title>Luther und Katharina von Bora: Wie eine verbotene Liebe die Geschichte veränderte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Feb 2026 18:37:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Kirchengeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Person/-en]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
		<category><![CDATA[Katharina von Bora]]></category>
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<section  class='av_textblock_section av-mgmdn4tc-bd447379b6a134083e130518fedc086a '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h1>Luther und Katharina von Bora: Wie eine verbotene Liebe die Geschichte veränderte</h1>
<p>Im 16. Jahrhundert war sie ein unvorstellbarer Skandal: die Ehe zwischen dem Reformator Martin Luther und der geflohenen Nonne Katharina von Bora. Doch hinter der Provokation verbirgt sich eine außergewöhnliche Partnerschaft, die bis heute fasziniert. Lukas Fleischmann schildert auf web.de, wie aus einer mutigen Flucht und gesellschaftlichem Druck eine Verbindung entstand, die von Respekt, Selbstbestimmung und sogar Humor geprägt war. Der Autor hat dazu ein Gespräch mit Carlotta Israel geführt, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Kirchengeschichte an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und Mitherausgeberin des Buchs &#8222;Bild – Geschlecht – Rezeption. Katharina von Bora und Martin Luther im Spiegel der Jahrhunderte&#8220;.</p>
<p>Katharinas Flucht aus dem Kloster Marienthron – legendär in Heringsfässern versteckt – markierte den Beginn eines Lebens, das alle Konventionen sprengte. Statt sich mit einer schnellen Heirat abzufinden, behauptete sie sich in einer von Männern dominierten Welt: Sie lehnte vorgesehene Ehemänner ab, führte intellektuelle Gespräche im Haus von Lucas Cranach und baute später ein eigenes Wirtschaftsimperium auf. Luther, zunächst zögerlich, fand in ihr nicht nur eine Lebensgefährtin, sondern eine gleichberechtigte Partnerin, die er mit Kosenamen wie „Herr Käthe“ ehrte. Doch der Preis für ihr selbstbestimmtes Leben war hoch: Nach Luthers Tod kämpfte Katharina um ihr Erbe und starb verarmt.</p>
<p>Wie aus einer verbotenen Liebe eine der prägendsten Ehen der europäischen Geschichte wurde – und warum Katharina viel mehr war als nur „die Frau an Luthers Seite“ – erzählt dieser Beitrag über eine Frau, die die Reformation mitgestaltete.</p>
<p><a href="https://web.de/magazine/wissen/geschichte/skandal-41817058">der vollständige Artikel von Lukas Fleischmann auf web.de</a></p>
</div></section></p></div>
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<p style="text-align: center;">Die Renaissance folgte der Gotik und wurde abgelöst vom Barock – mit all den Überschneidungen, Gleichzeitigkeiten und Vereinfachungen, die eine Einteilung der Zeit in Epochen oder Abschnitte der Geschichte mit sich bringt. Was machte die Renaissance aus? Welche Auswirkungen hatte die Wiederentdeckung der Antike?  WebHistoriker.de betrachtet die Vorgeschichte (Gotik, Rittertum und Scholastik), die Frührenaissance und die Hochzeit dieser Kulturepoche &#8211; und stellt die wichtigsten Städte, Künstler und Gelehrten vor.</p>
<p style="text-align: center;"><strong><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung: Einleitung</a></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><a href="https://webhistoriker.de/beginn-der-reformation-martin-luthers-95-thesen-gegen-den-ablass-1517/">Beginn der Reformation: Luthers „95 Thesen gegen den Ablass“</a></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><a href="https://webhistoriker.de/die-katholische-kirche-vor-der-reformation/">Die katholische Kirche vor der Reformation</a></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-nach-der-veroeffentlichung-seiner-thesen/">Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen (Einleitung)</a><br />
</strong><strong><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-disputationen-und-gespraeche-in-heidelberg-augsburg-und-leipzig/">Teil 1: Disputationen und Gespräche in Heidelberg, Augsburg und Leipzig</a><br />
</strong><strong><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-drei-wegweisende-schriften/">Teil 2: Drei wegweisende Schriften Luthers</a><br />
</strong><strong><a href="https://webhistoriker.de/der-reichstag-zu-worms-luther-und-der-kaiser/">Teil 3: Der Wormser Reichstag – Luther und Kaiser Karl V. </a></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><a href="https://webhistoriker.de/netzwerke-und-buchdruck-die-verbreitung-der-reformatorischen-ideen-in-den-1520er-jahren/">Die Verbreitung der reformatorischen Ideen in den 1520er Jahren – Netzwerke und Buchdruck</a></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><a href="https://webhistoriker.de/protest-protestation-protestanten-die-reichstage-zu-speyer-1526-und-1529/">Protest, Protestation, Protestanten – die Reichstage zu Speyer (1526 und 1529)</a></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><a href="https://webhistoriker.de/zwingli-und-die-zuercher-reformation/">Zwingli und die Zürcher Reformation</a></strong></p>
<p style="text-align: center;"><strong><a href="https://webhistoriker.de/johannes-calvin-die-stadt-genf-und-die-geschichte-des-calvinismus-der-reformierten-kirche/">Johannes Calvin und die Geschichte des Calvinismus</a> </strong></p>
</div></section></div>
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		<title>Linktipps: Schriften von und über Martin Luther</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Jan 2026 09:52:39 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Keine Anzeige]]></category>
		<category><![CDATA[Luther]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/linktipps-martin-luther-quellen/">Linktipps: Schriften von und über Martin Luther</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div  class='flex_column av-ab386-b38d709e89c4a0fa7b5696f7f2d495a4 av_one_full  avia-builder-el-0  el_before_av_one_full  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><section  class='av_textblock_section av-mk4cxmjg-a539de14be82d7ae8f6e74e825c2f8e1 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h1>Linktipps: Schriften von und über Martin Luther</h1>
<h2><strong>Lexikonartikel über Luther</strong></h2>
<ul>
<li><a title="Neue Deutsche Biographie (NDB) und Allgemeine Deutsche Biographie (ADB)" href="http://www.deutsche-biographie.de/sfz55246.html">Neue Deutsche Biographie (NDB) und Allgemeine Deutsche Biographie (ADB)</a></li>
<li><a title="Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL), kostenpflichtig" href="http://www.bbkl.de/l/luther_m.shtml">Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL), kostenpflichtig</a></li>
<li><a title="Ökumenisches Heiligenlexikon" href="http://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Martin_Luther.html">Ökumenisches Heiligenlexikon</a></li>
</ul>
<h2><strong>Weitere Informationen über Leben und Werk Martin Luthers</strong></h2>
<p>Es gibt eine Menge an Websites, die sich mit Martine Luther und der Reformation auseinandersetzen. Beispielhaft angeführt seien diese Seiten:</p>
<ul>
<li><a title="Lutherhaus, Luthers Geburtshaus und Luthers Sterbehaus" href="http://www.martinluther.de/index.php">Lutherhaus, Luthers Geburtshaus und Luthers Sterbehaus</a><br />
&#8230;werden auf dieser Seite der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt vorgestellt.</li>
<li><a href="https://www.ekd.de/Martin-Luther-10870.htm">Umfassende Informationen zur Person Martin Luther (Lehren, Thesen, Katechismen u.v.m.)</a><br />
&#8230; auf den Seiten der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD).</li>
<li><a href="https://www.ekhn.de/themen/reformationstag/reformationstag/luthers-ideen">Luthers Glaubensgrundsätze</a><br />
.. auf der Website der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.</li>
<li><a title="Biografie und Informationen zur Reformation" href="http://www.planet-wissen.de/kultur_medien/religion/martin_luther/index.jsphttp://">Biografie und Informationen zur Reformation</a><br />
&#8230; bietet Planet Wissen, ein Wissensportal von WDR, SWR und BR-alpha.</li>
</ul>
<h2><strong>Schriften Luthers (chronologisch sortiert)</strong></h2>
<ul>
<li><a title="95 Thesen (1517), Projekt Gutenberg" href="http://gutenberg.spiegel.de/?http://gutenberg.spiegel.de/buch/270/1">95 Thesen (1517)</a>, Projekt Gutenberg</li>
<li><a title="An den christlichen Adel deutscher Nation (1520 erstmalig erschienen)" href="http://daten.digitale-sammlungen.de/%7Edb/bsb00006263/images/">An den christlichen Adel deutscher Nation (1520 erstmalig erschienen)</a>, Ausgabe von 1520: Münchener Digitalisierungszentrums der Bayerischen Staatsbibliothek</li>
<li><a title="Von der Freiheit eines Christenmenschen (1520 erstmalig erschienen)" href="http://daten.digitale-sammlungen.de/%7Edb/bsb00006312/images/">Von der Freiheit eines Christenmenschen (1520 erstmalig erschienen)</a>, Ausgabe von 1520: Münchener Digitalisierungszentrums der Bayerischen Staatsbibliothek</li>
<li><a title="Wider die Mordischen und Reubischen Rotten der Bawren (1525 erstmalig erschienen)" href="http://daten.digitale-sammlungen.de/%7Edb/0002/bsb00027508/images/">Wider die Mordischen und Reubischen Rotten der Bawren (1525 erstmalig erschienen)</a>, Ausgabe von 1525: Münchener Digitalisierungszentrums der Bayerischen Staatsbibliothek</li>
<li><a title="Deütsch Catechismus (=Großer Katechismus) (1529 erstmalig erschienen)" href="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11002399?page=,1">Deütsch Catechismus (=Großer Katechismus) (1529 erstmalig erschienen)</a>, Ausgabe von 1529: Münchener Digitalisierungszentrums der Bayerischen Staatsbibliothek</li>
<li><a title="Catechismus Für die gemeine Pfarrherr und Prediger (=Kleiner Katechismus) (1529 erstmalig erschienen)" href="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb00024417?page=30">Catechismus Für die gemeine Pfarrherr und Prediger (=Kleiner Katechismus) (1529 erstmalig erschienen)</a>, Ausgabe von 1553: Münchener Digitalisierungszentrums der Bayerischen Staatsbibliothek</li>
<li><a title="Schmalkaldische Artikel (Artickel so da hätten sollen aufs Concilion zu Mantua, oder wo es würde seyn, überantwortet werden) (1537 erstmalig erschienen)" href="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb00019218?q=%28Concilion+zu+Mantua%29&amp;page=4,5">Schmalkaldische Artikel (Artickel so da hätten sollen aufs Concilion zu Mantua, oder wo es würde seyn, überantwortet werden) (1537 erstmalig erschienen)</a>, Ausgabe von 1538: Münchener Digitalisierungszentrums der Bayerischen Staatsbibliothek</li>
<li><a title="Wider das Bapstum zu Rom vom Teuffel gestifft (1545 erstmalig erschienen)" href="http://www.zeno.org/nid/20005347386">Wider das Bapstum zu Rom vom Teuffel gestifft (1545 erstmalig erschienen)</a>, nach der Ausgabe Weimar 1888 ff.: zeno.org</li>
</ul>
<ul>
<li><a title="Weitere Schriften nach der Ausgabe Weimar 1888 ff.: zeno.org (u.a. die Bibel von 1545)" href="http://www.zeno.org/nid/20005319218">Weitere Schriften nach der Ausgabe Weimar 1888 ff.: zeno.org (u.a. die Bibel von 1545)</a></li>
</ul>
<h2><strong>Siehe auch</strong></h2>
<ul>
<li><a title="Frühe Neuzeit – Linktipps: Reformation und Gegenreformation" href="https://webhistoriker.de/linktipps-reformation-gegenreformation/">Linktipps von WebHistoriker.de zur Reformation</a></li>
</ul>
</div></section></div><div  class='flex_column av-mofmu-f0de25c546b6c173070647aab8a44747 av_one_full  avia-builder-el-2  el_after_av_one_full  avia-builder-el-last  first flex_column_div  column-top-margin'     ><style type="text/css" data-created_by="avia_inline_auto" id="style-css-av-d9mvi-bcee73a12056b3bef346755f9f85941f">
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<div  class='av-post-metadata-container av-d9mvi-bcee73a12056b3bef346755f9f85941f av-metadata-container-align-left  avia-builder-el-3  avia-builder-el-no-sibling  av-metadata-container-3'><div class='av-post-metadata-container-inner'><span class="av-post-metadata-content av-post-metadata-before-meta">Veröffentlicht am</span><span class="av-post-metadata-content av-post-metadata-meta-content"><span class="av-post-metadata-content av-post-metadata-published"><span class="av-post-metadata-published-date" >7. Januar 2026</span></span></span></div></div></div></p>
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		<title>Netzwerke und Buchdruck – die Verbreitung der reformatorischen Ideen in den 1520er Jahren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Dec 2025 15:23:44 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Buchdruck]]></category>
		<category><![CDATA[Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div  class='flex_column av-2vjhmn-560f68b39672e11b8fe2b5cde482cd46 av_one_full  avia-builder-el-0  el_before_av_one_half  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><section  class='av_textblock_section av-md64ov2g-a89fd400e039496a8ab1c7d85f956dd6 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h5>Geschichte der Reformation</h5>
<h1>Die Verbreitung der reformatorischen Ideen in den 1520er Jahren</h1>
<h2>Netzwerke und Buchdruck</h2>
<p>Da war ein Mensch, der nicht mehr einverstanden war mit den Worten und Handlungen seiner Kirche. Er schrieb und predigte, um die alte Kirche zu reformieren, sie zu den ursprünglichen christlichen Ideen zurückzuführen, wie er sie verstand. Nach und nach merkte er, dass die Kirche dazu nicht bereit war bzw. dass seine Auffassungen schlicht nicht kompatibel mit ihren waren – und dass seine Worte sogar für ihn selbst gefährlich werden konnten.</p>
<p>Schon vor ihm gab es Personen, die Ähnliches vorhatten, die den Papst und seine Kirche kritisierten und dies gar mit ihrem Leben bezahlen mussten. Ihr Handeln war um 1517 nicht vergessen, die Einwände der alten Kirche gegen Luthers Ideen nannten ihre Namen. Doch die Zeit war vor 1500 noch nicht reif für einen solchen Nachhall, wie ihn das Wirken des Luthers nach 1500 haben sollte.</p>
<div id="attachment_11875" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-11875" class="wp-image-11875 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/Augustinian-Praying-Gerard-David.jpg" alt="An Augustinian Friar (?) Praying by Gerard David (ca. 1450/1460–1523; Wikimedia commons, public domain)" width="300" height="383" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/Augustinian-Praying-Gerard-David.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/Augustinian-Praying-Gerard-David-235x300.jpg 235w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-11875" class="wp-caption-text">An Augustinian Friar (?) Praying by Gerard David (ca. 1450/1460–1523; <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Augustinerorden">Wikimedia commons, public domain</a>)</p></div>
<p>Doch wie fanden Luthers reformatorische Ideen Verbreitung? Wie war es bestellt um die Formen der Kommunikation, um die Adressaten, um die Worte und Inhalte selbst und inwieweit sie das Interesse der Adressaten geweckt haben, um ihre Bereitschaft oder ihren Willen, diese Informationen weiterzugeben, sowie um die Wege, wo und wie sie dies taten?</p>
<p>Helga Schnabel-Schüle nennt in ihrem Werk &#8222;Die Reformation&#8220; (2006, S. 124 ff.) zum einen Luthers persönliche Kontakte und Netzwerke: den Orden der Augustiner-Eremiten und seine Kollegen, ihm nahestehende Studentenkreise und Theologen der Universität in Wittenberg sowie Kontakte, die er über seine Auftritte bei den Disputationen, beim Reichstag sowie dem Umfeld solcher Ereignisse knüpfte – siehe Luthers zweiwöchige Reise zum Wormser Reichstag mit etlichen Auftritten, Reden und Diskussionen (<a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-nach-der-veroeffentlichung-seiner-thesen/">WebHistoriker: Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen</a>).</p>
<p>Zum anderen gab es die zahlreichen Publikationen, darunter die in großen Auflagen erschienenen Schriften Luthers sowie die Werke weiterer Autoren, die mit leicht verständlichen und ebenfalls zahlreich gedruckten Flugschriften auf die reformatorischen Umwälzungen aufmerksam machten.</p>
<h2>Keine Reformation ohne Buchdruck?</h2>
<div id="attachment_11864" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-11864" class="size-full wp-image-11864" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/Darstellung-Buch-1568-Jost-Amman.jpg" alt="Darstellung des Buchdruckerhandwerks (1568) von Jost Amman (Wikimedia commons)" width="300" height="351" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/Darstellung-Buch-1568-Jost-Amman.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/Darstellung-Buch-1568-Jost-Amman-256x300.jpg 256w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-11864" class="wp-caption-text">Darstellung des Buchdruckerhandwerks (1568) von Jost Amman (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Buchdruck">Wikimedia commons</a>)</p></div>
<p>„Die Reformation hätte ohne den Buchdruck nicht stattfinden können“, heißt es in Martin H. Jungs „Reformation und Konfessionelles Zeitalter“ (2012, S. 23), der damit wohl auf eine viel zitierte Aussage von Bernd Moeller zurückgreift (s. Kaufmann: Die Mitte der Reformation, 2019, S. 7). Die zeitliche Nähe zwischen der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern in der Mitte des 15. Jahrhunderts und der Reformation wurde in der Forschung bereits ausführlich betrachtet und besprochen. Die Reformation war ohne Zweifel auch ein Medienereignis, ihre Protagonisten nutzten die zahlreichen Druckereien. Um 1500 gab es bereits „in über 150 Städten ganz Europas mehr als tausend Druckereien“ (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 74), zwischen 1520 und 1530 ist „in mehr als 55 Städten reformatorisches Schrifttum gedruckt worden“ (Kaufmann: Die Mitte der Reformation, 2019, S. 225).</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-12101 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/highlight-schriftzug-buchdruck-luther-2.png" alt="Zitat: „Im Kern ist der Umbruch des Buchmarktes durch eine einzige Person ausgelöst worden: Martin Luther.“ (Thomas Kaufmann)" width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/highlight-schriftzug-buchdruck-luther-2.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/highlight-schriftzug-buchdruck-luther-2-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/highlight-schriftzug-buchdruck-luther-2-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/highlight-schriftzug-buchdruck-luther-2-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p>Wie im WebHistoriker-Artikel <a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-nach-der-veroeffentlichung-seiner-thesen/">„Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen“</a> ausgeführt wird, schrieb Martin Luther in den frühen 1520er Jahren sehr eifrig. Er „hatte nun endgültig erkannt, welche Bedeutung die sich herausbildende Öffentlichkeit für gesellschaftliche Prozesse besaß.“ (Leppin: Die Reformation, 2. Aufl. 2017, S. 43) Luther nutzte die erfolgreiche Publikation und Verbreitung der Flugblätter, die in Text und Bild seine Inhalte vermittelten. Mit Bezug auf den im Jahr 2020 verstorbenen Kirchenhistoriker Bernd Moeller führt Leppin (ebd., S. 43) weiter aus, dass es zwischen 1500 und 1530 ca. 10.000 Flugschriften gegeben habe. Bei einer Auflage von 1.000 Exemplaren – laut Leppin eine unsichere Zahl – könne man demnach von zehn Millionen Ausgaben ausgehen. Luther war um 1520 selbstverständlich nicht der einzige Autor, aber der erfolgreichste: „der alles überragende Star“ (ebd., S. 45).</p>
<p>Thomas Kaufmann betont, dass es um 1520 einen „Umbruch des Buchmarktes“ gab, für den fast ausschließlich Martin Luther verantwortlich war (Die Mitte der Reformation, 2019, S. 445). Die Buchdrucker waren in den stürmischen Zeiten des Reformationsbeginns gezwungen, sich zu positionieren. Sie bekamen natürlich mit, dass Luthers Schriften begehrt waren – mit ihnen war ordentlich Geld zu machen: Der „ökonomische Impuls frühkapitalistischer Unternehmer bildete den Nukleus des frühreformatorischen Kommunikationsprozesses“. In gewissem Maße stimmt also die Aussage: „Ohne Buchdruck keine Reformation.“ Umgekehrt hat jedoch auch die Reformation, vor allem das Wirken Luthers, den Buchdruck gefördert und geprägt.</p>
<h2>Was wusste der gemeine Mann von Luthers Theologie?</h2>
<p>Allerdings: „Was beim einfachen Volk von der Theologie Luthers ankam, ist nach wie vor in der Forschung umstritten&#8220;, schreibt die Historikerin Helga Schnabel-Schüle (Die Reformation, 2006, S. 130) und betont, dass die Volksbewegung keine „Bewegung zur Einführung der Reformation“ war (ebd., S. 128). Die Proteste des einfachen Mannes zielten vielmehr auf eine Verbesserung der seelsorgerischen Aufgaben der Kirche und ihrer Vertreter ab – und tatsächlich waren recht schnell Veränderungen, beispielsweise regelmäßige Gottesdienste, zu verzeichnen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12104" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/highlight-schriftzug-luther-volk.png" alt="Zitat: „Was beim einfachen Volk von der Theologie Luthers ankam, ist nach wie vor in der Forschung umstritten.“ (Helga Schnabel-Schüle)" width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/highlight-schriftzug-luther-volk.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/highlight-schriftzug-luther-volk-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/highlight-schriftzug-luther-volk-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/highlight-schriftzug-luther-volk-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p>Luther selbst setzte sich schon früh für einen „territorialstaatlichen Reformationskurs“ ein (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 141), wenngleich die erste reformatorische Kirchenordnung (1522) in Wittenberg auf Andreas Rudolff Bodenstein (1486–1541), genannt Karlstadt, zurückging. Dieser war ein Anhänger der Reformation „von unten“ und trieb in der Zeit, in der Luther auf der Wartburg war, die Reformation in Wittenberg voran. Anschließend geriet er jedoch mit Luther in Konflikt und verließ die Stadt. Seine „lobliche ordnung der Fürstlichen stat Wittemberg“ wurde trotzdem Vorbild für weitere Ordnungen. (Die Diskussionen und Konflikte unter den Reformatoren werden in einem späteren Kapitel näher beschrieben.)</p>
<ul>
<li>
<div id="attachment_11857" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-11857" class="size-full wp-image-11857" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/ain-lobliche-ordnung-wittenberg-1522.jpg" alt="Ain löbliche ordnung der fürstlichen stat Wittenberg: im Jahre 1522 auffgericht. Augsburg 1522 (München, Bayerische Staatsbibliothek, digitalisierte Ausgabe)" width="300" height="407" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/ain-lobliche-ordnung-wittenberg-1522.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/12/ain-lobliche-ordnung-wittenberg-1522-221x300.jpg 221w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-11857" class="wp-caption-text">Ain löbliche ordnung der fürstlichen stat Wittenberg: im Jahre 1522 auffgericht. Augsburg 1522 (München, Bayerische Staatsbibliothek, digitalisierte Ausgabe)</p></div></p>
<p><a href="https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb00025017?page=,1">zur Kirchenordnung „Ain lobliche ordnung der Fürstlichen stat Wittemberg Im tausent fünfhundert vnd zway vnd zwaintzigstenjar auffgericht“ (Digitale Sammlungen des Münchener Digitalisierungszentrums)</a></li>
</ul>
<p>In anderen Städten – und tatsächlich waren die Anfänge reformatorischer Bewegungen eher in Städten als auf dem Land zu erkennen – zeigte sich bei der Einführung der Reformation ein recht heterogenes Bild. Mal forcierten die Stadtoberen den neuen Weg, um bei Änderungen des Kirchenwesens das Heft des Handelns zu behalten, mal ging die Initiative von Nicht-Ratsherren aus. Zu Beginn standen jedoch zumeist Prediger, die „mehr oder minder große Laiengruppen davon überzeugten, dass das bestehende Kirchenwesen dem widersprach, was die Bibel lehrte“ (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 143).</p>
<p>Es gibt noch einen weiteren viel diskutierten Spruch in der Forschung: „Ohne Reformation kein Bauernkrieg.“ Diese Aussage hat sicherlich ihre Berechtigung, denn die Aufständischen wähnten den Reformator Martin Luther wegen seines Freiheitsaufrufs auf ihrer Seite. Wie im Beitrag zum Bauernkrieg (<a href="https://webhistoriker.de/bauernkrieg-memminger-bundesordnung-und-12-artikel-was-wollten-die-bauern-eigentlich-was-waren-ihre-ziele-und-warum-gerade-jetzt/">WebHistoriker: Memminger Bundesordnung und 12 Artikel</a>) aufgezeigt wird, stellte sich Luther aber letztendlich jedoch auf die Seite der Herrschenden. Diese vertraten unterschiedliche Haltungen zu den reformatorischen Ideen und verbündeten sich teilweise, um ihre Stellung gegen die Bauern zu sichern. Gleichzeitig formierten sich allerdings auch militärische Bündnisse „entlang konfessioneller Demarkationslinien“ (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 180): der Regensburger und der Dessauer Bund auf Seiten der Katholiken sowie das Torgauer Bündnis und der Schmalkaldener Bund auf Seiten der Protestanten. Auch dazu später mehr!</p>
</div></section><br />
<div  class='hr av-2rp8s7-2c90ef45f3abc3a3de364173d8db327f hr-default  avia-builder-el-2  el_after_av_textblock  el_before_av_textblock '><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div><br />
<section  class='av_textblock_section av-mdk8gaiw-f95f2590d170f593a0675ca1b93bf63f '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h2>Verwendete Literatur</h2>
<p><strong>Martin H. Jung:</strong> Reformation und Konfessionelles Zeitalter (1517–1648). Göttingen 2012.</p>
<p><strong>Thomas Kaufmann:</strong> Die Mitte der Reformation. Eine Studie zu Buchdruck und Publizistik im deutschen Sprachgebiet, zu ihren Akteuren und deren Strategien, Inszenierungs- und Ausdrucksformen. Tübingen 2019.</p>
<p><strong>Thomas Kaufmann:</strong> Erlöste und Verdammte. Eine Geschichte der Reformation. München 2016.</p>
<p><strong>Harm Klueting:</strong> Das Konfessionelle Zeitalter. Europa zwischen Mittelalter und Moderne. Darmstadt  2015.</p>
<p><strong>Volker Leppin:</strong> Die Reformation. 2., aktualisierte Auflage 2017.</p>
<p><strong>Helga Schnabel-Schüle:</strong> Die Reformation 1495-1555. Politik mit Theologie und Religion. Stuttgart 2006.</p>
</div></section></p></div><div  class='flex_column av-3vrpsn-27fbd94129b3c472eef4d16d25e081e3 av_one_half  avia-builder-el-4  el_after_av_one_full  el_before_av_one_half  first flex_column_div  column-top-margin'     ><p><div  class='hr av-23241z-d7df650c1d2fa554c56a3ac01eb2370a hr-short  avia-builder-el-5  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first  hr-left'><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div><br />
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</div></section></p></div></p>
<div  class='flex_column av-3anoon-99a79e68c59c07a21c42c39fbb76ad3b av_one_half  avia-builder-el-7  el_after_av_one_half  el_before_av_one_full  flex_column_div  column-top-margin'     ><p><div  class='hr av-mdkj8plc-35e68701e4f413497e9c6fbe4d9f80cc hr-short  avia-builder-el-8  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first  hr-right'><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div><br />
<section  class='av_textblock_section av-mdkjaxms-a4c194013795b95590168f3047c7965f '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p style="text-align: right;"><a href="https://webhistoriker.de/protest-protestation-protestanten-die-reichstage-zu-speyer-1526-und-1529/">zum nächsten Kapitel: &gt; Protest, Protestation, Protestanten – die Reichstage zu Speyer (1526 und 1529)</a></p>
</div></section></p></div>
<div  class='flex_column av-1fjfiq3-da4e17b22864fe304458257c02d9e9af av_one_full  avia-builder-el-10  el_after_av_one_half  avia-builder-el-last  first flex_column_div  column-top-margin'     ><style type="text/css" data-created_by="avia_inline_auto" id="style-css-av-1dcjl2j-6a09a3cd94a303d8eb132a04cbe9b030">
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<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/netzwerke-und-buchdruck-die-verbreitung-der-reformatorischen-ideen-in-den-1520er-jahren/">Netzwerke und Buchdruck – die Verbreitung der reformatorischen Ideen in den 1520er Jahren</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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		<title>Der Reichstag zu Worms – Luther und der Kaiser</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Oct 2025 16:09:42 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Keine Anzeige]]></category>
		<category><![CDATA[Bekenntnisschriften]]></category>
		<category><![CDATA[Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<category><![CDATA[Wormser Reichstag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/der-reichstag-zu-worms-luther-und-der-kaiser/">Der Reichstag zu Worms – Luther und der Kaiser</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div  class='flex_column av-2vjhmn-560f68b39672e11b8fe2b5cde482cd46 av_one_full  avia-builder-el-0  el_before_av_one_half  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><section  class='av_textblock_section av-md64ov2g-a89fd400e039496a8ab1c7d85f956dd6 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h5>Geschichte der Reformation</h5>
<h1>Der Reichstag zu Worms – Luther und der Kaiser</h1>
<h2>Martin Luther präsentiert sich und seine Ansichten vor Karl V., den Kurfürsten und den Reichsständen</h2>
<p>(Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen, Teil 3; <a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-nach-der-veroeffentlichung-seiner-thesen/">zur Übersicht</a>)</p>
<div id="attachment_11158" style="width: 810px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-11158" class="wp-image-11158 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/Luther-beim-Reichstag-zu-Worms.jpg" alt="Luther auf dem Reichstag zu Worms; Kolorierter Holzschnitt von 1556. (Wikimedia commons, public domain)" width="800" height="546" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/Luther-beim-Reichstag-zu-Worms.jpg 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/Luther-beim-Reichstag-zu-Worms-300x205.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/Luther-beim-Reichstag-zu-Worms-768x524.jpg 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/Luther-beim-Reichstag-zu-Worms-705x481.jpg 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /><p id="caption-attachment-11158" class="wp-caption-text">Luther auf dem Reichstag zu Worms; Kolorierter Holzschnitt von 1556. (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Reichstag_zu_Worms_(1521)">Wikimedia commons</a>, public domain)</p></div>
<p>Martin Luther und der sächsische Kurfürst Friedrich III. (1463–1525), später „der Weise“ genannt, die Kurfürsten und Reichsstände sowie Kaiser Karl V. (1500–1558) – das waren die entscheidenden Protagonisten der folgenden Dispute rund um den Wormser Reichstag (Januar 1521 bis Mai 1521), die nun kurz vorgestellt werden: Der spätere Kaiser Karl V. war ein Enkel des Habsburger Kaisers Maximilian I. (1459–1519) und des aragonischen Königs Ferdinand (genannt „der Katholische“, 1452–1516). Karls Eltern Karls waren Philipp I. von Kastilien (genannt „der Schöne“, 1468–1506) aus dem Hause Habsburg, der noch vor dem Großvater starb, und Johanna I. von Kastilien (1479–1555), die dann gemeinsam mit ihrem Sohn Karl als Königin und König von Spanien regierte. Karl wurde 1519 zum römisch-deutschen König, 1530 vom Papst zum Kaiser gewählt.</p>
<p>Karl V. war also noch sehr jung, als er mit den Anfängen der Reformation konfrontiert wurde. Als Herrscher eines großen Reiches musste er sich des Rückhalts der sogenannten Reichsstände sicher sein, die im Reichstag stimmberechtigt waren – vor allem der Kurfürsten, die auch als „Säulen des Reichs“ bezeichnet wurden (vgl. Gotthardt: Das Alte Reich, 5. Aufl., 2013, S 13). Das waren drei geistliche und vier weltliche Fürsten:</p>
<ul>
<li>der Mainzer Erzbischof. Seit 1514 war dies Albrecht von Brandenburg (1490-1545), der den Ablasshandel förderte und damit ein Gegenspieler Luthers war;</li>
<li>der Kölner Erzbischof Hermann von Wied (1477–1552), der die Anfänge der Reformation ablehnte, später allerdings Köln reformieren wollte;</li>
<li>der Trierer Erzbischof Richard von Greiffenklau zu Vollrads (1467–1531), dessen Land Kurtrier kaum von der Reformation betroffen war;</li>
<li>Ludwig V. von der Pfalz, genannt der „Friedfertige“, (1478–1544) aus der Familie der Wittelsbacher – „friedfertig“ passt auch bezüglich der reformatorischen Strömungen: Ludwig blieb bis zu seinem Tod Anhänger der alten Kirche, war dem Neuen aber nicht komplett abgeneigt;</li>
<li>Friedrich der Weise von Sachsen (1463–1525) aus dem Hause der Wettiner. Er stellte sich hinter Martin Luther, u.a. indem er sich weigerte, das von Rom im Jahre 1518 gefällte Ketzerurteil gegen Luther anzuerkennen;</li>
<li>der Markgraf von Brandenburg, der Hohenzoller Joachim I. Nestor (1484–1535), der sich als ein nachdrücklicher Gegner der Reformation zeigte, sowie</li>
<li>der böhmische König Ludwig II. (1506–1526), ein Habsburger, der lediglich bei der Königswahl mitwirkte und ansonsten keine Einflussmöglichkeiten auf die Reichspolitik hatte.</li>
</ul>
<div id="attachment_11162" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-11162" class="size-full wp-image-11162" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/kaiser-karl-v-cranach.jpg" alt="Bildnis Kaiser Karls V. (1533) von Lucas Cranach dem Älteren (Wikimedia commons, public domain)" width="300" height="433" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/kaiser-karl-v-cranach.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/kaiser-karl-v-cranach-208x300.jpg 208w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-11162" class="wp-caption-text">Bildnis Kaiser Karls V. (1533) von Lucas Cranach dem Älteren (<a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Carolus_V,_Imperator_Romanus_Sacer?uselang=de">Wikimedia commons</a>, public domain)</p></div>
<p>„(…) von Währungsproblemen bis hin zu solchen der inneren Ruhe und Rechtswahrung, von Handel und Wandel bis hin zu Krieg und Frieden“ (Gotthardt: Das Alte Reich, 5. Aufl., 2013, S 19) – der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches musste sich mit vielen Personen arrangieren. Neben den genannten Kurfürsten waren dies noch ca. 300 regionale weltliche und geistliche Herrschaftsträger. Hinzu kamen noch die sich abzeichnenden Probleme durch ein drohendes Auseinanderbrechen der Kirche hinzu: „Die<em> causa Lutheri</em> war (…) bereits eine hochpolitische Reichsangelegenheit, als der Reformator in Wittenberg noch seiner schriftstellerischen Arbeit nachging und die Bannandrohungsbulle am Elster Tor den Flammen übergab.“ (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 203)</p>
<p>Dass die<em> causa Lutheri </em>auf dem Reichstag in Worms besprochen werden sollte, war ungewöhnlich. Das Reichsrecht sah eigentlich vor, dass ein Kirchenurteil ohne Diskussion oder Verhandlungen vollstreckt werden müsse. Thomas Kaufmann sieht darin ein „Ergebnis komplexer diplomatischer Aktionen“ (Erlöste und Verdammte, 2016, S. 129).</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-12092 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-reichstagworms-2.png" alt="Zitat „Die causa Lutheri war (…) bereits eine hoch-politische Reichsangelegenheit“ (Heinz Schilling)" width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-reichstagworms-2.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-reichstagworms-2-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-reichstagworms-2-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-reichstagworms-2-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p>Der Kaiser wusste von der Bulle, wird allerdings auch wahrgenommen haben, dass unter den Reichsständen auch eine recht deutliche Stimmung gegen die Kirche in Rom herrschte (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 204). Dies bedeutete allerdings nicht automatisch eine Zustimmung zu Luthers Ansichten. Ansehen beim Kaiser und bei den Habsburgern insgesamt pflegte v.a. der Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen (1463–1525), der Martin Luther „gegen die als unbillig empfundene Verurteilung durch die Kurie in Schutz“ (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 203) nahm. Tatsächlich sicherte Karl dem Kursachsen Friedrich schon im Oktober 1520 zu, „Luther nicht ohne eigenes Verhör zu verurteilen“ (Leppin: Martin Luther, 3. Aufl., 2017, S. 171) und sicherte ihm schließlich freies Geleit für die Reise nach Worms, zum Reichstag, der zu. Die zweiwöchige Reise war für Luther offenbar ein großes Erlebnis: An seinen einzelnen Stationen wurde er feierlich empfangen, seine Reden bejubelt.</p>
<div id="attachment_11161" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-11161" class="size-full wp-image-11161" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/friedrich-der-weise.jpg" alt="Friedrich der Weise von Sachsen, Holzschnitt von Lucas Cranach d.Ä. von 1510 aus der Sammlung Hofbauer (Wikimedia commons, public domain)" width="300" height="307" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/friedrich-der-weise.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/friedrich-der-weise-293x300.jpg 293w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/friedrich-der-weise-36x36.jpg 36w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-11161" class="wp-caption-text">Friedrich der Weise von Sachsen, Holzschnitt von Lucas Cranach d.Ä. von 1510 aus der Sammlung Hofbauer (Wikimedia commons, public domain)</p></div>
<p>Friedrich der Weise ersehnte sich, dass der Wittenberger Professor den Kaiser mit einer überzeugenden Rede milde stimmen würde – und auch Luther selbst setzte seine Hoffnungen auf eine ausführliche Rechtfertigung seiner Ansichten vor Karl V. Anfang April war es schließlich soweit: Luther und Karl trafen aufeinander – doch die Erwartungen erfüllten sich nicht. Bei seinem ersten Auftritt vor dem Kaiser wurde er lediglich gefragt, ob die auf einem Tisch liegenden Schriften von ihm stammten und ob er bereit zu widerrufen (siehe Leppin: Martin Luther, 3. Aufl., 2017, S. 171 und Schilling: Martin Luther, 2012, S. 219). Das brachte Luther wohl aus dem Konzept, er wirkte unsicher und verlangte nach einer Bedenkzeit, die ihm bis zum Nachmittag des folgenden Tages eingeräumt wurde.</p>
<p>Am zweiten Tag machte er einen deutlich aufgeräumteren Eindruck, zeigte sich souverän und selbstsicher. Im Saal hatten sich auch einfache Leute eingefunden, die sich begeistert zeigten von seiner Rede. Und Luther konnte auch viele Personen aus den Reichsständen begeistern, wenn auch nicht alle überzeugen. Seine Rede gilt als „Schlüsseltext des Protestantismus“ (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 219): „In Mitteleuropa löste Luthers Wormser Rede eine gewaltige Welle begeisterter Zustimmung aus, die in eine rasche Ausbreitung und organisatorische Verfestigung der Reformation einmündete.“ (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 233) Es war „etwas Bedeutendes, Exemplarisches geschehen“ (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 131), das sich in der Formel „Ich kann nicht anderst, hie stehe ich, Gott helff mir, Amen“ (ebd., S. 131) manifestierte – eine Redewendung, die Luther wohl gar nicht so aussprach. Tatsächlich waren es „Lektoren in Luthers Hausoffizien“, die seine Rede „rhetorisch genial zuspitzten und erweiterten“ (nach Schilling: Martin Luther, 2012, S. 223),</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-12093 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-reichstagworms-rede.png" alt="Zitat „Luthers Rede gilt zu Recht als ‚Schlüsseltext des Protetstantismus‘“ (Heinz Schilling)" width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-reichstagworms-rede.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-reichstagworms-rede-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-reichstagworms-rede-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-reichstagworms-rede-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<p>Doch auch der Kaiser wusste zu überzeugen: Seine Frömmigkeit und seine Aufforderung an die alte Kirche, die Missstände auszumerzen, verfehlten ihre Wirkung nicht: Es soll Fürsten gegeben haben, die nach der Rede Luthers wankten, durch die Worte des Kaisers jedoch dem alten Glauben treu blieben. (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 228)</p>
<p>Nach einigen Nachverhandlungen erließ Kaiser Karl V. schließlich das sogenannte Wormser Edikt. Darin verhängte er – gegen den Willen der meisten Reichsstände – die Reichsacht über Martin Luther und verbot sowohl Lektüre als auch Verbreitung seiner Schriften. Luther galt damit als &#8222;vogelfrei&#8220;, d.h. er hatte fortan keinerlei Rechte mehr. Jedermann hätte ihn ohne Rechtsfolgen angreifen, berauben, töten können. Das Edikt legt zudem fest, dass jeder, der einen Aufenthaltsort kenne, verpflichtet war,  ihn an Rom auszuliefern. Das entscheidende Edikt kam allerdings nicht in Kursachsen an und hatte demnach dort keine Gültigkeit. Ein Zufall? Eher nicht: Wahrscheinlich gab eine geheime Vereinbarung zwischen den Habsburgern und den Kursachsen, dass Luther um sein Leben nicht fürchten sollte. (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 232)</p>
</div></section><br />
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<section  class='av_textblock_section av-mdk8gaiw-f95f2590d170f593a0675ca1b93bf63f '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h2>Verwendete Literatur</h2>
<p><strong>Axel Gotthard:</strong> Das Alte Reich 1495–1806. 5., ergänzte Aufl. Darmstadt 2013.</p>
<p><strong>Erwin Iserloh:</strong> Geschichte und Theologie der Reformation im Grundriss. Paderborn 1980.</p>
<p><strong>Thomas Kaufmann:</strong> Erlöste und Verdammte. Eine Geschichte der Reformation. München 2016.</p>
<p><strong>Harm Klueting:</strong> Das Konfessionelle Zeitalter. Europa zwischen Mittelalter und Moderne. 480 S. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt  2015.</p>
<p><strong>Volker Leppin:</strong> Martin Luther. 3., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Darmstadt 2017.</p>
<p><strong>Heinz Schilling:</strong> Martin Luther. Rebell in einer Zeit des Umbruchs. 728 S. C.H. Beck 2012.</p>
</div></section></p></div>
<div  class='flex_column av-3vrpsn-27fbd94129b3c472eef4d16d25e081e3 av_one_half  avia-builder-el-4  el_after_av_one_full  el_before_av_one_half  first flex_column_div  column-top-margin'     ><p><div  class='hr av-23241z-d7df650c1d2fa554c56a3ac01eb2370a hr-short  avia-builder-el-5  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first  hr-left'><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div><br />
<section  class='av_textblock_section av-mdkjbu90-737c271b374236bb5e6a31d75d57513b '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-drei-wegweisende-schriften/">zurück zu Teil 2</a></p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-nach-der-veroeffentlichung-seiner-thesen/">zur Einleitung „Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen“</a></p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zur Gesamteinleitung „Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung“</a></p>
</div></section></p></div>
<div  class='flex_column av-3anoon-99a79e68c59c07a21c42c39fbb76ad3b av_one_half  avia-builder-el-7  el_after_av_one_half  el_before_av_one_full  flex_column_div  column-top-margin'     ><p><div  class='hr av-mdkj8plc-35e68701e4f413497e9c6fbe4d9f80cc hr-short  avia-builder-el-8  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first  hr-right'><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div><br />
<section  class='av_textblock_section av-mdkjaxms-a4c194013795b95590168f3047c7965f '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p style="text-align: right;"><a href="https://webhistoriker.de/netzwerke-und-buchdruck-die-verbreitung-der-reformatorischen-ideen-in-den-1520er-jahren/">zum nächsten Kapitel: Die Verbreitung der reformatorischen Ideen in den 1520er Jahren – Netzwerke und Buchdruck</a></p>
</div></section></p></div>
<div  class='flex_column av-av_one_full-a2cef933b0a555f25d1e39b22a8e9dae av_one_full  avia-builder-el-10  el_after_av_one_half  avia-builder-el-last  first flex_column_div  column-top-margin'     ><style type="text/css" data-created_by="avia_inline_auto" id="style-css-av-av_post_metadata-fd9c3af3c365d26210b1cafb715262ff">
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<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/der-reichstag-zu-worms-luther-und-der-kaiser/">Der Reichstag zu Worms – Luther und der Kaiser</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Martin Luther im Jahr 1520: Drei wegweisende Schriften</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Oct 2025 14:53:58 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-drei-wegweisende-schriften/">Martin Luther im Jahr 1520: Drei wegweisende Schriften</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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<h1>Martin Luther im Jahr 1520: Drei wegweisende Schriften</h1>
<h2>„An den christlichen Adel deutscher Nation“, „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ und „Von der Freiheit eines Christenmenschen“</h2>
<p>(Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen, Teil 2; <a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-nach-der-veroeffentlichung-seiner-thesen/">zur Übersicht</a>)</p>
<p>Im Nachgang der Leipziger Disputation setzte sich Johannes Eck (s. <a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-disputationen-und-gespraeche-in-heidelberg-augsburg-und-leipzig/">Teil 1</a>) dafür ein den im Juli 1518 eröffneten Ketzerprozess gegen Luther fortzusetzen. Im August und im November 1519 fällten die theologischen Fakultäten in Köln und Löwen ihre Häretiker-Urteile über Luther und tatsächlich wurde in Rom der Prozess gegen Luther wiederaufgenommen. Er reagierte mit eifriger Schreiberei – vielleicht, um sich mit der Aufarbeitung einzelner Themen selbst zu vergewissern, dass er „richtig liegt“, vielleicht, weil er nun noch einmal stärker das Gefühl hatte, sich verteidigen zu müssen. Drei Schriften werden nachfolgend kurz vorgestellt:</p>
<div id="attachment_11035" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-schrift-adel.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-11035" class="size-full wp-image-11035" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-schrift-adel.jpg" alt="Erste Seite von Luthers Schrift An den christlichen Adel deutscher Nation (Quelle: Google Books)" width="300" height="492" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-schrift-adel.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-schrift-adel-183x300.jpg 183w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-11035" class="wp-caption-text">Erste Seite von Luthers Schrift An den christlichen Adel deutscher Nation (<a href="https://www.google.de/books/edition/An_den_Christlichen_Adel_deutscher_Natio/LJZbAAAAcAAJ?gbpv=1">Quelle: Google Books</a>)</p></div>
<p>In seinem im August 1520 verfassten Werk <strong>„An den christlichen Adel deutscher Nation“</strong> richtete sich Luther an die deutschen Fürsten und den Kaiser – und führte ihnen Punkt für Punkt vor Augen, was an der derzeitigen Kirche geändert werden müsse. Er kritisierte das Finanzgebaren der Kirche, ihre Machtausübung bei der Besetzung kirchlicher Stellen in den deutschen Gebieten, den auferlegten Zölibat der Pfarrer, die Macht des Papstes auch über Dinge, die dem Kaiser gebührten. Zudem bestritt er, dass Papst oder Konzilien den Gläubigen übergeordnet seien. Vielmehr sprach er vom allgemeinen Priestertum: Jeder Gläubige sei durch die Taufe ein Priester.</p>
<p>Gegen Ende der Schrift ging er kurz auf die Aufgaben der weltlichen Obrigkeiten ein: „Mit den Bereichen Ehe und Familie, Unterricht und Erziehung einschließlich einer umfassenden Universitätsreform sowie Armenfürsorge beschrieb Luther bereits 1520 diejenigen Bereiche, die spätestens nach 1555 zum festen Aufgabenbereich der weltlichen Obrigkeiten gehörten.“ (Schnabel-Schüle: Die Reformation, 2006, S. 95)</p>
<ul>
<li><a href="https://www.google.de/books/edition/An_den_Christlichen_Adel_deutscher_Natio/LJZbAAAAcAAJ?gbpv=1">digitalisierte Datei der originalen Schrift von 1520 (Google Books)</a></li>
</ul>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter size-full wp-image-12086" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-schriften-messe.png" alt="Zitat: „Mit dem Angriff auf die Messe (...) und auf die Sakramente hatte Luther die römische Kirche ins Mark getroffen.“ (Helga Schnabel-Schüle)" width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-schriften-messe.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-schriften-messe-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-schriften-messe-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-schriften-messe-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<div id="attachment_11041" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-11041" class="size-full wp-image-11041" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-schrift-babylon.jpg" alt="Erste Seite von Luthers Schrift De captivitate Babylonica ecclesiae (Google Books)" width="300" height="427" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-schrift-babylon.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-schrift-babylon-211x300.jpg 211w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-11041" class="wp-caption-text">Erste Seite von Luthers Schrift &#8222;De captivitate Babylonica ecclesiae&#8220; (Google Books)</p></div>
<p><strong>„Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“</strong> (Oktober 1520) verfasste Luther in lateinscher Sprache, um Theologen und Gelehrte sowie ggf. Menschen, die der deutschen Sprache nicht mächtig waren, anzusprechen. Inhaltlich setzte sich Luther in dieser Schrift mit der Lehre der Sakramente auseinander und erkannte letztlich nur zwei, nämlich die Taufe und das Abendmahl, an. Bei der Beichte war er zunächst unsicher, Firmung, Ehe, Priesterweihe und Letzter Ölung gestand er keinen Sakramentscharakter zu. „Es war also eben der Bereich berührt, der zentral für die Vermittlung des Heils durch die Priester an die Gläubigen war und der der Frömmigkeit in einem hohen Maße Halt gab, da sich in den Sakramenten in erkennbarer Weise die Nähe Gottes materialisierte.“ (Leppin: Martin Luther, 3. Aufl., 2017, S. 158)</p>
<p>Auch das alte Verständnis der Messe lehnte er ab. Die Messe bzw. das Abendmahl seien nicht als eine Art Opfer für Gott (Schnabel-Schüle: Die Reformation, 2006, S. 96) zu verstehen, da sonst „aus dem Geschenk Christi eine Gabe des Menschen an Gott“ würde (Iserloh: Geschichte und Theologie der Reformation, 1980, S. 39). (Zu Luthers Gedanken über die „im gesamten Mittelalter gültigen Definition des Augustin, ein Sakrament sei res und signum, Sache und Zeichen“ siehe Leppin: Martin Luther, 3. Aufl., 2017, S. 159.)</p>
<p>Kurz: Gerade diese Inhalte dieser Schrift werden als Treffer ins Mark der römischen Kirche gewertet (Schnabel-Schüle: Die Reformation, 2006, S. 96), als Ziel Luthers ins „Herz der Priesterkirche“ bezeichnet. Nun wurde „vielen deutlich, dass Luther nicht die seit langem fällige Reform der Kirche brachte, sondern dass es in seinem Werk um grundlegende dogmatische Divergenzen ging.“ (Iserloh: Geschichte und Theologie der Reformation, 1980, S. 39)</p>
<ul>
<li><a href="https://books.google.de/books?id=BApcAAAAcAAJ&amp;hl=de&amp;pg=PP7#v=onepage&amp;q&amp;f=false">digitalisierte Datei der originalen Schrift von 1520 (Google Books)</a></li>
</ul>
<div id="attachment_11044" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-11044" class="size-full wp-image-11044" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-schrift-freiheit.jpg" alt="Erste Seite von Luthers Schrift Von der Freiheit eines Christenmenschen (Google Books)" width="300" height="407" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-schrift-freiheit.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-schrift-freiheit-221x300.jpg 221w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-11044" class="wp-caption-text">Erste Seite von Luthers Schrift &#8222;Von der Freiheit eines Christenmenschen&#8220; (Google Books)</p></div>
<p>Als Luther <strong>„Von der Freiheit eines Christenmenschen“</strong> veröffentlichte (November 1520, zurückdatiert auf den September), war kurz zuvor die Bannandrohungsbulle des Papstes publiziert worden: „Exsurge Domine“ (dt. „Erhebe dich, Herr“). Diese wurde im Juni verabschiedet – und der päpstliche Gesandte Karl von Miltritz versuchte daraufhin, noch einen Konsens zwischen Luther und Papst Leo X. herbeizuführen. Luther sollte einen Brief an den Papst schreiben, darin „‘seine Geschichte‘ erzählen, die Schuld an dem Zerwürfnis mit Rom ausschließlich Eck anlasten und dem Papst einen Beweis seiner geistlichen Gesinnung liefern“ (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 126). Luther schrieb also seine berühmte Freiheitsschrift, in Latein und auf Deutsch und sandte sie, zusammen mit einem Anschreiben, an den Papst. Die Freiheitsschrift zeigte sich als ein Text ohne Polemik, vielmehr mit der Erklärung eines Freiheitsverständnisses, das der wahre Christ zwei Naturen habe, eine geistige und eine leibliche: So sei der Mensch Herr über alle Dinge, niemandem untertan, und er sei gleichzeitig ein Knecht aller Dinge. (Siehe Schnabel-Schüle: Die Reformation, 2006, S. 96.) Im Bauernkrieg wurde allerdings nur die erste „Losung“ zitiert und auf die Freiheit vor den Obrigkeiten bezogen.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-12082 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-exkommunikation-2.png" alt="Zitat: „(...) ein Fanal, das dem endgültigen Bruch mit der römischen Kirche gleichkam und (...) seine Exkommunikation nach sich zog.“ (Harm Klueting)" width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-exkommunikation-2.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-exkommunikation-2-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-exkommunikation-2-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-exkommunikation-2-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />Kurz und gut: Es blieb bei der Bulle und Luther sowie seine Mitstreiter sollten innerhalb von 60 Tagen ihre Lehren widerrufen. Für die Bekanntmachung der Bulle im Reich wurden Johannes Eck und Hieronymus Aleander (1480-1542), ein italienischer Humanist und Kardinal, benannt. Die Fronten waren abgesteckt: In Köln und Mainz wurden Ende 1520 Luthers Schriften verbrannt, Luther verbrannte im Gegenzug das päpstliche Rechtsbuch (die kanonischen Rechte) und die Bulle. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Verbrennen von Büchern nicht so negativ besetzt ist wie in unseren Zeiten. Und doch kann dieser Akt angesehen werden als „ein Fanal, das dem endgültigen Bruch mit der römischen Kirche gleichkam und den päpstlichen Bann durch die Bulle <em>Decet Romanum Pontificem</em> vom 3. Januar 1521 und damit seine Exkommunikation nach sich zog.“ (Klueting: Das konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 155)</p>
<ul>
<li><a href="https://www.google.de/books/edition/Von_der_Freiheit_eines_Christenmenschen/AukrAAAAIAAJ?gbpv=1">digitalisierte Datei der originalen Schrift von 1520 (Google Books)</a></li>
</ul>
</div></section><br />
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<p><strong>Erwin Iserloh:</strong> Geschichte und Theologie der Reformation im Grundriss. Paderborn 1980.</p>
<p><strong>Thomas Kaufmann:</strong> Erlöste und Verdammte. Eine Geschichte der Reformation. München 2016.</p>
<p><strong>Harm Klueting:</strong> Das Konfessionelle Zeitalter. Europa zwischen Mittelalter und Moderne. 480 S. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt  2015.</p>
<p><strong>Volker Leppin:</strong> Martin Luther. 3., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Darmstadt 2017.</p>
<p><strong>Helga Schnabel-Schüle:</strong> Die Reformation 1495-1555. Politik mit Theologie und Religion. Stuttgart 2006.</p>
</div></section></p></div>
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<p><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-nach-der-veroeffentlichung-seiner-thesen/">zur Einleitung „Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen“</a></p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zur Gesamteinleitung „Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung“</a></p>
</div></section></p></div>
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		<title>Martin Luther: Disputationen und Gespräche in Heidelberg, Augsburg und Leipzig</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Oct 2025 13:51:22 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Augsburger Reichstag]]></category>
		<category><![CDATA[Augustiner-Eremiten]]></category>
		<category><![CDATA[Leipziger Disputation]]></category>
		<category><![CDATA[Luther]]></category>
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<h1>Martin Luther: Disputationen und Gespräche in Heidelberg, Augsburg und Leipzig</h1>
<p>(Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen, Teil 1; <a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-nach-der-veroeffentlichung-seiner-thesen/">zur Übersicht</a>)</p>
<div id="attachment_10971" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10971" class="wp-image-10971 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/cranach-d-aeltere-luther-1520.jpg" alt="Martin Luther als Augustinermönch im Ordenshabit, Brustbild nach links, mit Inschrift; Stich von Lucas Cranach dem Älteren; Wikimedia commons – CollectionBritish Museum (public domain)" width="300" height="420" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/cranach-d-aeltere-luther-1520.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/cranach-d-aeltere-luther-1520-214x300.jpg 214w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-10971" class="wp-caption-text">Martin Luther als Augustinermönch im Ordenshabit, Brustbild nach links, mit Inschrift; Stich von Lucas Cranach dem Älteren; <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Heidelberger_Disputation">Wikimedia commons – Collection</a><br /><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Heidelberger_Disputation">British Museum</a> (public domain)</p></div>
<h2>Heidelberg: Disputation Luthers bei den Augustiner-Eremiten</h2>
<p>Den Beginn machte im April 1518 die Disputation Luthers bei den Augustiner-Eremiten in Heidelberg. Natürlich wurde auch in diesem, sprich: seinem Orden viel über seine Gedanken und Schriften gesprochen und diskutiert. Hier stellte Luther seinen Mitbrüdern Thesen vor, die in einigen Bereichen über seine 95 Wittenberger Thesen hinausgingen. Luther betonte, dass der Mensch nicht durch Werke, sondern nur durch den Glauben Erlösung finden könne. (Leppin: Martin Luther, 3. Aufl., 2017, S. 133)</p>
<p>Zudem ging es um den nach Luther nicht vorhandenen freien Willen und damit in Zusammenhang um die „Abhängigkeit der Theologie von der Philosophie des Aristoteles“: Der Mensch sei „Gott gegenüber ganz und gar passiv (…) und (habe) ihm gegenüber keinen freien Willen“ (Jung: Reformation und Konfessionelles Zeitalter, 2012, S. 33).</p>
<p>Interessanterweise führten die Gespräche darüber nicht dazu, dass Luther seine Ansichten änderte oder dass ihm Vorhaltungen gemacht wurden, ihm vielleicht sogar der Ausschluss aus dem Orden angedroht wurde. Im Gegenteil: Etliche Augustiner solidarisierten sich mit ihm, einige gehörten später sogar zu den bekannten Reformatoren, namentlich Martin Bucer (1491-1551) und Johannes Brenz (1499-1570). (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 182) Über die Wichtigkeit dieses Zusammenkommens schreibt Thomas Kaufmann in seinem Buch „Erlöste und Verdammte“ (2016, S. 119): „Neben der Verbreitung Luther’scher Schriften durch den Druck bildete diese Veranstaltung das wichtigste Initial für die Entstehung einer reformatorischen Bewegung im Südwesten des Reiches.“</p>
<div id="attachment_10973" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10973" class="wp-image-10973 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/thomas_cajetan_kupferstich.jpg" alt="Kupferstich mit Portrait von Thomas Cajetan; Wikimedia Commons (public domain)" width="300" height="393" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/thomas_cajetan_kupferstich.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/thomas_cajetan_kupferstich-229x300.jpg 229w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-10973" class="wp-caption-text">Kupferstich mit Portrait von Thomas Cajetan; <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_Cajetan">Wikimedia Commons</a> (public domain)</p></div>
<h2>Luther auf dem Reichstag in Augsburg</h2>
<p>Im Oktober 1518 kam es am Rande des Reichstags in Augsburg zu Gesprächen zwischen Luther und dem päpstlichen Sondergesandten Kardinal Thomas Cajetan (1469-1534). Cajetan galt damals als „einer der führenden theologischen Köpfe“. Es ging ihm, laut Schilling (Martin Luther, 2012, S. 184), nicht darum, Luther „um jeden Preis“ einer Verurteilung zuzuführen. Vielmehr bemühte er sich redlich, „dem Augustiner einen Ausweg aus der sich öffnenden Prozessfalle zu weisen.“ Laut Helga Schnabel-Schüle hätten sie sich beide sogar „erstaunlich gut“ verstanden.</p>
<p>Letztendlich spitzte sich die Diskussion oder besser: das Verhör, das über mehrere Tage dauerte, dann aber doch noch zu; es wurde aggressiver: Luther stellte das Primat des Papstes infrage (Schnabel-Schüle: Die Reformation, 2006, S. 77) – und vielleicht ihm die Tragweite seiner Thesen gar nicht so recht bewusst. Cajetan hingegen erkannte, dass Luthers Beharren „auf der persönlichen Heilsgewissheit das heilanstaltliche Gefüge der Papstkirche im Kern erschüttern musste“ (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 120). Es sei ein „Angriff auf die Autorität“ des Papstes gewesen (ebd.). Eine Verhaftung Luthers drohte – und so verließ er heimlich die Stadt.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-12070 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-disputationen.png" alt="Schrift: „Auch in Leipzig ging es Eck darum, Luther als Ketzer zu enttarnen“, ihn „in eine Traditionslinie mit Wyclif und Hus zu stellen.“ (Helga Schnabel-Schüle) " width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-disputationen.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-disputationen-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-disputationen-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/highlight-schriftzug-disputationen-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<div id="attachment_10974" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10974" class="wp-image-10974 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/kuperstich-johannes-eck.jpg" alt="Johannes Eck, katholischer Theologe Gegner Martin Luthers Kupferstich von Peter Weinher d. Ä. (1572); Wikimedia commons: portraitindex.de (public domain)" width="300" height="415" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/kuperstich-johannes-eck.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/kuperstich-johannes-eck-217x300.jpg 217w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><p id="caption-attachment-10974" class="wp-caption-text">Johannes Eck, katholischer Theologe Gegner Martin Luthers Kupferstich von Peter Weinher d. Ä. (1572); <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Eck">Wikimedia commons: portraitindex.de</a> (public domain)</p></div>
<h2>Leipziger Disputation</h2>
<p>Einen weiteren Schritt weg von den Lehren der alten Kirche, weg von der Anerkennung des Papstes als Haupt der Kirche unternahm Luther bei der Leipziger Disputation von Ende Juni bis Mitte Juli 1519. Sein Gegenüber war nun der hoch anerkannte, humanistisch gebildete Theologe Johannes Eck (1486-1543), der sich mit Martin Luther und dem Priester und Hochschullehrer Andreas Bodenstein, genannt Karlstadt (1486-1541), zuvor schriftlich auseinandergesetzt hatte. In  Leipzig standen sie sich nun gegenüber: Drei Wochen dauerte die von dem sächsischen Herzog Georg von Sachsen (dem Bärtigen, 1471-1539) mitangeregte Disputation. Er war „persönlich an einer Klärung der theologischen Streitpunkte interessiert“ (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 187) war.</p>
<p>Der Streit um das Primat des Papstes hatte einen brisanten Hintergrund: Im 15. Jahrhundert wurde scharf diskutiert, ob die Entscheidungen der Konzile unter bestimmten Voraussetzungen sogar über der Autorität des Papstes stehen sollten. Letztendlich setzte sich der Papst in diesem Streit durch, unterstützt von Theologen, die die Notwendigkeit einer starken Leitung der Kirche durch den Papst darlegten. Und nun stand Martin Luther dort und behauptete, er könne mit historischen Hinweisen belegen, dass die einzelnen Päpste nie Oberhaupt der gesamten Kirche gewesen seien (vgl. Schilling: Martin Luther, 2012, S. 188, und Leppin: Martin Luther, 3. Aufl., 2017, S. 135 f.)</p>
<p>Im Verlauf der Disputation trieb Johannes Eck den Wittenberger immer weiter zu gewagten Thesen – „bis hin zur Solidarisierung mit einzelnen Lehrsätzen des 1415 als Ketzer verbrannten tschechischen Theologen Jan Hus, ja bis zur expliziten Aussage, dass auch Konzilien irren können und geirrt hätten“ (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 189). Laut Helga Schnabel-Schüle (Die Reformation, 2006, S. 85) war dies seitens Ecks genau so gewollt: Es ging ihm darum, „Luther als Ketzer zu enttarnen“.</p>
<p>Vor der Disputation war vereinbart worden, dass Theologen der Universitäten Erfurt und Paris auf Grundlage der protokollierten Streitgespräche entscheiden sollten, wer glaubhafter und klarer seine Thesen belegen könne. Erfurt weigerte sich und auch Paris urteilte nicht, wenngleich Letztere die Schriften Luthers verurteilten. Wichtiger war jedoch die weitere Polarisierung durch die Leipziger Disputation.</p>
</div></section><br />
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<p><strong>Martin H. Jung:</strong> Reformation und Konfessionelles Zeitalter (1517–1648). (Basiswissen Theologie<br />
und Religionswissenschaft Herausgegeben von Lukas Bormann) Göttingen 2021.</p>
<p><strong>Thomas Kaufmann:</strong> Erlöste und Verdammte. Eine Geschichte der Reformation. München 2016.</p>
<p><strong>Harm Klueting:</strong> Das Konfessionelle Zeitalter. Europa zwischen Mittelalter und Moderne. 480 S. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt  2015.</p>
<p><strong>Leppin, Volker:</strong> Martin Luther. 3., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Darmstadt 2017.</p>
<p><strong>Heinz Schilling:</strong> Martin Luther. Rebell in einer Zeit des Umbruchs. 728 S. C.H. Beck 2012.</p>
<p><strong>Helga Schnabel-Schüle:</strong> Die Reformation 1495-1555. Politik mit Theologie und Religion. Stuttgart 2006.</p>
</div></section></p></div>
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<section  class='av_textblock_section av-mdkjbu90-fcace8150015a07dfbc55c732650768d '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p style="text-align: left;"><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-nach-der-veroeffentlichung-seiner-thesen/">zur Einleitung &#8222;Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen&#8220;</a></p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zur Gesamteinleitung &#8222;Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung&#8220;</a></p>
</div></section></p></div>
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<section  class='av_textblock_section av-mdkjaxms-a4c194013795b95590168f3047c7965f '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p style="text-align: right;"><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-drei-wegweisende-schriften/">zum nächsten Kapitel: Teil 2: Drei wegweisende Schriften Luthers </a></p>
</div></section></p></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-disputationen-und-gespraeche-in-heidelberg-augsburg-und-leipzig/">Martin Luther: Disputationen und Gespräche in Heidelberg, Augsburg und Leipzig</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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		<title>Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 26 Oct 2025 09:33:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-nach-der-veroeffentlichung-seiner-thesen/">Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div  class='flex_column av-2vjhmn-560f68b39672e11b8fe2b5cde482cd46 av_one_full  avia-builder-el-0  el_before_av_one_half  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><section  class='av_textblock_section av-md64ov2g-a89fd400e039496a8ab1c7d85f956dd6 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h5>Geschichte der Reformation</h5>
<h1>Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen</h1>
<h2>Rechtfertigungen, Disputationen, Schriften und der Wormser Reichstag</h2>
<div id="attachment_10955" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-statue-magdeburg-300.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-10955" class="size-full wp-image-10955" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-statue-magdeburg-300.jpg" alt="Lutherdenkmal in Magdeburg; Bild: Michael Schnell" width="300" height="450" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-statue-magdeburg-300.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/10/luther-statue-magdeburg-300-200x300.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-10955" class="wp-caption-text">Lutherdenkmal in Magdeburg; Bild: Michael Schnell</p></div>
<p><strong>Die 95 Thesen waren, so der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann, die „Initialzündung ‚der‘ Reformation“ (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 112). Wie ging es danach weiter?</strong></p>
<p>Nachfolgend werden weitere Ereignisse rund um die Person Martin Luther beschrieben, z.B. seine Rechtfertigungen und Disputationen in Heidelberg, Augsburg und Leipzig, seine drei wichtigsten Schriften, die päpstliche Bannandrohungsbulle sowie die Geschehnisse auf dem Reichstag zu Worms – und mittendrin: Luthers endgültiger Bruch mit der alten Kirche!</p>
<h3>Überblick:</h3>
<ul>
<li><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-disputationen-und-gespraeche-in-heidelberg-augsburg-und-leipzig/">Teil 1: Disputationen und Gespräche in Heidelberg, Augsburg und Leipzig</a></li>
<li><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-drei-wegweisende-schriften/">Teil 2: Drei wegweisende Schriften: „An den christlichen Adel deutscher Nation“ (August 1520), „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ (Oktober 1520) und „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ (November 1520)</a></li>
<li><a href="https://webhistoriker.de/der-reichstag-zu-worms-luther-und-der-kaiser/">Teil 3: Der Reichstag zu Worms – Luther und der Kaiser</a></li>
</ul>
</div></section><br />
<div  class='hr av-2rp8s7-2c90ef45f3abc3a3de364173d8db327f hr-default  avia-builder-el-2  el_after_av_textblock  el_before_av_textblock '><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div><br />
<section  class='av_textblock_section av-mdk8gaiw-2616363dbc3d7729a3353ec8de221eb3 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h2>Verwendete Literatur</h2>
<p><strong>Thomas Kaufmann:</strong> Erlöste und Verdammte. Eine Geschichte der Reformation. München 2016.</p>
</div></section></p></div><div  class='flex_column av-3vrpsn-27fbd94129b3c472eef4d16d25e081e3 av_one_half  avia-builder-el-4  el_after_av_one_full  el_before_av_one_half  first flex_column_div  column-top-margin'     ><p><div  class='hr av-23241z-d7df650c1d2fa554c56a3ac01eb2370a hr-short  avia-builder-el-5  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first  hr-left'><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div><br />
<section  class='av_textblock_section av-mdkjbu90-fcace8150015a07dfbc55c732650768d '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p style="text-align: left;"><a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">zur Einleitung</a></p>
</div></section></p></div></p>
<div  class='flex_column av-3anoon-99a79e68c59c07a21c42c39fbb76ad3b av_one_half  avia-builder-el-7  el_after_av_one_half  el_before_av_one_full  flex_column_div  column-top-margin'     ><p><div  class='hr av-mdkj8plc-35e68701e4f413497e9c6fbe4d9f80cc hr-short  avia-builder-el-8  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first  hr-right'><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div><br />
<section  class='av_textblock_section av-mdkjaxms-e3953b884708303cac87f4529a75e136 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p style="text-align: right;"><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-disputationen-und-gespraeche-in-heidelberg-augsburg-und-leipzig/">zum nächsten Kapitel: Teil 1: Disputationen und Gespräche in Heidelberg, Augsburg und Leipzig</a></p>
</div></section></p></div>
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<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-nach-der-veroeffentlichung-seiner-thesen/">Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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		<title>Beginn der Reformation: Martin Luthers &#8222;95 Thesen gegen den Ablass&#8220; (1517)</title>
		<link>https://webhistoriker.de/beginn-der-reformation-martin-luthers-95-thesen-gegen-den-ablass-1517/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Jul 2025 16:50:20 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Keine Anzeige]]></category>
		<category><![CDATA[Luther]]></category>
		<category><![CDATA[Reformation]]></category>
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		<category><![CDATA[Thesenanschlag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/beginn-der-reformation-martin-luthers-95-thesen-gegen-den-ablass-1517/">Beginn der Reformation: Martin Luthers &#8222;95 Thesen gegen den Ablass&#8220; (1517)</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div  class='flex_column av-2vjhmn-560f68b39672e11b8fe2b5cde482cd46 av_one_full  avia-builder-el-0  el_before_av_hr  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><section  class='av_textblock_section av-md64ov2g-a89fd400e039496a8ab1c7d85f956dd6 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h5>Geschichte der Reformation</h5>
<h1>Beginn der Reformation: Martin Luthers &#8222;95 Thesen gegen den Ablass&#8220; (1517)</h1>
<p><strong>Martin Luther (1483-1546) verfasste und veröffentlichte 1517, kurz vor seinem 34. Geburtstag, seine “95 Thesen gegen den Ablass”, eine Schrift, die oftmals als Startpunkt der Reformation angesehen wird. Sie richtete sich gegen die Ablasspraxis des Dominikanermönchs Johannes Tetzel im Auftrag Albrechts von Brandenburg, des Erzbischofs von Mainz und Landesherrn des Erzstifts Mainz.</strong></p>
<div id="attachment_9768" style="width: 1202px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9768" class="size-full wp-image-9768" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/171018-luther-halle.jpg" alt="Das Luther-Relief an der Marktkirche halle; Bild: Michael Schnell" width="1192" height="794" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/171018-luther-halle.jpg 1192w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/171018-luther-halle-300x200.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/171018-luther-halle-1030x686.jpg 1030w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/171018-luther-halle-768x512.jpg 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/171018-luther-halle-705x470.jpg 705w" sizes="auto, (max-width: 1192px) 100vw, 1192px" /><p id="caption-attachment-9768" class="wp-caption-text">Das Luther-Relief an der Marktkirche halle; Bild: Michael Schnell</p></div>
<p>Luther war der Sohn eines Vollbauers, also eines freien Bauern, der direkt dem Landesherrn unterstand. Sein Bildungsweg „war durchaus üblich“ (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 66): Der Trivialschule mit der Erlernung sprachlicher Fertigkeiten, aber auch mit der Vermittlung religiöser Inhalte, folgten die Lateinschule und das Studium der Artes Liberales (der „sieben freien Künste“) mit dem Magister-Abschluss. Damit hatte Luther grundlegende Kenntnisse in den Fächern Grammatik, Rhetorik, Dialektik/Logik, Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie erlangt. Anschließend begann er ein Jurastudium, brach dieses allerdings nach einigen Wochen ab. Es war eine Zeit großer persönlicher Unsicherheiten, in der er schließlich ein Erlebnis hatte, das ihm große Angst und Schrecken bereitete: ein schweres Gewitter in offener Landschaft. „Hilff du, S. Anna, ich will ein monch werden!“, rief er aus (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 77). Dieses Ereignis von 1505 wurde von vielen Historikern und Theologen besprochen und diskutiert: Zeugen der Begebenheit gab es nicht und Luther selbst berichtete davon erst über 30 Jahre später, als sein Mönchsleben längst Geschichte war.</p>
<p>Es folgten der Eintritt in den Orden der Augustiner-Eremiten 1505 in Erfurt, die Priesterweihe und die Aufnahme des Theologiestudiums. Im Oktober 1508 ging er nach Wittenberg, wo er 1512 seinen Doktortitel erlangte und bis zu seinem Tod als Theologieprofessor wirkte.</p>
<h2><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-12059 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-thesen-5.png" alt="Zitat: „Seine Thesen sollten der akademischen und innerkirchlichen Wahrheitsfindung dienen.“ (Heinz Schilling)" width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-thesen-5.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-thesen-5-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-thesen-5-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-thesen-5-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" />&#8230; doch nun zum Ablass!</h2>
<p>Der Ablass stellte einen Akt göttlicher Gnade dar, durch den die Kirche zeitliche Sündenstrafen erlassen konnte. Obwohl die eigentlichen Sünden im Sakrament der Beichte vergeben wurden, blieben die zeitlichen Konsequenzen bestehen. Der Ablass diente dazu, diese Strafen zu verkürzen. Er wurde im Mittelalter ein Teil der Bußpraxis. (Siehe dazu: Katholisches Online-Nachschlagewerk: Kirche von A bis Z, Artikel „Ablass, der“, online abrufbar unter: <a href="https://www.katholisch.de/lexikon/782-ablass">https://www.katholisch.de/lexikon/782-ablass</a>, abgerufen am 12.07.2025.) Zeitliche Sündenstrafen betrafen geringfügigere Vergehen, für die eine innere Reinigung erforderlich war, um eine Befreiung zu erlangen. Diese Läuterung konnte im irdischen Leben durch Reue, Bußhandlungen oder den Ablass erfolgen, nach dem Tod auch im Fegefeuer. (Siehe dazu: Claudius Verlag: Schülerlexikon, Artikel „Zeitliche Sündenstrafen“, online abrufbar unter: <a href="https://www.claudius.de/schueler/lexikon/zeitliche-suendenstrafen">https://www.claudius.de/schueler/lexikon/zeitliche-suendenstrafen</a>, abgerufen am 12.07.2025.)</p>
<div id="attachment_9771" style="width: 310px" class="wp-caption alignright"><a href="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-95Thesen-1517.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9771" class="wp-image-9771" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-95Thesen-1517-721x1030.jpg" alt="Lutther, Martinus: Amore et studio elucidande veritatis, 1517 (Staatsbibliothek zu Berlin; Wikimedia Commons, public domain)" width="300" height="429" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-95Thesen-1517-721x1030.jpg 721w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-95Thesen-1517-210x300.jpg 210w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-95Thesen-1517-768x1097.jpg 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-95Thesen-1517-1075x1536.jpg 1075w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-95Thesen-1517-1050x1500.jpg 1050w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-95Thesen-1517-494x705.jpg 494w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-95Thesen-1517.jpg 1260w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a><p id="caption-attachment-9771" class="wp-caption-text">Lutther, Martinus: Amore et studio elucidande veritatis, 1517 (Staatsbibliothek zu Berlin; Wikimedia Commons, public domain) &#8211; Anklicken zur Großansicht!</p></div>
<p>Martin Luther lehnte die Lehre vom Ablass nicht grundsätzlich ab – und es ging ihm auch nicht um die praktischen Auswirkungen: Weder verfasste er die Thesen aus reiner Sorge um das Seelenheil der Menschen, die sich mit dem Kauf eines Ablassbriefs „reinwaschen“ konnten, noch ging es ihm um die „fiskalisch-kirchenpolitischen Zusammenhänge“, sprich um eine Bewertung der Verkäufe solcher Briefe, wie sie seit langem üblich waren. Vielmehr wollte Luther mit seinen 95 Thesen das Problem des Ablasses aus wissenschaftlicher Sicht erklären: „Seine Thesen sollten der akademischen und innerkirchlichen Wahrheitsfindung dienen.“ (Schilling: Martin Luther, 2012, S. 164, s.a. Iserloh: Geschichte und Theologie der Reformation, 1980, S. 33) So kritisierte er das zeitgenössische Verständnis des Bußsakraments, betonte, dass die „kirchenrechtlichen Bußsatzungen (…) allein den Lebenden auferlegt“ (8. These, siehe <a href="https://www.luther2017.de/de/martin-luther/texte-quellen/die-95-thesen/">https://www.luther2017.de/de/martin-luther/texte-quellen/die-95-thesen/</a>) seien: „10. Dumm und übel handeln diejenigen Priester, die Sterbenden kirchenrechtliche Bußstrafen für das Fegfeuer vorbehalten. 11. Jenes Unkraut von kirchlicher Bußstrafe, die in Fegfeuerstrafe umgewandelt werden muss, ist offenbar gerade, als die Bischöfe schliefen, ausgesät worden.“ (Ebd.) Ebenso verwerflich war nach Luther der Handel mit den Ablässen: „28. Das ist gewiss: Fällt die Münze klingelnd in den Kasten, können Gewinn und Habgier zunehmen. Die Fürbitte der Kirche aber liegt allein in Gottes Ermessen.“ (Ebd.) Wichtiger und nützlicher als der Kauf von Ablässen sei die Hilfe für Bedürftige. Schließlich kritisiert Luther noch die Verwendung der Ablassgelder durch den Papst für den Bau einer Kirche: „86. Wiederum: Warum baut der Papst, dessen Reichtümer heute weit gewaltiger sind als die der mächtigsten Reichen, nicht wenigstens die eine Basilika des Heiligen Petrus mehr von seinen eigenen Geldern als von denen der armen Gläubigen?“ (Ebd.)</p>
<p>Martin Luther wusste um die große Ablasskampagne, die Geld für den Um- und Neubau der Peterskirche in Rom sammelte. Er ahnte jedoch nicht, dass die Hälfte der Gelder gar nicht den Weg dorthin fand. Vielmehr nutzte Albrecht von Brandenburg (1490-1545) das Geld, um sich die Herrschaft über zwei Bistümer zu sichern. Er war bereits seit 1513 Erzbischof von Magdeburg, ein Jahr später Erzbischof und Kurfürst zu Mainz, vier Jahre später auch Kardinal.</p>
<p>Albrecht erhielt von Luther ein Exemplar seiner Thesen und musste mit ansehen, dass sich diese Thesen schnell verbreiteten. „Auf nicht mehr nachvollziehbaren Wegen gelangte der Wittenberger Druck in die Hände auswärtiger Drucker. Sie witterten ein Geschäft und verbreiteten ihn rasch als Nachdruck über das Reich“, schreibt Schilling (Martin Luther, 2012, S. 166). Auch deutsche Übersetzungen wurden angefertigt und erreichten damit auch ein nicht-akademisches Publikum. (Siehe Klueting: Das Konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 152.)</p>
<p>Der Erzbischof Albrecht schickte einen Druck nach Rom, gab ein Gegengutachten in Auftrag und suchte auch den Weg einer Unterlassungsklage gegen Luther. All dies blieb für den Thesen-Autor folgenlos, im Gegenteil: Eine von Johann Tetzel (um 1460/65–1519), einem Dominikanermönch und Ablassprediger, angestrengte Disputation „zur Rechtfertigung des Ablasshandels“ verschaffte der ganzen Diskussion sogar noch einen kräftigen Schub.</p>
<p>Zu diesem Zeitpunkt war sich Martin Luther selbst noch nicht bewusst, dass schon bald der Bruch mit der alten Kirche bevorstehen würde. Seine Thesen markierten jedoch den Beginn großer Veränderungen: Zum einen erlangte Luther selbst nun unter breiten Bevölkerungsschichten Bekanntheit, zum anderen sollten die Theologie, die Politik und das gesellschaftliche Zusammenleben im Heiligen Römischen Reich zum Teil grundlegenden Änderungen unterworfen sein.</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-12064 size-full" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-thesenanschlag-2.png" alt="Zitat: „Ob er das nun an die Kirche geschlagen hat, das ist völlig unwichtig, aber man braucht Symbole“ (Volker Reinhardt)" width="800" height="100" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-thesenanschlag-2.png 800w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-thesenanschlag-2-300x38.png 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-thesenanschlag-2-768x96.png 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/highlight-schriftzug-thesenanschlag-2-705x88.png 705w" sizes="auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px" /></p>
<h2>&#8230; und? Gab es den Thesenanschlag?</h2>
<p>Den gab es vielleicht, vielleicht aber auch nicht – die Meinungen der Historiker dazu gehen auseinander. Aber: „Das ist völlig nebensächlich“, meint Volker Reinhardt in einem Deutschlandfunk-Kultur-Gespräch mit der Sozialwissenschaftlerin und Journalistin Anne Françoise Weber, an dem auch der Historiker, Volker Leppin, teilgenommen hat. „Luther hatte andere Möglichkeiten, die Massen zu erreichen, er ist – darüber werden wir sicher noch sprechen – ein Mediengenie, er beliefert die Druckerpresse in einem Rhythmus wie es bis heute, glaube ich, kein anderer Mensch mehr geschafft hat. Er bloggt und twittert permanent. Ob er das nun an die Kirche geschlagen hat, das ist völlig unwichtig, aber man braucht Symbole“, so Reinhardt weiter. (Siehe Deutschlandfunk Kultur: Ein Ketzer mit mystischen Wurzeln – Zwei Luther-Spezialisten im Gespräch, online abrufbar unter: <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/zwei-luther-spezialisten-im-gespraech-ein-ketzer-mit-100.html">https://www.deutschlandfunkkultur.de/zwei-luther-spezialisten-im-gespraech-ein-ketzer-mit-100.html</a>, vom 20.03.2016, abgerufen am 15.07.2025.)</p>
</div></section><br />
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<p><strong>Deutschlandfunk Kultur:</strong> Ein Ketzer mit mystischen Wurzeln – Zwei Luther-Spezialisten im Gespräch (vom 20.03.2016), online abrufbar unter: <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/zwei-luther-spezialisten-im-gespraech-ein-ketzer-mit-100.html">https://www.deutschlandfunkkultur.de/zwei-luther-spezialisten-im-gespraech-ein-ketzer-mit-100.html</a></p>
<p><strong>Erwin Iserloh:</strong> Geschichte und Theologie der Reformation im Grundriß. 4. Auflage. Bonifatius GmbH, Druck-Buch-Verlag 1998.</p>
<p><strong>Katholisch.de:</strong> Lexikon Kirche von A bis Z, online abrufbar unter: <a href="https://www.katholisch.de/lexikon/">https://www.katholisch.de/lexikon/</a></p>
<p><strong>Volker Leppin:</strong> Martin Luther. 3., durchgesehene und aktualisierte Auflage. Darmstadt 2017.</p>
<p><strong>Luther 2017. 500 Jahre Reformation.</strong> Website der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, online abrufbar unter: <a href="https://www.luther2017.de/">www.luther2017.de</a></p>
<p><strong>Harm Klueting:</strong> Das Konfessionelle Zeitalter. Europa zwischen Mittelalter und Moderne. 480 S. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt  2015.</p>
<p><strong>Heinz Schilling:</strong> Martin Luther. Rebell in einer Zeit des Umbruchs. 728 S. C.H. Beck 2012.</p>
</div></section></p></div>
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</div></section></p></div>
<div  class='flex_column av-3anoon-99a79e68c59c07a21c42c39fbb76ad3b av_one_half  avia-builder-el-8  el_after_av_one_half  el_before_av_one_full  flex_column_div  '     ><p><div  class='hr av-mdkj8plc-35e68701e4f413497e9c6fbe4d9f80cc hr-short  avia-builder-el-9  el_before_av_textblock  avia-builder-el-first  hr-right'><span class='hr-inner '><span class="hr-inner-style"></span></span></div><br />
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</div></section></p></div>
<div  class='flex_column av-av_one_full-a2cef933b0a555f25d1e39b22a8e9dae av_one_full  avia-builder-el-11  el_after_av_one_half  avia-builder-el-last  first flex_column_div  column-top-margin'     ><style type="text/css" data-created_by="avia_inline_auto" id="style-css-av-av_post_metadata-fd9c3af3c365d26210b1cafb715262ff">
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<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/beginn-der-reformation-martin-luthers-95-thesen-gegen-den-ablass-1517/">Beginn der Reformation: Martin Luthers &#8222;95 Thesen gegen den Ablass&#8220; (1517)</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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		<title>Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Michael Schnell]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 16 Jul 2025 16:30:13 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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<h2>Die Veränderungen der religiösen Landschaft Europas von Luthers Thesenanschlag bis zum Augsburger Religionsfrieden 1555</h2>
<div id="attachment_9765" style="width: 970px" class="wp-caption aligncenter"><img loading="lazy" decoding="async" aria-describedby="caption-attachment-9765" class="size-full wp-image-9765" src="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-auf-dem-Reichstag-zu-Worms-Anton-von-Werner-1877.jpg" alt="Luther auf dem Reichstag zu WormsAnton von Werner, 1877 (Replik nach dem Original von 1870); Wikimedia Commons (public domain)" width="960" height="507" srcset="https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-auf-dem-Reichstag-zu-Worms-Anton-von-Werner-1877.jpg 960w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-auf-dem-Reichstag-zu-Worms-Anton-von-Werner-1877-300x158.jpg 300w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-auf-dem-Reichstag-zu-Worms-Anton-von-Werner-1877-768x406.jpg 768w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-auf-dem-Reichstag-zu-Worms-Anton-von-Werner-1877-710x375.jpg 710w, https://webhistoriker.de/wp-content/uploads/2025/07/Luther-auf-dem-Reichstag-zu-Worms-Anton-von-Werner-1877-705x372.jpg 705w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /><p id="caption-attachment-9765" class="wp-caption-text">Luther auf dem Reichstag zu Worms; Anton von Werner, 1877 (Replik nach dem Original von 1870); <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Luther_auf_dem_Reichstag_zu_Worms">Wikimedia Commons (public domain)</a></p></div>
<p>Die Reformation kann als eine durch Martin Luther ausgelöste Bewegung innerhalb der christlich-abendländischen Welt angesehen werden, die zur Spaltung der (alten) Kirche führte. Fortan gab es neben der katholischen Kirche auch protestantische Kirchen: die Lutheraner, die Reformierten (Calvinisten und Zwinglianer) sowie die Täufer. Der Begriff Reformation ist insofern passend, als dass Luther eigentlich eine „Wiederherstellung“ oder „Erneuerung“ der einen, alten Kirche wollte. Wie erwähnt kam es hingegen zur Spaltung der alten Kirche, neue Glaubensrichtungen entstanden und auch die alte Kirche veränderte sich bzw. setzte ihre bereits begonnenen Änderungen fort. Dieser Gesamtprozess inklusive seiner doch recht umfangreichen Auswirkungen auf das politische und soziale Leben können deshalb auch als Konfessionalisierung, der Zeitraum als Konfessionelles Zeitalter bezeichnet werden.</p>
<p>Dieser mehrteilige Artikel soll helfen, ein Gefühl für die Bedeutung der religiösen Umwälzungen des 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts zu entwickeln, und etwas Orientierung bieten. Dazu werden einzelne chronologische Eckpunkte sowie theologische Grundansichten erwähnt und erklärt. Zudem gibt es einige Link- und Literaturtipps für alle, die sich eingehender mit diesem Thema beschäftigen möchten.</p>
</div></section><br />

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</div></section></p></div>
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<p>Martin Luther (1483-1546) verfasste und veröffentlichte 1517, kurz vor seinem 34. Geburtstag, seine “95 Thesen gegen den Ablass”, eine Schrift, die oftmals als Startpunkt der Reformation angesehen wird. Sie richtete sich gegen die Ablasspraxis des Dominikanermönchs Johannes Tetzel im Auftrag Albrechts von Brandenburg, des Erzbischofs von Mainz und Landesherrn des Erzstifts Mainz.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/beginn-der-reformation-martin-luthers-95-thesen-gegen-den-ablass-1517/">zum Beitrag &#8222;Beginn der Reformation&#8220;</a></p>
</div></section></div>

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<p>Die Kirche machte im Spätmittelalter keinen guten Eindruck. Päpste, Bischöfe und Domkapitel interessierten sich teilweise mehr für ihren eigenen Wohlstand und Lebensstil als für ihre seelsorgerischen Pflichten. Bereits vor Martin Luther gab es Kritik daran – und die Kirchenführer reagierten darauf mit Bannandrohungen, Ketzereiprozessen, Verfolgungen und Hinrichtungen.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/die-katholische-kirche-vor-der-reformation/">zum Beitrag &#8222;Die katholische Kirche vor der Reformation&#8220;</a></p>
</div></section></div>

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<p>Die 95 Thesen waren, so der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann, die „Initialzündung ‚der‘ Reformation“ (Kaufmann: Erlöste und Verdammte, 2016, S. 112). Wie ging es danach weiter? In drei Teilen werden die Disputationen in Heidelberg, Augsburg und Leipzig, Luthers wegweisende Schriften sowie die Geschehnisse beim Reichstag zu Worms thematisiert:</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-nach-der-veroeffentlichung-seiner-thesen/">zur Einleitung &#8222;Martin Luther nach der Veröffentlichung seiner Thesen&#8220;</a></p>
<div id="attachment_10955" class="wp-caption alignright"></div>
<ul>
<li><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-disputationen-und-gespraeche-in-heidelberg-augsburg-und-leipzig/">Teil 1: Disputationen und Gespräche in Heidelberg, Augsburg und Leipzig</a></li>
<li><a href="https://webhistoriker.de/martin-luther-drei-wegweisende-schriften/">Teil 2: Drei wegweisende Schriften: „An den christlichen Adel deutscher Nation“ (August 1520), „Von der babylonischen Gefangenschaft der Kirche“ (Oktober 1520) und „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ (November 1520)</a></li>
<li><a href="https://webhistoriker.de/der-reichstag-zu-worms-luther-und-der-kaiser/">Teil 3: Der Wormser Reichstag – Luther und Kaiser Karl V.</a></li>
</ul>
</div></section></div>

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<p>Wie fanden Luthers reformatorische Ideen Verbreitung? Wie war es bestellt um die Formen der Kommunikation, um die Adressaten, um die Worte und Inhalte selbst und inwieweit sie das Interesse der Adressaten geweckt haben, um ihre Bereitschaft oder ihren Willen, diese Informationen weiterzugeben, sowie um die Wege, wo und wie sie dies taten?</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/netzwerke-und-buchdruck-die-verbreitung-der-reformatorischen-ideen-in-den-1520er-jahren/">zum Beitrag &#8222;Die Verbreitung der reformatorischen Ideen in den 1520er Jahren&#8220;</a></p>
</div></section></div>

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<p>Im Streit um das Wormser Edikt taten sich etliche Länder und Städte zusammen – und dieses gemeinsame Auftreten gegen den Kaiser wurde laut Thomas Kaufmann später als „Ursprung des Protestantismus“ (Erlöste und Verdammte, 2016, S. 180) gewertet.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/protest-protestation-protestanten-die-reichstage-zu-speyer-1526-und-1529/">zum Beitrag &#8222;Protest, Protestation, Protestanten – die Reichstage zu Speyer (1526 und 1529)&#8220;</a></p>
</div></section></div>

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<p>Bisher stand in den Kapiteln zur Reformation vor allem Martin Luther im Mittelpunkt. Zweifellos prägte seine Person die Bewegung maßgeblich und sein Wirken zog tiefgreifende Veränderungen nach sich. Doch auch in Zürich und bald darauf in anderen Schweizer Städten fand in den 1520er Jahren eine Reformation statt, die einige Parallelen aufzuweisen hatte.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/zwingli-und-die-zuercher-reformation/">zum Beitrag &#8222;Zwingli und die Zürcher Reformation&#8220;</a></p>
</div></section></div>

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<p>Im ersten Teil geht es um Calvins Weg zur Reformation, seinen ersten Aufenthalt in Genf 1536–1538 und den zweiten von 1541 bis zu seinem Tod 1564, um seine Kirchenordnung und die Kirchenzucht in Genf sowie um Begrifflichkeiten wie „Calvinismus“ und „Theokratie“. Der zweite Teil befasst sich mit dem „Epochenjahr“ 1559 und zeichnet kurz die Ausbreitung der reformierten Kirche in Europa nach: Deutschland, Frankreich, Niederlande und Schottland.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/johannes-calvin-die-stadt-genf-und-die-geschichte-des-calvinismus-der-reformierten-kirche/">zum Beitrag &#8222;Johannes Calvin und die Geschichte des Calvinismus&#8220;</a></p>
</div></section></div>

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<p>„Dies ist mein Leib“ und „Dies ist mein Blut“ – oder doch eher „Dies bedeutet mein Leib“ und „Dies bedeutet mein Blut“? Was meinte Jesus mit diesen Worten, als er beim Letzten Abendmahl seinen Jüngern Brot und Wein reichte? Die Antworten darauf gingen zwischen der alten Kirche und den Reformatoren, aber auch unter den Reformatoren selbst weit auseinander. Zwar interessieren solche theologischen Differenzen heute nur noch wenige Menschen, doch im 16. Jahrhundert waren sie ausschlaggebend Zerwürfnisse und Spaltungen.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/reformation-der-streit-um-das-abendmahl/">zum Beitrag &#8222;Reformation: Der Streit um das Abendmahl&#8220;</a></p>
</div></section></div>

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<p>Es gab etliche Versuche, die Einheit der Kirche wiederherzustellen – doch bereits auf dem Reichstag zu Augsburg 1530 zeigte sich, wie tief die konfessionellen und politischen Gräben bereits waren. Bekenntnisse festigten den eigenen Standpunkt, es gab theologische Diskussionen und Streitgespräche. In den folgenden Jahren wurde die ganze Sache immer politischer, bis die endgültige Trennung der Konfessionen anstand und vollzogen wurde. Die folgenden kleineren Kapitel zeichnen die Geschehnisse vom Augsburger Reichstag bis zum Augsburger Frieden nach.</p>
<p><a href="https://webhistoriker.de/1530-bis-1555-vom-augsburger-reichstag-zum-religionsfrieden/">zur Einleitung</a></p>
<ul>
<li><a href="https://webhistoriker.de/der-augsburger-reichstag-von-1530/">Teil 1: Der Augsburger Reichstag 1530</a></li>
<li><a href="https://webhistoriker.de/schmalkaldischer-bund-und-nuernberger-anstand/">Teil 2: Schmalkaldischer Bund und Nürnberger Anstand</a></li>
<li><a href="https://webhistoriker.de/augsburger-interim-und-die-formula-reformationis/">Teil 3: Augsburger Interim und die Formula reformationis</a></li>
<li><a href="https://webhistoriker.de/der-augsburger-religionsfrieden-1555/">Teil 4: Augsburger Religionsfrieden 1555</a></li>
<li><a href="https://webhistoriker.de/trienter-konzil-auch-tridentinum-genannt/">Teil 5: Das Konzil von Trient</a></li>
</ul>
</div></section></div>
<div  class='flex_column av-7fwvj-47db79a0a52a398fc359666c058ce726 av_one_full  avia-builder-el-48  el_after_av_one_full  el_before_av_one_full  first flex_column_div  column-top-margin'     ><section  class='av_textblock_section av-mkavpwuw-1829731a3c420f78266411f4e69bc53f '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><h2>Weitere Inhalte zum Thema</h2>
<ul>
<li><a href="https://webhistoriker.de/linktipps-reformation-katholischereform-konfessionalisierung/">Linktipps zur Reformation, kath. Reform, Konfessionalisierung</a></li>
<li><a href="https://webhistoriker.de/alle-beitraege-auf-webhistoriker-de-zu-reformation-katholische-reform-konfessionalisierung/">Alle Beiträge auf WebHistoriker.de zu: Reformation, katholische Reform, Konfessionalisierung</a></li>
</ul>
</div></section></div>
<div  class='flex_column av-nm1nz-abb11216edfebd4f35157d76429a3a6e av_one_full  avia-builder-el-50  el_after_av_one_full  avia-builder-el-last  first flex_column_div  column-top-margin'     ><style type="text/css" data-created_by="avia_inline_auto" id="style-css-av-494wbj-1177b0196222432cb51ffe1e42410490">
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<p>Der Beitrag <a href="https://webhistoriker.de/die-geschichte-der-reformation-und-der-konfessionalisierung/">Die Geschichte der Reformation und der Konfessionalisierung</a> erschien zuerst auf <a href="https://webhistoriker.de">WebHistoriker</a>.</p>
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