Tag Archiv für Astronomie

Portal für Hofastronomen Simon Marius

Fränkischer Astronom entdeckte zeitgleich mit Galilei Jupitermonde

Der markgräfliche Hofastronom Simon Marius (1573 – 1624) entdeckte zeitgleich mit Galileo Galilei die vier großen Jupitermonde und publizierte seine Ergebnisse im Jahr 1614 in seinem Hauptwerk Mundus Iovialis, das damit auf 400 Jahre zurückblicken kann. Seine Leistungen würdigt das Simon-Marius-Jubiläum 2014, dessen Kernprojekt das mehrsprachige Marius-Portal www.simon-marius.net ist, das alles von und zu Marius zusammenführt.

Nachdem Galilei ihn des Plagiats bezichtigt hatte, war sein Ruf für Jahrhunderte beschädigt. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurde klar, dass Marius unabhängig forschte und mathematisch und astronomisch auf dem Niveau von Galilei und Kepler arbeitete. Er war einer der ersten Astronomen weltweit, die sensationelle Entdeckungen am Himmel machten. Daher löste er sich bereits vom mittelalterlichen Weltbild, vertrat aber noch keinen Copernicanismus mit der Sonne im Zentrum, sondern ein geschicktes Zwischenmodell.

Am 18. Februar – exakt 400 Jahre nach der Widmung in seinem Hauptwerk – erfolgte nun die öffentliche Freischaltung des Marius-Portals im Staatsarchiv Nürnberg. Bei dem kleinen Festakt waren auch die Generaldirektionen der bayerischen Staatlichen Archive und der Staatsbibliothek sowie weitere Archive und Bibliotheken aus Mittelfranken vertreten, was die Bedeutung des Portals markierte.

Dieses zentrale 24-sprachige Portal wird neben einem vollständigen Nachweis der Schriften, Sekundärliteratur, Vorträge und Internetseiten alle elektronischen Quellen zu Marius zusammenführen. Herausgeber ist der Nürnberger Wissenschaftshistoriker Pierre Leich: „Das Marius-Portal ist die vollständigste Sammlung zu dem fränkischen Astronomen, der zu den Großen seiner Zeit gehörte.“

Förderung erhält das Projekt von der Staedtler Stiftung, den Städten Ansbach, Gunzenhausen und Nürnberg sowie dem Bezirk Mittelfranken und dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, weiterhin den Vereinigten Sparkassen Gunzenhausen, Leoni, N-Ergie, der Nürnberg Loge, Kaller & Kaller und NOSCC.

(Eine Pressemitteilung der Nürnberger Astronomischen Gesellschaft)

www.simon-marius.net

Chronik: 17. Jahrhundert – 1604

Keplers Zeichnung zur Supernova 1604. From English Wikipedia, 05:27, 27 November 2004. Berkut. 499x754 (226181 bytes) (pngout-ed and reduced to grayscale palette)

Keplers Zeichnung zur Supernova 1604. From English Wikipedia, 05:27, 27 November 2004. Berkut. 499×754 (226181 bytes) (pngout-ed and reduced to grayscale palette)

1604: Johannes Kepler und die Supernova (Keplers Stern)
1604 wird der Astronom Johannes Kepler durch einen Prager Beamten, Johannes Brunowsky, auf einen hellen Stern im Sternbild des Schlangenträgers aufmerksam gemacht. Kepler untersuchte die Lage und Beschaffenheit des neuen Sterns mit den Mitteln der damaligen Zeit und hielt dies zunächst in einer deutschsprachigen Schrift fest, zwei Jahre später ausführlicher in einem lateinischen Werk. Heute weiß man, dass es sich bei dem “neuen Stern” um eine Supernova handelte, also einer hellen Lichterscheinung, die entsteht, wenn ein Stern kurz vor seinem Erlöschen durch die Explosion, die diesem gewöhnlich vorangeht, noch einmal kräftig aufleuchtet.

Chronik: 17. Jahrhundert – 1610

1610: Galileo Galilei und Simon Marius entdecken vier Monde des Jupiter
1610 erkannten der italienischer Mathematiker, Physiker und Astronom Galileo Galilei (1564-1642) und der deutsche Mathematiker, Arzt und Astronom Simon Marius (1573-1624) als erste und fast zeitgleich, dass sich nicht alle Planeten um die Erde drehen: Entdeckt hatten Galilei und Marius, wie man heute weiß, die vier größten Satelliten des Planeten Jupiter. Damit begann das geozentrische Weltbild endgültig zu wanken, wonach die Erde den Mittelpunkt darstellt, um den sich alles dreht.

Chronik 17. Jahrhundert – 1680

1680: Großer Komet
1680 war ein sehr heller Komet am Himmel zu sehen. Er wurde von dem Astronomen Gottfried Kirch durch ein Teleskop entdeckt.

Chronik: 16. Jahrhundert – 1577

1577: Komet
Im November 1577 wurde am Himmel ein gut sichtbarer Komet beobachtet. Kometen galten in der Frühen Neuzeit als Vorboten (oft schlechter) Geschehnisse. Berühmt wurde der Komet v.a. durch die Schilderung und Erklärung Tycho Brahes, einem dänischen Astronomen.

1577: Konkordienformel (Formula Concordiae)
Die Konkordienformel war ein Werk mehrerer lutherischer Theologen, das die unterschiedlichen Auffsassungen innerhalb des Luthertums einigen sollte. Der Kompromiss sah u.a. die Ablehnung der doppelten Prädestination (Praedestinatio duplex) Johannes Calvins vor: Eine Vorherbestimmung zur Verdammnis wurde abgelehnt, die Verdammung erfolge durch eine “aktive Ablehnung des Wortes Gottes” (Klueting: Das Konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 221). Damit waren die Gräben zwischen Lutheranern und Reformierten endgültig verfestigt. Die Konkordienformel wurde von vielen, doch nicht von allen lutherischen Theologen und Territorien anerkannt. Sie fand Eingang in das Konkordienbuch von 1580.

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