Tag Archiv für Calvinismus

Chronik: 16. Jahrhundert – 1567

1567: Teilung Hessens
Nach dem Tod Philipps I. (auch “der Großmütige” genannt) wurde die Landgrafschaft Hessen unter seinen vier Söhnen aufgeteilt. Fortan gab es Hessen-Kassel, Hessen-Dramstadt, Hessen-Marburg und Hessen-Rheinfels. Rheinfels wurde 1583 wieder den anderen drei Grafen zugesprochen, nachdem 1583 Landgraf Philipp II. von Hessen-Rheinfels kinderlos verstarb. Den Hauptteil erhielt Hessen-Kassel. Auch Hessen-Marburg wurde später wieder aufgeteilt – nach dem Tode Ludwig IV. im Jahre 1604, der ebenfalls keine Nachkommen besaß. Bedingung für das Erbe war allerdings, dass die lutherische Konfession hier erhalten bliebe. Dies führte zu Zwistigkeiten zwischen den weiteren Erben, nachdem Landgraf Moritz von Hessen-Kassel 1605 zum Calvinismus übergetreten war.

1567: Giovanni Pierluigi da Palestrina: Missa Papae Marcelli
Es ist nicht sicher, wann genau der italienische Komponist Palestrina diese Messe erstellte. Sie wurde in einem Sammelband 1567 veröffentlicht und trug den Namen des Papstes Marcellus II. Dieser war weniger als ein Monat (9. April bis 1. Mai 1555) Papst. Die Legende sagt, dass Palestrina mit dieser Messe die Kirchenoberen des Trienter Konzils davon überzeugte, dass mehrstimmige Kirchenmusik durchaus gottgefällig sein konnte. Palestrina schuf daraufhin ein Werk, das ihm des Nachts durch eine Erscheinung von Engeln und großen Komponisten eingegeben wurde: die Missa Papae Marcelli, “bis heute eines der schönsten Dokumente der Hochpolyphonie, der Klangwelt der Hochrenaissance” (Pahlen, Kurt: Die Große Geschichte der Musik, München 2002, S. 116).

Chronik: 17. Jahrhundert – 1605

1605: Papst Leo XI. (Lebensdaten: 1535-1605), Papst vom 1. bis zum 27. April (26 Tage)

1605: Calvinismus in Lippe und der Röhrentruper Rezess
Bereits gegen Ende des 16. Jahrhunderts entschied sich Graf Simon von Lippe (1554-1618) für den Calvinismus, traf allerdings z.T. auf erbitterten Widerstand der Lutheraner. Fast überall setzte sich Graf Simon durch, lediglich Lemgo blieb lutherisch. Nach jahrelangen Streitigkeiten wurde erst 1617 ein Übereinkommen zwischen Simon und Lemgo geschlossen (der sogenannte Röhrentruper Rezess), nach dem die Stadt lutherisch bleiben durfte.

1605: Madrigalbuch von Claudio Monteverdi
Monteverdi hatte bereits vier Bücher mit Madrigalen veröffentlicht, als er sich mit seinem fünften im Jahre 1605 gegen die bis dahin übliche Kompositionsform der “prima pratica” auflehnte. Diese stellte die Komposition, die musikalischen Elemente vor den Text, der sich nach der Musik richten sollte. Monteverdi vertrat hingegen die Auffassung, dass sich die Musik nach dem Text zu richten habe, dass der Text der “Ausgangspunkt der Musik” (Das Reclam Buch der Musik, 2001, S. 89) sein sollte. Dafür steht der Begriff “seconda pratica”.

1605-1621: Papst Paul V. (Lebensdaten: 1552-1621)

Chronik: 16. Jahrhundert – 1595

1595: “Emder Revolution”
Der Begriff “Emder Revolution” umschreibt einen Konflikt zwischen Edzard II. (1532-1599), Graf von Ostfriesland, und den Bürgern von Emden, der sich an der Steuerpolitik des Grafen entzündete. Vorangegangen waren allerdings auch Konfessionsdifferenzen: Edzards Bruder, Graf Johann, war, aufgrund einer Erbschaftsregelung ihrer Mutter, bis zu seinem Tode 1591 Mitherrscher über Ostfriesland – und calvinistisch sowie sehr beliebt bei der Stadtbevölkerung.

Nachfolgend profilierte sich der calvinistische Prediger Menso Alting (1541-1612) zum Gegenspieler des lutherischen Edzard. Alting nutzte die Stimmung in der Bevölkerung gegen die Steuererhöhungen des Grafen aus, so dass Edzard gar den Kaiser um Hilfe bittet. Die Bürger setzten den Bürgermeister ab und stürmten die Burg des Grafen. Dieser verlegt seinen Amtssitz daraufhin nach Aurich. Später nahmen die Emder Bürger zudem noch die Hilfe niederländischer Truppen in Anspruch. Ein Vertrag zwischen Edzard, den Ständen und der Stadt (Vertrag von Delfzijl) sollte zumindest für einige Jahre für Beruhigung sorgen: Emden konnte etliche Rechte gegenüber Edzard geltend machen, wurde bis auf die hohe Gerichtsbarkeit nahezu unabhängig.

Ob man aufgrund dieser Vorkommnisse tatsächlich von einer Revolution sprechen kann, wird in der Forschungsliteratur vielfach bestritten.

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