Tag Archiv für Hessen

Chronik: 16. Jahrhundert – 1542

1542: Genfer Katechismus
(s. 1541: Genfer Kirchenordnung und Genfer Katechismus)

1542: Sachsen und Hessen besetzen Braunschweig-Wolfenbüttel
Im Streit um die Stadt Goslar kam es 1542 zur Besetzung von Braunschweig-Wolfenbüttel durch Johann Friedrich I., den Kurfürsten von Sachsen, und Philipp, Landgraf von Hessen. Mit der Reformation wurden Johannes Bugenhagen und Anton Corvinus beauftragt.

1542: Die Bulle “Licet ab initio” von Papst Paul III. zur Inquisition
Die Nachrichten von der Ausbreitung reformatorischen Gedankenguts nördlich der Alpen ließ in Italien die Rufe nach strengen Maßnahmen dagegen laut werden. Um den alten Glauben, die alte Kirche zu schützen, leitete Papst Paul III. mit seiner Bulle “Licet ab initio” die Errichtung einer Inquisionsbehörde in die Wege, die sowohl im Süden als auch im Norden (also nördlich der Alpen) tätig werden sollte: die “Sacra Congregatio Romanae et universalis Inquisitionis” oder “Congregatio sancti” (später auch “Sanctum Officium” genannt). Sechs Kardinäle mit besonderen Rechten standen an der Spitze der Behörde, die in den Folgejahren v.a. durch einen berühmt-berüchtigten “Index” auf sich aufmerksam machte: dem Index für verbotene Bücher (Index Librorum Prohibitorum) von 1559. Daneben gab es auch, wenngleich bedeutend weniger als in Spanien, die Verfolgung udn auch Ermordung von “Ketzern” – Giordano Bruno und Galileo Galilei sind hier sicherlich die bekanntesten Beispiele.

Chronik: 16. Jahrhundert – 1567

1567: Teilung Hessens
Nach dem Tod Philipps I. (auch “der Großmütige” genannt) wurde die Landgrafschaft Hessen unter seinen vier Söhnen aufgeteilt. Fortan gab es Hessen-Kassel, Hessen-Dramstadt, Hessen-Marburg und Hessen-Rheinfels. Rheinfels wurde 1583 wieder den anderen drei Grafen zugesprochen, nachdem 1583 Landgraf Philipp II. von Hessen-Rheinfels kinderlos verstarb. Den Hauptteil erhielt Hessen-Kassel. Auch Hessen-Marburg wurde später wieder aufgeteilt – nach dem Tode Ludwig IV. im Jahre 1604, der ebenfalls keine Nachkommen besaß. Bedingung für das Erbe war allerdings, dass die lutherische Konfession hier erhalten bliebe. Dies führte zu Zwistigkeiten zwischen den weiteren Erben, nachdem Landgraf Moritz von Hessen-Kassel 1605 zum Calvinismus übergetreten war.

1567: Giovanni Pierluigi da Palestrina: Missa Papae Marcelli
Es ist nicht sicher, wann genau der italienische Komponist Palestrina diese Messe erstellte. Sie wurde in einem Sammelband 1567 veröffentlicht und trug den Namen des Papstes Marcellus II. Dieser war weniger als ein Monat (9. April bis 1. Mai 1555) Papst. Die Legende sagt, dass Palestrina mit dieser Messe die Kirchenoberen des Trienter Konzils davon überzeugte, dass mehrstimmige Kirchenmusik durchaus gottgefällig sein konnte. Palestrina schuf daraufhin ein Werk, das ihm des Nachts durch eine Erscheinung von Engeln und großen Komponisten eingegeben wurde: die Missa Papae Marcelli, “bis heute eines der schönsten Dokumente der Hochpolyphonie, der Klangwelt der Hochrenaissance” (Pahlen, Kurt: Die Große Geschichte der Musik, München 2002, S. 116).

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