Tag Archiv für Hugenotten

Chronik: 16. Jahrhundert – 1571

1571: Synode von La Rochelle / Confessio Gallicana
Auf der Synode von La Rochelle, wurde das Glaubensbekenntnis der französischen Protestanten (Hugenotten) von 1559 mit kleinen Textänderungen offiziell angenommen und trug seither den Namen “Confessio Gallicana”.

1571: Die schwedische Kirchenordnung von Laurentius Petri
Die Kirchenordnung des Laurentius Petri war eine für viele Jahre einflussreiche Ordnung, die u.a. auch das Verhältnis von Staat und Kirche regelte. Auch wenn der schwedische König Johann III. 1575 eine neue Kirchenordnung erstellen ließ, setzte sich letztlich dann doch Petris Werk durch.

Chronik: 16. Jahrhundert – 1562

1562-1563: Trienter Konzil (Tridentinum), 3. Tagung
(s. 1545: Trienter Konzil, Tridentinum)

1562-1598: Hugenottenkriege
Als Hugenottenkriege werden insgesamt acht Bürgerkriege bezeichnet – weniger Schlachten, eher Gräueltaten und “Massenermordungen, die von Katholiken an Protestanten und Protestanten an Katholiken verübt wurden” (Klueting: Das Konfessionelle Zeitalter. 2007, S. 225). Doch die Bürgerkriege waren keine reinen Religionskriege, auch politische und dynastische Motive trugen entscheidend zu Ausbruch und Entwicklung der einzelnen Kriege bei.

Kompliziert gestalteten sich die Machtverhältnisse dieser Zeit in Frankreich: Katharina von Medici regierte, da der König Karl IX. bei seinem Regierungsantritt 1560 erst zehn Jahre alt war. Katharina suchte und musste ihre Macht immer wieder gegen die Familie Guise verteidigen. Teilweise näherte sie sich den Hugenotten an, teilweise gingen in ihrem Namen Truppen brutal gegen diese vor. Katharina stand zwischen zwei mächtigen Adelsgruppen: den Guise und den Bourbonen.

Die streng katholische Herzogsfamilie Guise, namentlich François de Lorraine, hatte nach dem Tod Heinrichs II. im Jahre 1559 faktisch die Herrschaft übernommen, da der Nachfolger Heinrichs, sein Sohn Franz II., 15 Jahre alt, kaum regierungsfähig war und sich dem Einfluss François’ de Lorraine ergab. Neben François sind noch seine Brüder Kardinal Charles de Lorraine und Claude de Guise  (Herzog von Aumale) zu nennen. Die Guise übernahmen die Führung der katholischen Seite. Als Franz II. nach knapp 17 Monaten starb, galt Karl IX. als Nachfolger. Den Einfluss über ihn erhielt Katharina von Medici durch die Mithilfe der Bourbonen.

Die andere Adelsfamilie waren eben die Bourbonen, die die Führung der protestantischen Partei übernahmen. Namentlich sind hier die Brüder Antoine de Bourbon (König von Navarra) und Louis de Condé (Fürst von Condé) zu nennen. Antoine de Bourbon wechselte allerdings schon bald wieder auf die katholische Seite.

Die acht Hugenottenkriege nahmen ihren Anfang mit dem Massaker von Vassy (Champagne). François de Lorraine überfiel mit seinen bewaffneten Mannen einen nicht-genehmigten Gottesdienst der Protestanten. Etliche wurden getötet.

In den folgenden acht Kriegen standen sich Truppen der verfeindeten Seiten gegenüber. Es kam zu Gewaltexzessen, die bis in die höchsten Machtetagen reichten, einer versuchten Königsentführung durch die Hugenotten, zu verschiedenen “Seitenwechseln” unter den herrschenden Adeligen, zu verschiedenen Friedensabkommen, die den Hugenotten mal bestimmte Freiheiten und Rechte zusprachen, mal solche wieder aberkannte. Frankreich zeigte sich schließlich komplett zerrissen. Als im letzten Krieg König Heinrich III. Mitglieder der Familie Guise ermorden ließ und schließlich selbst ermordet wurde, ging das Königtum von den Valois auf die Bourbonen über: Ein Calvinist wurde neuer König: Heinrich IV. von Navarra. Noch vor der Beendigung der Kriege wurde er allerdings katholisch.

Am Ende der acht Kriege stand das Edikt von Nantes (siehe 1598: Edikt von Nantes), das den Hugenotten wiederum zahlreiche Rechte zusicherte und bis 1685 gelten sollte (siehe 1685: Edikt von Fontainebleau: Flucht vieler Hugenotten aus Frankreich).

Zu erwähnen sei noch ein Ereignis, ein trauriger Höhepunkt aus dieser Zeit der Kriege, der bis heute in Frankreich nachwirkt: die Bartholomäusnacht. Anlässlich der Hochzeit von Henri von Navarre (später Heinrich IV.) mit  Margarete von Valois, der Schwester von König Karl IX. Eigentlich sollten auf Befehl von Katharina von Medici “nur” die Hugenottenführer getötet werden, doch kam es zu immer weiter um sich greifenden Gewaltexzessen. Hierbei wurden einige Tausend Menschen ermordet.

1562-1792: Frankfurter Dom Krönungsort der deutschen Könige und Römisch-deutschen Kaiser

Chronik: 17. Jahrhundert – 1685

Hugenottenkreuz; am 11.05.2008 bei Wikimedia Commons hochgeladen von Syryatsu; Quelle: Création personnelle

Hugenottenkreuz; am 11.05.2008 bei Wikimedia Commons hochgeladen von Syryatsu; Quelle: Création personnelle

1685: Edikt von Fontainebleau: Flucht vieler Hugenotten aus Frankreich
Mit dem Edikt von Fontainebleau widerrief der französische König Ludwig XIV. die Bestimmungen des Edikts von Nantes (siehe 1598: Edikt von Nantes): Die Gewissensfreiheit der Hugenotten (also der französischen Reformierten oder Calvinisten) wurde wieder abgeschafft, ihr Gottesdienst verboten, ihre Kirchen sollten zerstört werden – selbst auswandern durften sie nicht.

Trotzdem flohen in den folgenden Jahrzehnten viele Hugenotten aus Frankreich – manche Forscher sprechen von einer halben Million (Mieck, Europäische Geschichte, 1989, S. 197; Büssem/Neher, Arbeitsbuch Geschichte, 1991, S. 180), andere von “lediglich” 200.000 Menschen (Kunisch, Absolutismus, 1986, S. 110). Viele Hugenotten ließen sich in Brandenburg-Preußen und Hessen nieder. Diese erhofften sich dadurch eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage.

1685: Edikt von Potsdam
Nachdem der französische König Ludwig XIV. die Religionsfreiheit für die französischen Protestanten (Hugenotten und Waldenser) im Edikt von Fontainebleu (1685) aufgehoben hatte, setzte eine Massenflucht ein. Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg, der Große Kurfürst, wollte daraus wirtschaftlichen Nutzen gewinnen, indem er mit dem Edikt von Potsdam 15.000 Flüchtlingen die Ansiedlung in seinem Territorium ermöglichte und ihnen Privilegien zusicherte. Tatsächlich erreichte er dadurch einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Das Edikt gilt als Höhepunkt der Peuplierungs-Politik deutscher Territorialfürsten. (Roeck, Bernd: Aussenseiter, Randgruppen, Minderheiten: Fremde im Deutschland der frühen Neuzeit, 1993, S. 95) Eine große Bevölkerungszahl galt als Grundlage eines wirtschaftlich erfolgreichen Staates. Schwach besiedelte Gebiete sollten mit angeworbenen Menschen besiedelt werden – und solche Gebiete gab es nach dem Dreißigjährigen Krieg viele. Die neuen Siedler erhielten oft gewisse Privilegien, der Hausbau wurde unterstützt, die Ausübung des (eigenen) Gottesdienstes zugesichert, wirtschaftliche Freiheiten gewährt.

Chronik: 16. Jahrhundert – 1598

1598: Schlacht von Stangebro
Schon viele Jahre schwelte der Konflikt zwischen zwischen dem protestantischen Teil der Wasa-Dynastie in Schweden und dem katholischen im Königreich Polen. Nach einer Mitte des 16. Jahrhunderts festgelegten Regelung sollten beide Länder faktisch unabhängig sein; Schweden wurde zudem Religionsfreiheit zugesichert.

Als Sigismund III., König von Polen seit 1587, 1592 auch die Herrschaft (in Personalunion) in Schweden übernahm, leitete er Maßnahmen zur Rekatholisierung Schwedens ein. Unter Herzog Karl von Södermanland (1550-1611), einem Sohn Gustavs I. (1496-1560), formierte sich eine starke Opposition und es kam zur Schlacht von Stangebro.

Sigismund wurde abgesetzt, Karl als Karl IX. zum König gewählt. Zukünftig sollte zudem jegliche Personalunion ausgeschlossen werden sowie Katholiken der schwedische Thron verwehrt sein.

1598: Edikt von Nantes (Toleranzedikt)
Dieses Edikt des der französischen Königs Heinrich IV. setzte den Verfolgungen der Hugenotten und den daraus resultierenden Konflikten und Kriegen ein Ende (siehe 1562: Die Hugenottenkriege). Es sicherte den französischen Reformierten (Calvinisten), den so genannten Hugenotten, die Gewissensfreiheit zu. Bis auf Paris und den königlichen Hof durften sie überall ihre Religion ausüben sowie politische Ämter annehmen. Auch wurden den Hugenotten für die folgenden acht Jahre so genannte befestigte Sicherheitsplätze zugesprochen, das waren Städte und Orte, die sie seit einigen Monaten in ihrer Macht gehabt haten.

Das Edikt behielt bis 1685 Gültigkeit, als Ludwig XIV. das Edikt aufhob (siehe 1685: Edikt von Fontainebleau: Flucht vieler Hugenotten aus Frankreich).

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