Tag Archiv für Karl V.

Chronik: 16. Jahrhundert – 1556

1556: Kaiser Karl V. dankt ab
Karl V. übergibt das Kaisertum an Ferdinand I. und Spanien an Philipp II. Damit wurde das Haus Habsburg endgültig aufgeteilt in einen deutschen und einen spanischen Zweig.

Abbildung aus: Georgii Agricolae De re metallica libri XII: quibus officia, instrumenta ... von Georg Agricola, Officina Frobeniana (Basilea)

Abbildung aus: Georgii Agricolae De re metallica libri XII: quibus officia, instrumenta … von Georg Agricola, Officina Frobeniana (Basilea)

1556: Georgius Agricola: De re metallica libri XII
Im Jahre 1556 wurde Georgius Agricolas (Georg Bauer, 1494-1555) Schrift “De re metallica” herausgegeben, zunächst in lateinischer Sprache, kurzte Zeit darauf auch in deutscher (“Vom Bergkwerck XII Bücher”). es war die erste systematische Abhandlung der Bergbau- und Hüttenkunde des 16.Jahrhunderts.

 

 

 

Deutsche Übersetzung:

1556–1564: Kaiser Ferdinand I. (Lebensdaten: 1527-1576)

Chronik: 16. Jahrhundert – 1548

1548: Augsburger Interim
Nach dem Schmalkaldischen Krieg, den der Kaiser Karl V. klar für sich und gegen die protestantische Seite entscheiden konnte, suchte er mit den Verordnungen des Interims politische und religiöse Fragen in seinem Sinne zu beantworten, sprich: in beiden Bereichen eine Einheit herzustellen. Dass er sich damit sowohl bei den Protestanten sowie bei den Reichsständen allgemein keine Freunde machte, lag auf der Hand – und ließ seine Pläne scheitern.

Karl V. berief schließlich für die Klärung zumindest der theologischen Fragen eine Kommission, die zwar aus katholischen und evangelischen Theologen bstand, jedoch ein deutliches Übergewicht auf der katholischen Seite besaß. Und so überwogen auch die katholischen Standpunkte, die beschlossen wurden. Zugestanden wurde den Protestanten allerdings der Laienkelch und die Priesterehe, ansonsten sollte die Religionsausübung wieder katholisch ausgerichtet sein. Rückblickend muss allerdings gesagt werden, dass das Interim scheiterte: Sowohl von der katholischen als auch von der protestantischen Seite wurde es abgelehnt.

1548: Formula reformationis
Im Jahre 1548 formulierte Kaiser Karl V. die Notwendigkeit und die Eckpunkte einer Reform des katholischen Klerus.

ab 1548: Streitigkeiten im Luthertum
Nach Luthers Tod im Jahre 1546 gab es unter den lutherischen Reformatoren etliche Zwistigkeiten über die Lehre. Daran beteiligt waren die Philippisten (Anhänger/Mitstreiter Philipp Melanchthons) und die Gnesiolutheraner (gnesios=echt), also die in ihren Augen “echten Lutheraner”. Vier Streitigkeiten standen im Vordergrund:

  • adiaphoristischer Streit: Adiaphora waren die “freien Mitteldinge”, Zeremonien und Riten aus der alten Kirche, die nach Meinung der Philippisten auch für die Reformatoren hinnehmbar seien. Damit zeigten die Philippisten Kompromissbereitschaft in ihrem Verhältnis zu den Katholiken. Die Gnesiolutheraner, allen voran Matthias Flacius, räumten zwa r ein, dass es solche Miteldinge gebe, aber eben auch richtige und falsche – und die Dinge der Philippisten gehörten z.T. zu den für Lutheraner nicht hinnehmbaren.
  • osiandrischer Streit: Er wurde ausgelöst und benannt nach Andreas Osiander. Hier stand seine Meinung gegen die der Philippisten und auch etlicher Gnesiolutheraner. Osiander behauptete, dass die göttliche Natur dem Menschen eingegossen werde und im Menschen lebe. Dadurch werde der Mensch “gerecht gemacht, nicht gerechtgesprochen” (Theologische Realnzyklopädie, Band 28, S. 323).
  • majoristischer Streit: Benannt nach dem Schüler und Freund Melanchthons und Wittenberger Professor Georg Major, ging es hierbei um den Wert guter Werke. Major bekannte, dass gute Werke notwendig seien zur Seligkeit. Dies widersprach in den Augen der Gnesiolutheraner den Worten Luthers, dass nur der Glaube, nicht die Werke selig machen. Allerdings sprach Luther auch davon, dass aus dem Glauben gute Werke hervorsprudeln würden. Kurz: Der Streit entzündete sich an einem Problem, das Luther offen gelassen hatte. (Iserloh: Geschichte und Theologie der Reformation, 1980, S. 186)
  • synergistischer Streit: Das greichische Wort “synergetikos” bedeutet „mitwirkend” – und genau darum ging es in diesem Streit zwischen Philippisten und Gnesiolutheranern: Ist bei einer Bekehrung eines Menschen allein die Gnade Gottes (so die Gnesiolutheranern) tätig oder kommt neben dem Wort Gottest und dem Heiligen Geist auch noch der menschliche Wille hinzu (so Melanchthon und seine Nachfolger, v.a. Johannes Pfeffinger)?

Auch ein Streit über das Abendmahl entbrannte erneut (1552). Die gegensätzlichen Standpunkte zeigten sich in aller Deutlichkeit bei dem Kolloquium zu Worms im Jahre 1557. König Ferdinand I. hatte dieses Kolloquium eigentlich dazu nutzen wollen, eine Verständigung der katholischen mit der protestantischen Seite herbeizuführen.

1548: Burgundischer Vertrag
Der Vertrag regelte die staatsrechtliche Stellung des Burgundischen Reichskreises, der zudem durch einige Territorien aus dem Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis erweitert wurde. Der habsburgische Teil der Niederlande wurde dadurch vom Reich “abgesondert, aber nicht formal abgetrennt” (Klueting: Das Konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 230).

Chronik: 16. Jahrhundert – 1546

1546: Girolamo Fracastoro: Kontagienlehre (Ansteckungslehre)
Fracastoro formulierte wohl als erster ein Krankheitskonzept, das von der Möglichkeit einer Ansteckung durch spezifische Keime, durch die Luft oder durch direkten Kontakt ausging.

Kriegsrat zur Zeit des schmalkaldischen Krieges, Holzschnitt Reinhart des Älteren

Kriegsrat zur Zeit des schmalkaldischen Krieges, Holzschnitt Reinhart des Älteren, Graf zu Solms und Herr zu Müntzenberg war Generalfeldmarschall Kaiser Karl V., 1546; Quelle: Kriegsbuch des Reinhart des Älteren, Graf zu Solms und Herr zu Müntzenberg von 1549; eingescannt aus: Otto Henne am Rhyn: Kulturgeschichte des deutschen Volkes, Zweiter Band, Berlin 1897; Wikipedia Commons

1546-1547: Schmalkaldischer Krieg
Der Schmalkaldische Krieg war der erste Religionskrieg im Heiligen Römischen Reich, auch wenn der Kaiser diesen Eindruck vermeiden wollte. Karl V. ging darin gegen die evangelischen Fürsten vor: Zunächst drangen die Truppen Moritz’ von Sachsen (obwohl selbst evangelisch) zusammen mit König Ferdinand in Kursachsen ein, die Schmalkaldener mussten Richtung Norden zurückweichen. Der sächsische Kurfürst Johann Friedrich und Philipp von Hessen wurden gefangen genommen (die Kurwürde erhielt Moritz von Sachsen), die religiös-politische Opposition zerschlagen. Karl V. hatte damit einen großen Erfolg errungen, sein Ziel, die Protestanten zur Teilnahme an einem Konzil zu zwingen, erreichte er jedoch nicht – der Papst hatte dieses unterbrochen.

Der Sieg des Kaisers war Voraussetzung für das Augsburger Interim von 1548 (siehe dort).

Chronik: 16. Jahrhundert – 1532

1532: Constitutio criminalis Carolina
Die Constitutio criminalis Carolina, zu deutsch die “Peinliche Gerichtsordnung Karls V.”, war eine vom Reichstag verabschiedete und von den Territorien übernommene “Prozessordnung, die sich zur Grundlage des frühneuzeitlichen deutschen Strafrechts entwickelte” (Münch, Lebensformen, 1992, S. 36). Der Begriff “peinlich” ist im Sinne von Pein, Schmerz oder Strafe zu verstehen. In der Gerichtsordnung wurden u.a. Verbrechen und die Bestrafung festgelegt.

1532: Die Waldenser werden reformiert
Die Waldenser waren eine christliche Laienbruderschaft, gegen Ende des 12. Jahrhunderts gegründet und im Mittelalter von der Inquisition verfolgt. Ihre Anhänger lebten fortan zurückgezogen in den französischen und italienischen Alpen. Dort, in den so genannten Cottischen Alpen (Grenzgebiet zwischen Italien und Frankreich), gründeten sie 1532 eine reformierte Kirche und nannten sich wieder “Waldenser”. Sie leisteten einen bedeutenden Beitrag zur Ausbreitung der neuen Lehre in Frankreich und sahen sich alsbald mit großen Widerständen seitens der französischen Obrigkeit konfrontiert.

1532: Johannes Calvin: De clementia
1532 schrieb Calvin einen Kommentar zu Senecas Schrift “De clementia” (Über die Milde). Teilweise wird spekuliert, ob das schon als Hinbewegen Calvins zum reformatorischen Gedankengut zu sehen ist. (siehe Schnyder: Reformation, 2008, S. 67)

Chronik: 16. Jahrhundert – 1506

1506: Ablassschreiben von Papst Julius II.
Zur Finanzierung der neuen Peterskirche in Rom verfasste Papst Julius II. ein Schreiben, das einen vollkommenen Ablass gegen die Bezahlung eines bestimmten Geldbetrags für den Bau der Peterskirche versprach. In Deutschland erhielt dieses Ablassschreiben erst sechs Jahre später größere Bedeutung, unter Julius’ Nachfolger Leo X.

1506: Primogeniturgesetz des Herzog Albrecht IV. von Bayern
Das Primogeniturgesetz regelte, dass das Herzogtum Bayern ein ungeteiltes Herzogtum sein und bleiben sollte. Dafür verzichteten Wolfgang, der Herzog von Bayern-München, sowie einzelne Erbberechtigte gegen gewisse Abfindungen auf ihre Ansprüche. Zudem wurde das Nachfolgerecht des Erstgeborenen festgelegt.

1506: Gründung der Universität “Alma Mater Viadrina” in Frankfurt (Oder)

1506: Der sechsjährige Karl (der spätere König und Kaiser Karl V.) erbt die Niederlande

 

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