Tag Archiv für Ludwig XIV.

Chronik: 17. Jahrhundert – 1685

Hugenottenkreuz; am 11.05.2008 bei Wikimedia Commons hochgeladen von Syryatsu; Quelle: Création personnelle

Hugenottenkreuz; am 11.05.2008 bei Wikimedia Commons hochgeladen von Syryatsu; Quelle: Création personnelle

1685: Edikt von Fontainebleau: Flucht vieler Hugenotten aus Frankreich
Mit dem Edikt von Fontainebleau widerrief der französische König Ludwig XIV. die Bestimmungen des Edikts von Nantes (siehe 1598: Edikt von Nantes): Die Gewissensfreiheit der Hugenotten (also der französischen Reformierten oder Calvinisten) wurde wieder abgeschafft, ihr Gottesdienst verboten, ihre Kirchen sollten zerstört werden – selbst auswandern durften sie nicht.

Trotzdem flohen in den folgenden Jahrzehnten viele Hugenotten aus Frankreich – manche Forscher sprechen von einer halben Million (Mieck, Europäische Geschichte, 1989, S. 197; Büssem/Neher, Arbeitsbuch Geschichte, 1991, S. 180), andere von “lediglich” 200.000 Menschen (Kunisch, Absolutismus, 1986, S. 110). Viele Hugenotten ließen sich in Brandenburg-Preußen und Hessen nieder. Diese erhofften sich dadurch eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage.

1685: Edikt von Potsdam
Nachdem der französische König Ludwig XIV. die Religionsfreiheit für die französischen Protestanten (Hugenotten und Waldenser) im Edikt von Fontainebleu (1685) aufgehoben hatte, setzte eine Massenflucht ein. Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg, der Große Kurfürst, wollte daraus wirtschaftlichen Nutzen gewinnen, indem er mit dem Edikt von Potsdam 15.000 Flüchtlingen die Ansiedlung in seinem Territorium ermöglichte und ihnen Privilegien zusicherte. Tatsächlich erreichte er dadurch einen wirtschaftlichen Aufschwung.

Das Edikt gilt als Höhepunkt der Peuplierungs-Politik deutscher Territorialfürsten. (Roeck, Bernd: Aussenseiter, Randgruppen, Minderheiten: Fremde im Deutschland der frühen Neuzeit, 1993, S. 95) Eine große Bevölkerungszahl galt als Grundlage eines wirtschaftlich erfolgreichen Staates. Schwach besiedelte Gebiete sollten mit angeworbenen Menschen besiedelt werden – und solche Gebiete gab es nach dem Dreißigjährigen Krieg viele. Die neuen Siedler erhielten oft gewisse Privilegien, der Hausbau wurde unterstützt, die Ausübung des (eigenen) Gottesdienstes zugesichert, wirtschaftliche Freiheiten gewährt.

Chronik: 18. Jahrhundert – 1701

1701: Act of Settlement
Der Act of Settlement (dt. Grundordnung) des englischen Parlaments legte fest, dass kein Katholik den englischen Thron besteigen dürfe. Auch die Heirat eines katholischen Partners war damit für mögliche Thronfolger ausgeschlossen. Der Act of Settlement gilt bis heute.

1701-1713/14: Spanischer Erbfolgekrieg / Haager Allianz
Der Spanische Erbfolgekrieg wird, wohl etwas übertrieben, auch der “erste Weltkrieg” genannt, da er erstmals auch auf Gebiete außerhalb Europas hinausragte. Der Krieg entbrannte an der Frage, wer die Nachfolge des spanischen Königs Karl II. (1661-1700) antreten sollte, der seit 1665 König von Spanien war und kinderlos blieb: Damit stand das Aussterben der habsburgischen Linie in Spanien bevor.

Drei “Bewerber” um die Nachfolge gab es:

  1. Kaiser Leopold I. (über seine Frau Margareta Theresa von Spanien, 1651-1673, die im Testament ihres Vaters Philipp IV. für den Fall des Aussterbens der spanischen Habsburgerlinie als Erbin vorgesehen war),
  2. Ludwig XIV., französischer König bourbonischer Abstammung (über seine Frau Maria Theresia, 1638–1683, die älteste Tochter Philipps IV.),
  3. Maximilian II. Emanuel von Bayern, der mit Maria Antonia von Österreich (1669-1692) verheiratet war. Maria Antonia war die Tochter Kaiser Leopolds I. und Margareta Theresia. Aus der Ehe Maximilians mit Maria Antonia ging der Sohn Joseph Ferdinand hervor, der zunächst von Karl II. als Gesamterbe Spaniens bestimmt worden war. Joseph Ferdinand starb allerdings 6-jährig im Jahre 1699.

Überraschend übertrug Karl II. kurz vor seinem Tod den Gesamtbesitz an Philipp von Anjou, den Enkel Ludwigs XIV., und setzte damit den Spekulationen über eine Teilung des spanischen Besitzes ein Ende.

Mit dieser Machtfülle des französisch-bourbonischen Geschlechts wollten sich viele Herrscher in Europa nicht abfinden: Der Habsburger Kaiser Leopold I. verbündete sich mit Holland und England in der sogenannten Haager Allianz, der sich nachfolgend Preußen, Portugal, Hannover und Savoyen anschlossen. Fast das gesamte Reich stand auf Seiten des Kaisers. Nach anfänglicher Neutralität trat Maximilian II. Emanuel von Bayern offen auf die Seite der Franzosen.

Kriegsschauplätze waren Spanien, Norditalien, die Nordsee, Süddeutschland und schließlich auch die südlichen Niederlande. Dabei erlitten die französischen Heere schwere Niederlagen – vor allem durch den Prinzen Eugen von Savoyen (Österreich) und den englischen/britischen Herzog von Marlborough. 1711 kam es zwischen Frankreich und England zu einem Vorfrieden, da England weder an einer Vormachtstellung der Franzosen noch an einem mächtigen Reich interessiert war.

Die Schlacht bei Calcinato 1706 (Spanischer Erbfolgekrieg), von Jean Baptiste Martin (1659-1735) im Heeresgeschichtlichen Museum, Wien. Quelle: Selbst erstellt im Heeresgeschichtlichen Museum, Wikimedia Commons / Pappenheim

Die Schlacht bei Calcinato 1706 (Spanischer Erbfolgekrieg), von Jean Baptiste Martin (1659-1735) im
Heeresgeschichtlichen Museum, Wien. Quelle: Selbst erstellt im Heeresgeschichtlichen Museum,
Wikimedia Commons / Pappenheim

Chronik: 17. Jahrhundert – 1688

1688-1689: Glorious Revolution (Glorreiche Revolution) in England / Bill of Rights 
Die Revolution von 1688/89 war ein Machtkampf zwischen dem englischen König und den Gegnern des monarchischen Absolutismus. Die Gegner konnten ihre Forderungen durchsetzen, so dass das englische Parlament fortan “das eigentliche Machtzentrum des Staats” darstellte. (Kunisch, Absolutismus, 1986, S. 63) Die “Bill of Rights” von 1689 war Ausdruck des neuen Machtverständnisses. Die königlichen Rechte wurden deutlich beschnitten, die Katholiken von der Thronfolge ausgeschlossen.

1688-1697: Pfälzer Krieg (auch Pfälzischer Erbfolgekrieg) / Friede von Rijswijk 
Seit 1667 führte der französische König Ludwig XIV. meherere Expansionskriege: gegen die spanischen Niederlande, gegen Holland. Ludwig besetzte das Elsaß und Lothringen, annektierte Straßburg und trat 1688 schließlich in den Krieg gegen die Pfalz. Dort wollte Ludwig das Erbe seiner Schwägerin Elisabeth Charlotte (Liselotte von der Pfalz), die Schwester des verstorbenen Kurfürsten von der Pfalz, Karl II. (1651-1685), für sich in Anspruch nehmen.

Der Krieg verlief für Frankreich erfolglos, es konnten keine Territiorien hinzugewonnen werden. Das brutale und auf Verwüstungen und Zerstörungen ausgerichtete militärische Vorgehen schuf in Deutschland eine deutlich antifranzösische Stimmung.

Der Friede von Rijswijk beendete den Krieg. Das Vertragswerk umfasste Friedensbestimmungen mit England, Holland, Spanien und dem Heiligen Römischen Reich.

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