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Chronik: 16. Jahrhundert – 1500

Raffael: Schule von Athen, 1509–1510, Stanza della Segnatura, Vatikanstaat

Raffael: Schule von Athen, 1509–1510, Stanza della Segnatura, Vatikanstaat

seit dem 15. Jahrhundert: Renaissance (Kulturepoche)
In der Epoche der Renaissance (frz., “Wiedergeburt”) wurden die antike Kunst, Philosophie und Literatur neubelebt, “wiedergeboren”. Doch es war keine reine Wiederentdeckung. Das Alte wurde eingebunden in die Realitäten des 15. und 16. Jahrhunderts und v. a. weiterentwickelt – von Menschen, die sich als Individuen betrachteten, als wirkende Kräfte, als Schöpfer eigener Dinge.

zum Artikel „Die Renaissance“

seit dem 15. Jahrhundert: Epoche der Musikgeschichte: Renaissance
Knapp 200 Jahre dauerte die musikalische Renaissance, von ca. 1420 bis 1600. Musikalisch glich sie viele nationale Eigenheiten der einzelnen Musiken Europas aus. Ende des 16. Jahrhunderts bestanden zwischen dem volkstümlichen England, dem polyphonen Frankreich und dem gesanglichen Italien mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede.

zum Artikel „Die Musik der Renaissance“

seit 1486: Maximilian I. (römisch-deutscher König)
Maximilian I., der im Gegensatz zu seinem Vorgänger ein Regent war, der Probleme aktiv anging, wurde 1508  zum Kaiser gekrönt („Erwählter Römischer Kaiser“).

seit 1495: Ewiger Landfrieden
Der Ewige Landfrieden gilt in der deutschen Rechtsgeschichte als eines der bedeutendsten Bestimmungen oder Wendepunkte um 1500. Er bestimmte, dass über Rechtsbrüche Gerichte entscheiden sollten. Das Mittel der Fehde, also eine Art Selbstjustiz bei einem Rechtsbruch, wurde verboten. Das Gewaltmonopol ging damit in die „öffentliche Hand“ über. (Gotthard: Das Alte Reich, 5. Aufl., 2013, S. 33) Dazu wurde, ebenfalls auf dem Wormser Reichstag von 1495, noch das Reichskammergericht „installiert“, das eben die Fälle eines Rechtsbruchs behandeln sollte – es war „die erste selbständige Reichsbehörde“ (Diwald: 1400-1555, Anspruch auf Mündigkeit, Propyläen Geschichte Europas, 1999, S. 314).

Wenngleich der Ewige Landfriede recht klar formuliert war, sollte es teilweise noch einige Jahrzehnte dauern, bis er sich überall durchgesetzt hatte. Einzelne Kriege zeigten zudem auf, dass weitere Maßnahmen zur Durchsetzung eines solchen inneren Friedens notwendig waren.

1500-1502: Nürnberger Reichsregiment
Einige Stände im Heiligen Römischen Reich versuchten mehrmals im 16. Jahrhundert, dauerhaft ein so genanntes Reichsregiment zu schaffen. Dieses sollte das Reich nach außen und im Innern stärken, gemeinsame Intreressen vertreten, Frieden und Einheit schaffen. Das hätte die Regierungsmacht des römisch-deutschen Königs deutlich eingeschränkt, weshalb sich Maximilian I. auch dagegen sträubte. Doch nicht nur daran scheiterte die Idee eines Reichsregiment: Etliche Reichsstände sahen in einer Ständeregierung ebenso eine Bedrohung ihrer Freiheiten wie in der Macht des Königs. Zudem sträubten sie sich gegen eine aktive Mitarbeit. (S. Gotthard: Das Alte Reich, 2013, S. 34)

Chronik: 16. Jahrhundert – 1567

1567: Teilung Hessens
Nach dem Tod Philipps I. (auch „der Großmütige“ genannt) wurde die Landgrafschaft Hessen unter seinen vier Söhnen aufgeteilt. Fortan gab es Hessen-Kassel, Hessen-Dramstadt, Hessen-Marburg und Hessen-Rheinfels. Rheinfels wurde 1583 wieder den anderen drei Grafen zugesprochen, nachdem 1583 Landgraf Philipp II. von Hessen-Rheinfels kinderlos verstarb. Den Hauptteil erhielt Hessen-Kassel. Auch Hessen-Marburg wurde später wieder aufgeteilt – nach dem Tode Ludwig IV. im Jahre 1604, der ebenfalls keine Nachkommen besaß. Bedingung für das Erbe war allerdings, dass die lutherische Konfession hier erhalten bliebe. Dies führte zu Zwistigkeiten zwischen den weiteren Erben, nachdem Landgraf Moritz von Hessen-Kassel 1605 zum Calvinismus übergetreten war.

1567: Giovanni Pierluigi da Palestrina: Missa Papae Marcelli
Es ist nicht sicher, wann genau der italienische Komponist Palestrina diese Messe erstellte. Sie wurde in einem Sammelband 1567 veröffentlicht und trug den Namen des Papstes Marcellus II. Dieser war weniger als ein Monat (9. April bis 1. Mai 1555) Papst. Die Legende sagt, dass Palestrina mit dieser Messe die Kirchenoberen des Trienter Konzils davon überzeugte, dass mehrstimmige Kirchenmusik durchaus gottgefällig sein konnte. Palestrina schuf daraufhin ein Werk, das ihm des Nachts durch eine Erscheinung von Engeln und großen Komponisten eingegeben wurde: die Missa Papae Marcelli, „bis heute eines der schönsten Dokumente der Hochpolyphonie, der Klangwelt der Hochrenaissance“ (Pahlen, Kurt: Die Große Geschichte der Musik, München 2002, S. 116).

Nachfolgendes Video: New York Polyphony: Palestrina / Missa Papae Marcelli – Kyrie (YouTube.com)

(New York Polyphony: www.newyorkpolyphony.com;  „New York Polyphony“ auf YouTube)