Tag Archiv für Ablass

Chronik: 16. Jahrhundert – 1517

ab 1517: Thesenanschlag, Reformation und Konfessionalisierung

Was war die Reformation?

Die Reformation kann als eine durch Martin Luther ausgelöste Bewegung innerhalb der christlich-abendländischen Welt angesehen werden, die zur Aufspaltung der (alten) Kirche führte. Fortan gab es eine katholische, eine lutherische und eine reformierte Kirche.

Der Thesenanschlag Luthers als Beginn der Reformation

1517 verfasste Martin Luther die “95 Thesen gegen den Ablass”, Weiterlesen

Chronik: 16. Jahrhundert – 1514

1514: “Armer Konrad” und der Tübinger Vertrag
Unter dem “Armen Konrad” ist “eine überständisch und überterritorial agierende und organisierte Widerstandsbewegung (zu verstehen), die längerfristig eine Massenbewegung vorbereitete, deren Ziel der Sturz der bestehenden Herrschafts- und und Gesellschaftsordnung war.” (Zitate nach Blickle/Adam: Bundschuh, 2004, S. 184)

Im Mai 1514 plante der württembergische Herzog Ulrich, auf alle Lebensmittel eine Steuer zu erheben, die seinen verschuldeten Haushalt sanieren sollte. Dagegen formierte sich im Remstal (östlich von Stuttgart) ein breiter öffentlicher Widerstand. Unzufrieden war der “einfache Mann” schon länger, doch diese Pläne Ulrichs ließen das Fass überlaufen. Zwar zog er die Steuerpläne wieder zurück, unter dem Namen “Armer Konrad” bildete sich der Widerstand aber weiter aus. In Württemberg kam es zu Tumulten, die schließlich von Ulrichs Truppen niedergeschlagen wurden. Die gefangen genommenen Anführer wurden getötet, die Mitläufer gefoltert und eingesperrt.

Herzog Ulrich sicherte sich im Kampf gegen den “Armen Konrad” die Unterstützung der Landschaften, also der Landstände, die gegenüber dem Landesherrn das Land und die Bevölkerung vertraten und sich als Landtag versammelten. Auch sie sahen ihre Stellung die Bewegung bedroht. Der zwischen ihnen und dem Herzog geschlossene Tübinger Vertrag legte fest, dass die Landschaften zur Tilgung der herzoglichen Schulden beitragen sollten. Im Gegenzug musste der Herzog den Landschaften bedeutende Rechte zusichern.

1514: Deutliche Zunahme des Ablasshandels in Deutschland
Unter Papst Leo X. wurde der Ablass Papst Julius II. (s. 1506) auch ins Heilige Römische Reich gebracht. Albrecht von Brandenburg nutzte diesen zur Abtragung seiner Schulden bei den Fuggern.

Albrecht von Brandenburg war bereits Erzbischof von Magdeburg und interessierte sich für den Bischofssitz in Mainz. Da solch eine Ämteranhäufung kirchenrechtlich nicht erlaubt war, musste eine Ausnahme durch einen recht hohen Geldbetrag an Rom erkauft werden. Zusammen mit den “normalen” Kosten für die Berufung auf einen Bischofsstuhl kostete Albrecht dieser Schritt 24.000 Golddukaten – er nahm einen Kredit bei der Handelsfamilie der Fugger auf.

Der Ablass bot Albrecht von Brandenburg nun die Möglichkeit, diese Schulden wieder loszuwerden. Für die Erlaubnis, dass der Ablass in seinen Landen verkauft werden dürfe, erhielt er die Zusage, die Hälfte der Ablassgelder behalten zu dürfen. (Schilling, S. 162 f.) Mit der Durchführung der Ablasspredigten wurde der Dominikanermönch Johannes Tetzel beauftragt.

Wenngleich Martin Luther sicherlich nicht alle fiskalischen und politischen Hintergründe bewusst waren, kann die Praxis in Brandenburg als “Initialzündung für die Reformation” angesehen werden (Schnabel-Schüle, S. 65). Luther erstellte seine berühmten “95 Thesen gegen den Ablass”.

Chronik: 16. Jahrhundert – 1506

1506: Ablassschreiben von Papst Julius II.
Zur Finanzierung der neuen Peterskirche in Rom verfasste Papst Julius II. ein Schreiben, das einen vollkommenen Ablass gegen die Bezahlung eines bestimmten Geldbetrags für den Bau der Peterskirche versprach. In Deutschland erhielt dieses Ablassschreiben erst sechs Jahre später größere Bedeutung, unter Julius’ Nachfolger Leo X.

1506: Primogeniturgesetz des Herzog Albrecht IV. von Bayern
Das Primogeniturgesetz regelte, dass das Herzogtum Bayern ein ungeteiltes Herzogtum sein und bleiben sollte. Dafür verzichteten Wolfgang, der Herzog von Bayern-München, sowie einzelne Erbberechtigte gegen gewisse Abfindungen auf ihre Ansprüche. Zudem wurde das Nachfolgerecht des Erstgeborenen festgelegt.

1506: Gründung der Universität “Alma Mater Viadrina” in Frankfurt (Oder)

1506: Der sechsjährige Karl (der spätere König und Kaiser Karl V.) erbt die Niederlande

 

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