Tag Archiv für Augsburg

Chronik: 16. Jahrhundert – 1555

1555: Augsburger Religionsfrieden
Der Augsburger Religionsfrieden, der auf dem Augsburger Reichstag zustande kam, war ein Friedensvertrag zwischen König Ferdinand I. und den Protestanten, die die Confessio Augustana anerkannten. Die Protestanten erhielten damit ihre reichsrechtliche Anerkennung und ihr “ius reformandi”: Die Konfession des Landesherrn verpflichtete die Untertanen zur Übernahme derselben – cuius regio eius religio (lt., wessen Land, dessen Religion). Wer sich von den Untertanen damit nicht einverstanden erklären wollte, konnte das “ius emigrandi” für sich in Anspruch nehmen, das Recht auf Auswanderung.

Für die geistlichen Territorien hingegen galt der so genannte Geistliche Vorbehalt, das Reservatum Ecclesiasticum. Er zog faktisch eine Sicherung des katholischen Bekenntnisses in vielen Ländern des Heiligen Reiches nach sich, da es bestimmte, dass ein geistlicher Territorialherr im Falle eines Konfessionswechsels seine weltliche Herrschaft aufzugeben und sie an einen anderen katholischen Herrn abzugeben hatte. Der Geistliche Vorbehalt sollte später noch (s. 1583: Kölnischer Krieg und 1583: Straßburger Kapitelstreit) für etliche Zwistigkeiten sorgen, da ihn die protestantischen Stände aufgrund der ungleichen Behandlung nicht anerkennen wollten.

Konfessionell gemischte Reichsstädte hatten beiden Konfessionen die Ausübung ihrer Religion zu gestatten. Auch hier galt: Regiert ein geistlicher Reichsfürst, so musste er im Falle eines Konfessionswechsels seine Ämter aufgeben. Dies bestimmte der so genannte Geistliche Vorbehalt (reservatum ecclesiasticum),

Der Augsburger Religionsfrieden war eigentlich nur als Provisorium gedacht – bis die Einheit der Religion wieder hergestellt werden könne. Faktisch wurde er ein dauerhafter Bestandteil des weiteren religions-politischen Geschichtsverlaufs. Die Reformierten (Calvinisten, Zwinglianer) sowie weitere religiöse Gruppierungen (Täufer, Spiritualisten) blieben außen vor. Die Reformierten wurden erst Jahre später miteinbezogen, offiziell sogar erst 1648.

Trotz des Religionsfriedens kam es in den Folgejahrzehnten zu (z.T. auch kriegerischen) Konflikten, u.a. dann, wenn es übergreifende, das Reich betreffende Entscheidungen zu treffen galt und sich Altgläubige und Protestanten zusammensetzen mussten oder es in einem Territorium zu einem Konfessionswechsel kam. Das lag auch an so manch ungenau formulierten Regelungen des Augsburger Religionsfriedens. (Siehe dazu Zeeden: 1556-1648 – Hegemonialkriege und Glaubenskämpfe, 1999, S. 225 f.)

1555: Papst Marcellus II. (Lebensdaten: 1501-1555), Papst für knapp einen Monat, 9. April bis 1. Mai 1555

1555–1559: Papst Paul IV. (Lebensdaten: 1476-1559)

Chronik: 18. Jahrhundert – 1794

1794: Allgemeines Landrecht für die preußischen Staaten
Das Allgemeine Landrecht wird allgemein als ein wichtiger Schritt in den Verfassungsstaat angesehen. Friedrich II. (der Große, 1712-1786) gab es bereits 1745 in Auftrag, gegen Ende seines Lebens wurde es v.a. von den Rechtsgelehrten Carl Gottlieb Svarez und Ernst Ferdinand Klein vorangetrieben, bis es schließlich 1794 abgeschlossen werden konnte. Gemäß dem aufklärerischen Gedanken, dass Gesetze und nicht Menschen über Mensachen herrschen sollten, sollte das Landrecht Sicherheit in der Rechtsprechung bieten. In manchen Teilen wirkt es sehr modern (z.B. Verbesserung der Rechtslage für ledige Mütter und uneheliche Kinder), anbdererseits hielt es an den ständischen Privilegien fest.

1794: Aufstand der Weber in Augsburg
Bereits seit über 10 Jahren schwelte der Streit zwischen den in Augsburg ansässigen Weber und der städtischen Obrigkeit. Die Webert fühlten sich durch Konkurrenz aus dem Reich und aus anderen Ländern in ihrer Existenz bedroht und forderten einen Einfuhrstopp. 1794 stürmten schließlich Webermeister mehrmals das Rathaus. Mehrere Kompromisse scheiterten. Der Stadtrat schlug schließlich militärisch den Aufstand nieder.

Chronik: 16. Jahrhundert – 1510

1510: Der Reichstag zu Augsburg erklärt Hamburg zur Reichsstadt

1510: Judenverfolgungen und -morde
1510 wurden in Berlin 38 Juden verbrannt, zwei weitere enthauptet. Der Vorwurf lautete Hostienschändung. Aus Brandenburg und Braunschweig wurden die Juden vertrieben.

1510: Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim: De occulta philosophia
Heinrich Cornelius Agrippa hatte im Jahre 1510 sein Werk “De occulta philosophia” abgeschlossen, worin er das Wissen seiner Zeit über Magie und Astrologie systematisch zusammenfasste. Das Werk erschien erst 1531 in dem Gesamtwerk (Opera) und 1533 als einzelne Schrift.

 

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