Tag Archiv für Friedrich Wilhelm I.

Chronik: 18. Jahrhundert – 1722

1722: Johann Sebastian Bach: Das Wohltemperierte Klavier (Teil 1)
Das Wohltemperierte Klavier ist ein Klavierwerk von Bach aus seiner Zeit in Köthen. Hier arbeitete Bach als Hofkapellmeister des Fürsten Leopold von Anhalt-Köthen, einem Musikfreund und Calvinist.

Das Werk selbst ist eine Sammlung von 24 Präludien und Fugen. Der Ausdruck “Wohltemperiertes Klavier” zielt auf die Stimmung des Instruments ab, ohne die es nicht möglich wäre, ein solches Werk, das durch alle Tonarten geht, zu spielen: Das Klavier muss ausgeglichen gestimmt sein, was mittels einer leichten “Verstimmung aller Intervalle außer der Oktave erreicht wird.” (Reclam Buch der Musik, 2002, S. 117) Bach zeigte mit seinem Werk, dass man auf einem solchen bzw. für ein solches Instrument Klavierstücke in allen Tonarten gleichberechtigt komponieren und spielen kann.

Gleichzeitig sollten die einzelnen Stücke auch “zum Nutzen und Gebrauch der Lehrbegierigen Musicalischen Jugend” sein – wobei ihr Wert freilich über diesen Gebrauchswert deutlich hinausging: Jedes einzelne Stück sei “ein Kunstwerk von höchstem Rang”, heißt es in Metzlers Musik Chronik (2005, S. 256). Das Cambridge Buch der Musik fügt hinzu, dass die Fugen “nach allgemeiner Ansicht die reichste Versammlung von Fugentechniken, die jemals aufgeboten wurden”, enthalten (1994, S. 218).

1722: Generaldirektorium des preußischen Königs Friedrich Wilhelms I.
1722 erließ der preußische König eine Instruktion zur Schaffung einer zentralen Wirtschafts- und Finanzbehörde, des Generaldirektoriums. Es unterstand direkt dem König und gab ihm die Möglichkeit, den Finanzhaushalt seines Landes zu beaufsichtigen und auf finanzielle Entscheidungen, die gerade auch militärische Vorhaben tangierten, direkt Einfluss zu nehmen.

1722: Jean-Philippe Rameau: Traité de l’harmonie réduite à ses principes naturels
Rameaus Schrift kann als erste Harmonielehre bezeichnet werden. Er systematisierte darin vieles von dem, was Komponisten vor ihm und in seiner Zeit schon länger umsetzten: den Dreiklang der Harmonie und ihre Beziehung zur Obertonreihe, die Akkorde und ihre Umkehrungen, die Verwandtschaft der Tonarten u.v.m. (siehe Pahlen: Große Geschichte der Musik, 2002, S. 191).

Rameau war also nicht nur Komponist, sondern auch Musiktheoretiker – oder sogar vor allem Musiktheoretiker? Im Cambridge Buch der Musik (1994, S. 195) heißt es, dass ihm vielleicht “seine Theorien mehr bedeuteten als seine Kompositionen”. (Näheres zu Rameaus Leben und Werk siehe: 1733: Die Oper “Hippolyte und Aricie” von Jean-Philippe Rameau wird uraufgeführt.)

Chronik: 17. Jahrhundert – 1655

1655-1667: Papst Alexander VIII. (Lebensdaten: 1599-1667)

1655-1660: Zweiter Nordischer Krieg / Vertrag von Königsberg / Vertrag von Lubia / Friede von Oliva
Im Zweiten Nordischen Krieg standen sich zunächst Schweden und Polen gegenüber, Russland griff kurze Zeit später in die Kriegshandlungen mit ein.

Der Krieg entzündete sich daran, dass der polnische König Johann II. Casimir Anspruch auf die schwedische Krone anmeldete. Daraufhin marschierte der schwedische König Karl X. in Polen ein, nahm Warschau und Lettland ein. Brandenburg, das bislang das Herzogtum Preußen als Lehen von Polen besaß, musste nun den schwedischen König Karl X. Gustav als Lehnsherrn annehmen (Vertrag von Königsberg). In der Folgezeit neigte sich das Machtgefüge etwas zu Ungunsten Schwedens: Von russischer, aber auch von polnischer Seite ging Gefahr aus. So war nun Karl X. Gustav seinerseits zu Zugeständnissen an Brandenburg bereit: Mit dem Vertrag von Labiau im November 1656 erhielt Brandenburg u.a. die volle Souveränität über Preußen.

1657 schließlich traten die Österreicher, Dänen und die Niederländer entschlossener an die Seite Polens, ein schwedisches Übergewicht im Norden Europas zu verhindern – und sogar Brandenburg wechselte die Fronten, nachdem Kurfürst Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg-Preußen im Vetrag von Wehlau seitens des polnischen Königs Johann Casimir die volle Souveränität zubilligte.

Beendet wurde der Krieg schließlich mit dem Frieden von Oliva im Jahre 1660.

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