Tag Archiv für Hexen

Chronik: 16. Jahrhundert – 1597

1597: Anton Prätorius: “Von Zauberey vnd Zauberern Gründlicher Bericht”
1597 veröffentlichte Anton Prätorius unter dem Pseudonym Johannes Sculteus seine Schrift gegen die Hexenverfolgung.

1597: Giovanni Gabrieli: Sacrae Symphoniae
Der italienische Komponist Giovanni Gabrieli war entscheidend an der Entstehung der Instrumentalmusik (ohne Beteiligung der menschlichen Stimme und des Tanzes) beteiligt. Er schrieb mehrstimmige lyrische Gesänge, die Kanzone, in Instrumentalstücke um. Das Werk “Sacrae Symphoniae” umfasste 6- bis 16-stimmige Kanzonen sowie Motetten. Der Begriff “Sinfonie” oder “Symphonia” besaß im 16. Jahrhundert allerdings noch nicht die Bedeutung, die er heute innehat. Er bezeichnete u.a. ein instrumentales Vor- oder Zwischenspiel bei größeren Vokalwerken.


(AVROTOS Klassiek: web.avrotros.nl/cultuur/klassiek/; AVROTOS Klassiek bei Youtube: youtube.com/user/avroklassiek)

Chronik: 16. Jahrhundert – 1589

1589: Peter Binsfeld: Hexentraktat
1589 wurde eines der einflussreichsten Hexentraktate der Frühen Neuzeit veröffentlicht: Peter Binsfelds “Tractatus de confessionibus maleficorum et sagarum, & auctior redditus. An, & quanta fides ijs abhibenda sit?” Der Traktat “lieferte das theoretische Fundament für härteste Verfolgung”, indem er “genau die Fragfen (behandelte), die zur Legitimation der Verfolgung notwendig waren.” So sollte bereits eine Denunziation ausreichen, um jemanden als Hexe oder Hexer anzuklagen und zu verhören (oder besser: zu foltern).

 

  • nachfolgende Quelle: Binsfeld, Peter: Tractat von Bekanntnuß der Zauberer und Hexen (deutsche Ausgabe von 1590), (Google eBook)

  • Tipp: Die Schrift gibt es auch in einer modernen Übersetzung.

Literatur zu einzelnen Ereignissen / Themen der Frühen Neuzeit

Die Liste bietet einen kleinen Überblick der Literatur zur Geschichte einzelner Ereignisse der Frühen Neuzeit – völlig subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Sie wird nach und nach erweitert.

 

Chronik: 18. Jahrhundert – 1737

1737: Großbritannien: Abschaffung des Hexereidelikts
In Großbritannien verliefen die Hexenverfolgungen bei weitem nicht so heftig wie in Teilen West- und Mitteleuropas. Die Elemente des Hexenwesens (Schadenzauber, Teufelspakt und -buhlschaft, Hexenflug, Hexensabbat) wurden in England uznd Schottland nur zögerlich wahrgenommen und übernommen – und schon gar nicht so detailliert ausgeschmückt. Die Folter wurde in England kaum, in Schottland relativ selten angewandt. Brian P. Levack (Hexenjagd: Die Geschichte der Hexenverfolgungen in Europa, 1999, S. 188) schätzt, dass die Zahl der Hexenprozesse in Großbritannien “kaum über 5000, die der Hinrichtungen unter 2500, eventuell nur um 1500″ betrugen. 1737 schließlich wurde das Hexereidelikt ganz abgeschafft.

Chronik: 18. Jahrhundert – 1714

1714: Einschränkung der Hexenprozesse in Preußen
Der preußische König Friedrich Wilhelm I. (auch der Soldatenkönig genannt) erließ im Jahre 1714 ein Gesetz, das die Hexenverfolgungen zwar nicht ausdrücklich verbot, aber deutlich einschränken sollte. Der König selbst wollte die Kontrolle über die einzelnen Verfahren und Urteile erhalten, um Fehler auszuschließen.

1714: Fahrenheit: Entwicklung des Quecksilberthermometers

1714: Der Hannoveraner Kurfürst Georg I. wird englischer König
1714 fand in Großbrittaniens Königshaus ein Dynastiewechsel statt. Georg I. Ludwig (1660-1727) aus dem Hause Hannover (Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg oder Kurhannover) wurde neuer König.

Chronik: 17. Jahrhundert – 1615

1615: Hexenverfolgung in Leonberg
Der Leonberger Vogt Lutherus Einhorn klagte in seiner Amtszeit (1613-1629) 15 Frauen wegen Hexerei an, von denen acht zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden. Weite Teile der Bevölkerung und die Leonberger Stadtobrigkeit unterstützten ihn dabei. Auch gegen die Mutter des Astronomen Johannes Kepler, Katharina Kepler, erhob er Anklage. Sie wurde jedoch freigesprochen.

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