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Chronik: 18. Jahrhundert – 1714

1714: Einschränkung der Hexenprozesse in Preußen
Der preußische König Friedrich Wilhelm I. (auch der Soldatenkönig genannt) erließ im Jahre 1714 ein Gesetz, das die Hexenverfolgungen zwar nicht ausdrücklich verbot, aber deutlich einschränken sollte. Der König selbst wollte die Kontrolle über die einzelnen Verfahren und Urteile erhalten, um Fehler auszuschließen.

1714: Fahrenheit: Entwicklung des Quecksilberthermometers

1714: Der Hannoveraner Kurfürst Georg I. wird englischer König
1714 fand in Großbrittaniens Königshaus ein Dynastiewechsel statt. Georg I. Ludwig (1660-1727) aus dem Hause Hannover (Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg oder Kurhannover) wurde neuer König.

Chronik: 18. Jahrhundert – 1737

1737: Großbritannien: Abschaffung des Hexereidelikts
In Großbritannien verliefen die Hexenverfolgungen bei weitem nicht so heftig wie in Teilen West- und Mitteleuropas. Die Elemente des Hexenwesens (Schadenzauber, Teufelspakt und -buhlschaft, Hexenflug, Hexensabbat) wurden in England uznd Schottland nur zögerlich wahrgenommen und übernommen – und schon gar nicht so detailliert ausgeschmückt. Die Folter wurde in England kaum, in Schottland relativ selten angewandt. Brian P. Levack (Hexenjagd: Die Geschichte der Hexenverfolgungen in Europa, 1999, S. 188) schätzt, dass die Zahl der Hexenprozesse in Großbritannien “kaum über 5000, die der Hinrichtungen unter 2500, eventuell nur um 1500″ betrugen. 1737 schließlich wurde das Hexereidelikt ganz abgeschafft.

Chronik: 18. Jahrhundert – 1775

1775: Letzte Hinrichtung einer Hexe in Deutschland
Die letzte Hexenhinrichtung in Deutschland fand in Kempten statt: Maria Anna Schwägelin wurde vom Bannrichter Johann Franz Wilhelm Treichlinger zum Tode verurteilt, der Fürstabt unterschrieb das Urteil. Es wurde allerdings wohl nicht vollstreckt.

1775-1783: Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg
Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg war ein Krieg zwischen der Kolonialmacht Großbritannien und den 13 Kolonien in Nordamerika. Auch wenn erst 1783 der Krieg offiziell beendet war, stand bereits 1781 Großbritannien als Verlierer da: Die Briten verloren die Schlacht von Yorktown gegen die amerikanischen Truppen, die von Frankreich unterstützt wurden. Bereits 1776 wurde die Unabhängigkeit ausgerufen, 1777 die Konföderation. Die Vereinigten Staaten waren damit unabhängig.

Schreckenvolle Feuersbrunst welche zu Neu Yorck von denen Americanern in der Nacht vom 19. Herbst Monath 1776 angelegt worden, wodurch alle Gebäude auf der West Seite der neuen Börse längst der Brook Strant biss an das Königl[iche] Kollegii mehr als 1600 Häuser, die Dreifaltigkeits Kirche, die Lutherische Kappelle u[nd] die Armen Schule in Asche verwandelt worden, 1776; Quelle New York Public Library Digital Collection, URL: http://digitalgallery.nypl.org/nypldigital/id?psnypl_prn_972; Urheber Francois Xav. Habermann / Wikimedia Commons

Schreckenvolle Feuersbrunst welche zu Neu Yorck von denen Americanern in der Nacht vom 19. Herbst Monath 1776 angelegt worden, wodurch alle Gebäude auf der West Seite der neuen Börse längst der Brook Strant biss an das Königl[iche] Kollegii mehr als 1600 Häuser, die Dreifaltigkeits Kirche, die Lutherische Kappelle u[nd] die Armen Schule in Asche verwandelt worden, 1776; Quelle New York Public Library Digital Collection, URL: http://digitalgallery.nypl.org/nypldigital/id?psnypl_prn_972; Urheber Francois Xav. Habermann / Wikimedia Commons


1775-1799: Papst Pius VI. (Lebensdaten: 1717-1799)

Chronik: 17. Jahrhundert – 1615

1615: Hexenverfolgung in Leonberg
Der Leonberger Vogt Lutherus Einhorn klagte in seiner Amtszeit (1613-1629) 15 Frauen wegen Hexerei an, von denen acht zum Tode verurteilt und hingerichtet wurden. Weite Teile der Bevölkerung und die Leonberger Stadtobrigkeit unterstützten ihn dabei. Auch gegen die Mutter des Astronomen Johannes Kepler, Katharina Kepler, erhob er Anklage. Sie wurde jedoch freigesprochen.

Chronik: 16. Jahrhundert – 1597

1597: Anton Prätorius: „Von Zauberey vnd Zauberern Gründlicher Bericht“
1597 veröffentlichte Anton Prätorius unter dem Pseudonym Johannes Sculteus seine Schrift gegen die Hexenverfolgung.

1597: Giovanni Gabrieli: Sacrae Symphoniae
Der italienische Komponist Giovanni Gabrieli war entscheidend an der Entstehung der Instrumentalmusik (ohne Beteiligung der menschlichen Stimme und des Tanzes) beteiligt. Er schrieb mehrstimmige lyrische Gesänge, die Kanzone, in Instrumentalstücke um. Das Werk „Sacrae Symphoniae“ umfasste 6- bis 16-stimmige Kanzonen sowie Motetten. Der Begriff „Sinfonie“ oder „Symphonia“ besaß im 16. Jahrhundert allerdings noch nicht die Bedeutung, die er heute innehat. Er bezeichnete u.a. ein instrumentales Vor- oder Zwischenspiel bei größeren Vokalwerken.


(AVROTOS Klassiek: web.avrotros.nl/cultuur/klassiek/; AVROTOS Klassiek bei Youtube: youtube.com/user/avroklassiek)

Chronik: 16. Jahrhundert – 1590

1590: Papst Urban VII. (Lebensdaten: 1521-1590), Papst für 12 Tage, vom 15. bis zum 27. September

um 1590: Erste der drei Wellen der Hexenverfolgung
Für den deutschen Raum lassen sich drei große Verfolgungswellen ausmachen: um 1590, wobei die Spanne von 1585 bis 1595 reicht; um 1630, relativ kurz und heftig; um 1660, hier mit der größten zeitlichen Spanne: 15 Jahre von Anfang der 50er bis Ende der 60er Jahre. (Schormann, 1996, S. 52 ff.)

1590-1591: Papst Gregor XIV. (Lebensdaten: 1535-1591)