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Chronik: 18. Jahrhundert – 1735

Porträt des Carolus Linnaeus (1707-1778) von Johan Henrik Scheffel (1690-1781), 1739; Wikimedia Commons (Current location unknown, Source/Photographer unknown)

Porträt des Carolus Linnaeus (1707-1778) von Johan Henrik Scheffel (1690-1781), 1739; Wikimedia Commons (Current location unknown, Source/Photographer unknown)

1735: Carl von Linné: Systema Naturae
Nach Jahren des Suchens, Zeichnens und Beschreibens von Pflanzen erschien 1735 eine der Hauptschriften des schwedischen Naturforschers Carl von Linné (1707-1778). Linné verschrieb sich der Klassifizierung der Pflanzen und Tiere. Diese unterteilte er in Kategorien, Ordnungen, Familien, Gattungen und Arten. Seine Klassifizierungen sind größtenteils noch heute gültig.

 

 

 

 

 

 

 

Quelle

Carl von Linné: Systema naturae, 2. Auflage von 1740 (Google Books)

Weitere Quellen:

1735-1739: Russisch-türkischer Krieg (auch Erster Russisch-Österreichischer Türkenkrieg genannt) / Friede von Belgrad
In diesem Krieg standen die Verbündeten Österreich und Russland dem Osmanischen Reich gegenüber. Russland suchte schon länger seine Macht bis zum Schwarzen Meer auszudehnen, Österreich in Richtung Balkan. Der Vorstoß Österreichs war wenig erfolgreich. Im Frieden von Belgrad (1739) gingen einige Gebiete, die den Österreichern im Frieden von Passarowitz (1718, siehe oben) zugesprochen worden waren, wieder zurück an das Osmanische Reich. Russland hatte zwar mehr kriegerische Erfolge vorzuweisen, trat jedoch auch dem Belgrader Frieden bei, der ihnen nur geringe Vorteile gegenüber der Situation vor dem Krieg brachte.

1735-1763: Friedrich August II. (1696-1763) von Sachsen: König von Polen („August III.“)

Chronik: 18. Jahrhundert – 1741

1741-1743: Krieg zwischen Schweden und Russland / Friede von Abo
In diesem Krieg versuchte Schweden seine Vormachtstellung an der Ostsee wiederherzustellen, die im Großen Nordischen Krieg verloren gegangen war. Mehrere Niederlagen der schwedischen Truppen sowie Konflikte (Bauernaufstände) im eigenen Land zwangen Schweden zum Friedensschluss von Abo, der gegenüber dem Vorkriegszustand weitere territoriale Verluste einbrachte.

Chronik: 18. Jahrhundert – 1787

1787: Uraufführung von Mozarts Oper „Don Giovanni“ in Prag

1787: Johann Wolfgang von Goethe veröffentlicht das Schauspiel „Iphigenie auf Tauris“

1787: Josephinisches Strafgesetzbuch

1787-1791: Vier Streichquintette von Wolfgang Amadeus Mozart
„Diese Quintette gehören zum Höchsten, das Mozart geschaffen hat“, schreibt Arnold Feil in Metzlers Musik Chronik (2005, S. 426). Die Rede ist von den Streichquintetten in C-Dur (KV 515) und in g-moll (KV 516) aus dem Jahre 1797, den Quintetten in D-Dur (KV 593) von 1790 und Es-Dur (KV 614) von 1791. Den zwei Violinen, einer Bratsche und einem Violincello wurde in den Quintetten eine weitere Bratsche hinzugefügt. Mit ihr schuf Mozart Werke von hohem harmonischen Gehalt, formal hervorragend ausgearbeitet.

(Carnegie Hall: www.carnegiehall.org; Carnegie Hall bei Youtube: www.youtube.com/user/carnegiehall)

1787–1792: Griechischer Plan / Zweiter Russisch-Österreichischer Türkenkrieg / Friede von Jassy
Dieser Krieg Russlands und Österreichs richtete sich gegen das Osamnische Reich und sah dessen Zerschlagung und Aufteilung vor. Dieses Kriegsziel wurde im sogenannten Griechischen Plan festgelegt, den die russische Zarin Katharina II. dem österreich-deutschen Kaiser Joseph II. vorgelegt hatte.

Im Kriegsverlauf gabe es zunächst keine entscheidenden Gewinne auf beiden Seiten, wobei Russland zeitweise noch durch die Schweden im Norden bedroht wurde. Preußen hingegen drängte Österreich, sich aus dem Krieg zurückzuziehen, u.a. indem es ein Bündnis mit dem türkischen Sultan schloss. Nach dem Tod Kaiser Josephs II. (1790) schloss Österreich Frieden mit dem Osmanischen Reich, was in Russland als Verrat empfunden wurde.

Russland hingegen setzte den Krieg mit einigen Erfolgen fort und der Krieg endete 1792 mit einem Friedensschluss.

1787-1804: Alexander von Humboldts Reisen nach Süd- und Mittelamerika

Chronik: 18. Jahrhundert – 1788

Adolph Freiherr Knigge; Herkunft/Fotograf Webmaster@sgovd.org, AxelHH on de.wikipedia

Adolph Freiherr Knigge; Herkunft/Fotograf Webmaster@sgovd.org, AxelHH on de.wikipedia / Wikimedia Commons

1788: Adolph Freiherr Knigge: Über den Umgang mit Menschen
Adolph Freiherr Knigge (1752–1796) verfasste 1788 sein bekanntes Buch über Anstandsregeln und Umgangsformen, das schon zu seinen Lebzeiten ein großer Erfolg war.


1788–1790: Russisch-Schwedischer Krieg

1788-1791: Errichtung des Brandenburgischen Tores in Berlin

1788-1801: Johann Nikolaus Forkel: Allgemeine Geschichte der Musik
Johann Nikolaus Forkel, geboren 1749 in der Nähe von Coburg, war seit 1779 Musikdirektor der Universität in Göttingen. Er schrieb eine Geschichte der Musik, die aufklärerisch den Fortschrittsgedanken als Leitlinie hat: Die Musik vervollkommnet sich – aber bei Forkel nicht bis in seine Gegenwart, sondern bis in die Zeit Johann Sebastian Bachs, den er als Gipfel der musikalischen Entwicklung ansieht. Über ihn verfasste er 1802 auch eine Biographie, die eigentlich am Schluss der Allgemeinen Geschichte der Musik stehen sollte. Es war die erste Biographie Bachs überhaupt.

Chronik: 17. Jahrhundert – 1618

1618: Prager Fenstersturz
Der Prager Fenstersturz gilt als Auslöser des Dreißigjährigen Krieges. Vorangegangen waren eine Reihe von gegenreformatorischen Aktionen Ferdinands von der Steiermark, seit 1617 König von Böhmen. Die Protestanten riefen eine Versammlung der evangelischen Stände nach Prag ein. Der Kaiser schickte daraufhin Abgesandte nach Prag, die jedoch aus dem Fenster der Prager Burg geworfen wurden.

zum Artikel „Der Dreißigjährige Krieg“

1618-1648: Dreißigjähriger Krieg
Der Dreißigjährige Krieg war eher eine “Kriegszeit” als ein klar abgrenzbarer Krieg zwischen zwei oder mehr Kriegsparteien, eine “Kriegsverdichtung” (Johannes Burkhardt), deren einzelne Konflikte und kriegerische Auseinandersetzungen selbst Zeitgenossen nicht mehr auseinander halten konnten. In den 30 Jahren gab es, grob gesprochen, vier Kriegsphasen: den Böhmisch-pfälzischen Krieg (1618–1623), den Dänisch-niedersächsischen Krieg (1623–1629), den Schwedischen Krieg (1630–1635) und den Schwedisch-Französischen Krieg (1635–1648).

zum Artikel „Der Dreißigjährige Krieg“

Chronik: 17. Jahrhundert – 1633

Titelblatt von Galileis "Dialog über die zwei Weltsysteme": Es diskutieren Aristoteles, Ptolemäus und Kopernikus miteinander. Quelle: Wikimedia Commons / Original uploader was APPER at de.wikipedia

Titelblatt von Galileis „Dialog über die zwei Weltsysteme“: Es diskutieren Aristoteles, Ptolemäus und Kopernikus miteinander. Quelle: Wikimedia Commons / Original uploader was APPER at de.wikipedia

1633: Galileo Galilei widerruft seine heliozentrischen Ansichten und entgeht dem Scheiterhaufen
Im Jahre 1632 veröffentlichte Galileo Galilei sein Werk „Dialogo sopra i due massimi sistemi del mondo“, kurz „Dialog“ genannt. Diese Schrift führte letztendlich zum Inquisitionsprozess gegen Galilei, wenngleich er schon vorher „unter Beobachtung“ stand – v.a. wegen seines wiederholten Eintretens für das kopernikanische Weltbild, wonach nicht die Erde, sondern die Sonne der Mittelpunkt des Universums sei.

Dreimal wurde Galilei 1633 von der Inquisition verhört und schwor der kopernikanischen Theorie schließlich ab. Die Worte „…und sie bewegt sich doch!“, die er nach dem Prozess geflüstert haben soll, sind historisch nicht belegt. Der Dialog wurde von der katholischen Kirche indiziert und erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder freigegeben. „Dieses Werk und die späteren ‚Discorsi e dimostrazioni matematichi intorno a due nuove scienze‘ (1638), die die theoretische Grundlegung der neuzeitlichen Physik darstellen, begründen G.s überragende Stellung in der Wissenschaftsgeschichte.“ (Galilei, Galileo. Religion in Geschichte und Gegenwart, S. 10390, DVD, vgl. RGG Bd. 2, S. 1192) Galileo blieb bis zu seinem Tode im Jahre 1642 unter Hausarrest.

1633-1634: Krieg zwischen den Osmanen und Polen
1633 marschierten die Osmanen in Polen-Litauen ein, nachdem Polen bereits von russischer Seite angegriffen wurde. Polen konnte die Osmanen jedoch abwehren.