Tag Archiv für Österreich

Chronik: 18. Jahrhundert – 1792

1792: Pockenschutzimpfung

1792: Zweite Teilung Polens (s. 1772)

1792-1795: Haydns Londoner Sinfonien werden erstmalig aufgeführt
Nach dem Tod seines Arbeitgebers Fürst Nikolaus I. Esterházy de Galántha ging Joseph Haydn zweimal nach London, von 1791 bis 1792 und von 1794 bis 1795. Er wurde hier begeistert empfangen und präsentierte 12 Sinfonien, die einen krönenden Abschluss seiner musikalischen Laufbahn darstellen sollten. Wenn man von der Wiener Klassik spricht, dann sind die Londoner Sinfonien sicherlich Paradebeispiele für diese Zeit.

(AVROTOS Klassiek: web.avrotros.nl/cultuur/klassiek/; AVROTOS Klassiek bei Youtube: www.youtube.com/user/avroklassiek)

1792-1806: Kaiserjahre von Franz II. Joseph Karl (Lebensdaten: 1768-1835) im Heiligen Römischen Reich, von 1804 bis 1835 Kaiser von Österreich

Chronik: 16. Jahrhundert – 1568

1568: Breviarum Romanum
Neben einem Katechismus (s. 1566: Catechismus Romanum) und einem Messbuch (s. 1570: Missale Romanum) wurde auf dem Trienter Konzil (s. 1545: Trienter Konzil) auch die Erstellung eines Stundenbuchs beschlossen. Die Arbeiten daran konnten jedoch auf dem Konzil nicht abgeschlossen werden, so dass diese Aufgabe an den Papst zurück verwiesen wurde.

1568: Religionskonzession in Österreich
Maximilian II., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und Erzherzog von Österreich (das umfasste Nieder- und Oberösterreich mit Wien) von 1564 bis 1576, war zeitlebens katholischen Glaubens, sympathisierte aber deutlich mit dem Protestantismus. So erlaubte er auch dem österreichischen Adel die freie Ausübung ihres evangelischen Glaubens. Dazu sollte eine einheitliche evangelische Gottesdienstordnung erstellt werden, wofür der Kaiser selbst den evangelischen Theologen David Chytraeus aus Rostock nach Österreich bestellte. 1571 erschien die “Christliche Kirchen Agenda: Wie die bey den zweyen Ständen der Herrn vnd Ritterschafft, im Ertzhertzogthumb Oesterreich vnter der Enns, gebraucht wirdt”. Sie wurde allerdings nicht von allen evangelischen Geistlichen anerkannt.

1568/1571: Weseler Konvent und Emder Synode
Am Niederrhein, wo sich schon 1545 die ersten calvinistischen Gemeinden gebildet hatten, wuchs die Zahl der Anhänger stetig an. 1568 wollten sie sich schließlich eine “Ordnung” geben, die das Gemeindeleben organisieren sollte. Bestätigt wurden die Richtlinien 1571 auf der Emder Synode: Das Laienamt wurde gestärkt, ein Konsistorium, das aus Predigern, Ältesten und Diakonen bestand, sollte wöchentlich zusammenkommen. Es gab Gemeinden, mehrere Gemeinden bildeten eine Klasse und diese Klassen sollten viertel- oder halbjährlich ein Konvent abhalten. (Iserloh, Geschichte und Theologie, 1980, S. 157)

1568-1648: Achtzigjähriger Krieg
Er begann mit der Schlacht bei Heiligerlee (Provinz Groningen) und endete mit dem Westfälischen Frieden: der Achtzigjährige Krieg. Unterbrochen von einem 12-jährigen Waffenstillstand (1609-21) drehte sich der Konflikt um die Unabhängigkeit der Niederlande von Spanien. Nachdem 1556 Kaiser Karl V. auf den spanischen Thron verzichtet hatte, wurde sein Sohn Philipp spanischer König. Von Beginn an ging er massiv gegen die Reformation, speziell gegen den Calvinismnus, in den Niederlanden vor. Unter anderem bestimmte er Herzog Alba zum niederländischen Generalbevollmächtigten, dessen “Rat der Unruhen” mit großer Gewalt die Aufständischen. Viele Calvinisten (auch Reformierte genannt) flohen. Am Ende der vielen kleinen Kämpfe und Aufstände stand die Unabhängigkeit der Niederlande auch vom Heiligen Römischen Reich deutscher Nation.

Chronik: 18. Jahrhundert – 1774

1774: Johann Gottfried Herder: Auch eine Philosophie der Geschichte zur Bildung der Menschheit


1774: Allgemeine staatliche Schulordnung in Österreich
1774 erließ Kaiserin Maria Theresia (1717-1780) in Österreich die „Allgemeine Schulordnung für die deutschen Normal-, Haupt und Trivialschulen in sämtlichen Kayserlichen Königlichen Erbländern“, die von dem Pädagogen Johann Ignaz Felbiger (1724-1788) stammte. U.a. wurde die sechsjährige Schulpflicht für Kinder ab 6 Jahren eingeführt.

1774: Johann Wolfgang von Goethe: Die Leiden des jungen Werthers
“Die Leiden des jungen Werthers” ist ein Briefroman, der die unglückliche Liebe des Rechtspraktikanten Werther bis zu dessen Freitod schildert.


1774: Uraufführung der Oper Iphigénie en Aulide von Christoph Willibald Gluck

Chronik: 18. Jahrhundert – 1768

1768: Gottorper Vertrag
Bereits 1618 hatte das Reichskammergericht Hamburg zur Freien Reichsstadt ernannt. Das dänische Herzogtum Holstein erkannte dies erst im Jahre 1768 an.

1768: Constitutio Criminalis Theresiana
Die “Constitutio Criminalis Theresiana” war die erste einheitliche Strafgesetzgebung für Österreich und Böhmen, allerdings “nur” eine Zusammenfassung bisheriger Rechtsbestimmungen. Sie war von Beginn an wegen ihrer Rückständigkeit umstritten und wurde daher schon bald, im Jahre 1787, durch das “Josefinische Strafgesetzbuch” ersetzt.

1768-1771: Erste Weltreise von James Cook / Entdeckung Australiens

1768-1774: Krieg zwischen Russland und Polen und zwischen Russland und den Türken / Friede von Kütschük-Kainardschi

Chronik: 18. Jahrhundert – 1740

1740: Einschränkung der Folter in Preußen durch Friedrich den Großen
Friedrich II. (1712-1786, auch Friedrich der Große oder “der Alte Fritz” genannt) ließ mit seinem Antritt als preußischer König im Jahre 1740 die Folter nur noch in besonders schweren Fällen zu. 1754 bekräftigte Friedrich die Bestimmungen von 1740, wobei er aber wohl nicht die Ausnahmen abschaffte, wie vielfach in der historischen Forschung behauptet. Tatsächlich blieb die Folter in Preußen auch nach 1754 noch in Ausnahmefällen ein erlaubtes Mittel zur Wahrheitsfindung. (Siehe: Mathias Schmoeckel: Humanität und Staatsraison, S. 37) Und nur um diese Art der Folterung ging es im übrigen: Als Strafen durften dem Verurteilten weiterhin auch schmerzhafte, bis zum Tod führende Qualen zugefügt werden.

Nach und nach wird diese Form der Folterung in anderen Ländern des Heiligen Römischen Reiches abgeschafft. Die Gründe dafür werden unterschiedlich gesehen: Waren sie religiös und ethisch motiviert oder müssen sie eher in dem Einsehen, dass die Folter nicht sehr effektiv in der Verbrechensbekämpfung war, zu finden sein?

1740-1748: Österreichischer Erbfolgekrieg / Schlesische Kriege / Friede von Aachen
Im Oktober 1740 starb Kaiser Karl VI. Gemäß der Pragmatischen Sanktion von 1713 konnte seine älteste Tochter, Maria Theresia, das Erbe antreten. Während sich das Kaiserhaus, Bayern und Sachsen um die Wirksamkeit der Sanktion und damit um die Thronnachfolge stritten, marschierte der preußische König Friedrich II. (1712-1786) in Schlesien ein.

Frankreich schmiedete in der Folgezeit eine anti-habsburgische Allianz, der schließlich auch Preußen und rheinische Kurfürsten beitraten. Französische und sächsische Truppen marschierten in Böhmen ein, der bayerische Kurfürst Karl Albrecht (1697-1745) wurde zum Kaiser gewählt – er hatte zuvor bereits, verheiratet mit der jüngsten Tochter Kaiser Josephs (1678-1711), dem Vorgänger und Bruder Kaiser Karls VI., Ansprüche auf den Thron angemeldet.

England mischte sich nun zunehmend in die Geschehnisse auf dem Festland ein und verschaffte Maria Theresia Rückhalt. Bayern konnte besetzt, ein Sonderfrieden mit Preußen abgeschlossen und Sachsen zum Frieden gezwungen werden. Unterdessen suchte Frankreich der englisch-österreichischen Umklammerung zu entziehen und konnte Preußen 1744 zu einem erneuten Kriegseintritt bewegen (2. Schlesischer Krieg). Nun allerdings trat, nach Sachsen, auch Bayern auf die Seite der Habsburger: Karl Albrecht verzichtete auf den Kaiserthron und machte damit den Weg frei für Franz Stephan von Lothringen, dem Gatten Maria Theresas. Als Franz I. trat er 1745 die Nachfolge an.

Es folgten weitere Kriegshandlungen: Französische und spanische Truppen besetzten Mailand, in den Niederlanden standen einem französischen Heer unter Moritz von Sachsen englische, hannoversche, holländische und österreichische Truppen gegenüber, die Engländer gewannen zwei Seeschlachten und damit endgültig die uneingeschränkte Herrschaft im Überseehandel gegenüber den Franzosen. Der Frieden von Aachen im Jahre 1748 beendete schließlich den Krieg.

Schlacht bei Fontenoy im Jahre 1745 (Gemälde von Edouard D'Etaille) / Quelle: Wikimedia Commons

Schlacht bei Fontenoy im Jahre 1745 (Gemälde von
Edouard D’Etaille) / Quelle: Wikimedia Commons

1740-1758: Papst Benedikt XIV. (Lebensdaten: 1675-1758)

Chronik: 18. Jahrhundert – 1772

1772-1795: Die drei Teilungen Polens
Die Gleichgewichtspolitik der Großmächte fand in den drei Teilungen Polens 1772, 1793 und 1795 einen ihrer Höhepunkte. Im Reich standen sich noch immer Preußen und Österreich gegenüber, Preußen mit dem immer stärker werdenden Partner Russland im Rücken, während sich Österreich gegen Russland mit den Osmanen verbündete. Um einen Krieg zu verhindern, bot Preußen einen Ausgleich an: die Aufteilung Polens unter Russland, Österreich und Preußen. Polen, innerlich und äußerlich geschwächt, wurde zum Spielball der Mächte und verschwand für über 100 Jahre von der europäischen Bildfläche.

XML Sitemap