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Chronik: 17. Jahrhundert – 1669

1669: Gründung der Universität Innsbruck durch Kaiser Leopold I.

1669: Letzter Hansetag
Die wirtschaftliche und politische Bedeutung der Hanse sank schon seit der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts und war vielfach nur noch ein Zusammenschluss einzelner Städte. 1669 nahmen an dem Hansetag auch nur noch Vertreter aus Lübeck, Hamburg, Bremen, Köln, Braunschweig und Danzig teil. (Klueting, 2007, S. 61)

Chronik: 17. Jahrhundert – 1694

1694: Gründung der Universität Halle in Brandenburg-Preußen 
Die Ideen der Aufklärung gingen auch an den Universitäten nicht spurlos vorüber. Zwar verschlossen sich viele tradionelle Lehrstätten lange dem neuen Gedankengut. Doch Vorreiter sowie einzelne neue Universitäten zeigten auf, wie fruchtbar die Öffnung sein konnte. Zu den neuen zählte beispielsweise die 1694 gegründete Universität Halle, an der u.a. Christian Thomasius (1655-1728) lehrte, ein deutscher Jurist, Philosoph und Frühaufklärer.

Chronik: 16. Jahrhundert – 1582

Porträt Papst Gregors XIII. von der italienischen Malerin Lavinia Fontana; Quelle Wikimedia Commons / Source Unknown

Porträt Papst Gregors XIII. von der italienischen Malerin Lavinia Fontana; Quelle Wikimedia Commons / Source Unknown

1582: Einführung des Gregorianischen Kalenders
Am 24. Februar 1582 verkündete Papst Gregor XIII. (1502-1585) mit seiner Bulle „Inter gravissimas“ eine Kalenderreform. Sie war vonnöten geworden, da nach dem bis dahin gültigen julianischen (nach Julius Cäsar) Kalender das Jahr 365 Tage und 6 Stunden dauerte, nach neueren Berechnungen hingegen über 11 Minuten länger. Die Kalenderreform sah daher einen Nachholbedarf von 10 vollen Tagen: Nach dem 4. sollte direkt der 15. Oktober 1582 folgen, was in den katholischen Territorien des Reiches und den katholischen Staaten Italien, Spanien, Portugal und Frankreich umgesetzt wurde.

Um zudem künftige Ungenauigkeiten zu vermeiden, sah die Kalenderreform zudem eine recht komplizierte Regelung der Schaltjahre vor, die bis heute gilt: Weiterhin gab es, wie schon im julianischen Kalender, alle vier Jahre ein Schaltjahr, nicht jedoch, und das war neu, in den Jahren, die nicht durch 400 teilbar sind: 1700, 1800, 1900, 2100 etc.

Die evangelischen Länder hingegen blieben noch lange beim alten Kalender – fast ausschließlich wegen der Herkunft der Reform. (S. Burkhardt: Frühe Neuzeit, 3. Aufl., 1985, S. 108)

1582: Gründung der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg

1582: Gründung der Kamillianer-Gemeinschaft (später Kamillianer-Orden)
1582 gründete ein Laienbruder der Kapuziner, Camillo de Lellis (1550-1614) die Gemeinschaft der Kamillianer. Im gleichen Jahr begann er zudem ein Lateinstudium bei den Jesuiten und wurde 1584 zum Priester geweiht. Zwei Jahre darauf wurde seine Gemeinschaft, die sich vornehmlich der Krankenpflege und -seelsorge widmete, von Papst Sixtus V. anerkannt, 1591 schließlich von Gregor XIV. zum Bettelorden ernannt. Der Orden besteht heute noch.

um 1582: William Byrd: Great Service
„Great Service“ ist eine bedeutendes Werk des englischen Komponisten und Organisten William Byrd für zwei fünfstimmige Chöre, die in englischer Sprache sieben verschiedene Sätze für die anglikanische Liturgie erklingen lassen. (John Burows: Klassische Musik, 2006, S. 69)

Chronik: 16. Jahrhundert – 1558

1558: Gründung der Universität Jena
Die bereits 1548 gegründete „Hohe Schule“ in Jena erhielt zehn Jahre später durch Kaiser Ferdinand I. den Status einer Universität.

1558: Gründung der Bayerischen Staatsbibliothek
Im Jahre 1558 wird in München durch Herzog Albrecht V. die Münchner Hofbibliothek gegründet. Zwei aufgekaufte Sammlungen bildeten den Grundbestand: die Privatbibliothek des österreichischen Kanzlers und Orientalisten Johann Albrecht Widmannstetter und, 14 Jahre später, die Sammlung Johann Jakob Fuggers.

1558: Russland überfällt Livland (Livländischer Krieg)
Ivan IV. Wassiljewitsch (1530-1584), auch „der Schreckliche“ genannt, überfiel mit seinen Truppen 1558 Livland. „Livland war um die Mitte des 16. Jahrhunderts ein wirtschaftlich blühendes, aber politisch außerordentlich brüchiges Gebilde: eine Föderation aus dem livländischen Zweig des Deutschen Ordens, dem Erzstift Riga, den Fürstbistümern Kurland, Dorpat und Ösel-Wieck sowie der Stadt Riga; die einzige gemeinsame Institution dieser Föderation war der livländische Landtag.“ (Rabe: Reich und Glaubensspaltung, S. 306) Das reformierte Livland stand innen- und außenpolitisch also wenig gefestigt da und sah sich in seiner geografischen Lage zwischen Polen und Russland dauerhaft bedroht und ging daher verschiedene Bündnisse mit beiden Mächten ein.

Ein Vertrag mit Polen, der einem zuvor geschlossenen Vertrag mit Russland zuwiderlief, führte zu Ivans Einmarsch. Bis 1560 hatte Ivan große Teile Livlands eingenommen und eine Schreckensherrschaft errichtet. Hilferufe Livlands an die „alten“ Partner im Heiligen Römischen Reich fanden zwar Resonanz, aber politisch oder militärisch trat Livland niemand zur Seite.

Insgesamt brachte das Vorgehen Ivans „die gesamte Ostseewelt in Bewegung und führte zu einer sich über sechs Jahrzehnte hinziehenden Auseinandersetzung, in der sich politische, wirtschaftliche und religiöse Interessen eng verknüpften.“ Beteiligt an diesen Konflikten um das Baltikum waren Russland, Dänemark, Schweden und Polen. Hierzu gehörte auch der so genannte Dreikronenkrieg von 1563-1570.