Tag Archiv für Absolutismus

Literatur über das Zeitalter des Barock / Absolutismus und der Aufklärung

Die Liste bietet einen kleinen Überblick empfehlenswerter Literatur zur Zeit des 17 und 18. Jahrhunderts – völlig subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Die Liste wird nach und nach erweitert.

Mein Literaturtipp:

Stollberg-Rilinger, Barbara: Europa im Jahrhundert der Aufklärung. Stuttgart 2000
Ein sehr gut lesbares Buch, in dem die Verfasserin selbst schwierige Sachverhalte verständlich erklärt. Das Buch ist mittlerweile in einer 2., überarbeiteten Auflage unter dem Titel “Die Aufklärung: Europa im 18. Jahrhundert” erschienen.

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Literatur über das Zeitalter des Barock / Absolutismus und der Aufklärung allgemein

Heinz Duchhardt: Barock und Aufklärung (= Oldenbourg Grundriss der Geschichte; Bd. 11), 4., neu bearb. und erw. Aufl. des Bandes “Das Zeitalter des Absolutismus”, München 2007

Neuhaus, Helmut (Hg.): Deutsche Geschichte in Quellen und Darstellung, Band 5: Zeitalter des Absolutismus 1648-1789. Ditzingen 1997

Stollberg-Rilinger, Barbara: Europa im Jahrhundert der Aufklärung. Stuttgart 2000
Siehe oben!

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Barock als Kunst- und Musikepoche

Toman, Rolf: Barock: Architektur, Skulptur, Malerei. Potsdam 2009

Burbaum, Sabine: Kunst-Epochen: Barock. Ditzingen 2003

Wersin, Michael: Händel & Co.: Die Musik der Barockzeit. Ditzingen 2009

Wersin, Michael: Bach hören: Eine Anleitung. Ditzingen 2011

Wolff, Christoph: Johann Sebastian Bach. Frankfurt am Main 2011

Chronik: 18. Jahrhundert – 1709

1709: Die “Grausame Kälte”
Bereits in den ersten Tagen des Jahres 1709 brach in Mittel-, teilweise noch bis in Südeuropa eine außergewöhnliche Kälte ein. Viele Gewässer waren komplett zugefroren, Menschen und Tiere litten, viele starben.

1709: Bousset: La Politique tirée des propres paroles de l’Écriture Sainte
Jacques-Bénigne Bousset, ein französischer Bischof und Bewunderer Ludwigs XIV., begründete seine absolutistischen Stastsideen mit Passagen aus der Heiligen Schrift.

Chronik: 17. Jahrhundert – 1651

1651: Petriflut
Die Petriflut riss u.a. die Insel Juist in zwei Teile. Das Land zwischen den beiden Teilen, Hammergat genannt, wurde immer wieder mit Salzwasser überschwemmt. Mit dem Bau eines Deichs wurde dies schließlich verhindert, übrig blieb der Hammersee auf der Insel Juist.

1651: Thomas Hobbes: Leviathan
“Leviathan”, 1651 in englischer, 17 Jahre später in lateinischer Sprache veröffentlicht, war Thomas Hobbes’ Hauptwerk, benannt nach einem mythischen Ungeheuer, das sich u.a. im Alten Testament der Bibel als gottfeindliche Macht darstellt. In Hobbes’ Schrift verkörpert es den Staat, einen souveränen Staat, der dem Egoismus des einzelnen Menschen entgegenwirkt und niemandem Rechenschaft abzulegen hat: Eine übergeordnete Gewalt, am besten ein absoluter Monarch, bekommt alle Macht und Rechte, der Einzelne verzichtet auf diese. Das sei der Übergang vom Naturzustand des Menschen hin zu einer geregelten Ordnung.

1651: First Navigation Act
1651 erließ England die sogenannte Navigationsakte, die vorsah, dass nach England nur Waren importiert werden durften, die von englischen Schiffen mit überwiegend englischer Besatzung und direkt aus dem Ursprungsland stammten. Dies sollte dem Ausbau der heimische Flotte sowie der Umgehung des niederländischen Zwischenhandels dienen. Folge der Akte, die von den Niederlanden als Provokation gedeutet wurde, war der Erste Englisch-Niederländische Krieg.

Chronik: 17. Jahrhundert – 1648

1648: Westfälischer Friede
Der Westfälische Friede bestand aus den Friedensschlüssen von Münster (zwischen Frankreich und dem Kaiser) und Osnabrück (zwischen Schweden und dem Kaiser). Hinzu kam ein Sonder-Friedensvertrag, der die Unabhängigkeit der Niederlande von Spanien festschrieb.

Bereits 1641 legte der Kaiser die Städte Münster und Osnabrück als Orte für anstehende Friedensverhandlungen fest, 1643/44 trafen die ersten Gesandten ein. Als Vermittler für die Absprachen unter den katholischen Teilnehmern und Mächten wurde der päpstliche Nuntius in Köln, Fabio Chighi, der spätere Papst Alexander VII., berufen. Zur Seite wurde ihm der venezianische Diplomat Alvise Contarini, der für die Kontakte zur protestantischen Seite stand.

Die Friedensverhandlungen sollten ein großes Ereignis werden, wenn man sich allein die Zahlen der Anwesenden ansieht: Allein die zwei französischen Gesandten brachten über 350 Begleiter mit, die schwedische Delegation umfasste über 160 Personen, aus dem Reich kamen allein “über zweihundert Diplomaten”. (Nach Lahrkamp: Dreißigjähriger Krieg – Westfälischer Frieden, 3. Aufl., 1999, S. 240 ff.)

Die eigentlichen Verhandlungen dauerten schleißlich 4 Jahre, von 1644 bis 1648.

Innerhalb des Reichs kam es zu einer deutlichen Stärkung der Reichsstände gegenüber dem Kaiser. Sie konnten von nun an fast wie eigene Staatsgewalten handeln, sowohl innen- als auch außenpolitisch.

Der Westfälische Frieden regelte zudem die konfessionellen Angelegenheiten innerhalb des Reiches: Der Konfessionsstand sollte unverändert bleiben und nicht, je nach Bekenntnis des Landesherrn, wechseln. Als Stichdatum wurde der 1. Januar 1624 festgelegt, der auch den konfessionellen Besitzstand betraf.

Frankreich und Schweden gingen gestärkt aus dem Krieg hervor: Zwar waren die Gebiete, die Frankreich zugesprochen wurden, relativ klein, jedoch strategisch wertvoll gelegen. Dadurch konnte das Land machtpolitisch Spanien überholen. Schweden entwickelte sich zu einer Großmacht – einzelne Territorien des Reichs gingen an dieses Land, z.B. das Erzbistum Bremen und das Bistum Verden. Dadurch besaßen schwedische Vertreter gar Mitsprache- und Mitbestimmungsrecht im deutschen Reichstag.

ab 1648: Absolutismus
“L’État c’est moi” – diese Worte hat wohl jeder schon einmal gehört – zumindest im Geschichtsunterricht. Ausgesprochen hatte sie angeblich der Sonnenkönig Ludwig XIV. Dieser war seit seinem vierten Lebensjahr (1643) König in Frankreich, ab 1661 alleiniger Herrscher. Wenngleich er diesen Satz wahrscheinlich nicht selbst sagte, zeigen die Worte doch den Grundtenor einer absolutistischen Herrschaft an: Ich, der König, bin der Staat, ich bestimme, was Gesetz wird und wie dieses zu verstehen ist, ich erkenne nur Gott als Autorität an, und nicht Stände, Kirche oder sonstige Mächte – und: Widerstand ist nicht erwünscht.

Der absolute Herrscher stand also im Zentrum der Macht, schaltete weitgehend andere Gewalten aus. Ob es einen solchen Typus des absolutistischen Herrschers in Gänze je gegeben hat, ist historisch nicht belegt. Als Prototyp wird eben der genannte Ludwig XIV. genannt, der eigene Gesetzeswerke schuf und dadurch die eigentlichen gesetzgebenden Instanzen ausschaltete. Er suchte den Adel zu entmachten, ihren Einfluss zu nehmen, indem er ihn an den königlichen Hof zog, versehen mit für den König kontrollierbaren Aufgaben. Eine einheitliche Konfession sollte jeglichem Eindruck geteilter Machtverhältnisse entgegenwirken. Dafür wurde beispielsweise die Minderheit der Hugenotten bekämpft, indem sie in die “alte” Kirche zurück gedrängt werden sollten. Viele flohen aus Frankreich, trotz Auswanderungsverbot. (Siehe: 1685: Edikt von Fontainebleau: Flucht vieler Hugenotten aus Frankreich)

Das Militär wurde einer deutlichen Disziplinierung unterzogen: “Uniformierung, Kasernierung, Exerzieren” (Burkhardt, Johannes: Frühe Neuzeit, 1985, S. 190), das Heer deutlich vergrößert. Die Kosten dafür sollten durch eine staatliche “Wirtschaftspolitik” (ein Begriff, der nicht in heutigem Sinne zu verstehen ist) aufgebracht werden: Der Merkantlismus war geboren, wenngleich der Begriff dafür erst sehr viel später geprägt worden ist. Grob erklärt ist unter Merkantilismus die Vorstellung zu verstehen, dass die Wirtschaft zentral, also vom Staat vorangetrieben wurde, und dieser Staat wie ein Kaufmann handelte: Ausgehend von dem Prinzip, dass der Reichtum der gesamten Welt immer gleich ist und nur durch Umverteilung ein Staat reicher sein kann als der andere, galt es, möglichst mehr Waren ins Ausland zu verkaufen als einzuführen. Der eigene Geldbestand sollte durch diese “aktive Handelsbilanz” vermehrt werden. (Burkhardt, Johannes: Frühe Neuzeit, 1985, S. 190).

Doch auch die Macht des Sonnenkönigs war nicht absolut: Auch er musste weiterhin Rücksicht nehmen auf die alten Eliten und Kompromisse finden. Aus diesem Grund (aber nicht nur deswegen) wird der Begriff “Absolutismus” als Bezeichnung für eine Epoche vielfach kritisiert, aber in Ermangelung einer Alternative oftmals beibehalten.

Die deutsche Variante des Merkantilismus wurde Kameralismus genannt.

Chronik: 18. Jahrhundert – 1781

1781: Die “Russischen Quartette” von Joseph Haydn
Joseph Haydn stand 1782 noch in den Diensten des Fürsten Nikolaus I. Esterházy de Galántha, als er ein Werk für vier Streichinstrumente komponierte, die „auf eine gantz neue besondere Art“ seien. Und tatsächlich findet sich in den sechs Quartetten eine neuartige Rollenverteilung der einzelnen Stimmen: Weiterlesen

Chronik: 16. Jahrhundert – 1576

1576: Jean Bodin: Les six livres de la République (Sechs Bücher über das Staatswesen) mehr
1576 erschien das bekannteste Werk des französischen Juristen und Staatstheoretikers Jean Bodin. Darin erhebt er die Monarchie zum Ideal für einen Staat. Der König sollte die oberste, souveräne Gewalt darstellen, die niemandem verantwortlich seien sollte. “Die Souveränität wurde fortan zur Voraussetzung einer völkerrechtlichen Anerkennung der Staaten untereinender.” (Burkhardt, 1985, S. 187). Die Macht der Stände wäre damit eingeschränkt.

Vor dem Hintergrund der noch bis 1598 anhaltenden Hugenottenkriege (s. 1562: Die Hugenottenkriege) bedeutete dies auch, dass die staatliche Gewalt auch unabhängig sein solle von jeglichen konfessionellen Aspekten und Streitigkeiten.

Bodins “Sechs Bücher” lieferten eine frühe Begründung des Absolutismus.

Weitere Ausgaben:

1576–1612: Kaiser Rudolf II. (Lebensdaten: 1552-1612)

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