Tag Archiv für Musik

Chronik: 17. Jahrhundert – 1689

1689: John Locke: Two Treatises of Government (Zwei Abhandlungen über die Regierung, s. 1625)

1689: Purcells einzige Oper: Dido and Aeneas
Purcell gilt bis heute als einer, wenn nicht der bedeutendste englische Komponist des Barock, der außergewöhnliche Werke schuf, die neue Wege ebneten und äußerst vielseitig waren. Das Cambridge Buch der Musik vermutet, dass er “vielleicht eine englische Operntradition begründet” hätte – wenn er denn nicht bereits mit 36 Jahren gestorben wäre. So blieb es bei einer Oper, “Dido and Aeneas”, die als ein Meisterwerk gelten darf.

1689-1691: Papst Alexander VIII. (Lebensdaten: 1610-1691)

Chronik: 17. Jahrhundert – 1687

1687: Die erste Sinfonia – Alessandro Scarlattis Oper “Dal Mal il Bene”
Über 100 Opern schrieb der aus Palermo stammende Komponist Alessandro Scarlatti – neben unzähligen anderen Werken (u.a. 600 Kantaten und 20 Messen). Mit der Oper “Dal Mal il Bene” schuf er die italienische Sinfonia: Das Einstiegsstück (im Französischen die Ouvertüre) besteht aus einem langsamen, einem schnellen und wieder einem langsamen Teil. Dieses Muster zeigte sich schon in der von ihm geschaffenen Da-Capo-Arie, in der das Anfangsthema abgelöst wird von einem in “Rhythmus, Tonart und Text” verschiedenen zweiten Teil, bis dann der erste Teil wieder aufgegriffen wird. Die italienische Sinfonia ist im Übrigen nicht gleichzusetzen mit der Sinfonie der Klassik.

1687: John Blow: “Venus and Adonis” – die erste englische Oper
In diesem Jahr veröffentlichte der englische Komponist und frühere Organist an der Westminster Abbey John Blow sein Werk “Venus ans Adonis”, die als erste Oper Englands gilt. Blow inspirierte damit den berühmteren englischen Komponisten Henry Purcell, der zwei Jahre später ebenfalls eine Oper schuf. Sie kannten sich: Purcell übernahm die Organistenstelle Blows, der wiederum nach Purcells Tod die Stelle zurück erhielt.

1687: Jean-Baptiste Lully: Te Deum
Lully hatte dieses Stück, eine Motette, bereits 1677 oder 1678 komponiert. Anlässlich einer Genesung des Sonnenkönigs Ludwig XIV. von einer lebensbedrohlichen Krankheit überarbeitete Lully die Motette und führte sie 1687 mit großem Orchester auf. Dabei erlitt der Komponist allerdings einen “Berufsunfall”: Er rammte sich den schweren Taktstock in den Fuß, erlitt eine Blutvergiftung und starb an den Folgen.

1687: Isaac Newton: Philosophiae naturalis principia mathematica 
Die Schrift “Philosophiae naturalis principia mathematica” ist die Hauptschrift des Mathematikers, Physikers und Astronomen Isaac Newton (1642 bzw. 1643 bis 1727). Darin formulierte er u.a. die drei Gesetze oder Grundsätze der Bewegung, die das klassische System der Mechanik begründeten. Dieses System faszinierte die Zeitgenossen, da es “eine scheinbar disparate Vielfalt natürlicher Phänomene zu erfassen vermochte: die Bewegungen der Himmelskörper ebenso wie die Bewegung des Pendels, die Gezeitenfolge ebenso wie die Form der Erde.” Newton forschte, indem er vom beobachteten Einzelfall ausging, um zu einem allgemeinen Gesetz zu gelangen, und ging damit den umgekehrten Weg der damals vielfach üblichen deduktiven Methode.

Newtons Schrift erschien in einigen weiteren Auflagen, an denen er er noch einzelne Änderungen vornahm.

Chronik: 17. Jahrhundert – 1670

1670: Baruch Spinoza: Tractatus theologico-politicus (s. 1625)

1670-1676: Papst Clemens X. (Lebensdaten: 1590-1676)

ab 1670: Neu in der Musikgeschichte: das Concerto Grosso
Als Wegbereiter oder Vorläufer einer neuen Aufführungspraxis, des Concerto grosso, kann der italienische Violinist und Komponist Alessandro Stradella gelten. Stradella schuf in den 1670er Jahren einige Werke für ein Orchester, in dem sich zwei Gruppen von Musikern gegenüberstanden: das große Orchester (Concerto grosso), das oft aus Laien bestand, und das kleine Orchester (Concertino), dem meist ausgebildete Musiker angehörten. In den Werken gibt es Passagen des Gesamtorchesters (Tutti) und Passagen des kleinen Orchesters (Solo). Die Form des Concerto grosso hatte großen Einfluss auf alle Arten der Instrumentalmusik.

 

 

Chronik: 17. Jahrhundert – 1661

1661: Jean-Baptiste Lully und die erste Ballett-Komödie (Comédie-Ballet)
Lully, geboren 1632 in Italien, kam um 1645 als Kind nach Paris: Bei Anne Marie Louise, der Prinzessin von Orléans, wird er als Dienstjunge für allerlei Dinge genutzt, u.a. für die musikalische Unterhaltung. Er spielte in ihrem Orchester, nahm neben Musik- auch Ballettunterricht. Er kam in Kontakt mit dem französischen König Ludwig, dem späteren “Sonnenkönig” und Neffen der Prinzessin, als dieser noch unmündig war und seine Mutter Anna von Österreich und Kardinal Jules Mazarin die Regentschaft innehatten. Weiterlesen

Chronik: 18. Jahrhundert – 1785

1785: Tauschplan Josephs II. und Gründung des Deutschen Fürstenbundes
Joseph II. versuchte 1785 erneut, Bayern gegen die österreichischen Niederlande zu tauschen. Seinen Plan legte er Herzog August von Pfalz-Zweibrücken vor, der als Nachfolger Karl Theodors galt und hochverschuldet war. Als die Fürsten im Reich Protest dagegen erheben, gründet Friedrich II von Preußen (der Große) den Deutschen Fürstenbund. Der Plan Josephs II. war damit gescheitert. Pfalz-Bayern ging 1799 an Maximilian IV. Joseph (1756-1825), dem Bruder Karl Augusts.

1785: Friedrich Schiller: Ode an die Freude

1785: Erfindung des vollmechanisierten Webstuhls
Der Geistliche Edmund Cartwright (1743-1823) erfand 1785 den ersten mechanischen Webstuhl, der von einer Maschine angetrieben wurde. Seine Erfindung sollte später viele Arbeitsplätze kosten.

1785-1789: Die Pariser Sinfonien von Joseph Haydn
Joseph Haydn, der seit 1761 für das Fürstenhaus Esterházy tätig war, verhandelte bereits seit 1784 mit einem Konzertveranstalter in Paris wegen der Beauftragung mehrere Sinfonien für das “Concert de la Loge Olympique”, neben der “Concert spirituel” eine zweite große Konzertreihe, die zumeist nicht-öffentlich waren, sondern einem ausgewähltem Publikum zugänglich gemacht wurden.

Joseph Haydn hatte in Paris bereits bei durch die Aufführung seines Werks “Stabat Mater” (für die Reihe “Concert spirituel”) viele Anhänger gefunden – und die sechs Sinfonien (die Sinfonien 82 bis 87), die er nun ablieferte, steigerten seinen Ruhm noch erheblich. Und sie waren teuer – Haydn erhielt für eine Sinfonie das Fünffache des normalen Satzes. Aber die Kosten sollten sich lohnen: Haydns Sinfonien wurden sehr oft gespielt, er galt als “Genie”, “als überragendes Haupt einer ‘deutschen’ sinfonischen Schule” (Walter, Michael: Haydns Sinfonien: ein musikalischer Werkführer. München 2007, S. 86).

Chronik: 17. Jahrhundert – 1608

1608: Bildung der protestantischen Union
Nach den Streitigkeiten über Donauwörth und auf dem Reichstag in Regensburg bildeten die Protestanten die Union. Ihr gehörten zunächst die Kurpfalz, Württemberg, Baden-Durlach, Ansbach und Bayreuth an, später kamen noch Hessen-Kassel, Brandenburg, Pfalz-Zweibrücken und 17 oberdeutsche Städte hinzu. Unter der Leitung des Reformierten Friedrich V. von der Pfalz wollte das Bündnis der katholischen Auslegung der Reichsverfassung entgegentreten. Die Union löste sich 1621 wieder auf.

1608: Hans Lipperhey: Erstes Fernrohr
Der in Wesel geborene Brillenmacher Hans Lipperhey (ca. 1570-1619) erfand 1608 das erste Fernrohr – so zumindest lautet die Meinung neuerer Forscher, denn in dieser Zeit gab es mehrere Personen, die Ähnliches von sich behaupteten.

1608: Girolamo Frescobaldi wird Organist am Petersdom
Frescobaldi, 1583 in Ferrara geboren, war im 17. Jahrhundert einer der bedeutendsten Organisten und Komponisten für Tasteninstrumente. 1607 kam er nach Rom, wurde dort Organist an der Kirche Santa Maria in Trastevere, ging aber bald nach Brüssel und kehrte 1608 nach Rom zurück – und trat die Stelle am Petersdom an. Zu seinen ersten Konzerten erschienen ca. 30.000 Zuhörer. Er schrieb viele Werke (Toccaten, Ricercari), die eine recht freie musikalische Ausformung zuließen – und überraschte die Zuhörer mit unerwarteten Kompositionen.

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