Beiträge

Chronik: 17. Jahrhundert – 1635

1635: Wattenscheid brennt nieder
Wattenscheid war zu Beginn des 17. Jahrhunderts ein Ort mit eingeschränkten Stadtrechten, eine sogenannte Freiheit.

1635–1648: Dreißigjähriger Krieg: Schwedisch-Französischer Krieg
Der Kriegseintritt Frankreichs auf der Seite der Schweden leitete die letzte Phase eines Krieges ein, der fortan ein nur schwerlich einzuordnenedes Konglomerat an kleineren Auseinandersetzungen darstellte. Schon die Ausgangslage mutet befremdlich an, zeigt aber auch, dass der Drießigjährige Krieg schon lange kein Religionskrieg mehr war…

zum Artikel „Der Dreißigjährige Krieg“

Chronik: 17. Jahrhundert – 1663

1663: Immerwährender Reichstag in Regensburg
1663 konstituierte sich der Reichstag in Regensburg. Da man sich nicht auf gemeinsame Beschlüsse einigen konnte, entstand der sogenannte „Immerwährende Reichstag“, eine permanente Gesandtenkonferenz, die bis 1806 beibehalten wurde. Der Reichstag war eines der wenigen Faktoren, die die fast souveränen kleineren und größeren Länder innerhalb des Reiches zusammenhielten. Hier sollten alle Entscheidungen, die das Reich als Ganzes betrafen, so auch die Wahl eines Kaisers, vorgenommen werden – wenn auch die Wahl des Kaisers nur der esrten Kammer des Reichstags zukam, dem Kurfürstenrat.

Immerwährender Reichstag zu Regensburg 1663, Kupferstich aus dem Jahre 1663; Quelle: Katalog Ausstellung HRR / Wikimedia Commons

Immerwährender Reichstag zu Regensburg 1663, Kupferstich aus dem Jahre 1663; Quelle: Katalog Ausstellung HRR / Wikimedia Commons

1663-1664: Krieg zwischen Habsburg und den Türken
Schon länger war das halbautonome Siebenbürgen eine umkämpfte Region, eingekeilt zwischen Habsburgern und Osmanen, die ihren Einfluss geltend machen wollten. Als sich der Siebenbürgische Fürst Georg II. Rakoczy der osmanischen Herrschaft zu entziehen suchte, sah der Kaiser die Möglichkeit, seine Macht dort zu stärken.

Als die Osmanen daraufhin 1663 in Ungarn eindrangen und die Festung Neuhäusel im Norden Ungarns (ca. 130 km östlich von Wien) eroberten, sicherte sich der Kaiser die Unterstützung verschiedener Reichsländer und des Rheinbundes (inkl. Frankreichs). Bei St. Goothard an der Raab (heute Szentgotthárd im Westen Ungarns) konnten die Türken geschlagen werden, auf ein weiteres Vordringen verzichteten die Habsburger allerdings.

Im Frieden von Eisenburg wurde ein 20-jähriger Waffenstillstand ausgehandelt. Die Osmanen bekamen Siebenbürgen und Neuhäusel zugesprochen.

Chronik: 17. Jahrhundert – 1667

1667: John Milton: Paradise Lost (dt. Das verlorene Paradies)
Im Jahre 1667 wurde John Miltons episches Gedicht über den Sündenfall im Paradies veröffentlicht. Milton, mitlerweile völlig verarmt und erblindet, hatte die Rechte daran kurz zuvor für 10 Pfund verkauft. „Paradise Lost“ wurde auch etliche Male ins Deutsche übersetzt.

1667-1668: Devolutionskrieg / Friede von Aachen
Nach dem Tode des spanischen Königs Philipp IV. im Jahre 1665 strebte der französische König Ludwig XIV. die Erbschaft der spanischen Niederlande an. Seine Ansprüche begründete er mit der im Pyrenäenfrieden erlangten Zustimmung Philipps zu der Heirat dessen Tochter Maria Theresa. Als Spanien diese Ansprüche ablehnte, begann Frankreich den Krieg vorzubereiten und schließlich in die Spanischen Niederlande einzumarschieren. Sie drangen bis weit in das Land vor. Zudem besetzten französische Truppen die spanisch-niederländische Franche-Comté (Burgund).

England, die Vereinigten Niederlande und Schweden protestierten jedoch gegen das Vorgehen Frankreichs und es kam zum Frieden von Aachen. Frankreich musste seine Eroberungen wieder aufgeben.

1667-1669: Papst Clemens IX. (Lebensdaten: 1600-1669)

Chronik: 17. Jahrhundert – 1681

1681: Reichskriegsverfassung oder Reichsdefensionalordnung 
Die Reichskriegsverfassung, die aus 6 Reichsgutachten bestand, legte fest, dass jeder Reichskreis bestimmte Truppenkontingente für die Reichsarmee des Heiligen Römischen Reiches zu stellen hatte. Damit wurde das Militärwesen “der freien Verfügungsgewalt des Kaisers und der Willkür der anderen armierten Stände” entzogen und “in die Hände des Reiches gebracht”. (Geschichte Frankens, Hb. d. bayer. Geschichte. Bd. 3/1, 1997, S. 499)

Die Verfassung war eine Folge der bestehenden Kriegsgefahr durch die Türken sowie der agressiven Vormachtspläne des französischen Königs Ludwig XIV.

Chronik: 16. Jahrhundert – 1598

1598: Schlacht von Stangebro
Schon viele Jahre schwelte der Konflikt zwischen zwischen dem protestantischen Teil der Wasa-Dynastie in Schweden und dem katholischen im Königreich Polen. Nach einer Mitte des 16. Jahrhunderts festgelegten Regelung sollten beide Länder faktisch unabhängig sein; Schweden wurde zudem Religionsfreiheit zugesichert.

Als Sigismund III., König von Polen seit 1587, 1592 auch die Herrschaft (in Personalunion) in Schweden übernahm, leitete er Maßnahmen zur Rekatholisierung Schwedens ein. Unter Herzog Karl von Södermanland (1550-1611), einem Sohn Gustavs I. (1496-1560), formierte sich eine starke Opposition und es kam zur Schlacht von Stangebro.

Sigismund wurde abgesetzt, Karl als Karl IX. zum König gewählt. Zukünftig sollte zudem jegliche Personalunion ausgeschlossen werden sowie Katholiken der schwedische Thron verwehrt sein.

1598: Edikt von Nantes (Toleranzedikt)
Dieses Edikt des der französischen Königs Heinrich IV. setzte den Verfolgungen der Hugenotten und den daraus resultierenden Konflikten und Kriegen ein Ende (siehe 1562: Die Hugenottenkriege). Es sicherte den französischen Reformierten (Calvinisten), den so genannten Hugenotten, die Gewissensfreiheit zu. Bis auf Paris und den königlichen Hof durften sie überall ihre Religion ausüben sowie politische Ämter annehmen. Auch wurden den Hugenotten für die folgenden acht Jahre so genannte befestigte Sicherheitsplätze zugesprochen, das waren Städte und Orte, die sie seit einigen Monaten in ihrer Macht gehabt haten.

Das Edikt behielt bis 1685 Gültigkeit, als Ludwig XIV. das Edikt aufhob (siehe 1685: Edikt von Fontainebleau: Flucht vieler Hugenotten aus Frankreich).

Chronik: 16. Jahrhundert – 1593

1593: Nationalsynode von Uppsala
Die Synode erklärte das Augsburger Bekenntnis von 1530 (s. 1530: Augsburger Reichstag und die Confessio Augustana) und die Kirchenordnung von Laurentius Petri von 1571 (s. 1571: Die schwedische Kirchenordnung von Laurentius Petri) als verbindlich für die schwedische Kirche an. Zuvor gab es in Schweden Phasen, in denen verschiedene Einflüsse vorherrschend waren, zunächst philippistische (nach Philipp Melanchthon), dann reformierte (ab ca. 1555) und zwischenzeitlich auch katholische (unter Johann III.).

1593-1606: Türkenkrieg
Der große oder lange Türkenkrieg war ein Krieg zwischen den Habsburgern und dem Osmanischen Reich. Er entzündete sich aus kleineren Kämpfen im kroatischen Grenzgebiet. In den ersten Jahren (bis 1600) gab es mehrere Offensiven beider Seiten, in den Folgejahren waren eher kleinere Gefechte und Festungsbelagerungen für den Krieg chrakteristisch. Der Krieg endete schließlich mit dem Frieden von Zsitvatorok im Jahre 1606, der keiner Seite großartige territoriale Gewinne zugestand, allerdings als Wendepunkt in den Beziehungen der Beziehungen zu den Osmanen angesehen wird: Der König wurde vom Sultan „als gleichberechtigter Herrscher“ anerkannt. (Kohler: Das Reich im Kampf um die Hegemonie in Europa 1521-1648, 1990, S. 28f.) Unter den Habsburgern allerdings war der Friedensschluss umstritten.

Darstellung der Eroberung der Festung Raab im langen Türkenkrieg durch die österreichischen Truppen unter Adolf von Schwarzenberg. 1602. Private collection of S. Whitehead, atrributed to Hans Sibmacher. (Wikimedia Commons)

Darstellung der Eroberung der Festung Raab im langen Türkenkrieg durch die österreichischen Truppen unter Adolf von Schwarzenberg. 1602. Private collection of S. Whitehead, atrributed to Hans Sibmacher. (Wikimedia Commons)