Tag Archiv für Krieg

Chronik: 17. Jahrhundert – 1681

1681: Reichskriegsverfassung oder Reichsdefensionalordnung 
Die Reichskriegsverfassung, die aus 6 Reichsgutachten bestand, legte fest, dass jeder Reichskreis bestimmte Truppenkontingente für die Reichsarmee des Heiligen Römischen Reiches zu stellen hatte. Damit wurde das Militärwesen “der freien Verfügungsgewalt des Kaisers und der Willkür der anderen armierten Stände” entzogen und “in die Hände des Reiches gebracht”. (Geschichte Frankens, Hb. d. bayer. Geschichte. Bd. 3/1, 1997, S. 499)

Die Verfassung war eine Folge der bestehenden Kriegsgefahr durch die Türken sowie der agressiven Vormachtspläne des französischen Königs Ludwig XIV.

Chronik: 18. Jahrhundert – 1735

Porträt des Carolus Linnaeus (1707-1778) von Johan Henrik Scheffel (1690-1781), 1739; Wikimedia Commons (Current location unknown, Source/Photographer unknown)

Porträt des Carolus Linnaeus (1707-1778) von Johan Henrik Scheffel (1690-1781), 1739; Wikimedia Commons (Current location unknown, Source/Photographer unknown)

1735: Carl von Linné: Systema Naturae
Nach Jahren des Suchens, Zeichnens und Beschreibens von Pflanzen erschien 1735 eine der Hauptschriften des schwedischen Naturforschers Carl von Linné (1707-1778). Linné verschrieb sich der Klassifizierung der Pflanzen und Tiere. Diese unterteilte er in Kategorien, Ordnungen, Familien, Gattungen und Arten. Seine Klassifizierungen sind größtenteils noch heute gültig.

 

 

 

 

 

 

 

Quelle

Carl von Linné: Systema naturae, 2. Auflage von 1740 (Google Books)

Weitere Quellen:

1735-1739: Russisch-türkischer Krieg (auch Erster Russisch-Österreichischer Türkenkrieg genannt) / Friede von Belgrad
In diesem Krieg standen die Verbündeten Österreich und Russland dem Osmanischen Reich gegenüber. Russland suchte schon länger seine Macht bis zum Schwarzen Meer auszudehnen, Österreich in Richtung Balkan. Der Vorstoß Österreichs war wenig erfolgreich. Im Frieden von Belgrad (1739) gingen einige Gebiete, die den Österreichern im Frieden von Passarowitz (1718, siehe oben) zugesprochen worden waren, wieder zurück an das Osmanische Reich. Russland hatte zwar mehr kriegerische Erfolge vorzuweisen, trat jedoch auch dem Belgrader Frieden bei, der ihnen nur geringe Vorteile gegenüber der Situation vor dem Krieg brachte.

1735-1763: Friedrich August II. (1696-1763) von Sachsen: König von Polen (“August III.”)

Chronik: 18. Jahrhundert – 1741

1741-1743: Krieg zwischen Schweden und Russland / Friede von Abo
In diesem Krieg versuchte Schweden seine Vormachtstellung an der Ostsee wiederherzustellen, die im Großen Nordischen Krieg verloren gegangen war. Mehrere Niederlagen der schwedischen Truppen sowie Konflikte (Bauernaufstände) im eigenen Land zwangen Schweden zum Friedensschluss von Abo, der gegenüber dem Vorkriegszustand weitere territoriale Verluste einbrachte.

Chronik: 17. Jahrhundert – 1618

1618: Prager Fenstersturz
Utraquisten, Böhmische Brüder, Calvinisten, Lutheraner und Katholiken – diese 5 größeren Konfessionen existierten zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Böhmen. Ihnen hatte Kaiser Rudolf II. im Jahre 1609 die freie Religionsausübung zugesichert (Majestätsbrief), um seine Position gegenüber der Stellung seines Bruders Matthias zu stärken. Und auch Matthias, nach Rudolfs Tod im Jahre 1612 Kaiser, machte Zugeständnisse an die böhmischen Stände: So erlaubte er den Protestanten beispielsweise den Bau von Kirchen. Und genau wegen des Baus einer evangelischen Kirche auf einem katholischen Grundstück entbrannte ein Streit zwischen Protestanten und Katholiken. Die Kirche musste wieder abgerissen werden.

Dies war der Auslöser, allerdings nicht der alleinige Grund für die offene Rebellion der Protestanten gegen den Kaiser. Vorangegangen waren eine Reihe von gegenreformatorischen Aktionen Ferdinands von der Steiermark, seit 1617 König von Böhmen. Die Protestanten riefen eine Versammlung der evangelischen Stände nach Prag ein. Der Kaiser schickte daraufhin Abgesandte nach Prag, die jedoch aus dem Fenster der Prager Burg geworfen wurden. Sie überlebten und berichteten dem Kaiser von dem Vorfall. Der Fenstersturz gilt als Auslöser des Dreißigjährigen Krieges.

Der Prager Fenstersturz auf einem zeitgenössischen Flugblatt, 1618, Quelle: Wikimedia Commons / Peter Milger: Der Dreißigjährige Krieg. Gegen Land und Leute. Niedernhausen 2001, ISBN 3-572-01270-8

Der Prager Fenstersturz auf einem zeitgenössischen Flugblatt, 1618, Quelle: Wikimedia Commons /
Peter Milger: Der Dreißigjährige Krieg. Gegen Land und Leute. Niedernhausen 2001, ISBN 3-572-01270-8


1618-1648: Dreißigjähriger Krieg: Übersicht

Der Dreißigjährige Krieg durchlief, grob gesprochen, vier Phasen:

(Die Bezeichnungen der einzelnen Phasen zeigen nicht die jeweiligen Kriegsparteien an, sondern kennzeichnen die jeweiligen Kriegsgegner des Kaisers. Die Einteilung wird nicht von allen Historikern vertreten.)

Der Dreißigjährige Krieg war eher eine “Kriegszeit” als ein klar abgrenzbarer Krieg zwischen zwei oder mehr Kriegsparteien, eine “Kriegsverdichtung” (Johannes Burkhardt), deren einzelne Konflikte und kriegerische Auseinandersetzungen selbst Zeitgenossen nicht mehr auseinander halten konnten. Und so wurde bereits Mitte des 17. Jahrhunderts der Begriff “Dreißigjähriger Krieg” gebraucht – als ein Konstrukt für die 30 Jahre Kriegszeit.

Der Krieg begann mit der Niederschlagung des ständischen Aufstands in Böhmen und endete “offiziell” mit dem Westfälischen Frieden. Er war kein deutscher Krieg, aber ein Krieg, der sich größtenteils auf dem Boden des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation abspielte. Er war nur zum Teil ein Religionskrieg, da er als solcher begann und sich in den ersten Kriegsjahren noch als solcher zeigte. Wie umfangreich die Folgen für die Bevölkerung und die Wirtschaft waren, ist unter Historikern umstritten.

1618-1623: Dreißigjähriger Krieg: Böhmisch-Pfälzischer Krieg / Confoederatio Bohemica / Schlacht am Weißen Berg
Nachdem die rebellierenden Stände die Macht in Böhmen übernommen hatten, stellten sie auch ein Herr auf und gaben sich sich eine Verfassung (Konföderationsakte vom 31. Juli 1619). Sie setzten Ferdinand ab und den calvinistischen Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz als neuen König ein. Mit den oppositionellen Ständen Nieder- und Oberösterreichs verbündeten sie sich, woraufhin der gerade gewählte Kaiser Ferdinand Bündnisse mit Bayern und Sachsen schloss.

Unterdessen schlossen die protestantische Union und die katholische Liga den sogenannten Ulmer Waffenstillstand ab, einen gegenseitigen Nichtanfgriffspakt. In Anbetracht dessen, dass dem katholischen Bayern nun kein Angriff der Unionsheere drohte, konnten sie sich der böhmischen Angelegenheiten annehmen.

Die protestantische Union stand dem bühmischen König demnach nicht zur Seite und auch sein Schwiegervater, der englische König Jakob I. zeigte keine Anzeichen, sich einzumischen.So trat Friedrich V. ohne Bundesgenossen nahezu chancenlos der Armee des bayerischen Herzogs und eines kasierlichen Kontingents entgegen. Die folgende Schlacht am Weißen Berg (1620) vor den Toren Prags wurde zu einem entscheidenden Sieg der kaiserlich-katholischen Seite.

Es folgte eine z.T. brutale und grausame Rekatholisierung Böhmens. Friedrich V., kurzzeitiger böhmischer König, verlor die Oberpfalz und die Kurwürde an Maximilian I. von Bayern. Zudem verhängte der Kaiser die Reichsacht über ihn, und Friedrich ging nach Holland ins Exil.

Zeitgenössische Darstellung der Schlacht am Weißenberg. Quelle: Wikimedia Commons / Scanned and uploaded by MatthiasKabel from the German wiki

Zeitgenössische Darstellung der Schlacht am Weißenberg. Quelle: Wikimedia Commons /
Scanned and uploaded by MatthiasKabel from the German wiki

Mittlerweile entbrannte in der Kurpfalz der nächste Krieg. Der spanische Heerführer Ambrosio Spinola drang bereits im Frühjahr 1620 in die Pfalz ein, zog sich jedoch wegen anderer Kämpfe wieder in die Niederlande zurück. Währenddessen scharten Anhänger Friedrichs Kriegstruppen um sich, teilweise Reste der alten, böhmischen Heere. Graf Ernst von Mansfeld, Markgraf Georg Friedrich von Baden-Durlach und Herzog Christian von Braunschweig kämpften gegen die Ligaheere des Feldherrn Johann ’t Serclaes Tilly: Gegen Ernst von Mansfeld musste sich Tilly im April 1622 bei Wiesloch (südlich von Heidelberg) zwar geschlagen geben, fügte Markgraf Georg Friedrich allerdings im Mai bei Wimpfen (nördlich von Heilbronn) eine Niderlage zu. Das Heer Christians von Braunschweig wurde im Juni 1622 von Tilly geschlagen. Die Protestanten mussten sich aus der Kurpfalz zurückziehen, die schließlich, auf Befehl des Kaisers und gegen den Willen fast aller Fürsten, Maximilian von Bayern zufiel. (Schmidt: Der Dreißigjährige Krieg, 5. Aufl., München 2002, S. 35)

Chronik: 16. Jahrhundert – 1583

1583: Kölnischer Krieg (auch Truchsessischer Krieg)
Der streng katholische Kölner Erzbischof Gebhard Truchseß von Waldburg (1547-1601) hatte ein Liebesverhältnis mit einer Stiftsdame, wurde zur Heirat gedrängt und nahm 1582 die evangelische Konfession an. Er strebte daraufhin ein säkularisiertes Köln an. Papst Gregor XIII. erklärte Truchseß für abgesetzt, dieser aber erkannte dies nicht an. Der Kölnische Krieg war die Folge: Vom kölnischen Herzogtum Westfalen aus agierend, fand Truchseß in adeligen Landständen und einigen Städten Unterstützung, wurde schließlich aber von bayerischen Truppen aus Westfalen vertrieben. Er starb 1601 in Straßburg. Sein Nachfolger in Köln wurde Ernst von Bayern.

Der Krieg zeigte an, wie leicht eine konfessionelle Angelegenheit “in einen politisch-militärischen Konflikt umschlagen konnte” (Zeeden: 1556-1648 – Hegemonialkriege und Glaubenskämpfe, 1999, S. 231).

1583: Straßburger Kapitelstreit
In diesem Streit standen sich katholische und evangelische Domherren gegenüber. Dem Straßburger Domkapitel gehörten auch einige abgesetzte Mitglieder des Kölner Domkapitels an. Gemäß dem Geistlichen Vorbehalt (s. 1555: Augsburger Religionsfrieden) hätten sie nun auch die Stellen in Straßburg aufgeben müssen. Allerdings hatten die Protestanten diesen Vorbehalt seit jeher abgelehnt. Als der Bischof Johann von Manderscheid 1592 starb, beanspruchten beide Seiten die vakante Bischofstelle – Johann Georg von Brandenburg wurde von den Protestante, Karl von Lothringen von der katholischen Seite aufgestellt. Es kam zu einer bewaffneten Auseinandersetzung. Letztendlich stellte die katholische Seite den Bischof, Johann Georg von Brandenburg erhielt eine finanzielle “Abfindung”.

Chronik: 17. Jahrhundert – 1633

Titelblatt von Galileis "Dialog über die zwei Weltsysteme": Es diskutieren Aristoteles, Ptolemäus und Kopernikus miteinander. Quelle: Wikimedia Commons / Original uploader was APPER at de.wikipedia

Titelblatt von Galileis “Dialog über die zwei Weltsysteme”: Es diskutieren Aristoteles, Ptolemäus und Kopernikus miteinander. Quelle: Wikimedia Commons / Original uploader was APPER at de.wikipedia

1633: Galileo Galilei widerruft seine heliozentrischen Ansichten und entgeht dem Scheiterhaufen
Im Jahre 1632 veröffentlichte Galileo Galilei sein Werk “Dialogo sopra i due massimi sistemi del mondo”, kurz “Dialog” genannt. Diese Schrift führte letztendlich zum Inquisitionsprozess gegen Galilei, wenngleich er schon vorher “unter Beobachtung” stand – v.a. wegen seines wiederholten Eintretens für das kopernikanische Weltbild, wonach nicht die Erde, sondern die Sonne der Mittelpunkt des Universums sei.

Dreimal wurde Galilei 1633 von der Inquisition verhört und schwor der kopernikanischen Theorie schließlich ab. Die Worte “…und sie bewegt sich doch!”, die er nach dem Prozess geflüstert haben soll, sind historisch nicht belegt. Der Dialog wurde von der katholischen Kirche indiziert und erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder freigegeben. “Dieses Werk und die späteren ‘Discorsi e dimostrazioni matematichi intorno a due nuove scienze’ (1638), die die theoretische Grundlegung der neuzeitlichen Physik darstellen, begründen G.s überragende Stellung in der Wissenschaftsgeschichte.” (Galilei, Galileo. Religion in Geschichte und Gegenwart, S. 10390, DVD, vgl. RGG Bd. 2, S. 1192) Galileo blieb bis zu seinem Tode im Jahre 1642 unter Hausarrest.

1633-1634: Krieg zwischen den Osmanen und Polen
1633 marschierten die Osmanen in Polen-Litauen ein, nachdem Polen bereits von russischer Seite angegriffen wurde. Polen konnte die Osmanen jedoch abwehren.

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