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Chronik: 18. Jahrhundert – 1791

1791: „Die Zauberflöte“ von Mozart
Die Etablierung eines deutschen National-Singspiels, das sich Kaiser Joseph II. wünschte, ging nicht in Erfüllung. Die italienische Oper blieb in Wien maßgebend. 1791 schließlich schuf Wolfgang Amadeus Mozart ein Werk, das er selbst eine „Teutsche Oper“ nannte (Reclam Buch der Musik, 2001, S. 165): eine Oper in deutscher Sprache für ein bürgerliches Publikum. Weiterlesen

Chronik: 18. Jahrhundert – 1718

1718: Händel: Acis und Galatea
Die Kurzoper (auch „Masque“) Acis und Galatea von Händel war zu seiner Zeit sein meistgepieltes Werk. Weiterlesen

Chronik: 18. Jahrhundert – 1706

1706: Georg Friedrich Händel bricht nach Italien auf

Georg Friedrich Händel, deutscher/britischer Komponist. Porträt des britischen Malers Thomas Hudson (1701-1779) aus dem Jahre 1741. Quelle: Wikimedia Commons / unbekannt

Georg Friedrich Händel, deutscher/britischer Komponist. Porträt des britischen Malers Thomas Hudson (1701-1779) aus dem Jahre 1741. Quelle: Wikimedia Commons / unbekannt

Georg Friedrich Händel, geboren 1685 in Halle, nahm in seiner Heimatstadt zunächst Orgelunterricht bei Friedrich Wilhelm Zachow, einem Komponisten und Organist an der Marienkirche. Händel zog 1703 nach Hamburg und fand an der dortigen Oper eine Anstellung als Geiger, dann als Cembalist. Schon früh begeisterte er sich für die Oper, komponierte sogar insgesamt vier Opern in der Hansestadt.

Aufgrund dieser Leidenschaft zog es ihn schon bald nach Italien, wo er in Florenz, Rom und Venedig viele berühmte Komponisten kennenlernte: Vivaldi, Alessandro und Domenico Scarlatti sowie Arcangelo Corelli – die allesamt großen Einfluss auf sein kompositorisches Schaffen nahmen.

Zwei Opern schrieb Händel in Italien und sorgte mit ihnen für einiges Aufsehen: „Rodrigo“ (Florenz) und „Agrippina“ (Venedig). 1710 nahm Händel ein Angebot des Kurfürsten Georg Ludwig von Hannover an, Kapellmeister zu werden. Als erstes nahm er allerdings, vertraglich zugesichert, ein Jahr Auszeit, um nach London zu gehen – was nicht weiter verwunderlich war, da der Hannoversche Kurfürst auch Thronfolger Englands war. Für gut ein Jahr kehrte er dann nach Hannover zurück, ging anschließend wieder nach England, wo er bis zu seinem Tod 1759 blieb.

Chronik: 17. Jahrhundert – 1639

1639: Erste Oper von Francesco Cavalli
Francesco Cavalli zählt mit Claudio Monteverdi und Antonio Cesti zu den großen Opernkomponisten des 17. Jahrhunderts. Geboren als Pier Francesco Caletti-Bruni 1602 in Crema (Lombardei, Italien) wirkte er fast zeitlebens in Venedig. Er war zunächst Organist in der Kirche Santi Giovanni e Paolo, ab 1639 dann zweiter Organist in der Markuskirche.

Großes Interesse zeigte er schon früh für das öffentliche Schauspiel, das nicht mehr den großen Höfen und seinem Publikum vorbehalten blieb. Und so schrieb er seine erste Oper “ Le Nozze di Teti e di Peleo“ auch für das Teatro San Cassiano, das als erstes öffentliches Opernhaus der Welt gilt (1637 eröffnet). 40 weitere Opern sollten folgen, u.a. Giasone, Cavallis schon damals bekannteste und beliebteste Oper.

Später wandte sich der Komponist übrigens verstärkt der religiösen Vokalmusik zu.

Chronik: 18. Jahrhundert – 1733

1733: Kantonreglement für Brandenburg-Preußen
Mit dem Reglement des preußischen Königs Friedrich Wilhelms I. sollte das Anwerben von Soldaten besser organisiert werden. Der Historiker Gustav Schmoller sieht in dem Kantonreglement sowohl einen wichtigen Baustein hin zu einer allgemeinen Wehrpflich, als auch „einen der wichtigsten Schritte zur Anbahnung des Staatsbürgertums“, da Bauern nun nicht mehr nur dem Gutsherrn, sondern in einigen Punkten auch direkt dem Staat unterstanden. (In: Moderne Preussische Geschichte 1648-1947, hrsg. v. Otto Büsch und Wolfgang Neugebauer, 1981, S. 761)

1733: Telemanns Tafelmusik 
Die „Musique de Table“ ist eines der berühmtesten Instrumentalstücke des Barock. Die Tafelmusik besteht aus drei Teilen, „Productionen“, diese jeweils wieder aus sechs Stücken: einer französischen Ouvertüre, einem Quartett, einem italienischen Konzert, eine Triosonate oder eine Solosonate mit Begleitung des Generalbasses sowie ein Schlussstück, die Conclusio.

Telemann schrieb einige seiner Kompositionen, so auch die Tafelmusik, zur Subskription aus, d.h. an den Werken Interessierte bestellten und bezahlten dafür im Voraus. Die Vielzahl an Bestellungen zeigte, wie groß sein Ruhm in seiner Zeit war.

1733: Die Oper „Hippolyte und Aricie“ von Jean-Philippe Rameau wird uraufgeführt
Jean-Philippe Rameau war bereits 50 Jahre alt, als seine erste Oper aufgeführt wurde. 1683 in Dijon geboren, wirkte er nach einer Italienreise in verschiedenen Städten als Organist (z.B. Avignon und Clermont), bevor er 1722 nach Paris ging. Dort komponierte er verschiedene Werke für Cembalo, Motetten und Kantaten und verfasste etliche musiktheoretische Abhandlungen. Seine Oper „Hippolyte und Aricie“ lehnte sich kompositorisch zwar an Jean-Baptiste Lully an, beinhaltete jedoch auch viele neue, moderne Elemente (z.B. die Verwendung einer Vielzahl von Dissonanzen), die prägend sein sollten für nachfolgende Opern in Frankreich. Die Zeitgenossen waren hin- und hergerissen: Rameaus Werke fanden viele Anhänger, doch die Traditionalisten und/oder Lully-Anhänger waren brüskiert.

1733-1735: Polnischer Erbfolgekrieg / Wiener Präliminarfrieden

In diesem Krieg standen sich Russland/Österreich und Frankreich gegenüber. Nach dem Tod des sächsischen Kurfürsten Friedrich August I. (geb. 1670-1733, auch „der Starke“ genannt), der seit 1697 als August II. auch polnischer König und Großfürst von Litauen war, standen sein Sohn Friedrich August II. (1696-1763) und Stanislaus I. Leszczynski (1677-1766), der für ein paar Jahre zu Beginn des 18. Jahrhunderts polnischer König war, als Nachfolger bereit.

Österreich und Russland favorisierten Friedrich August II., Frankreich hingegen machte sich für den rechtmäßig gewählten polnischen König Stanislaus I. Leszczynsky ein. Nach dem Erscheinen russischer Truppen in Polen konnte die Wahl Friedrich Augusts durchgesetzt werden und Stanislaus floh nach Danzig. Der Krieg fand vowiegend am Rhein und in Italien statt, der eigentliche Kriegsgrund trat bald schon in den Hintergrund. Vielmehr suchte Frankreich die Verbindung der Häuser Lothringen und Habsburg zu verhindern. Diese „drohte“ durch die Heirat Maria Theresias (1717-1780), einer Fürstin aus dem Hause Habsburg, mit Franz Stephan von Lothringen, der seit einigen Jahren Herzog von Lothringen und Bar war.

Im Wiener Präliminarfrieden von 1735, 3 Jahre später im Frieden von Wien „offiziell“ bestätigt, wurde Friedrich August zum König bestimmt, Stanislaus erhielt Lothringen – allerdings mit der Maßgabe, dass Lothringen nach dessen Tod zurück an Frankreich fallen sollte. Franz Stephan erhielt die Toskana und durfte Maria Theresia heiraten.

Chronik: 18. Jahrhundert – 1762

1762: Christoph Willibald Gluck: Orfeo ed Euridice – eine neue Oper!
Der 1714 in der Oberpfalz geborene Gluck, Sohn eines Försters, spielte schon früh mehrere Instrumente. In Prag studierte er zunächst Logik und Mathematik, kam dann auch nach Wien, Italien und England. In Mailand  nahm er Unterricht im Komponieren – und schrieb eine erste Oper, die 1741 ebendort uraufgeführt wurde.

Weitere 28 Opern sollten folgen, oft Opern in italienischer Tradition, bis er mit seiner 30. neue Maßstäbe setzte: Mit „Orfeo ed Euridice“ wollte er weg von den starren Mustern der italienischen und der französischen Oper, weg von inhaltlich und musikalisch überbordenden, (allzu) kunstvollen und oft nicht mehr nachzuvollziehenden Stücken – hin zu mehr Geradlinigkeit, Klarheit und „echten“ Emotionen. Diese neue Art der Oper verwirrte viele zunächst, erfreute sich dann aber großer Beliebtheit.

Es folgten bis 1779 weitere fünf so genannte Reformopern: Alceste, Paride ed Elena, Iphigénie en Aulide, Armide und Iphigénie en Tauride.

1762: Jean-Jacques Rousseau: Du contrat social ou principes du droit politique (Vom Gesellschaftsvertrag oder Prinzipien des Staatsrechtes)

Portrait von Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) von Maurice Quentin de La Tour; Momentaner Standort: Musée Antoine Lécuyer, Saint-Quentin; Quelle: originally uploaded to en by User:Sir Paul / Wikimedia Commons

Portrait von Jean-Jacques Rousseau (1712–1778) von Maurice Quentin de La Tour; Momentaner Standort: Musée Antoine Lécuyer, Saint-Quentin; Wikimedia Commons

1762: Jean-Jacques Rousseau: Emile
In diesem Jahr erschien in Frankreich eine der wichtigsten und folgenreichsten pädagogischen Schriften des 18. Jahrhunderts: „Emile“ von Jean-Jacques Rousseau. Rousseau entwarf darin ein neues Bild der Kindheit, in dem er sie scharf von der Erwachsenenwelt trennte: Das Kind sei nicht als der kleine Erwachsene anzusehen, sondern muss vor den schädlichen Einflüssen der Gesellschaft oder der Welt der Erwachsenen geschützt werden.