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Chronik: 16. Jahrhundert – 1528

1528: Johannes Bugenhagen: Braunschweiger Kirchenordnung
Bugenhagen stammte aus Pommern und kam 1521 nach Wittenberg. Dort wurde er Pfarrer der Stadtkirche und wurde 1536 zum Generalsuperintendent ernannt. Zuvor zeichnete er sich durch sein Engagement für den Norden des Reiches aus, indem er zahlreiche Kirchenordnungen verfasste. Die erste war die Braunschweiger Kirchenordnung, die als Grundlage weiterer Ordnungen diente, z.B. für Hamburg, Lübeck und Holstein.

In den Kirchenordnungen ging es um die Gestaltung des Gottesdienstes, das kirchliche Recht, die Aufgaben des Pfarrers und seine Ausbildung und Entlohnung, aber auch um die Rechte und Pflichten der Gemeindemitglieder.

1528: Papst Clemens VII. erkennt die Kapuziner als Orden an
Nach der offiziellen Trennung der Franziskaner in zwei Orden, den Konvulanten und den Observanten, im Jahre 1517 (s. 1517: Trennung der Fransiskaner in zwei eigenständige Orden), zeigten sich schon bald weitere Risse. Die Observanten teilten sich in einzelne Gruppen auf. U.a. trennten sich die die Kapuziner ab, die 1528 offiziell als Ordensgemeinschaft anerkannt wurde. Die Kapuziner sollten in der Gegenreformation oder katholischen Reform eine wichtige Rolle spielen – wie die Jesuiten, allerdings mit dem Unterschied, dass sich die Jesuiten dem Adel und den gebildeten Schichten zuwandten, die Kapuziner hingegen dem „einfachen“ Volk, den sozial Benachteiligten, den Randgruppen.

Sie zogen als Wanderprediger durch die Lande, initiierten Krippenspiele, errichteten viele Kreuzwege. Die Passionsspiele (u.a. in Oberammergau) gehen auf die Kapuziner zurück. (Klueting: Das Konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 275) Sie waren zudem als Feldprediger im Krieg unterwegs und zeichneten sich durch unermüdlichen Einsatz für die Menschen auch zu Pestzeiten aus.

1528: Clément Janequin: La Guerre
1528 erschien in Paris die Sammlung „Chansons de maistre Clément Janequin“, also Chansons des französischen Komponisten Clément Janequin. Darin vertreten war eines der berühmtesten Lieder des 16. Jahrhunderts: „La Guerre“ (Der Krieg). Darin vertont er eine gesamte Schlacht, die Schlacht von Marignano des Jahres 1515. Janequin schuf mit seinen Chansons eine neue Art der Lautmalerei, Geräusche des Krieges wurden durch Gesangssilben nachgestellt.

Chronik: 16. Jahrhundert – 1571

1571: Synode von La Rochelle / Confessio Gallicana
Auf der Synode von La Rochelle, wurde das Glaubensbekenntnis der französischen Protestanten (Hugenotten) von 1559 mit kleinen Textänderungen offiziell angenommen und trug seither den Namen „Confessio Gallicana“.

1571: Die schwedische Kirchenordnung von Laurentius Petri
Die Kirchenordnung des Laurentius Petri war eine für viele Jahre einflussreiche Ordnung, die u.a. auch das Verhältnis von Staat und Kirche regelte. Auch wenn der schwedische König Johann III. 1575 eine neue Kirchenordnung erstellen ließ, setzte sich letztlich dann doch Petris Werk durch.

Chronik: 16. Jahrhundert – 1547

1547: Chambre ardente – das Sondergericht für Ketzerprozesse
Der französische König Heinrich II. schuf 1547 dieses Gericht im Kampf gegen die Protestanten.

Chronik: 16. Jahrhundert – 1557

1557: Wormser Kolloquium
König Ferdinand I. hatte dieses Kolloquium eigentlich dazu nutzen wollen, eine Verständigung der katholischen mit der protestantischen Seite herbeizuführen. Allerdings brachen hier die schon länger schwelenden Streitigkeiten unter den Lutheranern (zwischen Philippisten und Gnosiolutheranern) noch einmal offen aus. Das Kolloquium musste als gescheitert angesehen werden.

1557: Edikt von Compiègne
Das Edikt sah die Todesstrafe für Personen vor, die sich zur reformierten Lehre bekannten.

Chronik: 16. Jahrhundert – 1593

1593: Nationalsynode von Uppsala
Die Synode erklärte das Augsburger Bekenntnis von 1530 (s. 1530: Augsburger Reichstag und die Confessio Augustana) und die Kirchenordnung von Laurentius Petri von 1571 (s. 1571: Die schwedische Kirchenordnung von Laurentius Petri) als verbindlich für die schwedische Kirche an. Zuvor gab es in Schweden Phasen, in denen verschiedene Einflüsse vorherrschend waren, zunächst philippistische (nach Philipp Melanchthon), dann reformierte (ab ca. 1555) und zwischenzeitlich auch katholische (unter Johann III.).

1593-1606: Türkenkrieg
Der große oder lange Türkenkrieg war ein Krieg zwischen den Habsburgern und dem Osmanischen Reich. Er entzündete sich aus kleineren Kämpfen im kroatischen Grenzgebiet. In den ersten Jahren (bis 1600) gab es mehrere Offensiven beider Seiten, in den Folgejahren waren eher kleinere Gefechte und Festungsbelagerungen für den Krieg chrakteristisch. Der Krieg endete schließlich mit dem Frieden von Zsitvatorok im Jahre 1606, der keiner Seite großartige territoriale Gewinne zugestand, allerdings als Wendepunkt in den Beziehungen der Beziehungen zu den Osmanen angesehen wird: Der König wurde vom Sultan „als gleichberechtigter Herrscher“ anerkannt. (Kohler: Das Reich im Kampf um die Hegemonie in Europa 1521-1648, 1990, S. 28f.) Unter den Habsburgern allerdings war der Friedensschluss umstritten.

Darstellung der Eroberung der Festung Raab im langen Türkenkrieg durch die österreichischen Truppen unter Adolf von Schwarzenberg. 1602. Private collection of S. Whitehead, atrributed to Hans Sibmacher. (Wikimedia Commons)

Darstellung der Eroberung der Festung Raab im langen Türkenkrieg durch die österreichischen Truppen unter Adolf von Schwarzenberg. 1602. Private collection of S. Whitehead, atrributed to Hans Sibmacher. (Wikimedia Commons)

Chronik: 16. Jahrhundert – 1580

1580: Michel de Montaigne: Essais
1580 veröffentlichte der französische Schriftsteller und Philosoph Michel Eyquem de Montaigne (1533-1592) seine Hauptschrift, die „Essais“. Mit seinen subjektiven und locker geschriebenen Reflexionen über Philosophie, Pädagogik, Psychologie, Literatur, Politik u.a. schuf er ein neues literarisches Genre: den Essay. In den folgenden Jahren erweiterte er sein Werk noch.

Quelle
Montaigne: Essais (französische Ausgabe von 1828), Google Books

1580: Konkordienbuch
Um die zahlreichen innerlutherischen Streitigkeiten (s. 1548: Streitigkeiten im Luthertum) zu überwinden, wurde ein Paket unterschiedlicher Schriften geschnürt, die in ihrer Gesamtheit als Grundlage lutherischer Theologie dienen sollte: das Konkordienbuch. Das Buch umfasste die Formual Concordiae von 1577, altchristliche Glaubensbekenntnisse, Luthers Katechismen, die Schmalkaldischen Artikel, die Confessio Augustana von 1530 und einzelne Schriften Melanchthons. (Klueting: Das Konfessionelle Zeitalter, 2007, S. 196)

1580: Ächtung Wilhelms von Oranien
Der spanische König Philipp II. spricht über Wilhelm von Oranien die Acht und setzt gar ein Kopfgeld aus, da er annahm, dass Wilhelm die Provinzen, die sich in der Utrechter Union (siehe 1579: Union von Arras / Utrechter Union / Teilung der Niederlande) zusammengeschlossen hatte, von Spanien lösen wollten.