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Chronik: 18. Jahrhundert – 1704

1704-1709: Friedrich August I. von Sachsen (der Starke) vorübergehend nicht mehr polnischer König (August II.)

Nachdem der schwedische König im “großen Nordischen Krieg” die sächsisch-polnische Armee bei Klissow deutlich geschlagen hatte, setzte er den polnischen König August den Starken ab und den polnischen Adeligen Stanislaus Leszczynski ein. Nachdem russische Truppen die Schweden in der Schlacht bei Poltawa besiegt hatten, wurde August vom polnischen Adel wieder in das Königsamt eingesetzt.

Chronik: 17. Jahrhundert – 1633

Titelblatt von Galileis "Dialog über die zwei Weltsysteme": Es diskutieren Aristoteles, Ptolemäus und Kopernikus miteinander. Quelle: Wikimedia Commons / Original uploader was APPER at de.wikipedia

Titelblatt von Galileis „Dialog über die zwei Weltsysteme“: Es diskutieren Aristoteles, Ptolemäus und Kopernikus miteinander. Quelle: Wikimedia Commons / Original uploader was APPER at de.wikipedia

1633: Galileo Galilei widerruft seine heliozentrischen Ansichten und entgeht dem Scheiterhaufen
Im Jahre 1632 veröffentlichte Galileo Galilei sein Werk „Dialogo sopra i due massimi sistemi del mondo“, kurz „Dialog“ genannt. Diese Schrift führte letztendlich zum Inquisitionsprozess gegen Galilei, wenngleich er schon vorher „unter Beobachtung“ stand – v.a. wegen seines wiederholten Eintretens für das kopernikanische Weltbild, wonach nicht die Erde, sondern die Sonne der Mittelpunkt des Universums sei.

Dreimal wurde Galilei 1633 von der Inquisition verhört und schwor der kopernikanischen Theorie schließlich ab. Die Worte „…und sie bewegt sich doch!“, die er nach dem Prozess geflüstert haben soll, sind historisch nicht belegt. Der Dialog wurde von der katholischen Kirche indiziert und erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wieder freigegeben. „Dieses Werk und die späteren ‚Discorsi e dimostrazioni matematichi intorno a due nuove scienze‘ (1638), die die theoretische Grundlegung der neuzeitlichen Physik darstellen, begründen G.s überragende Stellung in der Wissenschaftsgeschichte.“ (Galilei, Galileo. Religion in Geschichte und Gegenwart, S. 10390, DVD, vgl. RGG Bd. 2, S. 1192) Galileo blieb bis zu seinem Tode im Jahre 1642 unter Hausarrest.

1633-1634: Krieg zwischen den Osmanen und Polen
1633 marschierten die Osmanen in Polen-Litauen ein, nachdem Polen bereits von russischer Seite angegriffen wurde. Polen konnte die Osmanen jedoch abwehren.

Chronik: 17. Jahrhundert – 1645

1645: Thorner Religionsgespräch
1645 lud der polnische König Wladislaw IV. Katholiken, Lutheraner und Reformierte zu einem Religionsgespräch nach Thorn ein. Hier sollten in Ruhe die unterschiedlichen Standpunkte vorgetragen werden, um möglicherweise einen Kompromiss zu finden. Die Gespräche wurden nach drei Monaten ergebnislos abgebrochen.

Chronik: 17. Jahrhundert – 1655

1655-1667: Papst Alexander VIII. (Lebensdaten: 1599-1667)

1655-1660: Zweiter Nordischer Krieg / Vertrag von Königsberg / Vertrag von Lubia / Friede von Oliva
Im Zweiten Nordischen Krieg standen sich zunächst Schweden und Polen gegenüber, Russland griff kurze Zeit später in die Kriegshandlungen mit ein.

Der Krieg entzündete sich daran, dass der polnische König Johann II. Casimir Anspruch auf die schwedische Krone anmeldete. Daraufhin marschierte der schwedische König Karl X. in Polen ein, nahm Warschau und Lettland ein. Brandenburg, das bislang das Herzogtum Preußen als Lehen von Polen besaß, musste nun den schwedischen König Karl X. Gustav als Lehnsherrn annehmen (Vertrag von Königsberg). In der Folgezeit neigte sich das Machtgefüge etwas zu Ungunsten Schwedens: Von russischer, aber auch von polnischer Seite ging Gefahr aus. So war nun Karl X. Gustav seinerseits zu Zugeständnissen an Brandenburg bereit: Mit dem Vertrag von Labiau im November 1656 erhielt Brandenburg u.a. die volle Souveränität über Preußen.

1657 schließlich traten die Österreicher, Dänen und die Niederländer entschlossener an die Seite Polens, ein schwedisches Übergewicht im Norden Europas zu verhindern – und sogar Brandenburg wechselte die Fronten, nachdem Kurfürst Friedrich Wilhelm I. von Brandenburg-Preußen im Vetrag von Wehlau seitens des polnischen Königs Johann Casimir die volle Souveränität zubilligte.

Beendet wurde der Krieg schließlich mit dem Frieden von Oliva im Jahre 1660.

Chronik: 17. Jahrhundert – 1672

Samuelis von Pufendorff: Einleitung zu der Historie der vornehmsten Reiche und Staaten, so jetziger Zeit in Europa sich befinden. Franckfurt am Mayn 1695. Frontispiz: Porträt Samuel von Puffendorf. (Ex Bibliotheca Gymnasii Altonani)

Samuelis von Pufendorff: Einleitung zu der Historie der vornehmsten Reiche und Staaten, so jetziger Zeit in Europa sich befinden. Franckfurt am Mayn 1695. Frontispiz: Porträt Samuel von Puffendorf. (Ex Bibliotheca Gymnasii Altonani) / Wikimedia Commons

1672: Samuel Freiherr von Pufendorf: De iure naturae et gentium
Der Rechtsgelehrte und Professor für Natur- und Völkerrecht in Heidelberg, Samuel Freiherr von Pufendorf (1632-1694), verfasste 1672 seine Naturrechtslehre. Darin geht er von der Annahme aus, dass der Mensch von Natur aus nur in Gemeinschaft mit anderen Menschen überleben kann. Das Soziale ist also naturgegeben. Pufendorf unterscheidet klar Gesellschaft und Staat und zeigt auf, dass es Rechte gibt, die vor dem Staat bestehen – „und die somit dem Staat gegenüber geltend gemacht werden können.“ Diese Rechte werden einzelnen Menschen also nicht vom Staat zugestanden, sie besitzen sie unabhängig von diesem. (Schupp: Geschichte der Philosophie im Überblick 3: Neuzeit, S. 190)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ab 1672: Leibniz: Rechenmaschine
Der bedeutende Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz arbeitete von 1672 bis zu seinem Tod im Jahre 1716 an einer Rechenmaschine, die auf der von ihm erfundenen Technik der Staffelwalze fußte. Diese Technik sollte noch bis in das 20. Jahrhundert eingesetzt werden – auch wenn Leibniz‘ Rechenmaschine nicht voll funktionsfähig war. (Brather, Hans-Stephan: Leibniz und seine Akademie, 1993, S. 285)

1672-1674: Dritter Englisch-Niederländischer Seekrieg
Der dritte Krieg zwischen den Niederlanden und England war eigentlich Teil der Auseinandersetzung zwischen den Niederlanden und Frankreich. 1670 hatte sich nämlich Frankreich mit England gegen die Niederlande verbündet (Vertrag von Dover). Der französische König Louis XIV. leistete Karl II. dafür erhebliche finanzielle Unterstützung. England schied ohne nennenswerte Erfolge 1674 aus dem Krieg aus.

1672-1676: Krieg zwischen den Osmanen und Polen / Vertrag von Zurawno
Nachdem sich die Kosaken in der Ukraine, deren Politik lange Jahre von Polen beherrscht wurde, mit den Osmanen verbunden hatten, forderten diese vom polnischen König die Abtretung der Gebiete und fielen 1672 in die polnischen Gebiete der Ukraine ein.

Nach anfänglichen Erfolgen der Osmanen konnten sie vom polnischen Heer unter dem Feldherrn Jan Sobieski geschlagen werden. Jan Sobieski wurde daraufhin zum neuen polnischen König gewählt. Kurz darauf kam es jedoch zu erneuten Kämpfen mit tatarischen und osmanischen Truppen. Nach wechselseitigen Erfolgen und Niederlagen wurde 1676 der Vertrag von Zurawno geschlossen: Das polnisch-ukrainische Podolien erhielten die Osmanen, während Polen die seit einem früheren Abkommen jährlich an das Osmanische Reich zu zahlenden Tributzahlungen erlassen bekam.

1672-1679: Krieg zwischen den Niederlanden und Frankreich (auch Holländischer Krieg genannt)
Der französische König Ludwig XIV. machte die Vereinigten Niederlande für den Widerstand der Tripleallianz „Vereinigte Niederlande / Schweden / England“ im Devolutionskrieg verantwortlich. Ludwig plante einen Krieg und versicherte sich zunächst, dass England, Schweden und einzelne Reichsländer nicht gegen ihn eingreifen. 1672 erklären gar Frankreich und England den Vereinigten Niederlanden den Krieg (s. Dritter Englisch-Niederländischer Seekrieg, 1672-1674).

Die Niederlande standen am Rand einer Niederlage, als Wilhelm III. von Oranien (1650-1702), seit 1672 Statthalter der Niederlande, große Teile des Landes flutete, indem er Deiche öffnete. Die gegnerischen Truppen mussten zurückweichen. Zudem traten nun der Kaiser, etliche Fürsten des Reiches und der spanische König gegen Ludwig XIV. auf und erklärten Frankreich den Krieg, da sie einen Übergriff auf die spanischen Niederlanden befürchteten.

In der Folgezeit, England hatte sich 1674 aus dem Krieg zurück gezogen, zog sich der Konflikt lange Jahre hin, ohne dass eine klare Entscheidung zugunsten einer Seite fiel. Während sich die Vereinigten Niederlande und kurze Zeit darauf auch Spanien mit Frankreich auf eine Beendigung des Krieges einigten, suchte der Kaiser noch länger einen kriegerischen Erfolg zu erzwingen. Letztlich ging dies jedoch zugunsten Frankreichs aus. Ludwig musste keine Gebiete abtreten, im Gegenteil: Er konnte einen Gebietszugewinn verzeichnen (z.B. Freiburg i.Br.).

Chronik: 17. Jahrhundert – 1697

1697: Friedrich August I. von Sachsen wird polnischer König
Nachdem er kurz zuvor zum katholischen Glauben konvertiert war, ließ sich der sächsische Kurfürst Friedrich August I. (auch “August der Starke” genannt) zum polnischen König krönen. Hinter dieser Herrschaft in Personalunion standen wirtschaftliche, aber auch sicherheitspolitische Erwägungen.

Noch zwei Nachfolger Friedrich Augusts sollten bis 1763 den polnischen Thron besetzen.