Klanglabor der Zeit: Benjamin Alard und die Lebensaufgabe „Bach komplett“

Johann Sebastian Bach und kein Ende: Der französische Cembalist und Organist Benjamin Alard widmet sich mit unerschütterlicher Hingabe der Gesamteinspielung von Bachs Werken für Tasteninstrumente – einem Projekt, das am Ende rund  60 Stunden Musik umfassen wird. Seit 2018 arbeitet Alard gemeinsam mit Produzent  Alban Moraud an dieser monumentalen Reihe für das Label Harmonia Mundi. Im Gespräch mit  Gerald Felber  von der  Frankfurter Allgemeinen Zeitung  wird deutlich, dass der Musiker dabei nicht nur auf Vollständigkeit, sondern auf Lebendigkeit zielt: Jede Aufnahme sei eine „Momentaufnahme“, geprägt von Weiterentwicklung und der Energie des Augenblicks.

Alard, der Orgeln, Cembali und auch seltene Clavichorde oder ein Klaviziterium spielt, versteht Bachs Musik als ein offenes Geflecht aus Erfahrung, Forschung und Klangexperiment. Ob auf einem dreimanualigen Cembalo aus dem Jahr 1740 oder im intimen Dialog mit historischen Instrumenten – für ihn bleibt Bachs Werk „im Kern unzerstörbar“. Zugleich spürt er den historischen Klangwelten des 18. Jahrhunderts nach, um ihnen in heutiger Interpretation neue Farben zu verleihen.

Mit der elften Edition erreicht Alard nun den Scheitelpunkt seines Projekts, das ihn – so scheint es – nicht nur Bachs Lebenswegen, sondern auch der eigenen künstlerischen Reifung folgen lässt.

zum kompletten Gespräch von Gerald Felber (FAZ) mit Benjamin Alard