Neue Perspektiven auf die Balleien des Deutschen Ordens: Tagung beleuchtet vergessene Strukturen im Alten Reich

Wie prägten die Balleien des Deutschen Ordens das Heilige Römische Reich – wirtschaftlich, politisch und kulturell? Dieser Frage geht eine internationale Tagung nach, die Christofer Herrmann (TU Chemnitz) auf H-Soz-Kult vorstellt. Vom 4. bis 6. März 2026 treffen sich Expert:innen in Plauen, um die Entwicklung der Balleien vom 12. Jahrhundert bis 1590 systematisch zu untersuchen. Bisher stand die Ordensgeschichte in Preußen oder Livland im Fokus – doch die Balleien im Reich bildeten ein zentrales Rückgrat des Ordens, das bisher kaum Beachtung fand.

Jede Ballei wird in eigenen Vorträgen analysiert: von Thüringen über Hessen bis hin zu Österreich und den Niederlanden. Renommierte Historiker:innen wie Udo Arnold, Grischa Vercamer und Helmut Flachenecker diskutieren politische Macht, wirtschaftliche Grundlagen und kulturelle Repräsentation. Besonders spannend: die Frage, welche Entwicklungen alle Balleien verbanden und was sie einzigartig machte. Der für 2027 geplante Tagungsband soll ein Grundlagenwerk werden – und die Forschung nachhaltig prägen. Eine Chance, ein lange vernachlässigtes Kapitel der Ordensgeschichte neu zu entdecken.

zur Meldung von Christofer Herrmann (TU Chemnitz) auf H-Soz-Kult

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