Wie die Aufklärung weiterwirkte: Gothaer Tagung erforscht Kontinuitäten und Brüche zwischen 1770 und 1820

Am 26. und 27. März 2026 findet in Gotha eine interdisziplinäre Tagung statt, die sich mit dem „Nachleben der Aufklärung“ beschäftigt. Organisiert vom Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt und dem Graduiertenkolleg „Politik der Aufklärung“ der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, rücken die Veranstalter um Prof. Dr. Martin Mulsow und Isabel Heide eine Epoche in den Fokus, die oft als Zeit radikaler Umbrüche gilt – und doch von überraschenden Kontinuitäten geprägt war.

Die Jahre zwischen 1770 und 1820 gelten als Scharnier der Moderne: Gesellschaft, Politik und Denken befanden sich im Umbruch, während gleichzeitig aufklärerische Ideen, Netzwerke und Institutionen über die Französische Revolution hinaus fortwirkten. Wie reagierten Akteure der Spätaufklärung auf die neuen politischen Realitäten? Welche Rolle spielten Geheimbünde, Salons oder publizistische Plattformen beim Übergang in die bürgerliche Gesellschaft? Und wie veränderten sich Wissenskulturen, religiöse Debatten oder die öffentliche Meinungsbildung in dieser „Sattelzeit“?

Die Tagung beleuchtet diese Fragen aus historischer, philosophischer und kulturwissenschaftlicher Perspektive. Im Mittelpunkt stehen biografische Verläufe, institutionelle Transformationen und die Dynamik intellektueller Netzwerke, die das Erbe der Aufklärung bis ins frühe 19. Jahrhundert prägten.

Meldung auf der Seite des Informationsdienstes Wissenschaft (idw)

zur Veranstaltungsseite des Forschungszentrums Gothe (Universität Erfurt)