Aufklärung im Umbruch: Michael Hampe über historische Wurzeln und aktuelle Herausforderungen
Im Interview mit der FAZ (31.12.2025) wirft der Philosoph Michael Hampe einen tiefgründigen Blick auf die Aufklärung und ihre Bedeutung für die Gegenwart. Hampe erinnert an die Ursprünge der Aufklärung im 18. und 19. Jahrhundert, als Vernunft, Freiheit und Selbstbestimmung als zentrale Werte einer emanzipatorischen Bewegung galten. Er zeigt auf, wie diese Ideale heute durch technologische Abhängigkeiten und politische Machtspiele infrage gestellt werden. Dabei warnt Hampe vor einer Rückkehr zu autoritären Denkweisen, die an die Anfänge des Faschismus erinnern, und kritisiert die manipulative Instrumentalisierung aufklärerischer Begriffe.
Im Gespräch mit Fabian Ebeling analysiert Hampe, wie die Aufklärung einst als Befreiung vom Dogma gedacht war, heute aber durch neue Formen der Erpressbarkeit und ideologischen Verzerrungen herausgefordert wird. Er betont die Notwendigkeit, die historischen Errungenschaften der Aufklärung kritisch zu reflektieren und zugleich die individuelle Selbstwahrnehmung als Schlüssel zur Bewältigung der aktuellen Krisen zu verstehen. Hampe plädiert für eine Erneuerung des aufklärerischen Denkens, die sowohl die Gefahren der Gegenwart als auch die Komplexität des menschlichen Innenlebens berücksichtigt.
zum Interview von Fabian Ebeling mit Michael Hampein der FAZ