Das Christentum als historischer Zufall: Ein Gespräch mit Peter Heather

Im Interview mit Michael Hesse, dem Leiter des Feuilletons der Frankfurter Rundschau, stellt sich der renommierte Historiker Peter Heather, Professor für Mittelalterliche Geschichte am King’s College London, den grundlegenden Fragen zur Geschichte des Christentums. Im Fokus stehen dabei die entscheidenden Umbrüche: Warum ließ sich Kaiser Konstantin bekehren – und wie prägte sein Schritt die gesamte spätere Entwicklung der Kirche?

Heather erläutert, wie das Christentum vom kleinen Bund der Verfolgten zur mächtigen Institution wurde. Besonders beleuchtet werden die Prozesse, in denen Macht und Moral, Theologie und Politik untrennbar ineinandergreifen. Das Gespräch fragt nach der Rolle von Dogmen, Konzilien und Papstkirche, nach Gewalt und Kontrolle im Namen der Religion – und nach dem entscheidenden Einfluss des Islam auf die Entwicklung eines „westlichen Christentums“.

Heather widerspricht der These eines friedfertigen Christentums und verweist darauf, dass der Aufstieg der Religion keineswegs unvermeidlich war, sondern vom historischen Kontext und Zufall geprägt wurde. Wie gelingt es einer religiösen Idee, ganze Gesellschaften zu prägen – auch jenseits frommer Überzeugung? Warum ordnen sich Menschen den vorherrschenden Strukturen unter und wie entstehen kirchliche Einheit und Autorität? Und was bleibt, wenn die Bindung zwischen Staat und Religion bricht? Das Interview eröffnet einen sachlichen, kritischen Blick auf die Entstehung und Dominanz des westlichen Christentums – und fragt nach den Lehren für unsere Gegenwart.

zum Interview auf der Website der Frankfurter Rundschau