Ingersheim 1626: Wie Pest und Krieg ein Dorf auslöschten

Jörg Palitzsch zeichnet auf der Website der Bietigheimer Zeitung das dramatische Schicksal Ingersheims im 17. Jahrhundert nach: Was einst ein blühendes Dorf mit über 1.400 Einwohnern war, verwandelte sich durch Pestwellen und die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges in eine Geisterstadt. Besonders die Jahre ab 1626 brachten unvorstellbares Leid – in Kleiningersheim starben innerhalb weniger Monate 76 Menschen, ganze Familien wurden ausgelöscht.

Nach der vernichtenden Schlacht bei Nördlingen 1634 flohen die letzten Überlebenden, meist nach Bietigheim. 1639 stand Ingersheim komplett leer. Erst nach Kriegsende 1648 kehrten langsam Menschen zurück, doch das Dorf war nicht mehr dasselbe: Viele Häuser zerstört, die Bevölkerung auf ein Minimum geschrumpft. Palitzsch betont, dass unter den Neuansiedlern auch Katholiken, Calvinisten und Zuwanderer aus der Schweiz waren – ein Beleg für den tiefgreifenden Wandel, den die Katastrophe auslöste.

zur Meldung von Jörg Palitzsch auf der Website der Bietigheimer Zeitung

Frühneuzeitliche Ansichten über die Ursachen der Pest

In Spätmittelalter und Früher Neuzeit konnten die Menschen über den Ursprung der Pest, die vom 14. bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts neben Hunger und Krieg zu den größten existentiellen Bedrohungen der Menschen zählte, nur spekulieren: Was ist die Ursache der Pest? Gibt es so etwas wie eine Ansteckung? Was kann präventiv gegen diese Krankheit getan werden? Wie sieht eine gute Therapie aus? Darüber habe ich Ende der 1990ere Jahre eine Dissertationsschrift an der Universität – GH- Essen (heute Universität Duisburg-Essen) geschrieben und 2025 veröffentlicht, gedruckt und als E-Book.

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