Istanbul im Blick: Wie Europa den Bosporus sah
Die Metropole am Bosporus hat Europa seit jeher fasziniert – als Schmelztiegel der Kulturen, als Projektionsfläche für Sehnsüchte und als Ort politischer Spannungen. Nun wirft das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin in der Ausstellung „Bosporus Beats. Blicke auf Istanbul von 1500 bis 1800“ einen vielstimmigen Blick auf die osmanische Hauptstadt und ihre Wahrnehmung in Mitteleuropa. Vom 13. Februar bis 31. Mai 2026 zeigt die Schau, wie Künstler wie Dürer, Rembrandt oder Antoine Ignace Melling die Stadt zwischen Realität und Mythos einfingen: mal als glanzvolle Metropole, mal als exotisches Klischee.
Im Zentrum steht die Frage, wie Perspektiven entstehen – und wer sie prägt. Mellings detailreiche Kupferstiche, die selbst Orhan Pamuk als Meisterwerke lobte, treffen auf zeitgenössische Positionen von Künstlerinnen wie Nevin Aladağ oder Esra Gülmen, die heute über Identität, Migration und die Macht von Vorurteilen nachdenken. Die Ausstellung verbindet historische Werke mit aktuellen Debatten und lädt ein, die Bilder von gestern mit den Fragen von heute zu konfrontieren. Ein Begleitprogramm mit Workshops und Lesungen, etwa im Literaturhaus Berlin, macht die Schau zu einem lebendigen Echoraum für Begegnungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Wer wissen will, wie Kunst Geschichte schreibt und warum Istanbul bis heute polarisiert, findet hier überraschende Antworten.
weitere Informationen auf den Seiten der Staatlichen Museen Berlin