Unbekannte Handschriften von Bach, Telemann und Gottsched im Leipziger Stadtarchiv entdeckt
Im Leipziger Stadtarchiv sind bei Recherchen für das Forschungsportal Bach der Sächsischen Akademie der Wissenschaften bisher unbekannte Dokumente aufgetaucht – darunter eigenhändige Schriften von Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann und Johann Christoph Gottsched. Wie der Musikwissenschaftler Dr. Bernd Koska herausfand, belegen die Funde eine gezielte kommunale Förderung der Leipziger Kirchenmusik unter Bach: Stipendien für studentische Sänger und Instrumentalisten sicherten demnach nicht nur die künstlerische Qualität, sondern auch die organisatorische Grundlage der berühmten Kantatenaufführungen.
Besonders bemerkenswert ist ein Zeugnis Bachs von 1740 für seinen bevorzugten Bassisten sowie das älteste erhaltene Bewerbungsschreiben Telemanns. Die Entdeckungen werfen neues Licht auf die institutionellen Strukturen der Barockmusik – und zeigen, wie Leipzig bereits vor Jahrhunderten Kulturförderung mit Weitsicht betrieb.
Die Handschriften sind noch bis 23. April 2026 in einer Sonderausstellung des Stadtarchivs zu sehen. Eine wissenschaftliche Einordnung erscheint im Bach-Jahrbuch 2025.