Accademia Bizantina: Bachs Brandenburgische neu entdeckt
Der Cembalist und Dirigent Ottavio Dantone und sein Ensemble Accademia Bizantina haben sich bereits mit Einspielungen von Corelli und Geminiani einen Namen gemacht – nun widmen sie sich Johann Sebastian Bachs Brandenburgischen Konzerten. Unter dem Titel „Baroque Anatomy“ präsentieren sie das Fünfte Brandenburgische Konzert, doch nicht als bloßen Dauerbrenner, sondern als lebendigen Dialog zwischen Solisten und Orchester. Dantone und seine Musiker setzen bewusst auf ein moderates Tempo, um dem Zuhörer Raum zu geben, die Tiefe und den Reichtum von Bachs Komposition zu erleben. Virtuosität steht hier nicht im Vordergrund, sondern die Kunst des Zuhörens.
Doch das Album bietet mehr als nur Bach: Mit einem Konzert von Georg Philipp Telemann, dem „Star der Bach-Zeit“, und einem Flötenquartett von Carl Philipp Emanuel Bach zeigt die Accademia Bizantina, wie die Musik des Vaters seine Söhne prägte. Besonders das Tripelkonzert in a-Moll wird nicht als strenges Werk, sondern als lebendiges Tanzstück interpretiert – so, wie es einst im Leipziger Kaffeehaus Zimmermann erklingen mochte.
László Molnár beschreibt in seiner Rezension für BR-KLASSIK, wie Dantone und sein Ensemble es schaffen, Bachs Musik fesselnd und mitreißend neu zu entdecken. Die ersten Ergebnisse sind vielversprechend – und die weiteren fünf Brandenburgischen Konzerte sind bereits in Vorbereitung.