Maria Magdalena. Sin. Pray. Love.
Ein Ausstellungstipp von WebHistoriker.de

Ausstellungsansicht „Maria Magdalena. Sin. Pray. Love.“, Copyright: Städel Museum – Norbert Miguletz
Seit dem 17. September 2026 und noch bis zum 17. Januar 2027 ist im Städel Museum, Frankfurt am Main, eine große Ausstellung zu einer „der facettenreichsten Frauenfiguren der biblischen Überlieferung und der Kunstgeschichte“ zu sehen und zu erleben. Über 100 Gemälde, Skulpturen und Grafiken zeugen von der vielschichtigen künstlerischen Beschäftigung mit Maria Magdalena vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Sie stammen aus den Sammlungen des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung (ebenfalls Frankfurt a. M.) oder sind Leihgaben aus London, Berlin, New York, Paris, dem Vatikan und Washington.
Zu den Künstlerinnen, deren Werke in der Ausstellung gezeigt werden, zählen Lavinia Fontana, Elisabetta Sirani, Luisa Roldán, Ottilie W. Roederstein, Lotte Laserstein, Kiki Smith, Marlene Dumas und Nieves González. Hinzu kommen die Arbeiten bedeutender Künstler, zum Beispiel Albrecht Dürer, Pedro de Mena, Guercino, Georges de la Tour, Claude Lorrain, Arnold Böcklin, Max Beckmann und David LaChapelle.
Der Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung, Philipp Demandt, erklärt die Faszination Maria Magdalenas damit, dass sich „an ihr die wechselnden Vorstellungen von Frauen, Glauben und Gesellschaft über Jahrhunderte hinweg besonders eindrücklich ablesen lassen. Ihre Geschichte ist deshalb immer auch eine Geschichte der Blicke auf sie.“
Im Zentrum der ersten Sektion steht die Gegenwartskunst. Dort wird Maria Magdalena als „Ausgangspunkt für Reflexionen über Weiblichkeit, Geschlechterrollen und deren Darstellung in Kunst und Kultur“ gezeigt – „religiöse Deutungen, die über Jahrhunderte vor allem von Männern geprägt wurden, [treten dort] in den Hintergrund.“
Auch der Zeitraum von Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit wird ausführlich thematisiert: Verschiedene Interpretationen der Rolle Maria Magdalenas werden vorgestellt: von der Zuschreibung der Sündhaftigkeit (fälschlicherweise als Prostituierte) bis zum Heiligenstatus, weil sie sich Jesus angeschlossen hatte und dieser ihr als erster Person nach seiner Auferstehung erschien. Ihre Stellung als Heilige zeigte Wirkung: „Seit dem Spätmittelalter wurden Frauen, häufig adeliger Herkunft oder von besonderem gesellschaftlichem Rang, in Porträts als Maria Magdalena dargestellt.“
(Alle Zitate stammen aus der ausführlichen Pressemitteilung zur Ausstellung: zur Pressemitteilung.)
Weitere Information: Website des Städel Museums zur Ausstellung
Live-Führung online
Zu bestimmten Terminen gibt es eine einstündige Online-Tour, eine Live-Führung durch die Ausstellung, an der vorzugsweise am PC oder Laptop mit Kamera und Mikrofon teilgenommen werden kann. Kosten: 5 EUR.
Scrollytelling zur Ausstellung
Das Städel Museum bietet auf seiner Website ein sogenanntes „Digitorial“ zum Ausstellungsthema – also ein interaktives und multimediales Format mit Text, Bildern, Videos und Animationen oder: ein moderneres Storytelling.
Sehr informativ und ästhetisch aufgemacht, wie ich finde!
Daten zur Ausstellung
Ort
Städel Museum, Schaumainkai 63, 60596 Frankfurt am Main
Öffnungszeiten
- Di, Mi, Fr, Sa, So: 10.00–18.00 Uhr
- Do: 10.00–21.00 Uhr
- Mo: geschlossen
Sonderöffnungszeiten unter staedelmuseum.de.
Besucherservice und Führungen
+49(0)69-605098-200, info@staedelmuseum.de.
Tickets
- 19 Euro, ermäßigt 17 Euro.
- Freier Eintritt für Kinder unter 12 Jahren. Gruppen ab 10 regulär zahlenden Personen: 17 Euro pro Person. Für alle Gruppen ist eine Anmeldung per Telefon unter +49(0)69-605098-200 oder per E-Mail an info@staedelmuseum.de erforderlich.
- Dienstags-Special: jeden Dienstag 15.00–18.00 Uhr 10 Euro.
