Medienschau
Barocke Lebenswelten: Wie Stadt und Land im Schwäbischen Barockwinkel verwoben waren
Im Kloster Wettenhausen trafen sich im September 2025 Historiker:innen, um ein oft unterschätztes Kapitel der Geschichte neu zu beleuchten: das Verhältnis von Stadt und Land im Barock. Markus M. Böck vom Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München berichtet über die Tagung „verwalten – verbinden – verkaufen“, die den Schwäbischen Barockwinkel in den Mittelpunkt stellte. Hier, zwischen katholischen Prägungen und protestantischen Einflüssen, entstanden einzigartige Verflechtungen – von der Herrschaftspraxis über den Kulturtransfer bis hin zu wirtschaftlichen Netzwerken.
Die Vorträge zeigten, wie Spitäler als Kreditgeber fungierten, wie jüdische Gemeinden auf dem Land lebten und warum barocke Feste nicht nur in katholischen, sondern auch in protestantischen Gebieten gefeiert wurden. Besonders faszinierend: Die Tagung machte deutlich, dass der Barock keineswegs nur ein städtisches Phänomen war. Stattdessen prägten ländliche Akteure, wie Handwerker und Grundherren, die Kunst und Architektur dieser Epoche maßgeblich mit. Von der akustischen Welt der Stadttürmer bis zu den Fresken in Kaufmannshäusern und Klöstern – die Beiträge offenbarten, wie eng Stadt und Land in der Barockzeit miteinander verbunden waren.
Ein Blick auf eine Zeit, in der Grenzen fließend waren und die Lebenswelten zwischen Stadt und Land sich auf überraschende Weise durchdrangen.
zum Tagungsbericht über die Veranstaltung „verwalten – verbinden – verkaufen“