Hans Sachs: Ein Dichter zwischen Handwerk und Reformation
Vor 450 Jahren, am 19. Januar 1576, starb Hans Sachs, Nürnbergs berühmter Meistersinger. Claudia Schülke (epd) porträtiert auf der Website sonnntagsblatt.de einen Mann, der als Schuhmacher und Dichter die Reformation prägte. Sachs, 1494 als Sohn eines Schneidermeisters geboren, nutzte die streng geregelte Dichtkunst der Handwerker, um Luthers Lehren in verständliche Verse zu fassen – und erreichte so ein breites Publikum.
Sein Werk umfasst Tausende Texte: Meistergesänge, Dramen und satirische Schriften, die oft an der Grenze des Erlaubten standen. Ein 1557 verfasstes Gedicht über Nürnbergs Erzfeind Markgraf Albrecht von Brandenburg wurde nach seinem Tod konfisziert – zu brisant für die politisch angespannte Zeit.
Sachs’ Einfluss reichte bis in die Oper: Seine Lobeshymne auf Luther als „Wittenbergische Nachtigall“ inspirierte Richard Wagner. Doch sein Erbe lebt auch in den Fastnachtspielen weiter, die noch heute in Nürnberg aufgeführt werden. Ein Leben zwischen Handwerk, Kunst und Mut zur Kritik.