Spätmittelalter und Frühe Neuzeit: Sterben, Tod und Jenseits – Nachwort

Die Menschen des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit glaubten fest an ein Weiterleben nach dem Tod: an ein Weiterleben im Himmel oder in der Hölle.

Die Angst vor der ewigen Verdammnis und die Hoffnung auf ein himmlisches Paradies zog das Bestreben einer rechtzeitigen Buße nach sich. Sterbebücher und Todesallegorien ermahnten dazu, sich schon im Leben mit dem Tod auseinander zu setzen. Sie erinnerten an die Allgegenwart des Todes, der sich ohne Unterschied Arm und Reich, Jung und Alt, Frau und Mann bemächtigte. V.a. die Wichtigkeit der Todesstunde wird betont.

Zudem bestand nach den Lehren der Kirche noch ein Zustand zwischen Himmel und Hölle: das Fegefeuer. Gebete, Fürbitten und weitere „Werke“ sollten v.a. im katholischen Raum dazu dienen, den Gestorbenen die Leidenszeit der Läuterung zu verkürzen.

Im 16. Jahrhundert zeigte sich im Zuge der Reformation und des Humanismus eine Abwertung der Todesstunde und der Werkgerechtigkeit. Das gesamte Leben und die Gnade Gottes waren für die Art des Weiterlebens nach dem Tode entscheidend.

Trotzdem galt weiterhin auch in reformierten Gebieten: Gestorben wurde nicht einsam, sondern in Gegenwart von Verwandten, Freunden und Nachbarn – wenngleich so manche Notzeiten dies nicht zuließen.

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Anhang: Bilder zur Geschichte von Sterben, Tod und Jenseits

Stefan Lochner: Das Weltgericht, um 1435; Köln, Wallraff-Richartz-Museum

Stefan Lochner: Das Weltgericht, um 1435; Köln, Wallraff-Richartz-Museum; Quelle:  5555 Meisterwerke, CD-ROM, Digitale Galerie, 2001 (Directmedia)

Stefan Lochner: Das Weltgericht, um 1435; Köln, Wallraff-Richartz-Museum; Quelle: 5555 Meisterwerke, CD-ROM, Digitale Galerie, 2001 (Directmedia)

Das „Weltgericht“ gehört zu den Hauptwerken Lochners. Von der Struktur her aufgebaut nach einem fast gleichseitigen Dreieck, thront Christus an der Spitze. Er sitzt auf einem Regenbogen und hat die Füße auf einen zweiten Bogen gestellt – als Zeichen „des Zorns und der Gnade“ des alten und neuen Bundes, „Sintflut und Jüngstes Gericht“ symbolisierend (so 2002 auf der Website des Wallraff-Richartz-Museums, Köln). Die rechte Hand zeigt das Segenszeichen, die linke zeigt in Richtung der Verdammnis.

Als Fürbittende befinden sich unter ihm Maria und Johannes der Täufer. Zur Rechten Christi gehen die Guten durch das enge Tor ins Paradies, auf der anderen Seite befindet sich der Abgrund der Hölle.

Teuflische Wesen mit langen Hörnern, furchterregenden Fratzen (auch auf dem Bauch) und weit aufgerissenen Mäulern zerren die Seelen in den Abgrund (siehe Ausschnitt unten rechts). Sie schleifen die Seelen an den Füßen über den Boden oder führen sie an Ketten. Um einige Seelen kämpfen gute Engel und böse Monster – auf dem Boden oder hoch in den Lüften (siehe Ausschnitte unten Mitte und oben rechts).

Leben und Werk Stefan Lochners:

  • Anfang 15. Jh. geboren am Bodensee
  • in jungen Jahren wohl Aufenthalt bei Jan van Eyck (Niederlande) und Conrad von Soest (Westfalen)
  • ab 1442 wohnhaft in Köln
  • 1447 Ratsherr in Köln
  • um 1451 gest. in Köln

Stefan Lochner war der beühmteste Maler der Kölner Schule im Mittelalter. Er malte Andachts- und Altarbilder, widmete sich der Buchmalerei. „Körperlichkeit und Räumlichkeit“ in seinen Bildern künden die frühneuzeitliche Kunst an. „Vorherrschend sind jedoch der Bedeutungsmaßstab der Figuren, eine symbolische Bildgeometrie und ein hohes Maß an feinmalerischer Brillanz niederländischer Prägung.“ (Harenberg Malerlexikon, S. 618.

Neben dem „Weltgericht“ zählen folgende Bilder zu seinen Hauptwerken: der Dreikönigsaltar, auch Dombild genannt, um 1442 entstanden und heute im Kölner Dom zu bewundern; die „Muttergottes in der Rosenlaube“ (um 1450).

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8 Kommentare
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